Aargau
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Im Hotel «Sternen» in Menziken (AG) sollen 90 Asylbewerber untergebracht werden. Bild: aargauer zeitung

Streit um Asylzentrum: «Sternen»-Wirt tritt aus der SVP aus

«Sternen»-Besitzer und SVP-Mitglied Hans Marti vermietet sein Hotel-Restaurant an den Kanton, der darin eine Asylunterkunft einrichten wird. An der Versammlung der SVP-Ortspartei kam es zu einer hitzigen Diskussion.

Sabine Kuster / Aargauer Zeitung



Ein Artikel der

Dienstag diese Woche, Restaurant «Storchen». Die Parteiversammlung der SVP Menziken fand nicht wie bis anhin üblich im «Sternen» statt, dem Gasthof von Parteimitglied Hans Marti.

Denn der «Sternen» ist seit letzter Woche geschlossen. Dort soll ein Asylzentrum entstehen. Genau dies war auch ein Traktandum an der Parteiversammlung. Es ging um sachliche Fakten wie Kostenaufteilungen, Verteilung der Asylsuchenden und Strategie des Kantons.

Aber nicht nur: Dass die SVP keine Freude daran hat, dass der ehemalige Wirt das Haus dem Kanton als Asylunterkunft vermietet, hat Parteipräsident Severin Siegrist gegenüber der «AZ» schon letzte Woche gesagt.

Nun berichtet er: «Ein solches Vorhaben bringt auch viele emotionale Aspekte mit sich, und es hat einen Einfluss auf das Zusammenleben im Dorf. Die Diskussion wurde daher zeitweise etwas hitzig geführt.»

Die Ortspartei der SVP wolle aber niemandem vorschreiben, wie er sein Geschäft zu führen hat, sagt Siegrist. «Wir verstehen auch, dass manchmal wirtschaftliche Faktoren für eine Entscheidung stärker gewertet werden als die Gesinnung.»

Widerstand gegen den Wirt

Viel Sympathie schlug Marti an der Versammlung tatsächlich nicht entgegen. Es wurde ihm zwar das Wort erteilt, aber es gab immer wieder Zwischenrufe. Jemand forderte, es sei an der Zeit, einen Entscheid zu fällen. Diesen nahm Marti seinen Parteigenossen ab: Er gab den Rücktritt bekannt und mit ihm die ganze Familie.

«Wir bedauern diese Entwicklung, da die Martis langjährige Mitglieder waren und viel geleistet haben», sagt Parteipräsident Siegrist. «Wir vom Vorstand hätten keinen Ausschluss-Antrag an die Familie gestellt, wir hätten es bei einer offiziellen Rüge belassen.»

Allerdings wäre es möglich gewesen, dass aus der Versammlung diesbezüglich noch Anträge hätten kommen können. Der Austritt habe sich während der Versammlung so ergeben, sagt Hans Marti, der sich jedoch weiter nicht dazu äussern möchte.

SVP will Druck aufrechterhalten

Zum weiteren Vorgehen bezüglich der Asylunterkunft hat die SVP folgendes beschlossen: Die Ortspartei unterstützt die Petition Menziken, die bereits gestartet ist. Weiter sagt Siegrist: «Wir werden versuchen, uns mit anderen Stufen unserer Partei zusammenzuschliessen und auch mit anderen Gemeinden.»

Man werde den Druck für eine «gerechte» Verteilung der Asylsuchenden im Kanton aufrechthalten. Die entsprechenden Gesetze würden bestehen und müssten nur umgesetzt werden.

«Wir werden die Entwicklung weiterverfolgen und darauf hinarbeiten, dass die vom Kanton in Menziken geplante Unterkunft, nicht zu einer zu grossen Belastung für unser Dorf wird.» Menziken habe seit langem sehr viele Asylsuchende und sich nie vor den Pflichten gedrückt, wiederholt Siegrist. (aargauerzeitung.ch)

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  • Di Dago 05.06.2015 13:19
    Highlight Highlight Mich würde eher Interessieren, was ihm der Bund dafür bezahlt. Aus Deutschland hört man, dass da horende Beträge fliessen, resp. er und seine Familie werden, auf lange Sicht, saniert sein.
    Jeder hat halt seinen Preis, das wurde doch somit wieder wunderbar bestätigt. Mit dem Hintergrund, dass 95% der Asylsuchenden, nicht anspruchsberechtigt sind, ist das schon ein dicker Hund. Alle die Abgelehnt wurden, müssen umgehen zurückgeschafft werden.
  • Angelo C. 05.06.2015 11:13
    Highlight Highlight Der Vorgang selbst interessiert mich um einiges weniger als die Beantwortung folgender Frage : Hat WATSON diesen Artikel direkt und unbearbeitet von der Aargauer Zeitung übernommen, oder gibt es eine Sabine Kuster in der betriebseigenen Redaktion? Mir fällt nämlich auf, dass sich in letzter Zeit orthographisch schludrig(er) und textlich fehlerhaft(er) abgefasste Artikelinhalte häufen und man fragt sich unwillkürlich w i e s o ?

    Ich zitiere nur einen einzigen Absatz in diesem journalistisch doch etwas verunglückten Text :

    "Man werden den Druck für eine «gerechte» Verteilung der Asylsuchenden im Kanton aufrechthalten. Die entsprechenden Gesetzte würden bestehen und müssten nur umgesetzt werden."

    Zwei Fehler in zwei aufeinanderfolgenden Sätzen - lesen diese Leute ihre eigenen Beiträge gar nicht mehr erst?

    • Angelo C. 06.06.2015 12:46
      Highlight Highlight Ok, ok - keine erklärende Antwort ist schliesslich auch eine 😉!
    • Leo Helfenberger 06.06.2015 12:57
      Highlight Highlight Ich habe den Artikel unbearbeitet von der AZ übernommen. und habe die Fehler leider nicht bemerkt. Tut mir leid
  • Michèle Seiler 05.06.2015 10:33
    Highlight Highlight Verständlich. Aber ich weiß nicht, ob es für die Entwicklung der Partei und (leider ist sie so bedeutend) des Landes gut ist, wenn Leute wie er die SVP verlassen.

    Ich hoffe nur, dass man die Rechtsextremisten ausbremsen kann.
  • frankyfourfingers 05.06.2015 10:31
    Highlight Highlight Na dann bleibt wohl nur noch eins: Herzliche Gratulation!

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