Aargau

Zu lange gearbeitet: SBB-Lokführer lässt Passagiere im Aargau stehen

Ein Zug der Seetalbahn nach Luzern fuhr am Dienstag nur bis Beinwil am See. Der Lokführer erklärte, er fahre nicht weiter, weil er bereits mehr als die erlaubten Stunden im Einsatz stand. Die SBB sagen, er habe richtig gehandelt.

09.11.17, 06:19 09.11.17, 08:32

Für Passagiere der Seetalbahn war am Dienstagmorgen die Reise nach Luzern in Beinwil am See jäh zu Ende. Ein Zugbegleiter erklärte, es müssten alle aussteigen, der Zug fahre nicht weiter.

Endstation Beinwil am See: Ein Lokführer der Seetalbahn quittierte am Dienstag seinen Dienst vorzeitig. (Archiv) Bild: aargauer zeitung

Die Passagiere hätten sich danach beim Lokführer nach dem Grund erkundigt, berichtet «Radio Argovia». Eine Passagierin erklärt dem Sender, was er geantwortet habe: Er weigere sich, weiterzufahren, weil er bereits zu viele Stunden gearbeitet hatte. Ihm gehe die Sicherheit vor, weshalb er nicht weiterfahre. Er habe der SBB sein Vorgehen vorgängig gemeldet, aber keine Vertretung erhalten.

SBB-Sprecher Reto Schärli bestätigt den Vorfall. Der Lokführer habe nicht rechtzeitig abgelöst werden können, weil es in Luzern zu einer grösseren Störung im Bahnverkehr gekommen war. Das hatte den Fahrplan zeitweise durcheinander gebracht. Die SBB entschuldigen sich bei den betroffenen Passagieren: «Es tut uns leid, wir entschuldigen uns bei den Reisenden», sagt Schärli. Der Lokführer habe richtig gehandelt.

Lokführer dürfen laut Schärli maximal fünf Stunden im Führerstand sein. Danach müssen sie eine Pause einlegen. (mwa) 

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59s

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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37
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37Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • itsbigben 09.11.2017 17:44
    Highlight Kann man diesen Artikel gleich dem Gewerbeverband senden?
    6 0 Melden
  • Theageti 09.11.2017 17:13
    Highlight Komisch, das passiert in letzter Zeit öfters... Vor allem im kt. AG. Letzte Woche ist unsere S Bahn in Aarau 20min stehrn geblieben. Grund: Fehlendes Fahrpersonal...
    5 0 Melden
  • Pana 09.11.2017 16:07
    Highlight Was ähnliches ist meiner Freundin mal am Flughafen passiert. Der Flug hatte 4 Stunden Verspätung. Und als es dann endlich hätte losgehen können, hiess es, dass der Flug gecancelt werden muss, weil die Crew ansonsten zulange gearbeitet hätte. Natürlich bitter..
    4 1 Melden
  • derEchteElch 09.11.2017 13:22
    Highlight „Ein Lokführer der Seetalbahn quittierte am Dienstag seinen Dienst vorzeitig.“

    Falsch watson; ER hat den Dienst eben gerade rechtzeitig beendet, weil er von Gesetzes wegen nicht känger fahren darf. Fährt er länger, wird er verurteilt.

    Bitte keine Fakenews.

    Wenn schon müsste es heissen, „die SBB haben es nicht geschafft, rechtzeitig für die nötige Ablösung zu sorgen.“
    38 9 Melden
    • Conflux 09.11.2017 22:41
      Highlight Bitte lerne zuerst die Definition von fakenews bevor du solche wörter verwendest. Das nervt nämlich gewaltig
      3 1 Melden
    • derEchteElch 10.11.2017 08:15
      Highlight Conflux; bleib bei den Fakten.
      Fakenews sind Nachrichten mit falschen Aussagen.

      Wenn sich belegen lässt, dass am Mittwoch über Zürich der Himmel wolkenlos war, der Journalist aber in einem noch so unwichtigen Nebensatz von „bewölkt“ spricht, dann ist dieser Abschnitt zu 100% Fakenews. Eine Lüge als Wahr dargestellt.

      Genau hier beginnen Fakenews und enden bei deinem Verständnis davon. Denk mal darüber nach.
      0 2 Melden
  • Linksanwalt 09.11.2017 12:48
    Highlight Als Problem sehe ich hier nicht dass der Zugführer angehalten hat, sondern dass die SBB ihm keine Vertretung schickte. Super, SBB.
    33 0 Melden
  • Pond 09.11.2017 10:53
    Highlight Gestern Abend letzter Zug von Zürich nach Basel- massive Verspätung, laut Durchsage auf Grund von "fehlendem Personal". Der Zug aus Basel traf nicht ein. Irgendwann kam ein leerer Ersatzzug. Wir fragten uns, wo der Zug von Basel wohl steht und was mit dem Zugführer passiert sei.
    11 0 Melden
  • α Virginis 09.11.2017 09:39
    Highlight Notabene: das STOP RISK Plakat an der Bahnhofswand (siehe Foto oben) sagt ja alles^^
    13 1 Melden
  • α Virginis 09.11.2017 09:36
    Highlight Der Zugführer hat vollkommen korrekt gehandelt. Auch wenn es schwoeirig ist, alle Parameter der Bahn abzuschätzen, für die Einsatzplanung der Zugführer würde ich da schon ein Computer gestütztes System erwarten, welches vor solchen "Überzeiten" warnt und entsprechend auch Ersatz sucht. Sollte die SBB über kein solches System verfügen, ich setze dies gerne um für sie, ist auch nicht so schwierig, eine reine DB Abfrage mit entsprechenden Parametern und die Sache ist gegessen...
    4 15 Melden
  • Quacksalber 09.11.2017 08:39
    Highlight Die Suva nennt das das STOP Prinzip. Jeder Arbeitnehmer hat das Recht in unsicheren Situationen Stop zu sagen.
    142 0 Melden
    • little.saurus 09.11.2017 09:11
      Highlight Kann ich das auch während einer Herzoperation mache?
      14 88 Melden
    • PO3T 09.11.2017 09:54
      Highlight Sollten Sie, ja. Wenn aber die Spital Regelungen das nicht zulassen ist das ein ernstes Problem (des Arbeitgebers). Denn wenn bei der Herz Op was schief geht und dies auf Ihre Übermüdung zurück zu führen ist, machen sie sich der fahrlässigen Tötung schuldig. Eine Klage ist garantiert die Folge, eine Verurteilung wahrscheinlich auch, ganz zu Schweigen vom Image-Schaden.
      33 1 Melden
    • Tschakkaaa! 09.11.2017 10:16
      Highlight @little.saurus
      Nein, aber noch vorher absagen schon. Gesunder Menscheverstand?!?!?
      16 1 Melden
    • Pond 09.11.2017 10:56
      Highlight @little.saurus


      Ja, dort als allererstes. Im OP ist auch nie nur ein Arzt anwesend. Bei grösseren OPs sind i.d.R. auch mehrere Chirurgen anwesend. Jeder Mensch kann plötzlich ausfallen und in solchen Situationen muss jemand da sein, der einspringt.
      20 0 Melden
    • Quacksalber 09.11.2017 11:14
      Highlight Beide Suva versichert?
      0 1 Melden
    • Gigle 09.11.2017 11:18
      Highlight Stimmt, da man als Chirurg während einer Herzoperation ja auch oft in eine persönliche Risikosituation kommt. Aber Hauptsache man hat widersprochen.
      14 3 Melden
    • Trouble 09.11.2017 12:28
      Highlight Ja, auch Chirurgen könnten abgelöst werden! Nur lässt sich das bei vielen nicht mit ihrem Ego vereinbaren.
      15 0 Melden
  • Töfflifahrer 09.11.2017 08:18
    Highlight Der Chauffeur hat richtig gehandelt aber, wie kann es soweit kommen? Wie sieht eigentlich bei denen die Dienst- und Einsatzplanung aus?
    Bei Ausfällen gibts doch normalerweise Springer!
    35 9 Melden
    • Fabio74 09.11.2017 09:45
      Highlight Und wenn der Springer aufgrund des Unfalls in Luzern nicht kommen konnte?
      20 2 Melden
  • Judihui 09.11.2017 07:48
    Highlight Piloten dürfen bei Störungen bis zu 15 h am Stück arbeiten und wenn die Störung auf dem letzten Flug stattfindet sogar darüber hinaus... Schön, dass wenigstens die SBB ihren Angestellten gegenüber Sorge trägt.
    30 14 Melden
    • Tavares 09.11.2017 10:47
      Highlight Naja in der Luft kann man auch nicht einfach mal das Flugzeug abstellen...
      Geht halt mit einem Zug / Bus einfacher...
      21 0 Melden
    • Donald 09.11.2017 10:49
      Highlight Wenn der Pilot in der Lage ist das Flugzeug stehen zu lassen, darf er auch nicht länger arbeiten ;)
      18 0 Melden
  • amazonas queen 09.11.2017 07:20
    Highlight Wurde Bahnersatz organisiert?
    6 31 Melden
    • paper 09.11.2017 08:54
      Highlight Für einen einzelnen Zugausfall wird normalerweise kein Bus organisiert. Und bei Halbstundentakt ist der nächste Zug sowieso meistens schneller, als der Bus überhaupt da wäre.
      63 1 Melden
  • Tschakkaaa! 09.11.2017 07:15
    Highlight Er hat alles richtig gemacht!
    Wenn er zu müde ist und es nicht mehr als sicher erachtet weiter zu fahren, dann muss er halt den Zug stehen lassen. Das Problem liegt bei der Einsatzplanung, nich beim Lokführer.
    Wenn aufgrund dessen etwas passiert wäre, würden dann wieder alle ausrufen der Mann hätte mangelndes Sicherheitsbewusstsein weil er trotz Müdigkeit weitergefahren ist.
    Also: Gut gemacht!
    338 2 Melden
  • meine senf 09.11.2017 06:40
    Highlight Was wäre wohl mit einem Flixbus-Chauffeur oder auch mit einem LKW-Fahrer geschehen, der so gehandelt hätte ...?

    Daran sollte man denken, wenn man über die teure Bahn flucht.
    197 17 Melden
    • E. Edward Grey 09.11.2017 07:15
      Highlight Flixbus-Chauffeur oder auch ein LKW-Fahrer haben keinen Auftrag zur Grundversorgung.
      Unabhängig davon ist zu erwarten dass sich jeder an die Sicherheitsvorschriften hält, alleine weil ansonsten sein Versicherungsanspruch erlischt. In allen Fällen ist der Fehler bei der Dispo zu suchen, nicht beim Fahrer.
      47 1 Melden
    • maxi 09.11.2017 07:36
      Highlight an was sollte man denke? das die unfähig sind auf ihre eigenen pannen zu reagieren? das die planung ein desaster ist? mein zu blieb dieses jahr schon 2 mal in luzern stehen weil kein lokführer verfügbar war.... irgendwann nach dem xten desolaten diletantischen vorfall reisst der geduldsfaden.
      7 57 Melden
    • Charlie Brown 09.11.2017 08:09
      Highlight Danke für den Weitblick. Geiz ist nicht so geil.

      Und: Was wäre passiert, wenn er weitergefahren wäre und es zu einem Unfall gekommen wäre? Unabhängig davon, ob dieser in einem Zusammenhang zur Lenkzeit gestanden wäre oder nicht...
      27 1 Melden
    • Eine_win_ig 09.11.2017 08:43
      Highlight Schon 2 mal? In 10 Monaten? Unerhöhrt!
      47 3 Melden
    • Hensamatic 09.11.2017 09:00
      Highlight Was passiert wäre... Sie hätten den nächsten Parkplatz bzw. Rasstätte angefahren. Die Pausenregelung auf der Strasse ist da sehr restriktiv. Selbst schon erlebt.
      18 0 Melden
    • E. Edward Grey 09.11.2017 09:56
      Highlight Im Falle eines Unfall liegt beim Überschreiten der Lenkzeiten wahrscheinlich ein fahrlässiges Verhalten vor (beurteilt notfalls durch ein Gericht), was in der Folge bei der Leistungsgestaltung aus der Versicherung berücksichtigt wird. Zudem riskiert der Lenker den Verlust seiner Lizenz/Führerausweis.
      7 1 Melden
    • Charlie Brown 09.11.2017 09:56
      Highlight @Grey: Sehrwohl, sobald sie vom BAV mit einer Konzession Personentransporte anbieten.
      1 2 Melden
    • Donald 09.11.2017 10:47
      Highlight Was denn? Und wenn illegal, Beweise?
      1 2 Melden
    • Mr. Winston 09.11.2017 17:39
      Highlight @E. Edward Grey
      Ich bezweifle dass die Fahrzeitlimiten bei Flixbus und anderen derartigen Transportunternehmen wirklich eingehalten werden, im Gegenteil, wahrscheinlich ist es sogar Praxis während den vorgeschriebenen Pausen Gepäck zu verladen, zu tanken usw. Wenn ein Flixbusfahrer seinen Bus aus dem Grund von Übermüdung irgendwo stehen lassen würde, würde im wohl nicht zu spät gekündigt werden.
      2 1 Melden
    • Nikita Schaffner 09.11.2017 19:46
      Highlight Deswegen besitzen LKW und Flixbus Fahrer eine Disk auf denen die Fahrstunden gespeichert werden. Das System kann theoretisch das Vehikel beim Starten Sperren, wenn die Stunden überschritten sind.

      Hatte auch schon einen Flixbus Fahrer, der eine halbe Stunde stehen bleiben musste an einem Ort, da er über der Zeit war. Aus meiner Sicht ist das vorbildlich!
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