Abstimmungen 2014
Der traditionelle Rueeblimaert, aufgenommen am Mittwoch, 7. November 2012 in der Altstadt von Aarau. Verschiedenfarbige Ruebli in allen Variationen und Waren wie Christbaumschmuck, Kaese und Kuchen werden an die Kundschaft gebracht. (KEYSTONE/Sigi Tischler)

Traditioneller Rüblimärt in Aarau. Bild: KEYSTONE

Initiative angenommen

Karotten müssen in Aargauer Kindergärten fortan Rüebli heissen

In Aargauer Kindergärten darf künftig nur noch Mundart gesprochen werden. Gegen den Willen von Regierung, Parlament und den meisten Parteien haben die Aargauer Stimmberechtigten eine entsprechende Initiative angenommen.

18.05.14, 13:19

Mit der Annahme der Initiative «Ja für Mundart im Kindergarten» wird das Anliegen im aargauischen Schulgesetz verankert. Der Aargau ist nach Zürich der zweite Kanton, in dem eine Mundart-Initiative angenommen wurde. In anderen Kantonen wurden ähnliche Initiativen verworfen oder sie scheiterten an der notwendigen Unterschriftenzahl. 

Die Aargauer Schweizer Demokraten SD warben mit dem Slogan «Rüebli statt Karotten» für ihr Anliegen. Mit Ausnahme der SVP sträubten sich alle Parteien gegen das Ziel der Initiative. Auch das Parlament und die Regierung empfahlen die Initiative zur Ablehnung. 

Die Regierung war den Initianten im Verlaufe der politischen Diskussion teilweise sogar noch entgegen gekommen. Sie legte fest, dass der Anteil der Schriftsprache im Unterricht von der Hälfe auf einen Drittel reduziert wird. Mit dieser neuen Regelung, die auf das im Herbst beginnende Schuljahr hätte eingeführt werden sollen, wollten sich die Initianten aber nicht abfinden. Sie hielten an der Initiative fest. (whr/sda)

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
2
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Oberon 18.05.2014 13:59
    Highlight Wir sollten auch die Kirche im Dorf lassen und daran denken das es schlussendlich um den Kindergarten geht.

    Da bin ich auch er der Meinung das Kultur vor jeder Statistik kommen soll.
    3 1 Melden
  • spiox123 18.05.2014 13:40
    Highlight Richtig so, Mundart ist ein Kulturgut und muss von klein an erhalten bleiben, ebenso kann man junge Immigranten noch besser integrieren. Finde es super das es doch noch Leute gibt die stolz auf unsere Sprache sind! Schriftdeutsch lernt man noch genug schnell
    9 2 Melden

Von der Härtefall- zur Täterschutzklausel: Wie die SVP die Sprache instrumentalisiert

Die SVP hat einen neuen Kampfbegriff in die Arena geworfen, und das im wahrsten Sinne des Wortes. In der SRF-«Arena» zur Durchsetzungsinitiative verwandelte Parteipräsident Toni Brunner die Härtefallklausel, die das Parlament im Ausführungsgesetz zur Ausschaffungsinitiative beschlossen hat, in eine Täterschutzklausel.

Man durchschaute die Absicht sofort: Der neutrale Begriff «Härtefall» soll durch das negativ aufgeladene Wort «Täterschutz» verdrängt und die Debatte in die von der Partei …

Artikel lesen