Afghanistan
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U.S. soldiers from D Troop of the 3rd Cavalry Regiment clean a shipping container in preparation for leaving Afghanistan at forward operating base Gamberi in the Laghman province of Afghanistan December 28, 2014. REUTERS/Lucas Jackson (AFGHANISTAN - Tags: CIVIL UNREST POLITICS MILITARY)

Amerikanische Soldaten putzen die Container vor der Abreise Bild: LUCAS JACKSON/REUTERS

13 Jahre Krieg, 3485 tote Soldaten

Nato beendet Kampfmission in Afghanistan

Ein 13-jähriger Kampfeinsatz ist zu Ende: Mit einer Zeremonie hat die Nato den Truppeneinsatz in Afghanistan offiziell abgeschlossen. Die Feier fand zur Sicherheit im Geheimen statt. 

Ein Artikel von

Spiegel Online

So richtig friedlich ist das Afghanistan, das die Nato-Soldaten nun verlassen, nicht. Weil Angriffe der Taliban-Kämpfer befürchtet wurden, fand die feierliche Zeremonie zum Truppenabzug im Geheimen statt, versteckt in einer Turnhalle. In seiner Rede lobte der US-Nato-General John Campbell die erreichten Fortschritte. Der Isaf-Kampfeinsatz ist nun nach 13 Jahren beendet.

Campbells Rede wurde – aus Sicherheitsgründen – nicht live übertragenen. Seine Worte wurden über Twitter verbreitet: «Gemeinsam haben wir das afghanische Volk aus der Finsternis der Verzweiflung gehoben und ihm Hoffnung für die Zukunft gegeben», sagte der Kommandeur der internationalen Truppen. Die Soldaten hätten «Afghanistan stärker und unsere Länder sicherer» gemacht. Feierlich faltete der US-General die Isaf-Fahne zusammen und enthüllte die der neuen Mission.

An dem Nato-geführten Kampfeinsatz waren auf seinem Höhepunkt 2011 rund 130'000 Soldaten aus 50 Ländern beteiligt. 3485 ausländische Soldaten wurden seit Beginn der Mission 2001 getötet. Ob das Hauptziel, die Taliban komplett aus dem Land zu vertreiben, erreicht wurde, ist umstritten. 

Nato: bessere Zukunft geschaffen 

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sieht den Auftrag als erfüllt an. Terroristen hätten in Afghanistan keinen sicheren Zufluchtsort mehr und für Millionen Afghanen sei die Grundlage für eine bessere Zukunft geschaffen worden.

Die Taliban hingegen triumphieren über den Abzug: «Die US- und Nato-Mission war ein absoluter Fehlschlag», sagte Sprecher Sabihullah Mudschahid der Nachrichtenagentur AFP. «Sie fliehen aus Afghanistan. Ihr Ziel, die afghanischen Mudschaheddin zu besiegen, haben sie nicht erreicht.»

12'500 Soldaten bleiben

Das Engagement soll weitergehen: Zum Jahreswechsel soll der Kampfeinsatz von der Mission «Resolute Support» abgelöst werden. Dabei sollen afghanische Sicherheitskräfte durch Ausbildung und Beratung unterstützt werden. Etwa 12'500 Soldaten aus 40 Staaten sollen daran beteiligt sein.

Für den neuen Einsatz gibt es weiterhin kein Mandat der Uno. Nach bisheriger Planung ist er auf zwei Jahre angelegt. Die Hauptverantwortung für die landesweite Sicherheit geht zum Jahreswechsel vollständig auf die 350'000 Mann umfassenden Kräfte der afghanischen Armee und Polizei über.

Die Lage im Land bleibt indes unruhig: In der vergangenen Woche wurden bei schweren Gefechten nach Angaben der Polizei insgesamt mehr als 150 Taliban-Kämpfer getötet.

Zuvor hatte die Uno-Mission in Afghanistan (Unama) mitgeteilt, dass allein zwischen Januar und November 3188 Zivilisten getötet und 6429 weitere verletzt worden seien. So viele zivile Opfer in einem Jahr seien seit Beginn der Uno-Erhebungen 2009 nicht gezählt worden. Im Vergleich zum gesamten Jahr 2013 seien bereits jetzt 19 Prozent mehr Menschen getötet und verletzt worden, hiess es. In etwa drei Viertel der Fälle stammten die Täter aus dem radikalislamischen Umfeld der Taliban. (vek/dpa/afp)



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