Afghanistan
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

23 Verhandlungsrunden, 0 Frauen

Oxfam kritisiert: Friedensgesprächen in Afghanistan finden ohne Frauen statt

24.11.14, 03:18

Laut der Entwicklungshilfeorganisation Oxfam sind Frauen in Afghanistan faktisch von den Friedensgesprächen und Verhandlungen über die Zukunft des Landes ausgeschlossen. Seit 2005 haben 23 Verhandlungsrunden stattgefunden, bei keiner waren afghanische Frauen dabei.

Es gelte die nach dem Sturz der Taliban erzielten Fortschritte zu sichern, forderte Oxfam am Montag bei der Vorstellung des Berichts «Behind Closed Doors» (Hinter verschlossenen Türen). Die Organisation ruft die westlichen Geberländer zu mehr Druck auf, um mehr Gleichberechtigung durchzusetzen.

Die Kreditgeber hätten seit 2001 rund 80 Milliarden Euro für den zivilen Aufbau in Afghanistan ausgegeben, erklärte Oxfam-Experte Robert Lindner. Zwar sei dadurch der Zugang von Frauen vor allem zu Bildung und Gesundheitsfürsorge verbessert worden, «doch die Stärkung ihrer politischen Teilhabe wurde sträflich vernachlässigt».

Wolle die Staatengemeinschaft ihre Entwicklungsinvestitionen nicht aufs Spiel setzen, «muss sie diesen Fehler nun korrigieren». Frauen müssten viel stärker in politische Entscheidungsfindungen einbezogen werden, um das Land zu stabilisieren.

Stark unterrepräsentiert

Als Grundlage des Oxfam-Berichts dienten den Angaben zufolge 23 seit 2005 bekannt gewordene Friedensgespräche zwischen den radikalislamischen Taliban, der afghanischen Regierung und der internationalen Gemeinschaft. Demnach durften afghanische Frauen an keiner dieser Verhandlungsrunden teilnehmen.

Auch bei separaten Gesprächen der Zentralregierung mit den Taliban seien Frauen nur zweimal zugelassen gewesen. Im Hohen Friedensrat wiederum, dem zentralen afghanischen Beratungsgremium für Verhandlungen mit den Taliban, seien Frauen stark unterrepräsentiert und würden häufig bei wichtigen Entscheidungen übergangen.

Frauenrechte als Interventionsgrund

Die internationale Gemeinschaft habe ihr Engagement am Hindukusch zu einem grossen Teil mit dem Schutz der Frauenrechte begründet, erklärte der Landesdirektor von Oxfam in Afghanistan, John Watt. Tatsächlich hätten Frauen in der Geschichte des Landes niemals mehr Rechte und besseren Zugang zu Bildung und Gesundheitsfürsorge gehabt.

Nach dem weitgehenden Abzug ihrer Truppen aus Afghanistan müssten die westlichen Staaten nun «umso stärker ihren politischen Einfluss geltend machen und verhindern, dass Frauenrechte und andere elementare Menschenrechte wegverhandelt werden». (trs/sda/afp)

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Was heute Bali ist, war früher Goa: Bilder vom Hippie-Trail der 70er

Viele junge Menschen mit langen Haaren reisten über zehn Jahre lang auf der selben Route von London bis Goa – auf dem sogenannten Hippie Trail.

Hipster hiessen früher Hippies. Früher, das war in den 60er- und 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Ihre Jutebeutel waren Reiserucksäcke mit 60-Liter-Volumen und ihr Craft Beer hiess Haschisch. Ihren Veganismus nannten sie Pazifismus und ihr Netzwerk kam in Form eines Restaurants daher: dem Pudding Shop in Istanbul.

Aber mehr dazu später. Graben wir uns zunächst zur Wurzel des Reisephänomens hinab und beginnen bei den Anfängen der ersten touristischen Überlandsreisen. 

Vor 60 Sommern …

Artikel lesen