Afghanistan
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FILE - In this Thursday, April 2005 file photo, Associated Press photographer Anja Niedringhaus poses for a photograph in Rome. Niedringhaus, 48, was killed and an AP reporter was wounded on Friday, April 4, 2014 when an Afghan policeman opened fire while they were sitting in their car in eastern Afghanistan. Niedringhaus an internationally acclaimed German photographer, was killed instantly, according to an AP Television freelancer who witnessed the shooting. Kathy Gannon, the reporter, was wounded twice and is receiving medical attention. (AP Photo/Peter Dejong, File)

Anja Niedringhaus. Bild: AP/AP

Anja Niedringhaus

Pulitzer-Preisträgerin in Afghanistan von Polizei erschossen

Die deutsche Kriegsfotografin Anja Niedringhaus ist einen Tag vor der Parlamentswahl in Afghanistan im Osten des Landes von einem Polizisten erschossen worden. In der kommenden Woche wird in Winterthur eine lange geplante Ausstellung mit ihren Bildern eröffnet.

Anja Niedringhaus gewann 2005 den Pulitzer-Preis zusammen mit einem Fotografenteam der AP für ihre Berichterstattung im Irak. Jetzt ist die Kriegsfotografin in Afghanistan ums Leben gekommen. Am 10. April wird ihre Ausstellung «At War» in der Winterthurer Coalmine eröffnet.

Afghan election workers take a tea break while a security guard stretches in the afternoon sun outside the Independent Election Commission (IEC) office in the eastern Afghan city of Khost, Thursday, April 3, 2014. Afghans go to the polls to elect a new President on April 5, 2014. (AP Photo/Anja Niedringhaus)

Eines der letzten Bilder von Anja Niedringhaus zeigt ein Wahlbüro am 3. April in Chost. Bild: AP

Die 48-jährige Deutsche sei sofort tot gewesen, meldete die Nachrichtenagentur AP, für die die beiden Frauen arbeiteten. «Anja war eine lebhafte, dynamische Journalistin, die wir alle wegen ihrer einfühlsamen Aufnahmen, ihrer Warmherzigkeit und ihrer Liebe zum Leben sehr mochten», erklärte AP-Chefredaktorin Kathleen Carroll in New York. Die kanadische Text-Reporterin erlitt zwei Schussverletzungen. Ihr Zustand sei stabil, hiess es weiter. 

Ein anwesender freier Mitarbeiter von AP Television habe mitgeteilt, beide hätten in einem Wagen in einem Wahlkonvoi gesessen, als ein Polizist mit den Worten «Allahu Akbar» («Gott ist gross») das Feuer auf sie eröffnet habe. Er sei danach widerstandslos festgenommen worden. Das Innenministerium in Kabul teilte mit, der Schütze werde verhört. 

PULITZER PRIZE PHOTO NEWS - This photograph is one in a portfolio of twenty taken by eleven different Associated Press photographers throughout 2004 in Iraq.  A U.S. Marine of the 1st Division carries a mascot for good luck in his backpack as his unit pushed further into the western part of Fallujah, Iraq, Sunday, Nov. 14, 2004. The Associated Press won a Pulitzer prize in breaking news photography for the series of pictures of bloody combat in Iraq. The award was the AP's 48th Pulitzer. (KEYSTONE/AP Photo/Anja Niedringhaus)

Mit diesem Bild aus dem Irakkrieg 2004 gewann Anja Niedringhaus zusammen mit einem AP-Fotografenteam 2005 den Pulitzer-Preis. Bild: AP

Niedringhaus arbeitete seit 2002 für die AP. 2005 gewann sie gemeinsam mit einem Team an AP-Fotografen den Pulitzer-Preis für ihre Berichterstattung im Irak. Im vergangenen Monat war ein schwedischer Reporter in Kabul auf offener Strasse erschossen worden. Die Sicherheitslage in Afghanistan vor der Wahl ist extrem angespannt. 

ZUR EROEFFNUNG DER AUSSTELLUNG VON ANJA NIEDRINGHAUS IN DER COALMINE - FORUM FUER DOKUMENTARFOTOGRAFIE IN WINTERTHUR AM 10. APRIL 2014, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Dschabaliya, Gazastreifen, Januar 2009. Palaestinensische Jungen spielen mit einem Telefon, das sie in den Trümmern eines Hauses ins Ost-Dschabaliya, im noerdlichen Gazastreifen, fanden. Israel hatte eine 22-Tage-Offensive gegen Gaza gefuehrt, um den Raketenbeschuss der Hamas auf Suedisrael zu beenden. Das Bild ist Teil der Ausstellung AT WAR - Kriegsfotografien von Anja Niedringhaus (Pulitzer Preistraegerin 2005) in der COALMINE Forum fuer Dokumentarfotografie in Winterthur vom 11. April bis 11. Juli 2014. (KEYSTONE/AP Photo/Anja Niedringhaus)

Eines der Bilder ihrer Ausstellung «At War», die am 10. April in der Coalmine in Winterthur eröffnet wird. Bild: AP/Anja Niedringhaus

Anja Niedringhaus berichtete mit ihrer Kamera von vielen Kriegsschauplätzen der Welt: Jugoslawien-Krieg, Palästina, Afghanistan, Kuwait, Irak und Libyen. «Mein Anliegen ist es, die Menschen zu zeigen. Es geht mir nicht um die Militärmaschinerie, sondern was danach passiert, nachdem geschossen wird. Deswegen ist die Frontlinie für mich der uninteressanteste Punkt», sagte sie in einem Interview.

An Afghan girl helps her brother down from a security barrier set up outside the Independent Election Commission (IEC) office in the eastern Afghan city of Khost, Thursday, April 3, 2014. Afghan's go to the polls to elect a new President on April 5, 2014. (AP Photo/Anja Niedringhaus)

Afghanistan, 3. April 2014. Bild: AP/Anja Niedringhaus

Die Kriegsfotografin geriet dennoch mehrmals unter Beschuss, 2010 musste sie nach einem Handgranaten-Angriff auf eine Soldatenpatrouille in einem afghanischen Dorf verletzt ausgeflogen werden. Trotzdem wollte sie nicht aufgeben, hatte keine Zweifel an ihrer Mission, dem Fotografieren: «Ich hätte nichts Anderes machen wollen.» (whr/sda)

AT WAR. 

Kriegsfotografien der Pulitzer-Preisträgerin von 2005 Anja Niedringhaus

10.04.2014 bis 11.07.2014 in der Coalmine Winterthur




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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 04.04.2014 12:33
    Highlight Highlight Die Sicht von Anja Niedringhaus auf den Kriegswahnsinn sowie auch einfache Alltagsszenen ist in der Tat brillant. Fotos dieser Klasse aus Kriegsschauplätzen heben sich klar von den täglichen Massenfotos ab, weil sie auf den Hintergrund des Kriegswahnsinns blicken lassen. Ein Blick auf ihre Internetseite lohnt sich allemal. Ewige Ehre dieser couragierten Fotografin.
    http://www.anjaniedringhaus.com/

US-Luftwaffe wirft Rekordzahl Bomben über Afghanistan ab

Die USA haben im September so viele Bomben und andere Munition über Afghanistan abgeworfen wie zuletzt 2012, als noch knapp 80'000 US-Soldaten im Land waren. Das geht aus den jüngsten Statistiken der US-Luftwaffe hervor.

Dort heisst es: «September war ein Rekordmonat für abgefeuerte Munition in Afghanistan seit 2012, mit 751 Geschossen gegen Taliban und (die Terrormiliz) ‹Islamischer Staat›.» Das seien 50 Prozent mehr als noch im August. Der Anstieg gehe auf die neue Afghanistan-Strategie …

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