Angriff auf Paris
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#SprayForParis: Die nicht ganz legale Solidarität aus der Dose

Nicht immer legal, aber sehenswert: Unter dem Motto «Spray for Paris» setzen Künstler mit Graffiti Zeichen gegen den Terror. Eine Auswahl der eindrucksvollsten Motive.

20.11.15, 14:33 20.11.15, 16:55


Ein Artikel von

Wenn Sprayer ihre Bilder und Motive an Hauswänden, Mauern oder Zügen hinterlassen, sprechen sie von «bomben». Ein Zug wird mit einem Graffiti «gebombt».

Der Begriff könnte allerdings nicht unpassender sein, für das, was derzeit in einigen Städten, vor allem aber in der französischen Hauptstadt passiert: Dort werden mit Farbe Zeichen gegen den Terror gesetzt. Auf der Strasse, an freien Flächen. Unter dem Motto «Spray for Paris» entstehen Graffiti und Street-Art als Reaktion auf die Anschläge des IS.

Der Aufruf lehnt sich an das Motto «Pray for Paris» («Bete für Paris») an. Schon kurz nach den Attentaten vom 13. November wurde unter dem Hashtag #prayforparis Mitgefühl in den sozialen Netzwerken gebündelt. Mit #sprayforparis wird dieses Mitgefühl seit einigen Tagen auf die Strasse getragen, oder besser gesagt – aufgetragen. Auf der Fotoplattform Instagram kann man bereits mehrere 100 Ergebnisse betrachten.

Die beherrschenden Farben der Motive sind – c'est clair – jene der Trikolore, blau-weiss-rot. So wie an dieser Wand:

Oder bei dieser liebevollen Zusammenstellung von Zutaten für #sprayforparis, einem Spraydosen-Ensemble:

Die Botschaft «Spray for Paris» wird von Ortschaft zu Ortschaft getragen, und nicht immer dürfte das auf Begeisterung stossen – zumindest die französische Bahn wird über diesen Schriftzug nicht glücklich sein:

Ein von Tibo (@chwistelle) gepostetes Foto am

Manchmal sind die Motive nachdenklich und verzweifelt, so wie das des kleinen Mädchens, das ihr Gesicht in ihren Händen vergräbt. Und manchmal sind sie auch aggressiv, wie das Beispiel mit dem gallischen Hahn mit der Baseball-Keule.

Ein von @lablonde_cl gepostetes Foto am

Ein von @clickclaker gepostetes Foto am

Oft ist auch der derzeit vielzitierte Satz vom Pariser Stadtwappen zu lesen: Fluctuat nec mergitur («Sie wankt, aber geht nicht unter»). Er ist in diesen Tagen mehr als eine Durchhalteparole, bringt eine Haltung zum Ausdruck: Er soll die Unbeugsamkeit demonstrieren, mit der freie Gesellschaften den Anschlägen des IS begegnen. Darum geht es auch bei «Spray for Paris» – der kleine Junge mit dem Kapuzenpulli erinnert deshalb alle Passanten an den Wahlspruch der Stadt der Liebe.

Am besten bringt aber wohl dieses Motiv und die darunter gepostete Meinung den Sinn von «Spray for Paris» auf den Punkt: «The paint must flow, not the blood!» («Die Farbe soll fliessen, nicht das Blut!»). Dazu die barbusige Marianne aus dem Gemälde «Die Freiheit führt das Volk» von Eugène Delacroix. Man könnte auch sagen: «Bomben» gegen den Terror.

cst

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Brikne, 20.7.2017
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15
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15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kookaburra 20.11.2015 15:15
    Highlight Absolut sehenswert! Solange das Können der Künstler und die Aussage akzeptabel ist, mag ich diese Kulturform sehr.

    #GegenLackDoseIntoleranz
    52 2 Melden
  • maxi 20.11.2015 15:13
    Highlight grossARTig!!
    20 2 Melden
  • Wilhelm Dingo 20.11.2015 15:03
    Highlight Ich finde diese Aktionen gut. Was ich vermisse ist die Empörung gegenüber den seit langem stattfindenden (Drohnen)Bombardements bei welchen regelmässig tausende unschuldiger Menschen kaltblütig getötet werden.
    16 3 Melden
    • Wilhelm Dingo 20.11.2015 19:30
      Highlight @AL:BM, sorry, ich habe sie nicht gezählt, ich habe auch keine Quelle mit einer Zählung aber bei den Angriffen die aktuell und davor geflogen werden/wurden kann ich mir nicht vorstellen, dass es wenige sind. Vielleicht sind es nur wenige Tausend, vielleicht auch 10 tausende. Die Russen bobardieren, die Franzosen fliegen Angriffe und die Amerikaner auch, und das nicht erst seit Paris. Ist das nicht der Wahnsinn?
      7 1 Melden
    • 1337pavian 21.11.2015 01:37
      Highlight Es gab und gibt scheinbar Gründe für einen Menschen, seinen Mitmenschen Wolf zu sein. Hat er einmal die Form eines fanatischen Kriegers angenommen, um damit den Gegenbeweis seiner Machtlosigkeit anzutreten, dann ist der wahre Jihad - der innere Kampf - bald für immer verloren. Aber vielleicht grüssen sich die ach so fehlgeleiteten Kämpfer ja nett beim Aufstehen oder nach dem Gebet.

      Eine gewisse grosse, böse Dynamik sucht erwiesenermassen das Universum heim.
      Erwiesenermassen? Zugegeben, ein Scherz;
      zum Thema aber Paranoia ist soviel sicher:

      "...everyone in the universe gets it."
      0 1 Melden
    • Mr. Kr 21.11.2015 08:08
      Highlight AL:BM überleg nur mal das die Amerikaner schon seit 13 Jahren gegen den Terror Kämpfen (1,7 Millionen tote) und erst in dieser Zeit ist der IS entstanden oder besser gesagt so stark geworden.. Der IS wird bombardiert und dabei sterben viele Zivilisten das ist keine Frage. Nur was denkst du wie sich die angehörigen dieser Opfer fühlen? Wo her soll dieser Hass auf den Westen sonst kommen? Das bombardieren bringt schom seit Jahrzehnten nichts und wieder nichts also wieso soll es jetzt plötzlich funktionieren?
      3 0 Melden
    • Wilhelm Dingo 21.11.2015 11:43
      Highlight @all: Das bombardieren bringt schon etwas: schaut Euch mal die Aktienkurse der grossen Rüstungsfirmen an. Interessant ist auch, dass beide grossen französischen Tageszeitungen (le monde / le figaro) im Besitz der französischen Rüstungsindustrie sind. Mich tschuderets dabei schon ein wenig.
      3 2 Melden
    • prb123 21.11.2015 14:13
      Highlight @Wilhelm Dingo: Wo kann ich das wegen le monde und le figaro nachlesen?
      0 0 Melden
    • Wilhelm Dingo 21.11.2015 14:54
      Highlight @prb123: le figaro und 29 weitere französische Zeitungen gehören gemäss Wikipedi Serge Dassault (https://de.wikipedia.org/wiki/Le_Figaro). Dassault ist ein Medien und Rüstungsunternehmer. Betreffend le monde war ich nicht ganz richtig, der Pariser Rüstungs-, Luftfahrt- und Medienkonzern Lagardère WOLLTE le monde übernehmen, hat aber den Zuschlag nicht bekommen. Für mich geht klar hervor, dass grosse Rüstungskonzerne Einfluss auf die Medien haben und wollen wollen.
      1 0 Melden
    • prb123 21.11.2015 23:23
      Highlight Ah ok. Habe nach deinem Kommentar nur über Le Monde recherchiert, und gedacht ich frage mal nach weil ich zu dazu nichts gefunden habe. Vielen Dank!
      0 0 Melden

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