Antarktis
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Das Eis in der Antarktis wird immer dünner. Kein Wunder, denn es wird auch immer wärmer. Bild: EPA/NASA

17,5 Grad – in der Antarktis gab es einen neuen Temperatur-Rekord. Oder doch nicht?

30.03.15, 11:30 30.03.15, 13:32


In der Antarktis wurde offenbar ein neuer Temperatur-Rekord gemessen: Wie die Wetterseite The Weather Report berichtet, zeigten die Thermometer am vergangenen Dienstag in der Basis Esperanza 17,5 Grad Celsius an. Das ist die höchste Temperatur, die jemals in der Antarktis gemessen wurde. 

Bereits am Montag hatte es einen Rekord gegeben (17,4 Grad Celsius), bis dato stammte die höchste Temperatur aus dem Jahr 1974 (17 Grad Celsius). Die Rekordjagd in der vergangenen Woche ist laut den Forschern dem Jetstream geschuldet: Er brachte warme Luft aus Südamerika. 

Die Forscher machen bei der Rekordmessung jedoch Einschränkungen. Denn die Basis Esperanza liegt ausserhalb des südlichen Polarkreises. Und es ist umstritten, ob dieser Bereich zum Messgebiet der Antarktis zählt. Die World Meteorological Organization (WMO) führt etwa immer noch 15 Grad Celsius als Rekord an, gemessen 1983 in der Vanda Station – und die liegt innerhalb des südlichen Polarkreises.

Die Antarktis: Esperanza liegt ausserhalb des antarktischen Polarkreises. bild: the weather underground

Der neue Rekord bleibt also zunächst inoffiziell. Die Autoren von «The Weather Underground» spekulieren jedoch auf eine Untersuchung durch die WMO. Sollte das passieren, müsse zuerst geklärt werden, welche Regionen dem Kontinent Antarktis zuzuschreiben sind. Erst danach werde klar sein, ob die 17,5 Grad Celsius tatsächlich einen neuen Rekord darstellten.

Eis in Antarktis immer dünner

Derweil haben Forscher herausgefunden, dass das Packeis in der Antarktis seit 2003 fast um ein Fünftel dünner geworden ist. Dadurch wurde die wichtigste Bremse für die Gletscherschmelze am Südpol deutlich geschwächt. Ein entsprechender Befund wurde am Donnerstag in der «Science» veröffentlich. 

Die Forscher hatten Satellitenaufnahmen der Europäischen Raumfahrtbehörde (ESA) von 1994 bis 2012 ausgewertet und kamen zu dem Ergebnis, dass sich die Eismenge in der Antarktis von 1994 bis 2003 zwar nur wenig, bis 2012 aber um 18 Prozent verringert hat. 

«Wir haben nicht nur gezeigt, dass das Eis weniger wird», sagte der Forscher Fernando Paolo von der Universität im kalifornischen San Diego. «Wir sehen eine Beschleunigung im letzten Jahrzehnt. Und 18 Prozent sind eine erhebliche Veränderung.» 

Der Befund gebe Anlass zu echter Sorge, sagte Andrew Shepherd von der Polar-Beobachtungsstelle in Leeds. Das Tempo der Eisausdünnung könne nicht viel länger ausgehalten werden. Das bis zu 500 Meter dicke Packeis verhindert, dass die Antarktis-Gletscher ins Meer rutschen und schmelzen. Das wiederum lässt den Meeresspiegel steigen. (bka/sda/afp)

Vom Ende der Ewigkeit – Eine Reise durch bedrohten Polarwelten

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Leben im Permafrost

Uraltes Moos spriesst nach 1500 Jahren

Kälte macht nicht jeder Pflanze etwas aus: Ein Moos, das Forscher dem Boden im antarktischen Spätsommer entnahmen, begann wieder zu wachsen – nach 1500 Jahren. Möglich macht dies ein Stoffwechsel-Trick.

Mehr als 1500 Jahre Dauerfrost können einem Moos aus der Subantarktis nichts anhaben: Die Pflanze, die die Forscher dem Permafrostboden der Insel Signy Island in gut einem Meter Tiefe entnommen haben, hat im Labor wieder begonnen zu spriessen. Das berichtet das Team um Peter Convey von der neuseeländischen University of Canterbury in Christchurch im Fachmagazin «Current Biology». Das Moos könne vermutlich sogar noch längere Zeit bei Dauerfrost überstehen, schreiben sie. 

Moos stelle seinen …

Artikel lesen