Arbeitswelt
Soma, Demonstration, Erdogan, Erdogan-Vertrauter, Erdogan-Berater tritt auf dem Boden liegenden Demonstranten, links

Laut Augenzeugen soll Yusuf Yerkel drei- bis viermal auf den Demonstranten eingetreten haben. Bild: Twitter

Grubenunglück in Soma

Erdogan-Berater tritt am Boden liegenden Soma-Demonstranten und findet das auch noch normal

Ein Berater des türkischen Premiers Erdogan hat auf einen Demonstranten im Unglücksort Soma eingetreten. Das Foto von der Attacke könnte zum Symbol werden für das Verhalten der Regierung nach dem Grubenunglück.

15.05.14, 10:07 17.05.14, 17:19

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Der Demonstrant im türkischen Soma liegt am Boden, versucht seinen Körper mit seinen Armen zu schützen. Zwei Polizisten in militärischer Uniform sind über ihn gebeugt. Ein Anzugträger holt aus, um auf den liegenden Mann einzutreten.

Der Anzugträger auf dem Foto ist Yusuf Yerkel. Der enge Berater von Recep Tayyip Erdogan begleitete den Ministerpräsidenten am Mittwoch bei seinem Besuch in der Stadt, in der bei einem Grubenunglück bislang mehr als 280 Menschen getötet wurden. Das Bild von Yerkels Tritt verbreitet sich schnell in den sozialen Netzwerken und könnte zum Symbol werden für den Umgang der Regierung Erdogan mit dem Unglück von Soma, der von vielen als arrogant wahrgenommen wird. 

Yerkel: Demonstrant war Linksradikaler

«Er hat mich und den Ministerpräsidenten angegriffen und beleidigt. Soll ich da ruhig bleiben?»

Yusuf Yerkel, Erdogan-Berater

Yerkel hat bestätigt, dass er auf dem Bild zu sehen ist. Laut der englischsprachigen Ausgabe der Zeitung «Hürriyet» verteidigt er sein rabiates Auftreten: Der Mann sei ein militanter Linksradikaler gewesen. «Er hat mich und den Ministerpräsidenten angegriffen und beleidigt. Soll ich da ruhig bleiben?» Gegenüber dem türkischsprachigen Sender der BBC kündigte Yerkel für Donnerstag eine Erklärung zu dem Vorfall an. 

Diese Bilder dürfen in der Türkei nicht abgedruckt werden. Bild: Reuters

Die gleiche Szene aus einer anderen Perspektive. Bild: Reuters

Das Unglück wird mehr und mehr zum politischen Problem für die Regierung Erdogan: Die Gewerkschaften haben für Donnerstag zu einem landesweiten Streik aufgerufen. Die Beschäftigten sollten einen Tag lang die Arbeit ruhen lassen, forderten die vier Gewerkschaftsverbände.

(ade/Spiegel Online/Reuters)

Mehr zum Grubenunglück in Soma finden Sie hier

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • elivi 15.05.2014 19:36
    Highlight da hat der erdogan aber tolle berater!
    1 0 Melden
    • Markus L 16.05.2014 11:43
      Highlight Volksnähe ist eben, wenn Dir der Staatschef und seine Berater persönlich auf die Fresse geben...
      0 1 Melden
  • Markus L 15.05.2014 14:19
    Highlight Angeblich soll auch Erdogan nicht nur mit Worten gesprochen haben, meint die Hurriyet: http://www.hurriyetdailynews.com/video-did-turkish-pm-erdogan-slap-a-protester-in-soma.aspx?pageID=238&nID=66508&NewsCatID=338
    1 0 Melden
  • Adonis 15.05.2014 14:09
    Highlight Erdogan hat sich doch noch nie weitergebildet, sonst würde er das Wort "Empathie" kennen. Lernten wir in einem Kurs. In Wikipipedia:
    Empathie oder Einfühlungsvermögen ist die Fähigkeit, sich wertfrei und urteilsfrei in andere Menschen hineinzuversetzen, ihre Gefühle und Gedankengänge nicht nur als Beobachter, sondern als Beteiligter zu erleben respektive nachzuempfinden. Empathie ist die Essenz der Gewaltfreien Kommunikation und bedeutet, vollkommen präsent zu sein im Hier und Jetzt
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  • Adonis 15.05.2014 11:54
    Highlight ja, da fragt sich jemand, ob die Türken in die EU gehören!? Sicher nicht und wir auch nicht.
    2 1 Melden
  • zombie1969 15.05.2014 11:41
    Highlight Es war taktlos von Erdogan, das Unglück als Betriebsunfall zu bezeichnen. Etwas mehr Mitgefühl hätte er durchaus zeigen können. Er scheint innerlich geschwächt zu sein. Die vergangenen peinlichen Fernsehauftritte Erdogans zeigten einen zermürbten, schon fast ängstlichen Ministerpräsidenten. Das liegt vielleicht daran, dass dieses Ereigniss einen inneren Widerspruch der AKP offenlegt.
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