Atomwaffen
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In Lausanne ist eine weitere Nacht verstrichen ohne zählbares Resultat. Bild: POOL/REUTERS

Die Atomgespräche in Lausanne dauern und dauern und dauern – ein Scheitern soll mit allen Mitteln verhindert werden

02.04.15, 06:57 02.04.15, 08:29

Bei den Atomverhandlungen mit dem Iran geht auch nach Ablauf der selbst gesetzten Frist die Suche nach einer Kompromissformel weiter. Die fünf UNO-Vetomächte plus Deutschland und auch der Iran wollten ein Scheitern der Gespräche in Lausanne verhindern.

Der französische Aussenminister Laurent Fabius kehrte in der Nacht zum Donnerstag wieder nach Lausanne zurück. Er hatte den Verhandlungsort am Morgen verlassen, um an der Kabinettssitzung in Paris teilzunehmen. Dabei hatte er erklärt, er werde nach Lausanne zurückkehren, sobald dies «zweckdienlich» sei.

Laurent Fabius. Bild: AP/United Nations

«Wir sind noch wenige Meter von der Ziellinie entfernt, aber die letzten Meter sind immer die schwierigsten», sagte Fabius bei seiner Rückkehr. Er forderte ein Entgegenkommen Irans. Das Land müsse grössere Anstrengungen unternehmen, sagte er.

Kerry spricht von Fortschritten

US-Aussenminister John Kerry werde bis Donnerstagmorgen in Lausanne bleiben, teilte seine Sprecherin Marie Harf in Washington mit. Es gebe zwar Fortschritte, aber noch keine Einigung. Der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier sagte, erst am Donnerstagmorgen werde man sehen, wie dann die Lage sei. 

Bereits seit Tagen verhandeln die UNO-Vetomächte (USA, Russland, China, Grossbritannien, Frankreich) sowie Deutschland in Lausanne mit dem Iran. Die selbst gesetzte Frist für einen Kompromiss in dem jahrelangen Streit war am Dienstag um Mitternacht abgelaufen. Mit der Verlängerung soll ein Scheitern der Gespräche verhindert werden.

John Kerry will noch ein bisschen in Lausanne bleiben. Bild: RUBEN SPRICH/REUTERS

In einem Rahmenabkommen sollen Schritte vereinbart werden, die dem Iran die zivile Nutzung der Atomkraft erlauben, den Weg zu einer Atombombe aber versperren. Dabei geht es auch um die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen gegen Teheran. Eine umfassende vertragliche Lösung soll bis Ende Juni stehen. 

USA spielen den Ball Iran zu

Nach Einschätzung der USA liegt der Ausgang der Verhandlungen um das iranische Atomprogramm nun allein in den Händen Teherans. Die Islamische Republik müsse die von der internationalen Gemeinschaft geforderten Entscheidungen treffen, sagte US-Regierungssprecher Josh Earnest. 

Dem Land sei «jede Möglichkeit» gegeben worden, zu einem Abschluss zu kommen. «Wenn wir an diesem Punkt der Verhandlungen keine Einigung erzielen, würde die internationale Gemeinschaft den Iran verständlicherweise zur Verantwortung ziehen.»

Irans Vize-Aussenminister Abbas Araghchi hatte zuvor gesagt, am Ende könne eine gemeinsame Pressemitteilung zu einer möglichen Grundsatzeinigung stehen. «In der würde dann mitgeteilt, dass Fortschritte und eine Einigung in Grundsatzfragen erzielt worden seien», sagte er. Die Details sollten dann bis Juli ausgehandelt werden.

Abbas Araghchi ist ein gefragter Mann. Bild: HEINZ-PETER BADER/REUTERS

In den Verhandlungen will der Westen Garantien dafür, dass das iranische Atomprogramm ausschliesslich friedlichen Zwecken dient. Teheran hat stets bestritten, Atomwaffen anzustreben und fordert die Aufhebung von Wirtschaftssanktionen. (feb/sda/dpa/afp)

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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