Atomwaffen
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Die Zahl der atomaren Sprengköpfe sinkt, doch die Atommächte enwickeln neue Nuklearwaffen

15.06.15, 07:26 15.06.15, 08:53

Sämtliche Atommächte der Welt arbeiten dem Friedensforschungsinstitut Sipri zufolge an der Neuentwicklung von Nuklearwaffen oder der Modernisierung ihrer Arsenale. Auch wenn die Gesamtzahl der Sprengköpfe zurückging gibt es heute mehr einsatzbereite Atomwaffen.

Die Gesamtzahl der Sprengköpfe ging im Vergleich der Jahre 2013 und 2014 erneut zurück, von 16'350 auf 15'850, wie die Forscher aus Stockholm am Montag anlässlich der Veröffentlichung ihres Jahrbuchs mitteilten. Die Zahl der einsatzbereiten Atomwaffen stieg demnach aber von 4000 auf 4300. In hoher Einsatzbereitschaft befänden sich weltweit 1800 Sprengköpfe.

Die meisten Atomwaffen hält dem Bericht zufolge weiterhin Russland vor. Ihre Gesamtzahl sank von 8000 auf 7500, die Zahl der einsatzbereiten Sprengköpfe stieg jedoch von 1600 auf 1780.

Diese Tendenz sei auch in den USA zu beobachten – mit einem Gesamtrückgang von 7300 auf 7260, aber einem Anstieg bei den einsatzbereiten Waffen von 1900 auf 2080. Beide Staaten betrieben zudem «umfassende und teure langfristige Modernisierungsprogramme».

Auch in den weiteren Staaten mit ihren weitaus kleineren Arsenalen wird laut Sipri an der Modernisierung der Atomwaffen gearbeitet. Frankreich verfügt demnach weiter über 300 Sprengköpfe, davon 290 einsatzbereit.

Für Grossbritannien wurde ein Rückgang von 225 auf 215 Waffen registriert, davon 150 einsatzbereit. Unverändert blieben demnach die Zahlen für China mit 260, für Indien mit 90 bis 110, für Pakistan mit 110 bis 120, für Israel mit 80 und für Nordkorea mit sechs bis acht Sprengköpfen.

Mehr Friedensmissionen

In ihrem Jahrbuch beschäftigten sich die Forscher auch mit den Missionen zur Befriedung von Konflikten in der Welt. Deren Zahl lag den Angaben zufolge im vergangenen Jahr bei 62, drei mehr als im Vorjahr.

Zugleich sei die Zahl des eingesetzten Personals aber um rund 20 Prozent auf gut 162'000 Kräfte gesunken. Grossen Einfluss auf diese Entwicklung hatte laut Sipri das Ende des Isaf-Einsatzes in Afghanistan. In der Nachfolgemission sind seit dem Jahreswechsel wesentlich weniger Kräfte eingesetzt. (sda/afp)

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