Australien
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bei «Routine»-Gespräch

Australischer Polizist erschiesst Terrorverdächtigen nach Messer-Attacke

24.09.14, 05:31 24.09.14, 08:38

Forensiker untersuchen den Ort des Geschehens. Bild: Getty Images AsiaPac

In Australien ist ein «bekannter Terrorverdächtiger» erschossen worden, nachdem er zwei Polizisten mit einem Messer attackiert haben soll. Wie die australische Polizei am Mittwoch mitteilte, war der 18-Jährige für Dienstagabend zu einem «Routine»-Gespräch auf eine Polizeiwache in Melbourne gebeten worden.

Nachdem er dort zwei Mitarbeitern der Anti-Terror-Einheit zur Begrüssung die Hand gab, habe er ein Messer gezogen und mehrfach auf die beiden Männer eingestochen. Einer der Beamten habe ihn dann mit einem gezielten Schuss getötet, teilte die australische Polizei am Mittwoch mit. 

«Die betreffende Person war ein bekannter Terrorverdächtiger, mit dem sich die Strafverfolgungsbehörden und Geheimdienste beschäftigt haben», sagte Justizminister Michael Keenan. Laut dem Sender ABC stammte seine Familie aus Afghanistan. Demnach unterhielt der junge Mann Verbindungen zur islamischen Gruppe al-Furkan, gegen die im Jahr 2012 eine Anti-Terror-Razzia durchgeführt worden war.

Der Polizeichef des australischen Bundesstaats Victoria, Ken Lay, sagte dem Sender Fairfax Radio, die Sicherheitsbehörden seien schon vor Monaten auf den Verdächtigen aufmerksam geworden. Sein Reisepass sei ungültig gemacht worden. Berichten zufolge war er wegen Drohungen gegen Premierminister Tony Abbott aktenkundig und mit einer Fahne der Extremistengruppe Islamischer Staat (IS) gesehen worden. 

IS forderte zur Tötung von Australiern auf

Laut dem Justizministerium wurde der Täter von den Beamten in Melbourne nicht provoziert. Allem Anschein nach habe ihn der Polizist in einem Akt der Selbstverteidigung erschossen. Die beiden angegriffenen Polizisten mussten notoperiert werden und befinden sich nach offiziellen Angaben in stabilem Zustand. 

Am Tag vor der Bluttat hatte der IS seine Anhänger dazu aufgefordert, wahllos Australier und andere westliche Staatsbürger zu töten, deren Länder sich dem Kampf gegen die Dschihadistenorganisation angeschlossen haben. 

Australien hat 600 Soldaten in die Vereinigten Arabischen Emirate entsandt, um das internationale Bündnis gegen den IS zu unterstützen. Auch acht Kampfjets wurden in die Region geschickt. Bislang haben australische Flugzeuge aber lediglich humanitäre Hilfsgüter und militärische Ausrüstung in den Irak geliefert, an Kampfeinsätzen sind sie nicht beteiligt. Den Einsatz von Bodentruppen schliesst die Regierung in Canberra kategorisch aus. (sda/afp)



Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Die vergessenen Jahre des Terrors: In den 70ern und 80ern zogen Terroristen eine Blutspur durch Europa

Weltweit gab es seit 1970 über 156'000 Terroranschläge. In der Schweiz ist seit 20 Jahren niemand mehr einem Attentat zum Opfer gefallen. Doch in den 70er- bis 90er-Jahren ermordeten Terrorgruppen teils Hunderte Menschen jährlich in Westeuropa. Eine Übersicht von 1970 bis Manchester 2017.

Zusammenfassung: In den 70er- bis 90er-Jahren töteten meist europäische Terrorzellen jährlich 100 bis 400 Menschen in Europa. Seit der Jahrtausendwende nehmen die Attentate in Westeuropa und in der Schweiz stark ab. Von 2001 bis 2015 entfielen nur 0,3 Prozent der Terroropfer auf Westeuropa. Hauptsächlich aufgrund der Attentate in Paris und Nizza stieg die Opferzahl zuletzt wieder auf rund 150 Menschen pro Jahr, sprich auf das Niveau der 80er-Jahre. Weltweit nimmt der Terrorismus seit 2005 zu …

Artikel lesen