Australien
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Schaulustige bei Geiselnahme

Australier empören sich über Tatort-Selfies: «Das können nur Touristen gewesen sein»

In einem Café in Sydney bangen Menschen um ihr Leben – und wenige Meter entfernt machen Schaulustige Selfies mit dem Handy. Die Bilder verbreiten sich rasend schnell über Twitter, versehen mit üblen Schimpfwörtern. 

15.12.14, 11:34 15.12.14, 12:24

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Drei Jungs lachen in die Kamera, einer hat eine Sonnenbrille im Haar, einer zeigt das «Peace»-Zeichen. Ein typisches Selfie – wenn da im Hintergrund nicht das karierte Absperrband der Polizei wäre und die Polizisten mit schusssicheren Westen. Das Bild ist am Martin Place in Sydney entstanden, dem Ort der Geiselnahme, die gerade ganz Australien in Atem hält.

Zusammen mit drei anderen Fotos verbreiten Dutzende Australier es derzeit über Twitter. Auch die anderen Bilder sind am Martin Place entstanden. Eines zeigt, wie sich zwei aufgetakelte Frauen selbst mit dem Handy fotografieren. Die anderen beiden Fotos sind Selbstporträts von Männern, aufgenommen wenige Meter vom Lindt-Café entfernt, in dem noch immer eine unbekannte Anzahl Menschen um ihr Leben bangt.

Die Bilder haben in Australien einen Aufschrei ausgelöst: Wie kann man nur so taktlos sein? Trottel, Huren, Idioten sind noch die freundlichsten Schimpfwörter, mit denen die Fotos retweetet werden.

«Können bitte die Selfie-Macher mit den Geiseln den Platz tauschen?», ist eine beliebte Forderung. Andere meinen, die Polizei müsse eingreifen. Der Aufschrei ist so gewaltig, dass man den Eindruck bekommen könnte, am Tatort würden sich gerade Hunderte Menschen fotografieren. Tatsächlich kursieren immer wieder dieselben Bilder.

In einem sind sich die Australier aber sicher: Das können nur Touristen gewesen sein. (vet/spiegel.de)



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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 15.12.2014 13:48
    Highlight Ganz unerwartet verändert sich das Leben der Menschen, die dort ihrer Arbeit nachgegeen, sich als Gäste aufhalten und dort leben.
    Das macht betroffen, nachdenklich und schockiert zugleich.
    Alle Gedanken und Hoffnungen müssen jetzt dort bei den Menschen sein.
    Reicht der Glaube allein denn nicht aus?
    Angst und Terror haben nichts mit Glauben zu tun; sie sind nur mindere Mittel der Wahl zur Macht.
    3 3 Melden

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