Basel
Guten Tag!
Watson wird soeben von unserem aussergewöhnlich attraktiven und intelligenten IT-Team modernisiert und ist deshalb zur Zeit nur eingeschränkt verfügbar. Das dauert nicht lange, versuch es bitte in ein paar Minuten nochmals.
Vielen Dank!

«Kein vorzeigbarer Zustand»: Biergelage im Basler Parlament artet aus

Es war hoch zu- und hergegangen. An der Abendsitzung des Basler Parlaments kam es zum Biergelage – bis der Ratspräsident einschreiten musste.

24.10.17, 11:04

Daniel Ballmer / bz Basel

Hauseigenes Oktoberfest im Grossen Rat: Doch irgendwann war das (oder die) Mass voll Bild: Basellandschaftliche Zeitung

Irgendwann war das Mass voll. Irgendwann sah sich Joël Thüring gezwungen, auf den Tisch zu klopfen: «Meine Damen und Herren, bitte beachten Sie, dass auch das Vorzimmer Teil des Parlaments ist. Sie geben damit eine Visitenkarte für dieses hohe Haus ab», erklärte der Grossratspräsident. «Es sind diverse Beschwerden zu mir gelangt. Ich möchte Sie bitten, die Würde dieses hohen Hauses zu wahren und zu respektieren.»

Es war hoch zu- und hergegangen im Basler Rathaus. Nach einem zweitägigen Abstimmungsmarathon schien die Abendsitzung vom Donnerstag für rund ein Dutzend Politiker dann doch zu viel des Guten zu sein. In bierseliger Gemeinsamkeit begann die «Glas politique», sich im Vorzimmer zum Grossratssaal die Politik schön zu trinken. «Es gab wohl grad eine Aktion auf 20er-Pack Bier», kommentiert ein Parlamentarier trocken. Der Gerstensaft floss. Die Stimmung wurde besser und besser, der Lärmpegel höher und höher.

«Das Gegröle wurde immer lauter. Im Vorzimmer ist das Licht immer wieder ein- und ausgeschaltet worden», erzählt eine Grossrätin. «Einige Ratskollegen sind doch ziemlich unangenehm aufgefallen. Irgendwann hat es auch den Ratsbetrieb gestört.» Für die Abstimmungen sei die feuchtfröhliche Runde teils in kollegialer Umarmung in den Ratssaal gekommen und habe für Unruhe gesorgt. Ein Parlamentarier sei mit seiner Bierbüchse in der Hand gleich wieder hinauskomplementiert worden.

«Kein vorzeigbarer Zustand»

Darauf angesprochen bestätigt Grossratspräsident Thüring: «Es sind diverse Ratsmitglieder an mich gelangt, die sich gestört gefühlt haben.» In einem ersten Anlauf forderte er die Teilnehmer des hauseigenen Oktoberfests direkt vor Ort zu Ruhe und Ordnung auf – mit wenig Erfolg. Auch Statthalter Remo Gallacchi habe einen Augenschein genommen. «Das Vorzimmer war in keinem vorzeigbaren Zustand. Bierbüchsen standen und lagen herum», erzählt ein Ratsmitglied.

«Was hätte das für einen Eindruck gemacht, wenn in diesem Moment eine Besucherdelegation ins Rathaus gekommen wäre?», fragt Thüring. In Absprache mit seinem Statthalter hatte er die Festgemeinde deshalb in einem offiziellen Aufruf dazu aufgefordert, nach der nächsten Abstimmung dafür zu sorgen, dass das Vorzimmer wieder so aussieht, «wie ein Vorzimmer dieses hohen Hauses auszusehen hat».

Allzu hoch will Thüring den Vorfall aber nicht hängen. Im Bundeshaus werde ja auch immer mal wieder gerne getrunken, erinnert er. Tatsächlich ist die Politik ein trinkfreudiges Umfeld. Während Sessionen herrscht in Bern oft eine beschwingte Stimmung. Da öffnen Politiker gerne auch um 11 Uhr vormittags die erste Flasche Weisswein und stossen schon mal aufdas bevorstehende Zmittag an – allerdings meist in der Galerie des Alpes und nichtin der Wandelhalle unmittelbar vor dem Ratssaal.

Im Basler Rathaus soll sich das gar nicht erst einbürgern, hofft Thüring. «Auch wenn ich nun für einzelne eine Spassbremse sein mag», sagt er. «Die meisten haben gemerkt, dass das zu viel des Guten war.» (bzbasel.ch)

Mehr Basel!

Wer die Basler Quartiere nicht anhand von 4 Emojis erkennt, muss heute ohne Läckerli ins Bett!

Die Schweiz aus Basler Sicht – böse, böse, böse, böse, böse

«Morgestraich! Vorwärts, Marsch!» – das war der Auftakt der Basler Fasnacht

Basler Hooligan-Studie: 14 Prozent sind Akademiker und jeder Zweite schützt die Zähne

Adieu Basel. Jetzt muss ich statt Bebbi-Sägg Züri-Säck kaufen 

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
7
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • olmabrotwurschtmitbürli 24.10.2017 13:49
    Highlight Schade durfte Eric Weber das nicht miterleben...
    26 0 Melden
  • E. Edward Grey 24.10.2017 13:24
    Highlight Deutsches Brauchtum im Schweizer Parlament - hört hört.
    6 1 Melden
  • Linus Luchs 24.10.2017 12:59
    Highlight Seit kurzem vor dem Rathaus...
    35 0 Melden
  • Calvin WatsOff 24.10.2017 12:24
    Highlight Versoffene Saubande!!! 😂🤣🤣^^
    48 0 Melden
  • Gilbert Schiess 24.10.2017 11:44
    Highlight Hätte schlimmer kommen können, immerhin war die noch nicht am kopulieren!
    51 1 Melden
  • Mathis 24.10.2017 11:24
    Highlight Die feiern Oktoberfest mit Dosenbier ?
    43 0 Melden
    • pippapo 24.10.2017 12:50
      Highlight Demnach waren es nicht die Cüpli-Sozis
      45 7 Melden

Wehe, wenn sie losgelassen … Die Krawalle in Basel werden Folgen haben

Welch verrücktes Spiel! Der FC Basel macht gegen den FC Sion aus einem 0:1 ein 5:1 – und dazwischen kommt es zur Eskalation. Ein Fahnenklau ist neben diversen Geschossen und einem Platzsturm, noch das kleinste Übel.

Drinnen im Joggeli hüpfen die FCB-Fans und johlen: «Wär nid gumpet, isch kei Basler, hei, hei, hei!» So eben hat ihr Klub einen 0:1-Rückstand innert einer Minute in ein 2:1 verwandelt. Dann plötzlich ein Knall. Und noch einer. Draussen vor dem Stadion wüten die Sion-Fans, bewerfen Polizisten mit Steinen und Flaschen. Die Beamten beruhigen die Gemüter mit Gummischrot.

Die Spieler sitzen in den Untiefen des Joggeli, als die Eskalation ihren Anfang nimmt. Drei FCB-Fans rennen aus dem an den …

Artikel lesen