Belgien

Schwerbewaffnete Soldaten schützen jüdische Einrichtungen in Belgien. Bild: YVES HERMAN/REUTERS

Wegen Anschlagsgefahr

15 Festnahmen in Belgien – Elite-Soldaten auf den Strassen

Belgien fürchtet ein islamistisches Attentat: Als Schutzmassnahme hat die Regierung nun Hunderte Soldaten auf die Strassen geschickt – darunter Spezialeinheiten. Nach dem mutmasslichen Anführer der belgischen Terror-Zelle wird jetzt gefahndet.

17.01.15, 14:10 17.01.15, 16:32

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Die Menschen in den belgischen Grossstädten müssen sich an den Anblick schwer bewaffneter Soldaten auf ihren Strassen gewöhnen. Nach der Festnahme von 15 Terrorverdächtigen hat das Land die Sicherheitsmassnahmen massiv verstärkt.

Bis zu 300 Soldaten sollten von Samstag an in Brüssel und Antwerpen, den beiden grössten Städten des Landes, zum Einsatz kommen, hiess es in einer am Samstagmorgen verbreiteten Mitteilung der Regierung. Vor allem in Antwerpen gibt es eine grosse jüdische Bevölkerung.

«Die mobilisierten Truppen sind bewaffnet, und ihre Hauptaufgabe ist es, bestimmte Standorte zu überwachen», hiess es in einer Erklärung des Büros von Regierungschef Charles Michel. Mit der Massnahme solle die Polizei unterstützt werden.

Spezialeinheiten zur Sicherung der Ordnung

Es handelt sich bei den Einheiten vor allem um Mitglieder einer Spezialeinheit. Zuletzt war in den Achtzigerjahren im Zusammenhang mit einer Anschlagsserie einer kommunistischen Organisation auf die Streitkräfte zurückgegriffen worden – sonst ist ihre Aufgabe im Inland auf die Sicherstellung der öffentlichen Ordnung beschränkt.

Die Soldaten könnten auch in Verviers und anderen Orten eingesetzt werden und sollten die Polizei verstärken, hiess es weiter. In Verviers im Osten des Landes waren am Donnerstagabend zwei Terrorverdächtige bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet worden. Danach wurden in Belgien insgesamt 13 Personen festgenommen, in Frankreich zwei.

Fünf Verdächtige waren bis Freitagabend vor den Haftrichter gekommen. Drei von ihnen wurden in Untersuchungshaft genommen und zwei unter Auflagen freigelassen.

Verdächtige wollten Polizisten töten

Nach dem mutmasslichen Anführer der ausgehobenen Islamistenzelle wird jetzt gefahndet. Wie die Zeitung «La Dernière Heure» berichtet, wird mit Hilfe der US-Bundespolizei FBI nach dem 27-jährigen Abdelhamid Abaaoud gesucht. Der Belgier mit marokkanischen Wurzeln, der im Brüsseler Stadtteil Molenbeek aufwuchs, soll sich dem Bericht zufolge in Syrien der Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) angeschlossen haben.

Nach Angaben der Ermittler wollten die Verdächtigen Polizisten auf der Strasse oder in Kommissariaten töten. Mehrere von ihnen seien im Syrien-Krieg gewesen. Nach einem Bericht des belgischen Senders VTM wurde die Terror-Zelle von einem früheren Syrienkämpfer von Griechenland aus koordiniert.

In Frankreich, wo Attentäter in der vorvergangenen Woche insgesamt 17 Menschen getötet hatten, sind ebenfalls Soldaten im Einsatz – wenn auch in deutlich grösserem Massstab. So hat die Regierung rund 10.000 Mitglieder der Streitkräfte für die Bewachung besonders gefährdeter Orte abgestellt. Bewaffnete Einheiten stehen etwa vor den grössten Touristenzielen und Verkehrsknotenpunkten. 5000 Polizisten sollen ausserdem die mehr als 700 jüdischen Schulen im Land schützen. (jok/dpa/AFP)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 17.01.2015 21:01
    Highlight wer in einem demokratischen Land die Gewalt als Mittel wählt um sich Gehör zu verschaffen, hat sich die Freiheit verspielt. Der Anführer muss gefunden, vor ein Gericht gestellt und mit rechtsstaatlichen Mitteln aus dem Verkehr gezogen werden. Wobei ich diesbezüglich von Belgien kein gutes Gefühl habe. Zuoft hatte die Justiz in diesem Land schon komplett versagt.
    0 0 Melden
  • 7immi 17.01.2015 16:15
    Highlight ah wirklich?! dachte das militär hat ausgedient, wird abgebaut, abgeschafft? die gsoa schützt ja das land...
    15 3 Melden
  • DarkStanley 17.01.2015 15:53
    Highlight Da sieht man wieder das Problem mit unserer elitären Gesellschaft.
    Jetzt sind sogar Elite-Soldaten auf den Strassen und spreizen die Schere noch weiter auf zwischen den Proleten und der Elite.
    4 11 Melden
  • Der Tom 17.01.2015 15:23
    Highlight Dürfen zum Schutz einer Synagoge auch Soldatinnen eingesetzt werden? Oder ist das unsittlich?
    7 2 Melden

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