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In this photo released by China's Xinhua News Agency, police officers stand guard near a blast site which has been cordoned off, in downtown Urumqi, capital of northwest China's Xinjiang Uygur Autonomous Region, Thursday, May 22, 2014. Attackers crashed a pair of vehicles and tossed explosives in an attack Thursday near an open air market in the capital of China's volatile northwestern region of Xinjiang, leaving an unknown number of people dead and injured, state media reported. (AP Photo/Cao Zhiheng)

Polizisten sichern das Gebiet nach dem Anschlag Bild: AP/Xinhua

Sprengsätze auf Gemüsemarkt

Unruheprovinz Xinjiang: 31 Tote bei Anschlag in China 

Dutzende Menschen starben, mehr als hundert wurden verletzt: Terroristen haben in der chinesischen Provinz Xinjiang Sprengsätze auf einen Gemüsemarkt geworfen. Die Regierung vermutet uigurische Separatisten hinter dem Anschlag. 

22.05.14, 07:44 22.05.14, 09:46

Ein Artikel von

Peking Bei einem neuen Anschlag in der Unruheregion Xinjiang in Nordwestchina sind mindestens 31 Menschen getötet und mehr als 90 verletzt worden. Das berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Laut Nachrichtenagentur Reuters bezeichnet das chinesische Ministerium für Öffentliche Sicherheit den Angriff in der Provinzhauptstadt Urumqi als «brutalen Terroranschlag». 

Bild: weibo

Zwei Geländewagen seien in die Menschenmenge auf einem morgendlichen Markt nahe dem Volkspark gefahren. Sprengsätze seien aus den Wagen geworfen worden. Eines der Fahrzeuge sei auf dem Markt explodiert, schrieb die Staatsagentur. 

Sprengsatz warf Marktstände um

Die Hintergründe waren zunächst nicht bekannt, doch gilt Xinjiang wegen der Spannungen zwischen der muslimischen Minderheit der Uiguren und den Han-Chinesen seit langem als Unruheherd. Chinas Behörden beschuldigen uigurische Separatisten des Terrorismus.

Erst vor drei Wochen hatte es auf einem Bahnhof in Ürümqi einen schweren Anschlag gegeben. Bei der Bomben- und Messerattacke am 30. April waren drei Menschen getötet und 79 Menschen verletzt worden.

Nach dem Anschlag waren auf Bildern im chinesischen Internet zahlreiche Menschen blutend auf dem Boden liegend zu sehen. Die Gemüsestände waren offenbar von der Wucht der Explosionen umgeworfen worden. Im Hintergrund war ein Feuer zu sehen. Unter den Opfern waren viele ältere Menschen, die am Morgen Gemüse kaufen wollten. Xinhua zitierte einen Augenzeugen, der «ein Dutzend laute Knalle» gehört habe. Dichter Rauch stieg hoch.

Mehr als 200 Menschen in Anti-Terror-Kampagne festgenommen 

Rettungskräfte und Polizei waren vor Ort. Verletzte wurden auch auf Ladeflächen von Lieferwagen gelegt, um ins Krankenhaus gebracht zu werden. In unbestätigten Augenzeugenberichten im Internet hiess es, die zwei Geländewagen seien mit Fahnen und Protestbannern mit Sprüchen bestückt gewesen. Was darauf stand, wurde nicht gesagt. 

Die Feuerwehr versuchte den brand zu löschen Bild: Reuters

Erst am Vortag hatte Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping zum energischen Kampf gegen den Terrorismus aufgerufen. Auf einem asiatischen Gipfel in Shanghai forderte der Präsident ein gemeinsames Vorgehen gegen die «drei bösen Kräfte» Separatismus, Extremismus und Terrorismus. Dazu zählt China auch den uigurischen Separatismus oder Widerstandskräfte in Xinjiang. An dem Sicherheitstreffen von 24 Staaten hatte auch Russlands Präsident Wladimir Putin teilgenommen.

Bild: weibo

Seit Anfang 2013 mehr als 300 Tote

In einer «Antiterror-Kampagne» sind in Xinjiang in den vergangenen Wochen mehr als 200 Menschen festgenommen worden. Ein Gericht in Ürümqi verurteilte erst am Mittwoch 39 mutmassliche Extremisten wegen der Verbreitung von Terrorvideos und des Aufrufs zur Gewalt für bis zu 15 Jahre Haft.

Mit dem Anschlag verschärfen sich die Spannungen weiter. Seit Anfang 2013 sind rund 300 Menschen der Eskalation der Gewalt sowie Zwischenfällen zwischen Uiguren und Sicherheitskräften zum Opfer gefallen, wie Menschenrechtsgruppen berichteten. 

Wegen Spannungen zwischen Uiguren und Han-Chinesen gilt Xinjiang als Konfliktherd. Chinas Regierung versucht seit den 1990er Jahren mit einer «Go West»-Strategie, die ärmeren und rückständigen Gebiete im Westen zu entwickeln. 

Bild: weibo

Mit dem Geld aus den reichen Küstenstädten im Osten ziehen immer mehr Han-Chinesen nach Xinjiang. Laut Regierungsangaben leben heute etwa 10 Millionen Uiguren und 8,4 Millionen Han-Chinesen in der Autonomen Region Xinjiang. 

Das muslimische Turkvolk der Uiguren fühlt sich wirtschaftlich, politisch und kulturell von den herrschenden Chinesen unterdrückt. Nach ihrer Machtübernahme 1949 in Peking hatten sich die Kommunisten das frühere Ostturkestan einverleibt.

 (sda/ade/dpa/ap/Reuters)



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    Alle Leser-Kommentare
  • sewi 22.05.2014 11:28
    Highlight Na da zeigt jns die "Religion des Friedens" doch wieder was wir zu erwarten haben wenn es uns nicht gelingt die Ausbreitung zu bekämpfen
    2 1 Melden

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