Blaulicht

Grausiger Fund in Brasilien

Polizei entdeckt Leichen von 40 Babys in Spital in Rio de Janeiro

15.04.14, 11:40 15.04.14, 14:30

In der Leichenhalle eines staatlichen Spitals in Rio de Janeiro hat die Staatsanwaltschaft die leblosen Körper von 40 Babys entdeckt. Es handle sich um Kinder, die bei oder kurz nach der Geburt gestorben und von den Eltern zurückgelassen worden seien.

«Die Situation ist erschreckend: Gestapelte, schlecht aufgebahrte Leichen. Es fällt sogar schwer zu erzählen, was wir dort vorgefunden haben», sagte Staatsanwältin Ana Cristina Huth Macedo.

«Wir haben es mit einem gesellschaftlichen Problem zu tun. Die Menschen holen die Leichen ihrer Kinder nicht ab»

Klinikdirektor Rodolfo Acatuassú Nunes

Einige der Leichen befänden sich schon seit vier Jahren in den Kühlzellen des Universitätsspitals, 15 seien noch nicht identifiziert. Dies solle nun mit Hilfe von DNA-Tests geschehen. «Ich hoffe, den Fall mit einer würdigen Bestattung aller Leichen abschliessen zu können», sagte Huth Macedo.

Die Aufdeckung des Skandals geht den Berichten zufolge auf das Spital selbst zurück: Im August 2012 sei dort ein Frühchen gestorben, das eine Drogenabhängige aus einer Favela zur Welt gebracht hatte.

Da die Frau danach später spurlos verschwand, benachrichtigten die Ärzte das zuständige Gericht. Als sich herausstellte, dass das Baby nicht beigesetzt worden war, ordnete die Richterin eine Ermittlung an.

«Wir haben es mit einem gesellschaftlichen Problem zu tun. Die Menschen holen die Leichen ihrer Kinder nicht ab», erklärte Klinikdirektor Rodolfo Acatuassú Nunes.

Er habe aber auch selbst Fehler eingeräumt, hiess es. Das Spital, das als Referenzzentrum für Hochrisikoschwangerschaften in der Millionenmetropole Rio gilt, will nun seine Vorschriften verbessern. (kub/sda)

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 15.04.2014 13:50
    Highlight 40 babies, gibt natuerlich immer eine "weltweitfaehige" agenturmeldung.

    Fakt ist, vielen leuten fehlt einfach das geld fuer eine beisetzung, die gehen davon aus, dass das spital das schon "erledige". Bis aber ein richter eine freigabe bewilligt vergehen in der regel jahre.

    1 1 Melden

Ehepaar in Suberg BE tot aufgefunden – Polizei sucht nach Zeugen

Ein mögliches Tötungsdelikt erschüttert die Gemeinde Grossaffoltern im Berner Seeland. In einem Wohnhaus im Ortsteil Suberg entdeckte die Kantonspolizei in der Nacht auf Mittwoch zwei Leichen.

Dabei handelt es sich um einen 65-jährigen Schweizer und eine 61-jährige Schweizerin. Die Polizei geht davon aus, dass das Ehepaar Opfer eines Tötungsdelikts wurde. Weitere Ermittlungen seien im Gang, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwochabend mit.

Nach ihren Angaben wurde der Polizei kurz vor 2 …

Artikel lesen