Blaulicht
Police and firemen stand near a demolished van and a train of the “Zentralbahn” at the accident site at a railroad crossing in Wolfenschiessen, central Switzerland, Monday, 11 August 2014. According to the police of the Canton of Nidwalden three people died and five were seriously injured after a passenger train of the "Zentralbahn" collided with a delivery-van at a level crossing without a barrier in the village of Wolfenschiessen. (KEYSTONE/Sigi Tischler)

Polizisten und Feuerwehrleute neben dem Kleinbus und der Zugskomposition der Zentralbahn nach einem Unfall beim Bahnuebergang "Mattli" zwischen Grafenort und Wolfenschiessen NW, am Montag, 11. August 2014. Bei der Kollision eines Lieferwagens und eines Schnellzuges der Zentralbahn (zb) sind am Montag in Wolfenschiessen NW drei Personen getoetet und fuenf schwer verletzt worden. Der Unfall ereignete sich auf einem Bahnuebergang, der mit Andreaskreuzen gesichert war. Nach Angaben eines Sprechers der zb wurden keine Zuginsassen verletzt. Die Hauptstrasse nach Engelberg ist gesperrt. (KEYSTONE/Sigi Tischler)

Das demolierte Unfallfahrzeug beim Bahnübergang Allmend in Wolfenschiessen. Bild: KEYSTONE

Zug kollidiert mit Kleinbus – drei Tote

Bahnübergang Wolfenschiessen: Sanierung fiel Sparmassnahmen zum Opfer

11.08.14, 15:07 11.08.14, 17:23

Ein Kleinbus mit Touristen überquert die Gleise bei einem Bahnübergang, das Auto wird vom herannahenden Zug erfasst, drei Menschen kommen ums Leben. Wie konnte das passieren? Der Bahnübergang Allmend ist ungesichert. Zwar gibt es eine Blinklichtanlage und Andreaskreuze, doch Schranken gibt es keine. Allein im Gebiet Wolfenschiessen gibt es 32 solche Bahnübergänge. 

«Sicherheit ist unser oberstes Gebot», sagte Renato Fasciati, Chef der Zentralbahn, bei der heutigen Medienkonferenz. «Wir sind mitten in einem Sanierungsprogramm», so Fasciati. Noch in diesem Jahr wolle man den Bahnübergang Allmend mit Schranken aufrüsten. Fasciati: «Wir sind auf sehr gutem Weg.»

Der Unfall geschah beim Bahnübergang Allmend, südlich von Wolfenschiessen Karte: google maps / watson

Dieser Weg ist steinig. Seit der Bund alle Kantone angewiesen hat, ungesicherte Bahnübergänge zu sanieren, werden die dazu nötigen Bauvorhaben im Kanton Nidwalden heftig diskutiert. 25 Bahnübergänge müssten bis Ende 2015 geschlossen und sieben saniert werden – darunter auch den Übergang Allmend. Nötig sind Barrieren sowie Anpassungen der Strasse, damit Autos Platz zum Warten haben. Im Jahr 2009 sprach das Parlament einen Kredit von 4,7 Millionen für die Bauprojekte.

Bund verfügt über Konzessionen

Doch die ursprünglich errechneten Kosten für die Sanierung der Bahnübergänge konnten nicht eingehalten werden – wegen Bauvorlagen des Bundes, aber auch, weil sich die Bauern nicht auf eine Güterzusammenlegung einigen konnten. Also musste der Regierungsrat von Nidwalden beim Kantonsparlament im Mai einen Zusatzkredit von 4,3 Millionen Franken beantragen.

Das ging dem Parlament zu weit. Es wies das Begehren zurück und beauftragte die Regierung, nach Einsparungen zu suchen. Kritisiert wurde nicht nur die Verdoppelung der Kosten, sondern auch, dass diese so spät kommuniziert worden seien, wie srf.ch im Mai berichtete. Offenbar fühlte sich der Landrat vom Regierungsrat unter Druck gesetzt. Denn werden die Bahnübergänge nicht bis Ende Jahr saniert, wäre es möglich, dass der Bund eine Herabsetzung der Fahrgeschwindigkeit der Züge verfügt.

Der Bahnübergang Oberau in Wolfenschiessen. Hier ereignete sich am 21. Juli ein Unfall: Ein Personenwagen kollidierte mit einem Zug der Zentralbahn. Verletzt wurde niemand, es entstand jedoch grosser Sachschaden. Auch dieser Bahnübergang ist nur durch ein Blinklichtsignal überwacht. Bild: KEYSTONE

(dwi) 

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