Blaulicht
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Unter Mordverdacht

Kind stirbt nach sieben Stunden im Auto an Hitzeschlag – dem Vater droht die Todesstrafe

04.07.14, 05:41 04.07.14, 14:39
Justin Ross Harris sits in Cobb County Magistrate Court in Marietta, Georgia July 3, 2014. A judge denied bail on Thursday for Harris who prosecutors said intentionally left his 22-month-old son strapped inside a hot car to die because he wanted to live a child-free life. REUTERS/Kelly Huff /Pool (UNITED STATES - Tags: CRIME LAW)

Justin Ross Harris soll den Sohn vergessen haben – der Richter zweifelt an der Darstellung. Bild: POOL/REUTERS

Weil er seinen einjährigen Sohn sieben Stunden lang alleine im Auto sitzen liess und so dessen Hitzetod herbeiführte, droht einem Vater in den USA die Hinrichtung. Die Höchststrafe sei in diesem schwerwiegenden Fall durchaus möglich, sagte Richter Frank Cox bei einer Anhörung am Donnerstag im US-Bundesstaat Georgia. 

Die Freilassung des Beschuldigten gegen Kaution lehnte er ab. Der 33-Jährige steht wegen schwerwiegender Indizien unter Mordverdacht. Während das 22 Monate alte Kind angeschnallt auf der Rückbank des aufgeheizten Autos sass, arbeitete sein Vater im Büro. 

Nach eigener Darstellung hatte er vergessen, den Jungen am 18. Juni im Kindergarten abzuliefern, und den Fehler erst nach Feierabend bemerkt. Auf der Rückfahrt sei ihm der leblose Körper auch erst nach einigen Minuten aufgefallen, woraufhin er sofort angehalten und Hilfe gerufen habe. 

Richter Cox äusserte erhebliche Zweifel an dieser Version der Geschichte: Er stellte die Frage in den Raum, wie der Mann in seinen Geländewagen habe steigen und weiterfahren können, obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits die Totenstarre eingesetzt und ein beissender Gestank im Auto geherrscht haben müsse. 

Videos über in der Hitze verendende Tiere im Netz angesehen

Ausserdem stellte sich im Zuge der Ermittlungen heraus, dass der Beschuldigte vor dem Vorfall im Internet Informationen über ein Leben ohne Kinder und Haftbedingungen in Gefängnissen eingeholt hatte. Darüber hinaus sah er sich Videos über Tiere an, die bei grosser Hitze qualvoll im Auto verendeten. 

Ein Polizist sagte vor Gericht aus, weder der Vater noch die Mutter des Jungen hätten nach dessen Tod erkennbare Gefühlsregungen gezeigt. Mehrere Zeugen beschrieben den Beschuldigten hingegen als liebevollen Vater. 

Wegen des immensen öffentlichen Interesses an dem Fall wurde die Anhörung am Donnerstag live von mehreren US-Fernsehsendern übertragen. (rey/sda/afp) 



Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Deutschland verbietet Erdogan-nahe Rockergang «Osmanen Germania»

Erpressung, Drogenhandel, Zwangsprostitution und dazu noch politische Verbindungen in die Türkei: Die deutsche Polizei hat die Rockergruppe «Osmanen Germania» schon lange im Visier. Jetzt greift der deutsche Innenminister durch.

Innenminister Horst Seehofer (CSU) hat die rockerähnliche Gruppe «Osmanen Germania BC» verboten und ihnen jede Tätigkeit untersagt. «Von dem Verein geht eine schwerwiegende Gefährdung für individuelle Rechtsgüter und die Allgemeinheit aus», erklärte das …

Artikel lesen