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DENALI NATIONAL PARK, ALASKA - UNDATED:  General view of the West face of Mt. McKinley in Denali National Park in Alaska.  (Photo by: Mike Powell/Getty Images)

Denali-Nationalpark im US-Bundesstaat Alaska: Mädchen zehn Meter in die Tiefe gestürzt. Bild: Getty Images North America

Unfall in Alaska 

Eine 18-jährige Bergsteigerin telefoniert beim Sturz von einer Klippe mit der Mutter – und das rettet ihr Leben

Als sie sich beim Wandern in Alaska verirrte, rief Cherelle LaGrou ihre Mutter übers Handy an. Doch plötzlich stürzte die 18-Jährige über eine Klippe zehn Meter in die Tiefe. Die Verbindung blieb bestehen – und rettete dem Teenager womöglich das Leben.

11.06.14, 14:12 11.06.14, 14:53

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Zum ersten Mal wollte sich Cherelle LaGrou im Denali-Nationalpark ein paar Wasserfälle allein ansehen. Den Wanderausflug startete sie in der Nähe von Fairbanks im US-Bundesstaat Alaska – inmitten einer malerischen Bergkulisse. Der Mount McKinley, höchster Berg Nordamerikas, liegt Luftlinie etwa 200 Kilometer entfernt. Das berichtete die Mutter der Regionalzeitung «Omak-Okanogan County Chronicle». 

«Wir telefonierten ungefähr 15 Minuten miteinander, als der Boden unter ihr wegbrach.»

Die 18-Jährige mit dem Spitznamen «Evie» gilt ihrer Mutter Shelly LaGrou zufolge als erfahren, mehrmals pro Woche schnürt sie sich gemeinsam mit ihren Freunden die Wanderstiefel. Doch diesmal schlug sie auf dem Rückweg eine andere Route ein: Nach und nach verlor sie auf unsicherem Terrain den Halt. Die junge Frau wurde immer nervöser, rief ihre Mutter an. «Wir telefonierten ungefähr 15 Minuten miteinander, als der Boden unter ihr wegbrach», erzählte LaGrou der Zeitung.

Ein einsamer Wanderer auf der Spitze des Mount McKinley, Alaska.  Bild: Getty Images North America

«Sie sagte, sie will nicht sterben»

«Sie war hysterisch und wusste nicht, was los war. Ich beruhigte sie.»

An einer Felswand am Rande eines Berges sass sie plötzlich wie in einer Falle fest, konnte von dort aus weder nach oben noch nach unten klettern. «Sie war hysterisch und wusste nicht, was los war. Ich beruhigte sie.» Dann hörte sie einen Schrei. Und danach sehr lange nichts. Was LaGrou nicht wusste: Ihre Tochter war gerade rund zehn Meter tief eine Bergklippe hinuntergestürzt. 

Hatte sie ihre Tochter zum letzten Mal gehört? 1400 Kilometer vom Unglücksort entfernt, zitterte LaGrou um ihr Kind. Doch plötzlich hörte sie die Stimme ihrer Tochter wieder am Telefon. Das Handy sei Cherelle beim Sturz nicht aus den Händen gefallen, sie habe per Headset telefoniert, berichtete die britische «Daily Mail». Weinend habe sie der Mutter gesagt, sie sei den Abhang hinuntergerutscht. «Sie sagte, sie will nicht sterben», sagte LaGrou dem «Chronicle».

Rettungsaktion im US-Fernsehen

Während LaGrou am Telefon versuchte, ihre Tochter zu beruhigen, alarmierte ihr Ehemann die Polizei. Der erste Helfer war 15 Minuten nach dem Notruf vor Ort – kam aber nur wenige Meter an das Mädchen heran. Am Telefon betete LaGrou mit ihrer Tochter – wenige Minuten später gab der Handy-Akku seinen Geist auf. Schliesslich erreichten zwei Retter die völlig erschöpfte 18-Jährige auf der Klippe. Von ihrem Unfall hatte sie nur kleine Kratzer davongetragen. 

«Es war wie in einem Film, so unwirklich.»

«Es war wie in einem Film», sagte das brünette Mädchen mit der Zahnspange, «es war so unwirklich.» Nicht nur der Sturz, auch die Rettungsaktion war filmreif: Zufällig begleitete ein Filmteam des Fernsehkanals National Geographic die Alaska State Troopers in der Nähe. Für die gleichnamige Reality Show soll Cherelles Bergung in diesem Herbst ausgestrahlt werden. 

(daf)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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