Blaulicht
TO GO WITH AFP STORY 
A prostitute and a tranvestite wait for clients in the streets of Belo Horizonte, Minas Gerais State, Brazil, on April 25, 2013. Sex workers in Brazil's city of Belo Horizonte, which will host matches of the upcoming Confederations Cup and the 2014 World Cup, including semi-finals of both football tournaments, are being offered free English lessons to help them welcome the tourist onslaught. More than 300 prostitutes have already signed up for the free classes offered by the Sex Workers' Association in Minas Gerais state, though currently only 20 are actually attending classes.   AFP PHOTO /VANDERLEI ALMEIDA

Unliebsame Freier abweisen war verboten. Bild: AFP

Prostitution

Brutaler Zuhälter zwang in Olten Frauen auf den Strassenstrich auch wenn sie krank waren

Ein Zuhälter verlangte in Olten von Frauen sich trotz Menstruation oder Krankheit zu prostituieren. Er verbot ihnen auch unliebsame Freier abzuweisen. Wer sich nicht an seine Regeln hielt, wurde bestraft.

29.07.14, 11:42

Ein 29-jähriger Deutscher ist im Kanton Solothurn wegen mehrfacher Förderung der Prostitution angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, 19 Frauen bei der Ausübung ihrer Prostitutionstätigkeit auf dem Strassenstrich in Olten überwacht und kontrolliert zu haben.

Der Mann ist geständig und sitzt seit Mai 2013 in Untersuchungshaft. Die Solothurner Staatsanwaltschaft wirft ihm laut einer Mitteilung vom Dienstag auch vor, die Frauen bei Nichtbefolgung seiner Anweisungen sanktioniert zu haben. Er bestimmte die jeweiligen Arbeitsorte und Standplätze der Frauen auf dem Strassenstrich in Olten und stellte Vorschriften in Bezug auf die Arbeitszeiten und die Dauer der Arbeitstätigkeit auf.

Gemäss Staatsanwaltschaft tolerierte er keine Freitage und schrieb einigen Frauen vor, sich trotz Menstruation oder Krankheit zu prostituieren. Der Beschuldigte habe Preisvorgaben für die jeweiligen sexuellen Dienstleistungen gemacht und habe den Frauen untersagt, unliebsame Freier abzuweisen.

Frauen mit Gewalt gedroht

Bei Nichteinhaltung der Befehle drohte der Angeklagte den Frauen mit Gewalt oder mit Geldbussen. In diesem Zusammenhang kam es mehrfach zu Tätlichkeiten und Nötigungen, wie die Staatsanwaltschaft festhält. Der Deutsche wurde auch wegen qualifizierter Förderung des rechtswidrigen Aufenthaltes angeklagt. Er hatte mehrere Frauen in einer Liegenschaft in Olten einquartiert. Zudem muss er sich wegen mehrfacher Beschäftigung von Ausländerinnen und Ausländern ohne Bewilligung vor Gericht zu verantworten. 

Das Strafverfahren erfolgt im sogenannten abgekürzten Verfahren. Dies bedeutet, dass sich der Angeklagte und die Staatsanwaltschaft vorgängig auf eine Strafe einigen werden. Das zuständige Amtsgericht Olten-Gösgen wird über den Strafantrag entscheiden, jedoch kein Beweisverfahren mehr durchführen. 

Ein abgekürztes Verfahren sei nur möglich bis zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren, sagte Cony Zubler, Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft, auf Anfrage. Der genaue Strafantrag werde erst vor Gericht bekanntgegeben. Die Maximalstrafe für die Förderung von Prostitution beträgt gemäss Strafgesetzbuch zehn Jahre. (whr/sda)

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

4 Massnahmen gegen Diskriminierung – so will die Stapo Zürich «Racial Profiling» vermeiden

«Racial Profiling kann bei Personenkontrollen nicht ganz ausgeschlossen werden», teilte Sicherheitsvorsteher Richard Wolff an der heutigen Medienkonferenz mit. Die Stadtpolizei Zürich hat daher mehrere Massnahmen ausgearbeitet um rassistische Kontrollen zu vermeiden.  

Der Begriff «Racial Profiling» stammt ursprünglich aus den USA. Seit einiger Zeit sind diskriminierende Personenkontrollen, etwa aufgrund der Hautfarbe, auch in der Schweiz in die Kritik geraten.

Auch der Stadtpolizei Zürich wurde in der Vergangenheit immer wieder Rassismus bzw. Racial Profiling vorgeworfen. Im Rahmen des Projekts «Polizieiarbeit in urbanen Spannungsfeldern» entwickelte Stadtrat Richard Wolff zusammen mit Polizeikommandant Daniel Blumer Massnahmen für die Vorgehensweise bei …

Artikel lesen