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Lee Joon-Seok (C), captain of South Korean ferry "Sewol" which sank at sea off Jindo, is seen as he is sent to a prosecutor's office in Mokpo April 27, 2014. The Sewol ferry sank on April 16 on a routine trip south from the port of Incheon to the traditional holiday island of Jeju. More than 300 people, most of them students and teachers from one high school on a field trip, have died or are missing and presumed dead. The captain of the ferry and other crew members who abandoned ship have been arrested on negligence charges. REUTERS/Yonhap (SOUTH KOREA - Tags: DISASTER) ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. NO SALES. NO ARCHIVES. THIS PICTURE IS DISTRIBUTED EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS. SOUTH KOREA OUT. NO COMMERCIAL OR EDITORIAL SALES IN SOUTH KOREA

Der festgenommene Unglückskapitän Lee Joon-Seok mit Polizisten Bild: REUTERS

Anklage nach Fährunglück: 

«Sewol»-Kapitän droht die Todesstrafe

Nach dem Untergang der Fähre «Sewol» hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Kapitän des Schiffs erhoben. Ihm und drei weiteren Besatzungsmitgliedern wirft die Behörde Totschlag vor - den Angeklagten droht nun die Todesstrafe.

15.05.14, 09:34

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Im Fall des verheerenden Schiffsunglücks vor der südkoreanischen Küste müssen sich Kapitän Lee Joon Seok und drei weitere Crewmitglieder wegen Totschlags vor Gericht verantworten. Nach eigenen Angaben erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen insgesamt 15 Besatzungsmitglieder der Fähre «Sewol», die am 16. April gekentert und später gesunken war. Nach Angaben des obersten Gerichts droht den Angeklagten im Fall einer Verurteilung die Todesstrafe.

«Der Kapitän, zwei Offiziere und der erste Maschinist verliessen das Schiff vor den Passagieren»

Ahn Sang Don, leitender Staatsanwalt

«Der Kapitän, zwei Offiziere und der erste Maschinist verliessen das Schiff vor den Passagieren», sagte der leitende Staatsanwalt Ahn Sang Don zur Begründung der Anklage. Das habe zum Tod vieler Menschen geführt. Zum Unglück beigetragen habe ein früherer Ausbau der Fähre sowie die Tatsache, dass sie beim Auslaufen massiv überladen gewesen sei. In den Ballasttanks sei zudem zu wenig Wasser gewesen, um das Schiff zu stabilisieren. Ein scharfer Kurswechsel habe letztlich dazu geführt, dass die «Sewol» Schlagseite bekam und schliesslich kenterte.

«Der Kapitän hätte die Steuerung des Schiffs überwachen müssen», sagte Ahn weiter. «Dass er dies einem dritten Offizier überliess, ist ein Fall von grober Fahrlässigkeit.» Kapitän Lee und die weiteren drei Besatzungsmitglieder seien zudem ihrer Pflicht nicht nachgekommen, ihre Passagiere zu schützen. Einige der Angeklagten hätten bereits gestanden, nur an die Rettung ihres eigenen Lebens gedacht zu haben.

Video zeigt Kapitän beim Verlassen des Schiffs

Gegen elf weitere Besatzungsmitglieder erhob die Staatsanwaltschaft unter anderem Anklage wegen fahrlässigen Handelns. Ein Termin für den Prozessbeginn soll in wenigen Tagen feststehen.

Der Moment als der Sewol-Kapitän die sinkende Fähre verlässt Video: YouTube/WSJDigitalNetwork

Bei den Angeklagten handelt es sich ausschliesslich um Crewmitglieder, die mit der Navigation der «Sewol» betraut waren. Gleichzeitig waren sie laut AP unter den ersten, die von Bord der Fähre gerettet wurden. Ein Video der Küstenwache zeigt, wie Kapitän Lee in ein Rettungsboot klettert, während die meisten seiner Passagiere noch an Bord des sinkenden Schiffs ausharren.

Rund einen Monat nach dem Fährunglück sind bislang 281 Leichen aus dem Wrack der «Sewol» geborgen worden. 23 Menschen werden noch immer vermisst.

(rls/AP/Reuters/dpa/Spiegel Online)

Mehr zur «Sewol» lesen Sie hier.

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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