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Ein Erdrutsch verschuettet die Gleise der SBB-Strecke Bern - Lausanne nach heftigen Regenfaellen am Sonntag, 13. Juli 2014 bei Flamatt.  (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

40 Kubikmeter Geröllmasse und Steine blockieren zwischen den Gemeinden Thörishaus und Flamatt die Geleise zwischen Bern und Fribourg.  Bild: KEYSTONE

Schwere Niederschläge im Raum Bern-Freiburg

Unwetter fordert ein Todesopfer –Bahnverbindung zwischen Bern und Freiburg bleibt bis morgen unterbrochen

13.07.14, 06:40 13.07.14, 17:44

Die stellenweise starken Niederschläge vom Samstagabend haben ein Todesopfer gefordert. In einem kleinen Bach in Thörishaus BE wurde am späten Abend eine 82-jährige Frau tot aufgefunden. Die genauen Umstände des Todesfalls und die Ursache werden nun untersucht, wie die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland und die Kantonspolizei am Sonntagmorgen mitteilten.

Im Gebiet der Ortschaften Niederscherli, Thörishaus und Gasel gingen gemäss dem Könizer Gemeindepräsidenten Ueli Studer heftige Niederschläge nieder. So hat ein Erdrutsch zwischen Thörishaus und Flamatt die Schienen verschüttet. Die Bahnverbindung auf der Linie Bern-Freiburg ist seit Samstagabend unterbrochen. 

300-500 Kubikmeter instabile Masse drohen sich am Sonntag immer noch oberhalb des Hanges zu lösen. Bild: KEYSTONE

«Heute wird kein Zug mehr auf dieser Strecke verkehren», sagte SBB Mediensprecher Reto Schärli am Sonntagmittag gegenüber watson. Rund 40 Kubikmeter Geröllmasse und Erde blockierten die Geleise. Schlimmer als dies, waren jedoch 300-500 Kubikmeter instabile Geröllmasse, die am Hang oberhalb der Geleise ins Tal zu rutschten drohte. Spezialisten versuchten am Sonntag, die mit Wasser voll gesogene Masse unter Kontrolle zu bringen. Im Verlaufe des Montags soll vorerst ein Gleis wieder für den Bahnverkehr freigegeben werden. 

Der Unterbruch hat weitreichende Folgen. So fallen die Fernverkehrszüge von St. Gallen und Luzern nach Genf Flughafen zwischen Bern und Freiburg aus. Auch der Regionalverkehr ist betroffen. 

Es ist nicht das erste Mal, dass die Strecke Bern-Freiburg bei Flamatt unterbrochen wird. Hier ein Archivbild von 2007. Bild: KEYSTONE

Reisende von Zürich, Basel, Luzern, Olten oder Bern nach Lausanne oder umgekehrt werden via Biel umgeleitet. Dafür ist mehr Reisezeit einzurechnen. Zwischen Bern und Fribourg werden Bahnersatzbusse eingesetzt. 

Weitere Bahnlinien sind unterbrochen

Wegen Hochwasser war auch die Strecke durch das Gürbetal von Bern nach Thun unterbrochen. Zwischen Belp und Toffen fallen die S-Bahnzüge aus, es verkehrten Bahnersatzbusse. 

Im Kanton Waadt wurde ein Gleis der Bahnlinie Montreux-Zweisimmen zwischen Chamby und Montbovon durch einen Erdrutsch verschüttet. Für die Bahnreisenden wurde ein Busersatz organisiert. Die Dauer der Störung war zunächst unbestimmt. 

Auch in Montreux werden verschüttete Geleise von Dreck und Steinen befreit. Bild: KEYSTONE

Auch der Strassenverkehr ist betroffen

Auch der Strassenverkehr war von den heftigen Regenfällen betroffen. So ist laut dem Verkehrsdienst Viasuisse die Strasse zwischen Niederscherli und Oberbalm in beiden Richtungen gesperrt, wegen Wasser auf der Fahrbahn.

Die Feuerwehr Köniz BE leistete in der Nacht einen Grosseinsatz, wie sie am Sonntagmorgen mitteilte. Nach den heftigen und langanhaltenden Niederschlägen traten in der Region mehrere Bäche über die Ufer und einzelne Hänge kamen ins Rutschen. Bei Grabenmühle mussten nach Angaben der Gemeinde Köniz mehrere Personen evakuiert werden. 

Bern rüstet sich gegen das Hochwasser

In der Stadt Bern wurde das Mattequartier in der Nacht auf Sonntag trotz der viel Wasser führenden Aare nicht überschwemmt. An gewissen Stellen schwappte der Fluss leicht über die Uferwege. 

Erneut zahlreiche Einsätze von Feuerwehren erforderten die starken Niederschläge im Kanton Freiburg. Die Kantonspolizei zählte am Samstagabend 22 Wassereinbrüche in Gebäuden. Bei Alterswil und Cerniat kam es zu Erdrutschen, in den Bezirken Sense, Greyerz und Veveyse traten Bäche über die Ufer. 

Eine Fahrbahn der Autobahn A12 bei Flamatt FR musste gegen 20 Uhr für sechs Stunden geschlossen werden, weil das Wasser nicht mehr abfliessen konnte. 

Zahlreiche Keller unter Wasser im Kanton Zürich 

Laut einer Mitteilung von MeteoNews fiel am Samstagabend teils ergiebiger Regen. Am meisten Niederschlag wurde auf dem Moléson im Kanton Freiburg mit rund 84 Litern pro Quadratmeter gemessen. Auch in Wiesendangen im Kanton Zürich fielen 77 Liter.

Über 100 Mal musste die Feuerwehr im Kanton Zürich ausrücken, wie Urs Eberle, Sprecher von Schutz und Rettung Zürich, am Sonntag verschiedene Medienberichte bestätigte. Zahlreiche Keller, Gebäude, Unterführungen und Strassen wurden überflutet. Betroffen waren vor allem die Regionen um Winterthur und Uster. Zudem kam es in Bertschikon ZH zu einem kleinen Erdrutsch. Verletzt wurde gemäss Eberle niemand. 

Weil Böden, Bäche und Flüsse bereits gesättigt oder voll sind und auch heute mit weiteren Schauern oder lokalen Gewittern gerechnet werden muss, dürfte die Lage teilweise angespannt bleiben. (rar/erf/trs/sda)

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