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Islamisten verdächtigt

Mehr als 200 Tote nach Anschlag in Nigerias Hauptstadt befürchtet 

Quelle: YouTube/euronews

Beim Bombenanschlag in Nigerias Hauptstadt Abuja sind möglicherweise mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen. Unbekannte zündeten mitten im Berufsverkehr eine Autobombe bei einem Busbahnhof. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich entsetzt. 

Eine Mitarbeiterin des National Hospital in Abuja, die anonym bleiben wollte, sagte der Nachrichtenagentur DPA am Montag, sie habe nach dem Anschlag auf einen belebten Busbahnhof im Vorort Nyanya persönlich in der Leichenhalle der Klinik mehr als 200 Tote gezählt. 

Der Chefarzt des Maitama General Hospital, Adetoun Sotimehin, sagte vor Journalisten, in seinem Krankenhaus seien 14 Leichen eingetroffen, während der Chef des Asokoro General Hospital von 27 Toten in seiner Klinik sprach. Polizei und Behörden hatten die offizielle Opferzahl am Nachmittag zunächst mit 71 beziffert. 

Die meisten Busse, mit denen Pendler am Montagmorgen ins Zentrum fahren wollten, waren voll besetzt und standen kurz vor der Abfahrt. Augenzeugen zufolge sollen vier Männer mit einem Auto auf den Platz gefahren sein, als mehrere Busse gerade starten wollten. Die Männer hätten geparkt und seien umgehend aus dem Wagen gestürmt. Nur Sekunden später sei das Auto explodiert. 

Tiefer Krater

Viele Leichen seien bis zur Unkenntlichkeit zerrissen worden, überall hätten Körperteile gelegen, hiess es in Medienberichten. Viele Menschen wurden verletzt. Die Wucht der Detonationen war so stark, dass ein tiefer Krater entstand. 

Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Jedoch gehen Experten davon aus, dass erneut die Boko Haram zugeschlagen hat. Die Gruppe hatte in den vergangenen Jahren wiederholt schwere Anschläge verübt, vor allem im Norden des Landes. Auch Nigerias Präsident Goodluck Jonathan vermutet die Terrorsekte hinter dem Attentat. Er versprach, dass Nigeria die Terroristen besiegen werde. 

UNO-Generalsekretär Ban und die Mitglieder des Sicherheitsrates verurteilten den Anschlag scharf. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden, forderte Ban. 

Ähnliche Attacke vor einem Jahr

Vor rund einem Jahr hatte die Boko Haram in der nördlichen Stadt Kano eine ähnliche Attacke ausgeführt: 110 Menschen starben. Häufige Ziele der zumeist im Norden Nigerias aktiven Gruppe waren Kirchen und Polizeistationen. 

Erst am Sonntag hatten mutmassliche Sektenmitglieder zwei Ortschaften im Bundesstaat Borno überfallen und mindestens 60 Menschen getötet. In Abuja hatte die Gruppe zuletzt 2011 zugeschlagen, als sie das UNO-Hauptquartier angriff, wenige Monate später tötete sie 30 Gläubige beim Weihnachtsgottesdienst. 

Die Regierung wirkt seit Jahren machtlos im Kampf gegen den Terror. Bei den Gewaltexzessen sollen in den vergangenen fünf Jahren insgesamt mehr als 6000 Menschen getötet worden sein. (rey/sda/dpa) 



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