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Die fiesesten Schlaglöcher sind die «adaptiven Schaglöcher». Bild: tumblr/russellstyles

Briefe von der Heimatfront (35)

Wild gewordene Schweizer Automobilisten: Die Maut war erst der Anfang!

06.11.14, 11:17 06.11.14, 15:31

Es ist die grösste Belastung im Verhältnis der Deutschen zu ihren Nachbarländern: Wild gewordene Ausländer, die mit ihren technisch rückständigen Automobilen auf deutschen Strassen so lang sinnlos hin- und herfahren, bis diese vollständig abgenutzt und unbrauchbar geworden sind. Ein Trend, auf den leider auch Schweizer Bürger aufgesprungen sind: Erinnert sei an endlose Butterfahrten in die Outlet-Dörfer sowie der rücksichtslose Partytourismus in hippe Szenestädte wie Freiburg («Ü35+-Partynight mit DJ Richie! Damen ein Pfeffi aufs Haus!!!»). Schlimm: Für die Strassennutzung lassen die Touristen nichts zurück, ausser Geld in den Geschäften und unvergessliche Erinnerungen in den Köpfen (grosser Freiburger Pfeffi-Marathon Mai 2013). Für das Privileg, im Heimatland des Automobils herumbrummen zu dürfen, sollen Ausländer nach dem Willen der CSU künftig hartes Mautgeld blechen – doch kann dies nur der erste Schritt sein. Die Frage bleibt: Wie können Ausländer auf deutschen Strassen noch stärker gedemütigt werden? Hier darf uns kein Mittel zu teuer und zu sinnlos sein!

Adaptive Schlaglöcher 

Strassenreparaturen finden ausdrücklich nur mehr von Deutschen für Deutsche statt. Sogenannter «intelligenter Teer» analysiert in Sekundenschnelle das Reifenprofil eines Pkw – und verflüssigt sich, sobald er mit einem ausländischen Modell in Kontakt kommt. So werden Ausländer gezwungen, vorsichtiger zu fahren und deutsche Qualitätsstrassen schonend zu nutzen.

Zwei Eingänge in Autobahnbistros 

Die Trennung der scheusslichen deutschen Autobahngaststätten in eine Ausländer- und eine Inländersektion hat vor allem symbolische Funktion: Die Ausländer sollen daran erinnert werden, dass sie Gäste in unserem Land sind, und zwar ausgesprochen wenig willkommene. In beiden Bereichen der neuen Segregationslokale gibt es daher denselben ungeniessbaren Autobahngaststättenfrass – allerdings müssen ihn die Ausländer im Dunkeln essen, und zwar aus langen Trögen. Eine 15%ige Genusszulage fliesst direkt ins Staatssäckel.

Söderstationen 

An den Mautstationen in Bayern und Baden-Württemberg werden ausländische Autofahrer nicht nur um ihr Geld gebracht, sondern ihre Fahrzeuge auch noch rundherum mit frischer Gülle eingesprüht. Verkehrsminister Dobrindt: «So können unsere Gäste ein authentisches süddeutsches Naturprodukt live erleben. Neben unserer grenzenlosen Dummheit, natürlich.» Die Stationen sind nach Dobrindts Parteifreund, dem bayerischen Finanzminister Söder benannt, einem starken Befürworter der Maut. Seinetwegen erwägt die Dudenredaktion die Aufnahme der Wörter «einsödern», «aussödern» und «lossödern» in die neueste Auflage des Nachschlagewerks. Ein Sprecher: «Was sie genau bedeuten, wissen wir noch nicht, aber bestimmt was Grässliches.»

Bahnzwang 

Deutsche Autobahnen darf nur nutzen, wer sich zugleich verpflichtet, für je drei Autofahrten durch Deutschland mindestens einmal auch die Bahn zu nutzen. Vorgeblich aus ökologischen Gründen eingeführt, wird der Bahnzwang dazu führen, dass ausländische Reisende während der zahllosen Streiks in dünn besiedelten Regionen festgesetzt werden, nicht mehr weiterkommen, sich aus Verzweiflung vor Ort niederlassen, sich dann nach einigen Jahren einbürgern – und automatisch von der Maut befreit werden!

Bild:

Leo Fischer

Der ehemalige Chefredaktor vom Satiremagazin «Titanic» schreibt jede Woche einen «Brief von der Heimatfront». Er liefert den deutschen Invasoren in der Schweiz Schlachtpläne, wie sie die deutsche Dominanz in den Universitäten oder dem Gesundheitswesen noch stärker durchsetzen und festigen können. Er wird aber auch seinen Landsleuten mit ordentlich Humor grob aufs Dach hauen.
Mehr von Leo Fischer gibt's bei Titanic

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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    Alle Leser-Kommentare
  • blackde 08.11.2014 09:24
    Highlight Wow. Als Deutscher finde ich es zum Teil lustig. Aber andererseits wirklich traurig. Das Einzige was hier stört ist nur die Planung es über unsere Kfz STEUER für deutsche Bürger zu verrechnen. Aber ist natürlich klar, dass die Parteien sich beschweren, welche wirklich dauernd auf unseren Autobahnen zu sehen sind. Wir schreien "Rassismus!!!"...seltsam - hat der Schweizer gegenüber Ausländern im eigenen Land denn keine Vorteile, sodass er sich wegen einer Maut aufregen muss? Satire hin oder her. Sollte man eventuell mal bedenken. So eine Jahresvignette wird sicher teuer für einen schweizer Hochverdiener mit seinem Firmenwagen (BMW 8er mit 290 ps) da wird es sicher knapp mit dem Taschengeld für die Maut *Vorsicht Ironie*- Ernsthaft. Schreit lieber im Thema Ebola mal auf und bekommt (alle zusammen) den Hintern hoch. :)
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Briefe von der Heimatfront (31)

Warum schmeckt die Schweizer Cola so viel besser? 

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