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Es muss geladen sein. Ununterbrochen. In Deutschland. Bild: watson

Heimatfront

Die Deutschen vor dem Energieaus

21.07.14, 16:30 22.07.14, 09:41

Energiesicherheit ist ein Thema, das die Deutschen umtreibt. Viele bereuen angesichts explodierender Strompreise die Energiewende, wünschen sich wieder explodierende Atomkraftwerke zurück – deren Kosten sind immerhin überschaubar. Zwar ist dank grüner Effizienzinitiativen die Industrie immer sparsamer geworden – doch der Privatverbraucher! Der benötigt mittlerweile unfassbare Energiemengen. Für Handy, Tablet, Zweithandy, Drittakku. Die Versorgung all der technischen Kinkerlitzchen und ihrer ständig schmalbrüstiger werdenden Akkus nimmt heute einen erheblichen Teil der Alltagsplanung ein, ist in seiner Wichtigkeit ungefähr dem Toilettengang vergleichbar. Es muss geladen sein. Ununterbrochen.

Mittlerweile ist es üblich, bei längeren Zugreisen Steckdosenleisten mitzunehmen, damit die Versorgung sämtlicher Endgeräte, ein effizienter Workflow und ein gleitender Übergang zwischen Quartalsbilanz, Facebook und Candy Crush Saga gewährleistet ist. Bei anderen Zugreisenden stossen die energiehungrigen Mobil-Androiden durchaus auf Wohlwollen: Verhandlungen über die einzige Steckdose der Sitzreihe und freundliche Diskussionen darüber, wessen Geräte und Businessprojekte den Saft nun am dringendsten brauchen, ersetzen inzwischen den lästigen Smalltalk über Reiseziel, Wetter und Landschaftsherrlichkeit.

Verhandlungen über die einzige Steckdose der Sitzreihe und freundliche Diskussionen darüber, wessen Geräte und Businessprojekte den Saft nun am dringendsten brauchen, ersetzen inzwischen den lästigen Smalltalk über Reiseziel, Wetter und Landschaftsherrlichkeit.

Und was ist mit der smarten Kontaktlinse, die Google und Novartis derzeit entwickeln? Eine prima Sache eigentlich: Jemand, der an Diabetes erkrankt ist, kann sie sich ins Auge pflanzen; ein Sensor schmeckt den Zuckergehalt des Auges, wahrscheinlich mit einer wirklich sehr kurzen, kaum spürbaren Nadel. Sollte der Insulinspiegel ein bedrohliches Ausmass erreichen, wird dem Patienten vollautomatisch schwarz vor Augen. Die Kontaktlinse ruft in diesem Fall selbsttätig den Notarzt und versetzt dem Träger derweil kleine Stromschläge. So schön diese neue Erfindung für die Erkrankten ist, so wenig wird derzeit über den Energiebedarf der smarten Linsen gesprochen. Denn eins kann schon jetzt als sicher gelten: Der Akku wird einfach nicht ausreichen! Im Stundentakt werden die Träger ihre Linsen in Steckdosen stecken oder ihre Köpfe minutenlang über magnetische Induktionsfelder halten müssen. Wobei natürlich jedes Linsenmodell eine eigene spezielle Induktionsfläche braucht, denn sonst kann es sein, dass das Auge plötzlich ausbrennt. Besonders Entladungs-Paranoide werden sich gleich ein Auge entfernen und durch eine augapfelgrosse mobile Ladestation ersetzen lassen, damit das Linsenerlebnis weiter sorgenfrei und die Energieversorgung sicher ist. In alle Ewigkeit.

Leo Fischer

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Leo Fischer 

Der ehemalige Chefredaktor vom Satiremagazin «Titanic» schreibt jede Woche einen «Brief von der Heimatfront». Er liefert den deutschen Invasoren in der Schweiz Schlachtpläne, wie sie die deutsche Dominanz in den Universitäten oder dem Gesundheitswesen noch stärker durchsetzen und festigen können. Er wird aber auch seinen Landsleuten mit ordentlich Humor grob aufs Dach hauen. Mehr von Leo Fischer gibt's bei Titanic



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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Le_Urmel 30.07.2014 22:04
    Highlight So ein Verräter, er macht die ganze Untergrundarbeit der 5. Kolonne "fuck U Schiller" kaputt, die durch massive Einwanderung von Deutschen die Schweiz übernehmen wollen, nachdem die Schwarzgeldstrategie durch Peitschen-Peer leider massiv konterkariert wurde. Wo kommen diese Leaks nur her ??
    1 0 Melden

Briefe von der Heimatfront (1)

Zum Geleit

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Die Redaktion dieses seltsamen neuen Onlinemagazins hat mich gebeten, hier wöchentlich über Ihre spezifische Problemlage zu schreiben, und da es wirklich ein seltener Glücksfall ist, dass man als Deutscher von Schweizern überhaupt noch zu irgendwas eingeladen wird, habe ich der Bitte guten Gewissens entsprochen. Denn es wird höchste Zeit, dass die deutsche Diaspora in der Schweiz etwas Rückendeckung aus der …

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