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Briefe von der Heimatfront (9)

Putin oder Merkel – wen hasse ich mehr?

21.03.14, 17:41 28.03.14, 15:32

Leo Fischer

Bei der überhitzten Berichterstattung in Sachen Krim fällt es manchem schwer, den Überblick über die Fronten zu bewahren. Gerade aber die Schweiz braucht ein objektives, neutrales Urteil! Testen Sie hier, mit welcher Konfliktpartei Sie insgeheim sympathisieren. 

Was boykottieren Sie zur Zeit?

− Russischen Zupfkuchen, Russisch Brot, Chatroulette. (-1 Punkt) 

− Panzerhaubitzen, U-Boote, Maschinenpistolen. (+1 Punkt)

− Ich kaufe grundsätzlich keine Waren, die in Ländern hergestellt werden, in denen Fleisch gegessen wird. In letzter Zeit ist mir oft etwas schwindlig. (0 Punkte) 

Welche Art Politikerpersönlichkeit schätzen Sie?

− Den eiskalten, undurchschaubaren Machtmenschen, der sich öffentlich als rührendes, ein wenig tapsiges Tantchen/Onkelchen präsentiert. (-1)

− Den eiskalten, undurchschaubaren Machtmenschen, der sich öffentlich als eiskalt und undurchschaubar präsentiert. (+1)

− Ein rührendes, ein wenig tapsiges Tantchen/Onkelchen, das zu Hause vor dem Spiegel eiskalte, undurchschaubare Blicke übt. (0) 

Sie sitzen in einem Züricher Café. Plötzlich werden Sie von einer russischen Oligarchin angesprochen, die das Café gerade gekauft hat und Ihnen die Tasse Kaffee nun für 75 Franken verkaufen möchte. Wie reagieren Sie?

− Ich warne sie, dass sie mit derart aggressiven Dumpingpreisen wohl kaum die Miete wird zahlen können. (+1)

− Ich lasse meinen Kaffee einfrieren und warte auf das Votum der internationalen Gemeinschaft (-1)

− Ich reagiere nicht auf Ausländer. (0)

Unter Freizügigkeit verstehe ich ... 

− ... freien Abzug für Truppen, die sich einer objektiv stärkeren Macht ergeben. (-1)

− ... freien Abzug für Frank-Walter Steinmeier, wenn der sich mal wieder überschätzt hat. (+1)

− ... Toilettenbenutzung auch ohne Verzehrpflicht. (0)

Auseinandersetzungen zwischen Ländern sollten am besten so geregelt werden:

− Wir schicken einen Prominenten hin, der die Sache für geregelt erklärt und dann wieder verschwindet (Klitschko, Jean Ziegler). (0)

− Wir schicken unmarkierte Kämpfer hin und regeln das auf die harte Tour (Krimpatrioten, deutsche Kavallerie). (+1)

− Wir kündigen alle Verträge, schmollen und warten darauf, was die Gegenseite macht. Wenn das Telefon klingelt, gehen wir nicht ran. (-1)

Welcher dieser politischen Forderungen stimmen Sie am ehesten zu?

− Oligarchen sollten Steuererleichterungen erhalten, wenn sie sich um ihr Land verdient gemacht haben (Hoeness, Chodorkowski). (-1)

− Eine Invasion in ein souveränes Land geht gar nicht, ausser wenn dadurch der Lebensstandard der Bevölkerung signifkant gehoben wird (Russen auf der Krim, Deutsche in der Schweiz). (+1)

− Homosexuelle sollten ein eigenes Land bekommen, damit sie uns Normale in Ruhe lassen. Dort können sie von mir aus auch heiraten. (0)  

Auswertung

Leo Fischer

Der ehemalige Chefredaktor vom Satiremagazin «Titanic» schreibt jede Woche einen «Brief von der Heimatfront». Er liefert den deutschen Invasoren in der Schweiz Schlachtpläne, wie sie die deutsche Dominanz in den Universitäten oder dem Gesundheitswesen noch stärker durchsetzen und festigen können. Er wird aber auch seinen Landsleuten mit ordentlich Humor grob aufs Dach hauen.
Mehr von Leo Fischer gibts bei Titanic

-6 bis -4 Punkte

Sie sind ganz klar Putin-Gegner, ja vielleicht sogar ein waschechter Kreml-Kritiker (TM)! Putin mag im Herzen ein guter Mensch sein, aber seine laute, aggressive Grossmachtpolitik passt nicht mehr ins 21. Jahrhundert. Nötig wäre eine leise, zurückhaltende Grossmachtpolitik, wie sie die EU schon seit vielen Wochen glaubwürdig vertritt.

 -3 bis +3 Punkte

Sie sind reflektiert, überlegen und sehr, sehr neutral. Sie gehören zu jenem Drittel der Leute, denen der Dritte Weltkrieg laut einer Umfrage «egal» ist. Mit Recht! Die Menschheit hat schon ganz andere Weltkriege überlebt.

+4 bis +6 Punkte

Sie sind ganz klar Merkel-Gegner, ja vielleicht sogar ein waschechter Reichstags-Kritiker (TM)! Die deutsche Kanzlerin mag im Herzen ein guter Mensch sein, gleichzeitig aber möchte sie Europa in ein Abbild ihrer DDR-Heimat verwandeln: Alles ist grau, wenige kommen rein und keiner kommt raus. Putin und seine politischen Nadelstiche sind die einzige Chance für ein liberales, weltoffenes Europa, die wir haben.

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Wolfsblut_2 21.03.2014 18:23
    Highlight 9X Lesegenuss. 9X Danke.
    6 0 Melden
    • Fräulein Rottenmeier 25.03.2014 00:34
      Highlight Was man leider nicht über den Rest sagen kann.
      0 0 Melden

Briefe von der Heimatfront (31)

Warum schmeckt die Schweizer Cola so viel besser? 

Jüngst bewirtete ich in Frankfurt Freunde mit Produkten, die ich zuvor in der Schweiz erworben hatte. Zur Erfrischung reichte ich Cola, ebenfalls dort erstanden. Als einer der Gäste den Aufdruck «Made in Switzerland» auf den Flaschen sah, ging es los mit dem Geraune: Wie? Ein urkapitalistisches Konsumerzeugnis, Sinnbild der Globalisierung selbst, gibt sich hier den Anstrich eines regionalen Produkts? Ist das nicht eine Verhöhnung all der klitzekleinen Mikrounternehmen, die …

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