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FILE - This undated image frame grab from a video released Friday, Oct. 3, 2014, by Islamic State militants  purports to show the militant who beheaded taxi driver Alan Henning. A British-accented militant who has appeared in beheading videos released by the Islamic State group in Syria over the past few months bears

Hauptmann Al-Funani hielt nichts von Sonnencreme. Bild: Uncredited/AP/KEYSTONE

Der Enthüller

Köpferollen beim IS: Kämpfer töten eigenen Kommandeur – er entsorgte Altpapier in Papiertaschen

03.03.15, 15:40 04.03.15, 11:57

pavel kulicka



Mossul (den). Eine weitere Woche, eine weitere Geschichte über das unbarmherzige Regime des Islamischen Staates. Am Wochenende haben IS-Kämpfer in der nordirakischen Stadt Mossul einen ihrer Kommandeure auf einem Platz im Zentrum der Stadt hingerichtet. «Hauptmann Al-Funani hat es gewagt, am letzten Freitag sein Altpapier in Papiertragtaschen zu entsorgen», sagt der Kämpfer Faisal Fajula, der den Hauptmann nach dessen Verbrechen verhört hat. «Al-Funani hat mir versichert, dass er keine Schnur zu Hause gehabt hätte. Deshalb habe er ein paar alte Aldi-Tragtaschen mit dem Altpapier gefüllt und diese vor sein Haus gestellt.»

Doch Al-Funani hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht. «Unsere Junioren, die jeden Freitag die Altpapier-Runde durch Mossul machen, haben uns auf das Vergehen von Al-Funani aufmerksam gemacht», so Fajula. Er und seine Mitkämpfer haben sofort gehandelt. «Wir vom IS sind ja gmögige Leute, die auch öfters mal ein Auge zudrücken. Aber es gibt Themen, da hört der Spass auf: Bei sichtbaren Knöcheln, Schlagermusik und falschem Recycling ziehen wir die Grenze.»

FILE - In this file image made from video posted on a social media account affiliated with the Islamic State group on Thursday, Feb. 26, 2015, which has been verified and is consistent with other AP reporting, militants take sledgehammers to an ancient artifact in the Ninevah Museum in Mosul, Iraq. Little known to the wider world 18 months ago, the Islamic State extremist group has muscled its way into the international spotlight by carving out a self-declared caliphate in the heart of the Mideast, beheading its opponents and foreign journalists, and attracting radicalized youth as far afield as Paris, London and New York. (AP Photo via militant social media account, File)

IS-Kämpfer recyclen eine alte Statue im Museum von Mossul. Bild: AP/Militant Video

Mohammed legte Wert auf sauberes Recycling

Die Bestrafung für das Recycling-Vergehen hat jedoch laut IS-Gelehrten nichts mit brutaler Willkür zu tun. «Richtiges Recycling ist eine uralte salafistische Tradition, die nicht vielen Menschen bekannt ist», sagt Scheik Mustafa Bin-Hamam. Der 45-Jährige unterrichtet seit sieben Monaten salafistisches Recht an der IS-Klubschule in Mossul. «Liest man in den lange verschollenen Tagebüchern des Propheten Mohammeds, erfährt man, dass Bro-Hammed, wie wir ihn beim IS scherzhaft nennen, ein starker Verfechter von sauberem Recycling war. Wir wollen diese Tradition fortführen und verwerten beispielsweise für unseren neuen, geschlechtergetrennten Wasserpark nur Materialien, die wir aus alten Statuen und Kulturgütern gewinnen. Ich bin mir sicher, Bro-Ham wäre stolz auf uns.»

Der Enthüller

Hart recherchierte Fakten, fundierte Kritik und realistische Analysen? Die gibt es anderswo. Chefredaktor Buzz Orgler und sein Praktikant Pavel Kulicka decken auf, was keiner wissen will. Ob Berichte über einen Schwangerschaftstest fürs iPhone oder mit Zwiebeln verunreinigte Kebabs, die beiden gescheiterten Journalisten sind sich für keine satirische Schlagzeile zu schade. Und schneller als die Wahrheit sind sie noch dazu.

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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