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Wenn aus dem Beziehungsalltag plötzlich Arbeit wird. Bild:kafi freitag



Liebe Kafi, Wahrscheinlich ist das alles eine völlig durchschaubare Midlife Crisis. Ich kann nicht mehr. 

23.11.15, 13:27 23.11.15, 14:38

Ich bin seit zwölf Jahren verheiratet, wir haben einen wunderbaren Sohn, ein sehr anstrengendes gemeinsames Büro. Mein Motto war immer «too much is never enough», Aber jetzt fürchte ich, es holt mich ein und alles riskiert zu eskalieren. Es scheint mir, ich habe keinen Mann mehr sondern nur noch einen Partner. Ich habe keine Energie mehr und sehr grosse Sehnsucht nach Leichtigkeit, Liebe, Frische. Flirte schon wild in der Gegend herum in der Hoffnung einen Ast zu finden, welcher mir einen Entscheid erleichtern könnte. Mein Mann hingegen flüchtet sich ins Kiffen ...  Es kann so nicht weitergehen. Wäre sehr dankbar für einen Ratschlag. Cecille, 38

Liebe Cecille

Auf Ihre Frage könnte ich eine ellenlange Abhandlung schreiben. Aber etwas in mir sagt, dass ich es kurz auf den Punkt bringen muss. Und für gewöhnlich höre ich auf meine innere Stimme. Drum:

Jede Beziehung – und im Speziellen die mit Kind(ern) – kommt früher oder später an diesen Punkt, wenn man nichts dagegen unternimmt. Die Hauptdarsteller sind in diesem Schwank frei austauschbar, die Handlung bleibt sich in aller Regel die Gleiche. Die Zeit und der Alltag nagen an uns Menschen und an unseren zwischenmenschlichen Beziehungen noch mehr.

Sie können sich jetzt an einem Ästli festhalten und sich wie Tarzan aus der Beziehung schwingen, klar. Das verspricht kurzfristig Erleichterung und die von Ihnen gewünschte Leichtigkeit auch. Aber Sie müssen wissen, es wird mit jedem neuen Mann früher oder später so werden. Darum lege ich Ihnen Folgendes ans Herz:

Sehen Sie die momentane Situation als Chance, nicht als Problem. Sie beide sind an einem Punkt angelangt, an dem Sie die Karten Ihrer Beziehung neu mischen dürfen. Werfen Sie alle Themen auf den Tisch und diskutieren Sie den weiteren Verlauf Ihrer gemeinsamen Zukunft. Gut möglich, dass daraus resultiert, dass die Zukunft eben keine gemeinsame mehr ist. Aber selbst dann haben Sie mehr gewonnen, als von einer kurzen Zerstreuung mit einem unbekannten Gewächs. Denn wie auch immer das Ganze weitergehen wird, Eltern Ihres Sohnes werden Sie immer bleiben. Und es ist um ein Vielfaches einfacher, diese Beziehung weiterhin verantwortungsvoll und würdig zu leben, wenn man sich nicht gegenseitig verarscht hat.

Fordern Sie Ihren Mann ein! Holen Sie ihn zurück aus der Gewohnheit des Absinkens im Kiffen und konfrontieren Sie ihn mit Ihren Gefühlen. Das hat er verdient und das sind Sie sich und Ihrem Kind schuldig!

Ganz herzlich, Ihre Kafi.

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Kafi Freitag (40!) beantwortet auf ihrem Blog Frag Frau Freitag Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (Freitag Coaching) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie lebt mit ihrem 11-jährigen Sohn in Zürich.

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Bild: Kafi Freitag

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

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    Alle Leser-Kommentare
  • oldman 01.12.2015 10:01
    Highlight Tolle Antwort von Kafi und auch von B.W. - für mich allerdings viel zu "nett". Meine Kinder haben immer wieder einmal gesagt: "Das Leben ist kein Sugus". Wenn Du Cecille, nachdem Du und Dein Partner in Eure beufliche Zukunft investiert und darob die Arbeit an Eurer Beziehung vergessen habt, meinst, nach anderen "Ästen" (oder was auch immer) greifen zu müssen, finde ich das sehr bedenklich. Eine zwölfjährige Ehe und ein wunderbarer Sohn haben entschieden mehr verdient als Dein Herumgehangel an anderen Ästen. Und ja, auch neue Äste brechen, wenn der aufwachsende Baum nicht gepflegt wird.
    0 0 Melden
  • Bruno Wüthrich 24.11.2015 09:38
    Highlight Zitat Frau Freitag: «Denn wie auch immer das Ganze weitergehen wird, Eltern Ihres Sohnes werden Sie immer bleiben. Und es ist um ein Vielfaches einfacher, diese Beziehung weiterhin verantwortungsvoll und würdig zu leben, wenn man sich nicht gegenseitig verarscht hat.»

    Genau darum geht es !!!

    Wenn das nur immer so einfach wäre...

    Doch: Wer zu diesem Zeitpunkt einer Krise diesen Rat erhält, und ihn nicht wenigstenns versucht, zu befolgen, dem ist definitiv nicht mehr zu helfen.
    7 0 Melden
  • koks 23.11.2015 23:35
    Highlight cecille, wenn dir die antwort von kafi nicht so passt, so empfehle ich die rubrik 'promotion' von watson, da wird dir geholfen.
    9 0 Melden
    • Gritzvogel 24.11.2015 10:03
      Highlight Mein Rat: macht fixe Sextermine ab. Die müssen ebenso strikte eingehalten werden wie Termine vom Steuerprüfer oder der AHV Kontrolle. Tönt zwar zuerst grausam unromantisch, aber ihr werdet sehen, es klappt!

      Und falls nicht war der Geldaufwand (Therapeuten und andere Schwaflis) minim, und eure Zeit hättet ihr auch noch viel doofer vertublen können. (Golf, Walking, etc.)

      Bei uns hat's geklappt und ich bin darob sehr glücklich und dankbar!
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FRAGFRAUFREITAG

Liebe Kafi Freitag. Was mache ich falsch? Ich schreibe für ein Internet-Start-up satirische Nachrichten.  

Wenn mir meine Mutter jeweils die Wäsche vorbeibringt, schwärmt sie davon, wie lustig meine Artikel sind. Trotzdem wird der ganze Dreck von LikeMag oder Heftig.co viel häufiger angeklickt. Gegen herzige Tiervideos von Ponys habe ich einfach keine Chance. Soll ich auch über jeden Link schreiben «OMG, du glaubst nicht, was als nächstes passiert!!!?» Ist der Klick im digitalen Medienzeitalter wirklich die einzige Währung? Wie gehen Sie mit dem Druck um? Herzlichst, Ihr Buzz Orgler PS: Falls das mit d

Lieber «der Enthüller» oder lieber Enthüller? Ich bin grad ganz konfus ob Ihrem Namen, mein Lieber. In einem Land, in welchem man Satire bold und pink als «Falschmeldung» deklarieren muss, damit man nicht mit Anzeigen eingedeckt wird, kann man es gar nicht richtig machen. Ausser eben mit Katzenbildli und Tiervideos. Oder höchstens vielleicht noch mit einem Gefäss, in welchem dank einer Überdosis Opportunismus heute über die Ausbeutung von Näherinnen in Bangladesch oder …

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