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Kafi, gezeichnet. kafi freitag

Du bist auf der Suche nach einer einfachen Lösung? Dann klick woanders!

Liebe Kafi. Sag, wohin reist man, wenn man Ferien von sich selbst braucht? Anne-Sophie, 27

29.06.17, 12:19 30.06.17, 07:38

Liebe Anne-Sophie

Manch eine/r würde sich jetzt sehr über eine Liste mit hübschen Destinationen freuen. Aber ich denke, dass Sie genau wissen, dass Sie diese hier nicht bekommen werden. Die Menschen, die mir schreiben und mich um Rat fragen, suchen nicht nach einer naheliegenden Antwort. Die bekommen sie gratis von der besten Freundin oder in den Kommentarspalten des World Wide Webs. Doch leider sind es selten die einfachen Antworten, die zur Lösung führen. Trotzdem werde ich immer wieder um einfache Lösungen gebeten. Der Wunsch, nach dem leichten Weg ist tief in uns verankert. Und gleichzeitig wissen wir genau, dass wir um die Ecke denken und zwischen den Zeilen lesen müssen, wenn wir uns weiter entwickeln wollen.

Meine Aufgabe ist es nicht, es jemandem einfach zu machen, sondern höchstens ein paar wichtige Weichen zu deblockieren.

Sie fragen nach Ferien von sich, liebe Anne-Sophie. Und genau dort liegt das Problem. Das Konzept Ferien ist an sich schon ein Denkfehler. Es ist schön und gut, wenn man verreisen möchte, um etwas Neues zu sehen und auf frische Gedanken zu kommen. Aber die meisten Menschen fahren weg, weil sie sich selber nicht mehr aushalten, oder das Leben, in dem sie sich befinden. Sie sind auf der Flucht vor sich selber und wundern sich, dass auch das schönste Fünf-Sterne-Hotel und der exotischste Ort der Welt kein Asyl vor sich selbst bieten.

Anstatt in sich selbst nach der Antwort zu suchen, buchen sie Flüge an ferne Orte und posten Bilder von hübschen Infinitypools. Dort sitzen sie dann zwei Wochen und baden in der Illusion, sich neu erfunden zu haben und sich gleichzeitig aus dem Weg zu gehen. Aber kaum zu Hause angekommen merken sie, dass die Fassade bröckelt und die Unzufriedenheit wieder einzieht. Die Selbsttäuschung bleicht aus, wie es die Ferienbräune tut. Und zurück bleibt Leere, die man mit dem Buchen des nächsten Urlaubs zu füllen versucht.

Natürlich können Sie das auch so handhaben, Sie wären mit dieser Art des Wegschauens in bester Gesellschaft, es ist ein einfacher und sehr beliebter Weg. Aber irgendetwas sagt mir, dass Sie bei mir nach einer anderen Lösung suchen. Und die werden Sie bei mir kennenlernen.

Es geht im Leben nicht darum, vor sich wegzulaufen und sich von sich selber zu erholen, sondern darum zu lernen, sich selber auszuhalten. Das ist keine einfache Sache und es gibt keinen geteerten Weg dahin. Aber die Reise ist Teil der Antwort, der Weg ist das Ziel. Wenn Sie wie ich für ein Leben gewählt wurden, das Sie immer wieder mit Grenzen konfrontiert und Sie immer wieder dazu zwingt, über diese hinauszuwachsen, dann müssen Sie früher oder später eine Strategie finden, nicht daran zu zerbrechen. Das ist eine Thematik, mit der sich nicht jeder Mensch auseinandersetzen muss. Viele können durch ihr Leben gehen, ohne damit konfrontiert zu werden. Die seelische Bandbreite ist nicht genormt und es wird viele geben, die nicht verstehen, wovon ich hier schreibe. Das ist keine Frage der Intelligenz und keine des Intellekts. Und es ist auch kein elitäres Konzept, das es zu erreichen gilt. Es ist frei von Wertung und Qualifikation, sondern schon eher eine Bürde, die man sich nicht ausgesucht hat, die man aber trägt oder daran zerbricht. Es ist nicht ganz einfach in Worte zu fassen, worüber sich die Parameter definieren, aber ich verlasse mich darauf, dass die betroffenen Menschen genau wissen, dass sie gemeint sind. Und ich verlasse mich darauf, dass ich Ihre Frage richtig deute.

Finden Sie den für Sie stimmigen Weg, um sich nicht verloren zu gehen. Die Welt ist sehr schnell und die Welt ist sehr laut. Es ist ein Leichtes, die eigene Stimme im Gewirr der Meinungen nicht mehr zu verstehen. Suchen Sie in sich den Ort, der Ihnen eine Akustik bietet, in der Sie auftanken und sich wieder hören können. Ich weiss, dass es heute 1001 Kurse und Weltanschauungen gibt, die Ihnen eine Abkürzung dorthin versprechen. Und es mag sein, dass manche Menschen eine Methodik und ein Lehrbuch brauchen, um sich auf diese Reise zu machen. Aber in Tat und Wahrheit brauchen Sie kein Yoga und kein Schweigeseminar, um die Antwort zu finden. Sie brauchen keine Weltreise und Sie brauchen keinen Lehrer, der Sie angeblich an der Hand nimmt und führt. Das alles mögen wertvolle Gehhilfen sein, aber in letzter Konsequenz kann Ihnen niemand den Weg abnehmen.

Sie tragen in sich einen Raum, der Ihnen all das bietet, was Sie suchen. Diesen werden Sie finden, sobald Sie die Balance zwischen Geben und Abgrenzen gefunden haben. Die Balance zwischen Liebe und Selbstliebe. Und den Mut, manchmal konsequent nur für sich selber da zu sein, um Energie zu tanken für das Engagement für andere. Viele Menschen missverstehen diesen Akt als Egoismus. Aber das ist es nicht. Es ist ein tiefes Verständnis darüber, dass man aus einem leeren Brunnen kein Wasser schöpfen kann. Es ist das wahre Prinzip von Liebe.

Ich weiss, dass ich Ihnen mit meinen Worten keine klare Anleitung gegeben habe. Das mache ich bekanntlich selten, weil ich weiss, dass eine Lösung, auf die man selber kommt, viel wertvoller und nachhaltiger ist, als eine, die man auf dem Silbertablett überreicht bekommt. Die Lösung liegt nie ausserhalb von einem, sondern immer innerhalb. Darum verweigere ich mich der plakativen einfachen Antworten und zwinge meine Leserschaft zum Nachdenken. Manchen missfällt dieser Aufwand, sie wollen nicht auch noch selber arbeiten müssen, sondern fordern vorverdaute Patentrezepte. Die Tatsache, dass man gewisse Fragen genau mir stellt und nicht einem Automaten für Flüssigbrei bestätigt mich aber darin, dass ich auf dem richtigen Weg bin, und ich werde auch künftig nicht davon abweichen. Im Wissen darum, dass es nicht meine Aufgabe ist, es jemandem einfach zu machen, sondern höchstens ein paar wichtige Weichen zu deblockieren.

Ich hoffe sehr, dass es mir bei Ihnen gelungen ist, liebe Anne-Sophie. Bleiben Sie sich treu und lernen Sie, sich auszuhalten. Dann sind Sie auf dem richtigen Weg.

Alles Liebe! Ihre Kafi

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Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (Freitag Coaching) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie lebt mit ihrem 12-jährigen Sohn in Zürich.

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
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49Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gummibär 02.07.2017 18:40
    Highlight "Aber die meisten Menschen fahren weg, weil sie sich selber nicht mehr aushalten, oder das Leben, in dem sie sich befinden. Sie sind auf der Flucht vor sich selber etc.
    ****
    Ich hoffe doch sehr, dass diese Aussage auf einer "dèformation professionelle" von Frau KafiFreitag beruht, die offenbar häufig mit Leuten zu tun hat die mit sich selbst nicht zu Rande kommen.
    Man kann in neuer Umgebung durchaus auch gute neue Erkentnisse über sich selbst gewinnen. Beispiel:
    Hot-shot Head of Finance macht 6- Monate Kurs als Game Warden im Addo Elephant Park. Die Frau ist nicht wieder zu erkennen ....
    3 1 Melden
  • rodolofo 02.07.2017 11:39
    Highlight Das mit der Deblockierung finde ich sehr wichtig!
    Und wie erreichen wir eine Deblockierung?
    Nur mit echter, mitfühlender und darum auch EMOTIONALEN Anteilnahme!
    Wer sie nicht aufbringen kann, der lasse besser die Finger davon!
    Ein "professionelle" Ratschläge mögen noch so praktisch und wohl überlegt sein, sie werden "Opfer" nicht erreichen, sondern eher noch tiefer in ihr Elend hinein treiben.
    Aber man kann gewisse Psychologische "Fachleute" auch nicht daran hindern, ihren sadistischen Neigungen nachzugeben, so wenig, wie man Geier davon abhalten kann, über einem verletzten Tier zu kreisen...
    2 3 Melden
  • Vio Valla 01.07.2017 10:49
    Highlight Ich verstehe diese Antwort mehr als Antwort auf die Kritik die Frau Kafi für ihre letzten beiden Artikel bekam... Ähm ja was soll ich sagen, will man die üblichen Beziehungs/Lebenstips lesen, dann hat man hier wohl wirklich nichts zu suchen. Ist auch ok so :)
    9 3 Melden
  • Tilman Fliegel 30.06.2017 13:37
    Highlight Soso, die meisten von uns machen völlig falsch Ferien. Nach dem Satz hatte ich keine Lust mehr weiter zu lesen.
    8 17 Melden
  • Menel 30.06.2017 08:03
    Highlight Einfach mal Ferien in sich selbst machen 😊

    18 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 30.06.2017 07:55
    Highlight Am meisten beeindruckt haben mich folgende Zeilen:

    "Die seelische Bandbreite ist nicht genormt und es wird viele geben, die nicht verstehen, wovon ich hier schreibe. Das ist keine Frage der Intelligenz und keine des Intellekts. Und es ist auch kein elitäres Konzept, das es zu erreichen gilt. Es ist frei von Wertung und Qualifikation, sondern schon eher eine Bürde, die man sich nicht ausgesucht hat, die man aber trägt oder daran zerbricht. Es ist nicht ganz einfach in Worte zu fassen, worüber sich die Parameter definieren..."
    17 3 Melden
    • Spooky 01.07.2017 20:33
      Highlight @Gelöschter Benutzer
      Genau diese Passage ist mir auch aufgefallen. Frau Freitag hat eben mehr auf dem Kasten, als ein paar Leser glauben.
      4 1 Melden
  • Spooky 30.06.2017 05:31
    Highlight Und sowieso. Am Ende geht es immer nur um das Rätsel der Sphinx. Wer das Rätsel nicht löst, muss noch eine Runde drehen.
    6 2 Melden
  • acvodad 29.06.2017 22:34
    Highlight Find ich gut, nur:
    Warum wird das immer gleich als Flucht gedeutet? Man darf doch auch mal eine Auszeit nehmen.
    16 1 Melden
  • The Origin Gra 29.06.2017 21:37
    Highlight Man kann nicht vor sich selbst fliehen.
    Manche können kurzzeitig den eigenen Lärm im Innern zum Schweigen bringen doch das geht nicht ewig.

    Der Schmerz holt einem immer wieder ein
    15 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 29.06.2017 19:25
    Highlight Das Selbst muss auch genährt werden von intellektueller Auseinandersetzung. Ohne diese kann es sein, dass man nur Leere findet.
    8 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 29.06.2017 18:31
    Highlight Hierfür braucht es die De-Digitalisierung.
    13 1 Melden
  • béast 29.06.2017 18:13
    Highlight der ganze aufsatz in einem satz:
    wohin du auch gehst - du bist schon dort.
    20 1 Melden
  • Zeit_Genosse 29.06.2017 15:42
    Highlight Vielleicht sind wir auch nur da um zu sein. Das gilt es dann wirklich auszuhalten, wäre da nicht noch der Schein, den es für viele mit aller Kraft zu nähren gilt, damit man mehr ist als man ist. Sich selbst zu genügen ist ein Anfang um ehrlich zu teilen und damit ein Teil von mehr zu sein.
    25 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 29.06.2017 18:37
      Highlight Ja, das Paradigma des sich ständig Entwickeln-Müssens ist sehr geprägt von einer leistungsorientierten Gesellschaft.
      16 0 Melden
  • HAL9000 29.06.2017 15:08
    Highlight Wer Ferien zur Flucht aus Alltag und Person braucht.
    Braucht Veränderung in Alltag und Person.
    Ausser man flüchtet gerne und steht auf den Entzug der Flucht.
    Anpacken ist nötig um was zu verändern.
    17 1 Melden
    • The Origin Gra 29.06.2017 21:38
      Highlight Man kann nicht ewig Fliehen, was einem auch verfolgt, es holt einem eines Tages immer ein
      4 1 Melden
  • Bruno Wüthrich 29.06.2017 14:45
    Highlight Ich anerkenne, dass sich Frau Freitag immerhin wieder einmal Mühe gegeben hat.

    Doch der lange Aufsatz trieft nur so von Allgemeinplätzen und Wiederholungen. Und er öffnet der Blogerin ein Hintertürchen (bzw. -tor - oder ist es gar ein Notausgang?). Denn künftig haben nämlich einfach wieder die Leser versagt.

    Von jetzt an sind die Kritiker nämlich die, die den einfachen Weg wollen und nicht sehen, was Frau Freitag meint. Und die Blogerin ist bei jedem ihrer Beiträge (auch bei den schwachen) fein raus.

    Doch so wird es nicht laufen.
    32 46 Melden
    • Spooky 29.06.2017 18:22
      Highlight Ich finde das eine sehr gute Antwort von Frau Freitag, weil sie Anne-Sophie keinen billigen Rat gibt, sondern ihr einen Spiegel vorhält, worin Anne-Sophie möglicherweise sich selber - oder ihre Situation - besser erkennen kann.

      Herr Wüthrich, es ist ja okay zu kritisieren, aber manchmal habe ich das Gefühl, dass Sie mit Leidenschaft das Haar in der Suppe suchen.
      47 8 Melden
    • Zeit_Genosse 29.06.2017 18:50
      Highlight Nur so aus Gwunder Herr Wütrich. Sie steigen der Kafi ja regelmässig, eigentlich immer, steil auf mit Kritik. Darf man etwas über die Motivation wissen? Wir sind ja hier unter uns ;)
      24 6 Melden
    • Bruno Wüthrich 29.06.2017 20:21
      Highlight @ Spooky & Zeit_Genosse

      Ich finde meine Kritik auch in diesem Fall völlig angemessen. Dabei schrieb ich ja nirgends, der Beitrag (bzw. der Rat an sich) sei schlecht.

      Es ist ja noch gar nicht so lange her, da schrieb die Blogerin von sich selbst, sie schreibe - aufgepasst! - «unglaublich feinfühlig und vielschichtig».

      Wollen Sie mir jetzt vorwerfen, wenn ich für einmal eine Kritik an etwas anbringe, das möglicherweise dem Einen oder Anderen nicht gleich beim ersten Durchlesen in die Augen springt?

      Zudem: Haben sie in all den Allgemeinplätzen einen gefunden, den Sie nicht kannten?

      14 24 Melden
    • JaneSoda 29.06.2017 21:34
      Highlight Was wäre Herr Wüthrich ohne Kafi Freitag?
      20 8 Melden
    • Bruno Wüthrich 29.06.2017 22:35
      Highlight @ JaneSoda

      Was wäre ich denn Ihrer Meinung nach?
      9 7 Melden
    • Pasionaria 29.06.2017 23:06
      Highlight B. Wüthrich hat in Go.... eh, des Bloges Name halt erneut Recht.

      Schon der Titel ist wiederum eine Ueberheblichkeit sondergleichen. Der Text hätte durchaus einiges auf sich, aber warum immer diese Selbsterhöhung?

      Nun, Madame Kafi bietet auch diesmal nicht einfache Lösungen für Kommentarnulpen an, sondern......was für welche?
      Weiss Madame Coachin wirklich nicht, dass komplexe Probleme immer nach einfachen Lösungen suchen? Wurde ihr dies bei ihrer Ausbildung nicht mitgegeben?
      16 20 Melden
    • pamayer 29.06.2017 23:55
      Highlight Vermutlich um einige Anregungen "ärmer"...
      Aber immer noch der selbe.
      6 0 Melden
    • Spooky 30.06.2017 03:01
      Highlight
      @Wüthrich
      "Es ist ja noch gar nicht so lange her, da schrieb die Blogerin von sich selbst, sie schreibe - aufgepasst! - «unglaublich feinfühlig und vielschichtig»."

      Das ist eben dein Problem. Du bist unglaublich verbohrt. Jede Frage ist im Moment gestellt, und jede Antwort erfolgt im Moment. Wenn ich zum Beispiel mit dir zusammen ein Bier trinken würde, würde ich dir das Gegenteil davon erzählen als zu einem Kumpel von einer Stunde vorher, mit dem ich ebenfalls ein Bier getrunken und über die gleiche Sache diskutiert hätte. Mit jedem Menschen redet man anders.
      16 4 Melden
    • Zeit_Genosse 30.06.2017 07:58
      Highlight Wir könnten uns alle in Kontingenz üben. Es geht nicht um recht haben wenn alle recht haben, sondern um zu verstehen, warum jemand etwas tut oder eben sein lässt. So ist die relative Wahrheit dynamisch und bleibt offen für Anknüpfungspunkte.
      3 0 Melden
    • Bruno Wüthrich 30.06.2017 09:15
      Highlight @ Spooky

      Eine eigentlich gute Antwort, aber auf die falsche Frage. Sie schreiben vom Opportunismus. Doch bei mir ist dies anders. Ich erzähle nicht hier das Eine und anderswo etwas ganz anders. Je nachdem wähle ich aber eine andere Formulierung.

      Wo wollen Sie mir überhaupt ein Problem «unterjubeln». Ich habe keine Probleme mit Opportunisten. Ich weiss ja, dass die meisten Menschen so sind und kann damit umgehen.

      Ich habe jedoch Frau Freitag noch nie als Opportunistin bezeichnet. Der zittierte Satzteil (unglaublich feinfühlig und vielschichtig) erachte ich als ein unglaubliches Eigenlob.
      7 14 Melden
  • der_senf_istda 29.06.2017 14:30
    Highlight falls du immer noch eine einfache Antwort suchst: Alkohol.
    24 15 Melden
    • pamayer 29.06.2017 23:53
      Highlight Haschisch
      Serien
      Schokolade
      Workaholic
      Jesus
      Buddha
      Opiate
      Fitness
      TV
      Zucker
      PS Boliden
      Pornographie
      Opiate

      undnochvielesmehr.
      18 0 Melden
    • Lichtblau 02.07.2017 19:54
      Highlight Opiate sind doppelt erwähnt. Mit Absicht?
      4 0 Melden
    • pamayer 02.07.2017 23:24
      Highlight Danke fürs bemerken.
      Nein.
      Einfach drauflos geschrieben. Nüchtern.
      Mich selbst aushalten. Was mir zur Zeit Recht gut gelingt. Worüber ich sehr dankbar bin.
      Echt jetzt.
      3 0 Melden
    • Lichtblau 03.07.2017 22:27
      Highlight Verstehe. Danke für die Antwort.
      2 0 Melden
    • caro90 17.07.2017 12:22
      Highlight Mir fehlen in dieser Auflistung die Pychedelika. LSD und Psylocybine können hilfreich sein. Aber Achtung: Auch das kann ziemlich rütteln. Und für labile Personen kanns gefährlich sein. Weil man sich unumkehrbar reinsteigern kann. Sind aber mögliche und oft wirksame (wenn auch illegale) Wege gegen die Verdrängung und für die Erkenntnis.

      Generell hat die Liste quasi nur Punkte aufgeführt, welche die Symptome des Problems lindern sollen (Flucht, Verdrängung und Betäubung) und keine, welche das Ziel näher bringen sollen (die Konfrontation mit sich selbst und seinen Illusionen). Ist wohl Absicht.
      2 0 Melden
  • lilie 29.06.2017 13:57
    Highlight Ferien von sich selbst! Einer meiner Lieblingsträume.

    Ich halte die Fragestellerin für intelligent genug zu wissen, dass dies nirgends im Aussen zu finden ist.

    Ich denke, ein guter Weg kann sein herauszufinden, was denn das Leben mit einem selbst so anstrengend macht.

    Bei mir ist es z.B. mein Hang, mich zu wenig gut abgrenzen zu können.

    Wenn ich also Ferien von mir brauche, sage ich für ein paar Tage alle unnötigen Termine ab und meide andere Menschen. So gerate ich nicht in Stress, mich abgrenzen zu müssen.

    Ein Widerspruch?

    Ja. Deshalb funktioniert es vermutlich ja auch.
    28 1 Melden
    • The Origin Gra 29.06.2017 21:44
      Highlight Ich verfüge über die Fähigkeit, meine Gedanken zum Schweigen zu bringen oder einfach zu Überhören.
      Lange konnte ich für ein paar Stunden entweder Real oder in der Fantasie fliehen, mich quasi aus allem davonstellen.

      Doch das was mich Verfolgt hat immer den längeren Atem als ich und mich nun Eingeholt.

      Darum suche ich nach dem Ort der absoluten Stille indem ich dann hoffentlich auch innere Ruhe finde.
      Bis jetzt blieb meine Suche Erfolglos
      5 1 Melden
    • Yoshuan 30.06.2017 18:52
      Highlight @ origin gra
      zazen ist eine möglichkeit, die vergangenheit nah dis nah 'aufzulösen'. (die verdrängten emotionen kommen portionsweise hoch- so, wie sie verarbeitet werden können.)
      kein leichter weg, aber in sich selbst wird geklärt..es wird leichter, ruhiger..
      4 0 Melden
  • Confused Dingo #teamhansi (an intolerant asshole) 29.06.2017 13:33
    Highlight Wieder mal ein Toller Beitrag seitens Kafi.

    Gerade in der heutigen Zeit ist es schlichtweg zu einfach, vor sich selbst zu flüchten.
    Das Problem ist aber, dass die Leere und die Unzufriedenheit, damit nur überdeckt wird.
    26 7 Melden
  • oldman 29.06.2017 13:06
    Highlight Wieder einmal eine gute Antwort Kafis. Sehr richtig das mit "Ausserhalt" und "Innerhalb". Seltsam ist nur, dass ich mich auch hier wieder frage, wieso liest Kafi ihre Antworten nicht selbst (und beherzigt sie)?
    12 19 Melden
  • N. Y. P. 29.06.2017 12:37
    Highlight Einverstanden.

    Etwas stört mich aber.

    Kafi : Es geht im Leben nicht darum, vor sich wegzulaufen und sich von sich selber zu erholen, sondern darum zu lernen, sich selber auszuhalten.

    Ich würde es so formulieren :
    ... sondern darum, sich selber zu finden, gelassen zu werden, an kleinen Dingen Freude zu haben.
    45 5 Melden
    • bisibi 29.06.2017 13:28
      Highlight schön N.Y.P. - sehr schön... meine Gedanken waren stets "ich muss lernen mich auszuhalten"....das stimmt einen sehr negativ für dieses Vorhaben.
      Ansonsten bin auch ich einverstanden. Wiedermal eine gute Antwort, Kafi.
      14 1 Melden
    • The Origin Gra 29.06.2017 21:45
      Highlight Lernen an kleinen Dingen Freude zu haben? Und wenn dieses Freuen schmerzen verursacht?
      1 2 Melden
    • N. Y. P. 29.06.2017 23:59
      Highlight Freuen verursacht Schmerzen ?
      4 0 Melden
    • The Origin Gra 30.06.2017 06:44
      Highlight Nein alles was Freude macht kann Schmerzhaft sein
      2 1 Melden
    • The Origin Gra 30.06.2017 12:02
      Highlight @N.Y.P.: Wenn ich Depressionen habe und ich z.B. eine Blume sehe die mir gefällt oder eine Überwältigende Szenerie irgendwo in den Bergen, tut das Weh, richtig Schmerzen von Innen.

      Sagt mir dann noch jemand: "Freu Dich doch auch mal an den kleinen Dingen!" kommen nebst dem Schmerz noch Selbstvorwürfe usw. hinzu.

      Es wäre schön wenn man sich immer an allem schönen Freuen könnte, doch das trifft nicht immer für alle Menschen zu :(
      Menschen die (zum Glück) nie Depressionen oder dergleichen hatten, können sich das zuweilen schwer Vorstellen doch es ist leider so.
      6 0 Melden
    • bisibi 30.06.2017 14:29
      Highlight The Origin Gra - dann wünsche ich dir viel Kraft für die Zukunft.
      3 0 Melden
    • N. Y. P. 30.06.2017 15:34
      Highlight @The Origin Gra.

      Viel Kraft wünsche ich Dir, dass Du da wieder rausfindest.

      Wenn ich beim Wandern einen wirklich, wirklich schönen Ausblick antreffe, halte ich an und geniesse und werde vielfach melancholisch.

      Danke für Dein ausführliches Beschreiben.
      3 0 Melden
    • The Origin Gra 30.06.2017 16:36
      Highlight @N.Y.P: Ich arbeite daran, das sich etwas Grundlegend Ändert. Wie andernorts geschrieben, die Puste geht langsam aus.

      Danke für die Guten Wünsche an N.Y.P und bisibi :)
      Und die Beschreibung... Ich habe verstanden, das es für ein Gegenüber nicht immer einfach ist, zu verstehen was ich Ausdrücken möchte, Generell. Eines meiner Ecken, ich Rede bin aber im Kopf schon 10 Sätze weiter und Satz 6 - 9 fällt dann komplett unter den Tisch :D Natürlich mit der Folge das mein Gegenüber keinen Plan hat was ich mit Nr. 10 Sagen möchte ;D
      Darum versuche ich von Anfang an Präzise und Ausführlich zu Reden
      2 0 Melden
    • N. Y. P. 30.06.2017 19:12
      Highlight Kleiner Tipp, @The Origin Gra

      Ein guter Kollege leidet phasenweise unter Depressionen. Sein Leid hat er ungefähr 20 Leuten im Umfeld mitgeteilt und er tauscht sich regelmässig mit diesen 20 aus.

      Er kann nie nein sagen.

      Er ist für alle da.

      Er ist zu lieb.

      Ich habe ihm gesagt, mein Kopf würde so auch explodieren.

      Ich an ihn : Teile Dein "Leid" mit nur mit Deinen 3 wichtigsten Menschen. Sag nein. Sei nicht für alle da. Sei egoistischer.

      Ich sei der einzige in seinem Umfeld, der ihn nicht verhätschelt. Er mag das. Es bringt ihn weiter.

      Evt. hilfts ein bischen

      3 0 Melden

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