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Das ultimative Überfrauenmenü: Schnecken aus dem Tiefkühler. 
Kafi freitag

Liebe Kafi. Ich bin von zuhause ausgezogen und wohne nun mit meinem Freund, dessen Bruder und der Freundin des Bruders in einer WG. 

Was mir zu schaffen macht, ist die Freundin des Bruders. Sie ist eine Über-Frau. Ich koche eigentlich leidenschaftlich gerne. Aber sie ist ein sehr eifriger Mensch und hat immer schon Pläne für das nächste Essen etc. Ich sage dann nichts mehr und lasse sie machen. Auch sonst ist bei ihr immer alles picobello. Das nagt an meinem Selbstvertrauen. Was soll ich tun? Mina, 23

18.07.16, 16:13 19.07.16, 13:26


Liebe Mina

Was Sie tun sollen? Dem Leben für diese Lernaufgabe danken! Was Sie hier im Rahmen einer geschützten Werkstatt erleben, werden Sie noch sehr oft erleben, bis zur Bahre, so würde ich mal sagen. Es wird immer jemanden geben, der etwas besser kann oder zumindest so tut. Es wird immer jemanden geben, der eifriger und erfolgreicher ist als Sie. Oder zumindest so tut. Daran müssen Sie sich schleunigst gewöhnen.

Wie, fragen Sie? Indem Sie sich Ihrer Stärken und Vorzüge bewusst werden und sich nicht in einen Vergleich mit anderen begeben. Menschen, die sich allzeit mit jemandem vergleichen, bleiben ihr Leben lang Verlierer. Aus oben genannten Gründen. Darum würde ich an Ihrer Stelle sofort damit aufhören und mich stattdessen fragen, was das Ganze mit mir zu tun hat. Warum triggert Sie das Verhalten dieser Mitbewohnerin so? Was macht es mit Ihnen? Wenn Sie diesen Fragen etwas nachgehen, dann werden Sie schnell merken, dass es allein Ihr Thema ist und mit dieser Frau nicht viel zu tun hat. Sie ist nur Projektionsfläche. Und unter dem Strich Ihre Lehrerin, weil Sie Ihnen unbewusst die Chance gibt, an sich zu arbeiten. Denn einmal mehr heisst die Lösung: Selbstliebe!

Darum: Danken statt nerven!

Herzlich. Ihre Kafi

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Kafi Freitag (40!) beantwortet auf ihrem Blog Frag Frau Freitag Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (Freitag Coaching) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie lebt mit ihrem 11-jährigen Sohn in Zürich.

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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23
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23Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Lopsi 19.07.2016 17:14
    Highlight Ich geh der Freundin vom Bruder von meinem Freund aus dem Weg. WG scheint mir keine gute Idee.
    7 2 Melden
  • Pasionaria 19.07.2016 16:46
    Highlight 2/2 ....
    Nein, Mina, ich würde an Ihrer Stelle zuerst mit Ihrem Freund reden und ihm klipp und klar Ihre Wahrnehmung schildern, die ihm sicherlich auch nicht entgeht. Wenn er nicht bereit ist, eine Lösung gemeinsam mit Ihnen zu finden, dann ist es auch nicht der richtige Partner. Jedenfalls lassen Sie sich nicht mit dieser Situation das Leben versauern, das haben Sie nicht nötig. Vorallem verbringt man ja sehr viel Zeit in der Wohnung, und dort ist der Ort, wo man sich wohl fühlen soll.
    Viel Glück beim Aendern der Situation.
    15 20 Melden
    • guby 20.07.2016 15:02
      Highlight Das Leben ist kein Ponyhof. Hier muss ich Kafi rechtgeben. Es gibt keinen "Safe space", wer Wettbewerb nicht akzeptieren kann landet früher oder später auf dem Abstellgleis. Denn genau so funktioniert unsere Gesellschaft nun mal.
      7 16 Melden
    • Lichtblau 20.07.2016 21:37
      Highlight Sind wir nicht während vieler Stunden täglich dem Wettbewerb ausgesetzt? Und gibt es nicht überall - im Job und offenbar auch im Liebesleben (Stichwort unverbindliche "Beziehungen" auf Abruf) - massiv viel mehr Mitbewerber als noch vor ein paar Jahren? Irgendwo sollte doch jeder einen Rückzugsort haben, an dem er sich nicht abstrampeln muss. Und ich würde sagen, das ist die eigene Wohnung.
      16 0 Melden
    • guby 21.07.2016 09:03
      Highlight @ Lichtblau: Ja. Aber halt nur wenn man nicht in einer WG wohnt. Sonst ist dieser Rückzugsort nur noch das eigene Zimmer.
      3 2 Melden
    • gelesen 21.07.2016 10:22
      Highlight Mina, nehmen Sie sich das was Pasionaria sagt, zu Herzen. Man muss sich nicht überall im Leben (gegen jemanden oder viele) behaupten.
      Und dieser dumme Ponyhof (das Leben ist kein Ponyhof - sssssss, ui, ui, ui) Auswurf, ist eh für die Füchse.
      5 1 Melden
  • Pasionaria 19.07.2016 16:43
    Highlight 1/2
    Kafi, entschuldigen Sie, aber Ihre Antwort finde ich total daneben. Eigentlich erwartete ich von Ihnen etwas mehr Einfühlungsvermögen gegenüber Menschen, die ein Problem haben und an Sie gelangen.

    Nicht von ungefähr hat ein anderer Blogger Sie, Kafi, eine Ueberfrau genannt. Genau so kommen Sie mir mit Ihrer Antwort auch vor.
    Merken Sie wirklich nicht, dass es sich bei Mina um eine zurückhaltende, etwas schüchterne junge Frau handelt? Das erste Mal im Leben auf eigenen Füssen, und dann landet sie bei einer derart dominanten Mitbewohnerin.


    30 14 Melden
  • Spooky 18.07.2016 23:03
    Highlight @Mina23
    Was diese Über-Frau mit dir macht, ist Mobbing in Reinkultur. Gegen Mobbing kann man nichts machen. Verschwinde darum so bald wie möglich aus dieser WG, bevor du einen seelischen Schaden bekommst. Du kannst in dieser WG nichts lernen. Ich spüre aus deinen Zeilen, dass du zu intelligent bist für diese WG.

    Vergiss, was Kafi Freitag von "Projektionsfläche" faselt! Das ist kalter Kaffee. Diese Gedankenspiele in Bezug auf Projektionen sind schon lange nicht mehr gültig. Dein "Lehrerin", die Über-Frau, wie Kafi Freitag behauptet, ist dir intelligenzmässig hundert mal unterlegen.
    17 77 Melden
    • Nordurljos 19.07.2016 08:56
      Highlight @ Spooky wo siehst du denn in ihren Zeilen genau das Mobbing?
      34 2 Melden
    • Süffu 19.07.2016 09:58
      Highlight Was ein tristes Leben, wenn man so etwas als Mobbing ansieht. Das würde ja heissen allem und jeder/jedem aus dem Weg zu gehen, der etwas besser kann oder mit mehr Leidenschaft ausübt als man selber. Ein Leben versunken in künstlichem Narzissmus.
      30 4 Melden
    • Spooky 19.07.2016 14:05
      Highlight @Nordurljos. Mina wird in dieser WG total isoliert. Ihr Freund steht nicht zu ihr, er ist ein Waschlappen, denn Mina kann mit ihren Sorgen nicht zu ihm gehen - darum muss sie ja zu Kafi Freitag gehen. Der Bruder ist der Freund der Überfrau. Die Überfrau hat die Kontrolle übernommen und Mina zu einer Unterfrau gemacht: Mina wagt es nicht einmal mehr zu fragen, ob sie kochen dürfe, obwohl sie das leidenschaftlich gerne täte. Falls Mina in dieser Situation verharrt, wird sie gnadenlos unter die Räder kommen. Das bisschen Selbstvertrauen, das sie noch hat, wird sie auch noch verlieren.
      9 16 Melden
    • Nordurljos 19.07.2016 14:21
      Highlight @ Spooky meinst du nicht, dass sich Mina einfach nicht getraut anzumelden dass sie auch mal gerne kochen würde, weil sie annimmt, dass die über-frau sowieso besser kochen kann? Vielleicht wäre das problem schon gelöst wenn sie einmal etwas sagen würde? Vielleicht ist die über-frau ja auch total frustriert, weil sie das gefühl hat allen hinterherräumen zu müssen und sich nie jemand am kochen usw beteiligt (weil nicht getraut)?
      15 3 Melden
    • Spooky 19.07.2016 16:30
      Highlight "Vielleicht wäre das problem schon gelöst wenn sie einmal etwas sagen würde?" Ja, klar, du hast vollkommen recht, das wäre am Besten. Aber Mina ist unter 3 Trampeltiere geraten, und lässt sich zertrampeln. Sie schreibt: "Ich sage dann nichts mehr und lasse sie machen." Warum sagt sie nichts mehr? Weil sie weiss, dass sie in der Minderheit ist. Drei Trampeltiere gegen eine feinfühlige Frau. Drei Trampeltiere, die nicht einmal mitbekommen, dass Mina eine leidenschaftliche Köchin ist. Ich möchte einfach nicht, dass hier ein feinfühliger Mensch von drei Holzköpfen verheizt wird.
      5 10 Melden
    • Nordurljos 19.07.2016 17:22
      Highlight Ja ich gebe dir gerne zu 50% recht, wissen wie es genau ist, tun wir beide ja nicht :) Aber da sie sich ja zumindest eines der Trampeltiere (nämlich ihren Freund) ausgesucht hat, kann sie ja auch versuchen sich gegen diese zu wehren, und für ihre Bedürfnisse einzustehen. Im Endeffekt bringt dies oft mehr, als einfach so die Segel zu streichen.
      3 1 Melden
    • guby 20.07.2016 15:04
      Highlight Wer nicht für sich selbst einstehen kann kommt sowieso früher oder später unter die Räder. Musste ich auch lernen. Darum: Flucht ist für mich keine Lösung.
      3 4 Melden
  • pamayer 18.07.2016 21:37
    Highlight Ja, das leben schenkt einem lernplätze à discretion. Manchmal geht's lockerer, manchmal... na ja... knorzt's lange, scheinbar ewig.
    Ausweichen und ablenkung bringt auch nichts, ausser vielleicht suchterfahrung, wo wir bereits beim nächsten lernplatz sind.
    Such is life.

    Wie ray anderson für seine tochter sang: 'no life has ever been easy...'
    18 0 Melden
  • Nordurljos 18.07.2016 17:54
    Highlight Oh wäre das schön wenn ich eine picobello mitbewohnerin hätte, die alles aufräumt und sogar noch znacht kocht :) *träum*
    58 0 Melden
    • Bloody Mary 19.07.2016 07:04
      Highlight Das war auch mein erster Gedanke :)
      Traum-WG
      28 1 Melden
  • Ms Sowieso 18.07.2016 16:24
    Highlight Wirklich ein gute Antwort, bin sonst nicht so Fan von Kafi Freitag! Aber das sollte sich jeder zu Herzen nehmen.
    38 7 Melden

FRAGFRAUFREITAG

Liebe Kafi, ich finde deine Antworten so wundervoll, dass ich nun selbst mein Glück versuche, in der Hoffnung eine eigene zu bekommen. Mir fällt es schwer, meine Angst zu überwinden.   

Ich kenne meine Ziele und arbeite hart dafür, weil ich weiss, was auf dem Spiel steht. Aber wenn es dann wirklich drauf ankommt, verschwindet mein Selbstvertrauen und vor lauter Angst zu versagen, passiert genau das – und zwar volle Kanne! Es ist wie eine Blockade in mir und obwohl ich weiss, dass ich eigentlich schon etwas draufhabe, denke ich dann im entscheidenden Moment doch "Nein". Ich will es wirklich und versuche mich immer selbst zu motivieren, aber es gelingt mir einfach nicht, an mich selbst

Liebe Minerva  Angst ist irgendwie das Gegenteil von Mut. Und fast alle Menschen schwärmen romantisch für den Mut, aber wirklich mutig sind die allerwenigsten. Sie sind also in bester Gesellschaft. Die meisten mutigen Menschen, die ich kenne, haben sich diesen Charakterzug in früher Kindheit aneignen müssen, weil sie in irgendeiner Form unter die Räder gekommen sind. Wenn Sie heute über wenig Mut verfügen, heisst das darum vermutlich auch, dass Sie in Ihrer Kindheit keine Strategien …

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