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Es gibt nie nur eine Sicht auf die Dinge. kafi freitag

Mein Ex-Geliebter hat Sex mit 3 anderen Frauen. Soll ich es seiner Frau sagen?

Hallo Frau Freitag, ich bin in einer Zwickmühle: habe meinen Ex-Geliebten, dem ich immer noch gelegentlich begegne, getroffen, und er hat mir ganz stolz erzählt, dass er sich nach unserer gemeinsamen Zeit vor 4 Jahren den Frauen gegenüber geöffnet hat, und sich momentan neben seiner Ehe regelmässig mit drei anderen Frauen trifft (inkl. Sex). Darf ich seiner Frau, die ich kenne, einen Hinweis geben? Es verletzt auch mich sehr, und ich spüre eine sonderbare Solidarität zu dieser Frau. Was soll ich tun? Nadia, 39

23.11.16, 12:31


Liebe Nadia

Spannend, was Ihre Frage bei mir ausgelöst hat. Ich habe sie etwa 5-mal gelesen und war mir dennoch nicht ganz sicher, was Sache ist. Es gibt mindestens 3 Versionen, die ich aus ihr lesen kann. Und darum habe ich sie kurz noch meiner Freundin und bevorzugten Beraterin Sara vorgelesen, welche zu einer gänzlich anderen Auslegung gekommen ist, als ich. Vor diesem Problem stehe ich sehr oft und ich muss mich dann jeweils für eine Leseart entscheiden im Wissen darum, dass es niemals die einzige sein wird und ich vermutlich nicht selten daneben liege mit meiner Interpretation der Dinge. Aber nun sagen Sie, meine LeserInnen, wie Sie die Sachlage deuten würden?

Für mich war anfangs klar, dass Sie mit diesem Mann ebenfalls hinter dem Rücken seiner Frau geschlafen haben und nun von Eifersucht getrieben sind und versuchen, Rache zu nehmen, indem Sie mit der Betrogenen eine Interessengemeinschaft bilden. Aber dann kamen mir plötzlich Zweifel, und ich war mir nicht mehr sicher, ob es die Ehefrau zum Zeitpunkt Ihrer gemeinsamen Geschichte überhaupt schon gab oder ob Sie Ihren Freund mit diesem Geliebten betrogen haben und ihn darum als Ex-Geliebten bezeichnen.

Und schlussendlich gibt es ja auch noch die Möglichkeit, dass Sie einfach nur eine Affäre miteinander hatten und keiner daneben eine feste Beziehung. Dann wären Ihre Gefühle der Ehefrau gegenüber nämlich vollkommen anders gefärbt, als wenn Sie sie ebenfalls betrogen hätten. Sie können sich vielleicht denken, dass jede dieser Versionen eine andere Antwort von mir bekommen würde.

Da ich aber auch nicht allwissend bin und meine Antworten auch immer nur meine Gedanken und mein Wertesystem abbilden frage ich Sie einfach mal zurück: Was würde es Ihnen denn bringen, es der Frau zu sagen. Und was denken Sie, würde es dieser bringen? 

Mit gutem Gruss. Ihre Kafi

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Kafi Freitag (40!) beantwortet auf ihrem Blog Frag Frau Freitag Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (Freitag Coaching) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie lebt mit ihrem 11-jährigen Sohn in Zürich.

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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23Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Tomtom64 25.11.2016 13:16
    Highlight Für alle die meinen, sie solle es der Ehefrau ihres Ex-Geliebten sagen: Was wenn er ihr (Nadia) gegenüber nur den grossen Macho spielen wollte und angegeben hat?
    13 1 Melden
    • E. Regiert 25.11.2016 14:10
      Highlight Ein Schritt weiter: Spielt es überhaupt eine Rolle, dass er das erzählt hat?
      Sie könnte ihn so oder so bei seiner Ehefrau anschwärzen, egal ob es stimmt, egal, ob er das gesagt hat.
      Wer Zwietracht säen will, der findet immer eine Geschichte die verfängt.
      18 0 Melden
  • margritli 25.11.2016 08:36
    Highlight ja, unbedingt sagen! ich würde es auf alle fälle wissen wollen ... wenn sies schon weiss is es kein problem ... aber wenn nicht is es das allerletzte, respektlos und unfair ... jemanden zu betrügen und zu belügen ... da stiehlt man dem betroffenen lebenszeit, die der betroffene anderst verbringen würde ... ich weiss nicht wie man mit sich selbst leben kann wenn man sowas tut ...
    17 34 Melden
    • Poke2016 22.01.2017 11:53
      Highlight Find ich auch. Hört den Zivilcourage auf bei der Ehe von anderen? Darf man seine Werte, wenn auch die meisten Leser hier solche scheinbar nicht mehr haben, nicht an den gehörnten Mann/Frau oder zuerst den/der Seitenspringer bringen dürfen? Sonst stellt man sich auf die Seite des Cheaters, und das sagt viel aus über die eigene Einstellung. Fragt ihr eure PartnerInnen auch: bist du noch treu? Scheint ja total rhetorisch, denn erstens würde es sie/er nicht sagen, zweitens wäre es ja einem egal (oder wäre man dann doch gerne auf einen Hinweis von aussen erpicht)?
      0 0 Melden
  • Tilman Fliegel 24.11.2016 21:35
    Highlight Also ich habe angenommen, der Ex- Geliebte hat erst nach der Beziehung mit der Fragestellerin geheiratet.
    20 2 Melden
    • Tikvaw 25.11.2016 09:01
      Highlight Habe ich auch so herausgelesen. Bleibt also die Standardfrage: Soll man es erzählen, wenn man mitbekommt das jemand betrügt oder nicht. Meine persönliche Meinung ist eher Nein, vor allem wenn die betrogene Person nur eine Bekanntschaft und nicht eine sehr gute Freundin ist. Und gerade wenn man selber mal mit dem Betrüger zusammen war, kann man schnell zum Bösen werden im Sinne von "du willst nur unsere Beziehung zerstören, weil es mit euch damals nicht geklappt hat".
      25 2 Melden
  • Ms. Pond 24.11.2016 09:32
    Highlight Nein, auf gar keinen Fall. Misch dich niemals in die Ehe anderer Leute ein. Vielleicht ahnt oder weiss es seine Frau sogar und hat sich dafür entschieden, wegzusehen oder akzeptiert es. Wenn man sie damit konfrontiert, dann bringt man sie unter Umständen in eine dumme Situation. Sie muss dann reagieren. Sie wird bloss gestellt. Ich würde so etwas höchstens bei meiner Schwester oder besten Freundin machen.
    89 7 Melden
  • Nicnicole1 23.11.2016 23:51
    Highlight Wäre das mein Exfreund: Ich würde IHM als erstes mal meine Meinung sagen. Und ihn selber fragen, wann und warum er eigentlich aufgehört hat, ein aufrichtiger Mann zu sein, und so ein armes, verlogenes Würstchen geworden ist? Wäre das meine Ex-Affäre (und wir hätten seine Ehefrau auch schon zusammen betrogen - und dafür spricht hier in der Tat einiges), würde ich meine Anwandlung von Solidarität mal in aller Ruhe hinterfragen. Und ich würde mich selber abklopfen und wissen wollen, wann und warum ich selber aufgehört habe, aufrecht zu sein, und so ein armes, verlogenes Brötchen geworden bin.
    121 10 Melden
    • E. Regiert 25.11.2016 14:19
      Highlight Wirklich verlogen ist er ja nicht, sonst hätte er es nicht frei heraus erzählt.
      Gut möglich, dass seine Ehefrau ihm diese Freiheit lässt.
      Zu den Geliebten: es gibt Frauen, die bevorzugen es ganz bewusst, die Geliebte eines verheirateten Mannes zu sein.
      In diesem Fall kennen wir das Arrangement nicht. Ich gehe darum davon aus, dass alle Beteiligten glücklich sind, so wie es ist. Dass Aussenstehenden dies evtl. nicht gefällt, ist unerheblich. Einzugreifen würde nur schaden.
      8 3 Melden
  • Spooky 23.11.2016 19:28
    Highlight Nadia soll sich nicht in das Leben ihres Ex-Geliebten mit seinen 4 Frauen einmischen. Das geht sie nichts mehr an. Sie soll einen Schnitt machen und die Vergangenheit ruhen lassen und sich auf ihre eigene Gegenwart konzentrieren. Alles andere ist Kindergarten.
    110 5 Melden
  • satyros 23.11.2016 17:41
    Highlight Was hat das vergangene Verhältnis der Fragestellerin zu ihrem Exgeliebten überhaupt mit dem richtigen Verhalten jetzt zu tun? Dabei geht es doch nur darum, unsere Neugier zu befriedigen. Eine richtige Antwort gibt es m.E. ohnehin nicht. Eine Einmischung in eine fremde Beziehung (Ehe) gehört sich nicht. Komplizin beim Fremdgehen zu sein auch nicht. Am Schluss geht es wohl darum, mit wem der Beiden die Fragestellerin in Zukunft noch befreundet sein möchte. Die Geschichte wird eh rauskommen, wenn der Typ drei Geliebte hat und damit auch noch bei Freundinnen seiner Frau hausieren geht.
    43 2 Melden
  • Ophelia Sky 23.11.2016 17:08
    Highlight Aus meiner Sicht hatte sie eindeutig eine Affäre mit ihm vor 4 Jahren. So wie es tönt hatte er zu diesem Zeitraum nur Sex mit ihr (und ev. der Ehefrau).

    Ich denke Ehrlichkeit ist am besten. Wenn sie die Ehefrau kennt, dann sollte sie es ihr sagen. Ihm kann sie ja beim nächsten Treffen auch sagen, dass sie es sagen wird / gesagt hat und dass es sie verletzt hat, dass er vor ihr von seinen Eroberungen prahlt.

    Auch wenn sie die Ehefrau vor 4 Jahren betrogen hat, jetzt ist sie reifer kann zur Wahrheit stehen!
    10 68 Melden
    • Tomtom64 25.11.2016 13:12
      Highlight Und wem genau ist damit geholfen?
      9 2 Melden
    • Poke2016 22.01.2017 11:41
      Highlight • Der Ehefrau, sie erkennt dann was wirklich lief und kann ein neues Leben beginnen (wenn's sie's weiss, ist ja ok). • Nadia, da sie zu ihrem Fehlverhalten einstehen kann von damals. • Ihm, damit dieser seine Untaten mit ev. weitern, verheirateten Frauen, die ebenfalls • Familien haben wo wahrscheinlich er nichts weiss), mal stoppen! Sieht man das nicht so, dann ist man wohl selber so ein Schwein. Kafi antwortet zu solchen Fragen immer in diesem Sinne: Ausleben solche untreuen Kicks! Gibt ihr was zu schreiben, aber so ist's zu spät für Ehetherapie, dafür für den Scheidungsanwalt - gibt Umsatz.
      1 0 Melden
  • 8004 Zürich 23.11.2016 16:58
    Highlight Ja, alles sehr vage formuliert. Also kann man nur interpretieren..
    Nadja schreibt: "habe meinen Ex-Geliebten (...) getroffen." Sie schreibt nicht von "einem Geliebten", sondern drückt sich so aus "mein Exmann". Oder "mein Exfreund", womit i.d.R. die letzte und/oder aber die wichtigste Beziehung in der Vergangenheit gemeint ist. Sonst schreibt man "ein". Wenn man die Wahrscheinlichkeit in Betracht zieht, ob jemand mit 39 wirklich erst einen Geliebten gehabt hat (und auch dann finde ich diese Ausdrucksweise speziell, weil sie keine Distanz schafft, die man bei Fickgeschichten eigentlich mag)..
    13 1 Melden
    • 8004 Zürich 23.11.2016 17:14
      Highlight …oder ob dann halt dieser Geliebt für sie eben doch nicht nur ein Geliebter, sondern eben doch etwas mehr war, würde ich eben zu Zweitem tendieren. Dafür spricht auch ganz klar der nächste Satz („nach unserer gemeinsamen Zeit“).
      Ich gehe auch eher davon aus, dass diese Affäre schon während dieser Ehe passierte; ansonsten hätte sie das wohl schlichtweg erwähnt (wer will schon fälschlicherweise als „die andere Frau“ wahrgenommen werden). Und ansonsten hätte es ihr auch dieser Mann nicht erzählt: Wenn ich meine Freundin betrügen würde, wem würde ich das wohl am ehesten erzählen? ...
      9 2 Melden
    • 8004 Zürich 23.11.2016 17:16
      Highlight ...Jemandem, mit dem ich KEINEN Scheiss gebaut, bzw. nur „Erlaubtes“ gemacht habe oder jemandem, mit dem ich „unter der Decke stecke“? Dass sie es nicht richtigstellt, bedeutet für mich, dass sich am ehesten so zugetragen hat. Und dass sie sich dafür nicht doch rechtfertigt, dafür, dass es für sie eben mehr war als eine Affäre. Ich denke, sie sah sich damals auf der Ebene der Ehefrau (dafür spricht auch diese plötzliche Solidarität, die natürlich pseudo ist; aber dennoch denke ich, dass eine Person, die NUR zerstören will, sich anders ausdrücken würde. Dennoch besteht hier auch die ...
      9 2 Melden
    • 8004 Zürich 23.11.2016 17:16
      Highlight …Möglichkeit eines „bloss“ besonders scheinheiligen Selbstbetrugs.)
      Dazu kommt, dass ich denke, dass sich Nadja sich noch Hoffnungen gemacht hat. Anfangs konnte ich mit der Formulierung („dem ich immer noch gelegentlich begegne“) nichts anfangen. Aber ich denke, das impliziert sie damit. Denn normalerweise beschränkt man sich auf die wesentlichen Informationen, wenn man den beschränkt Platz hat und den auch nutzt, also war es für sie wohl wesentlich, dass sie ihn immer noch ab und an sieht. Nun, diese Hoffnung dürfte sich für Nadja in diesem Moment erledigt haben.
      7 2 Melden
    • 8004 Zürich 23.11.2016 17:18
      Highlight Ich würde Nadja folgenden Ratschlag geben:
      Falls Du den Mann einer anderen Frau vernascht hast, und Du damit wirklich was tun musst, geh‘ Dich entschuldigen. Sprich nur von dem, was Du getan hast, der Rest klärt sich dann schon auf (wenn Dir das auch ein Bedürfnis sein sollte. Aber sollte es das?).
      Und wenn es Dich verletzt, musst Du Dir so Zeugs nicht anhören. Wenn er Dich das nächste Mal mit solchen Geschichten belästigt, machst Du darauf aufmerksam, dass Du mit seinen heutigen Aktivitäten nichts zu tun haben willst.
      16 2 Melden
    • satyros 23.11.2016 17:43
      Highlight Ich bezeichne alle meine Exfreundinnen als meine Exfreundinnen. Wie soll ich sie sonst nennen - ausser vielleicht bei ihrem Namen, was in einer öffentlichen Beratungsanfrage wohl nicht so klug wäre.
      18 0 Melden
    • 8004 Zürich 23.11.2016 18:46
      Highlight Ja natürlich, es sind ja auch Deine Exfreundinnen. Aber stell Dir vor, Du gehst mit jemandem in eine Bar und siehst dort eine Deiner X Exfreundinnen. Gehen wir davon aus, dass es nicht Deine grösste Liebe war und auch nicht Deine letzte Beziehung.
      Sagst Du dann "das ist MEINE Exfreundin" und nicht "das ist EINE Exfreundin von mir"?
      Das fände ich etwas komisch. Bei bloss einem Geliebten halt noch mehr - im Quadrat.

      Mein Ex-Geliebter, mein Ex-Geliebter, wer will schon so anhänglich tönen? Und so, als ob man nur einen Geliebten, keine Auswahl gehabt hätte?

      Jetzt geh' ich mich hinterfragen ;-)
      12 3 Melden
    • daenu 25.11.2016 06:40
      Highlight Uff endlich.
      7 3 Melden

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Ich finde es natürlich richtig, dass ein Kind eine Beziehung aufbauen kann ausserhalb der Familie. Ich finde aber, dass es in die unreflektierte «weil es sich gehört»-Schublade gehört und Zwangsersatz dafür ist, dass solche Beziehungen hierzulande oft nicht natürlich entstehen. Von mir wird erwartet, dem Neffen (dem Gottekind) Geschenke zu machen und mich ihm zuzuwenden, nicht aber seinem Bruder. Das Gotti quasi als exklusive Berechtigung zum Beziehung-Aufbauen. Regula, 37

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