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Schulhausfest im Zürcher Kreis 4.   Bild:kafi freitag

Liebe Kafi. Ich arbeite bei einer KESB ...

Ich bin selbst Mutter von zwei Teenies, habe langjährige Berufserfahrung in schwierigsten Bereichen. Mir gefällt die Herausforderung, trotz grosser Widrigkeiten mit den Klienten eine tragfähige Lösung zu finden. Ich mag Menschen und bin immer aufs Neue interessiert an ihren Biographien und der Suche nach deren Ressourcen. Nun merke ich, wie die neuste Berichterstattung zur Arbeit der KESB massiv an meiner Motivation zu nagen beginnt. Wir setzen uns täglich mit Überzeugung für Menschen ein, die sich selbst nicht mehr helfen können. Wenn Kinder platziert werden müssen, machen wir uns dies alles andere als einfach und tun dies nur, wenn alles andere nicht adäquat der Gefährdung entgegenwirken kann. Auch müssen wir uns mal die Tränen «verklemmen». Unsere Schreibtische quellen über vor Akten und wir versuchen, die Prioritäten richtig zu setzen und nichts zu verpassen. Zu lesen, wir wollten die Sozialindustrie füttern, seien abgehobene Behördenmitglieder ohne gesunden Menschenverstand und holten uns Befriedigung daraus, Kinder zu platzieren, sind weit, weit weg von unserer Realität. Es macht mich manchmal stinkhässig. Wie kann ich einen Umgang mit diesen gehässigen Kommentaren, hetzerischen Politikerreden und unausgegorenen Berichterstattungen finden, ohne meine Freude zu verlieren und ständig das Gefühl zu haben, mich für meine Arbeit rechtfertigen zu müssen? Bettina, 48



Liebe Bettina 

Manchmal – es kommt nicht allzu oft vor – habe ich das Bedürfnis, eine Kolumne zu schreiben, ganz ohne Frage. Weil mir etwas auf dem Herzen brennt oder ich eine Meinung loswerden möchte. Die letzten Tage ging es mir so. Ich hätte gerne etwas zur KESB geschrieben. Aber ich habe keine Plattform dazu, respektive will ich mir gar keine neue erschliessen, habe ich doch schon genug damit zu tun, die bereits vorhandenen zu bespielen.

Darum habe ich mich über Ihre Frage von heute Morgen so sehr gefreut. Sie kam wie bestellt und ich bin dankbar dafür, dass ich mich nun doch noch zu diesem Thema äussern kann. Und das will ich nun auch tun: 

Ich möchte Ihnen danken, liebe Bettina. Ihnen und allen anderen Mitarbeitern der KESB, die diesen furchtbar anspruchsvollen Beruf ausüben, Tag für Tag. Denn wenn ich auch der Berichterstattung folge und immer mal wieder etwas über Ihr Aufgabengebiet lese, so kann ich doch nur erahnen, was es bedeuten muss, solche Entscheidungen zu treffen. Es gibt ein paar wenige Jobs auf dieser Welt, bei denen man es eigentlich nur falsch machen kann. Weil man, wann immer man es richtig macht, nichts darüber erfährt. Sie können nie wissen, ob die Fremdplatzierung eines Kindes die richtige Lösung war. Wenn aber ein Drama passiert, dann wird offensichtlich, dass man es hätte anders machen sollen. Eine undankbarere Aufgabe gibt es vermutlich nicht.

Sie und Ihre Kollegen werden an den Fällen gemessen, in denen etwas schief läuft. Über all die Arbeit, die einem Kind oder der ganzen Familie zugute kommt, wird dagegen nie gesprochen. Ich stelle mir das wahnsinnig frustrierend vor. Und trotzdem ist es so wichtig, dass sich Menschen wie Sie für diese Aufgaben entscheiden.

Viele Leute haben keine Vorstellung davon, was in gewissen Familien vor sich geht. Sie leben in ihrem Elfenbeinturm auf der rosa Wolke und schon nur der Gedanke, dass man ein Kind lieber in die Obhut eines Heims oder einer Pflegefamilie gibt, weil es dort bessere Chancen hat, gesund gross zu werden, sprengt das Denken. Wenn man dann aus dieser Position der heilen Welt heraus darüber liest, dass das KESB ein Kind aus einer Familie nimmt, dann kann man es nur böse finden. Das wiederum ist nicht böse gemeint. Es ist einfach nur ein Zeichen für die eigene Unfähigkeit, sich in solche Familiensituationen hineinzudenken. Ein Unvermögen, nicht mehr, nicht weniger. Sich vorzustellen, dass ein Kind von den eigenen Eltern misshandelt wird oder im elterlichen Haushalt verwahrlost, passt nicht in unser Denkschema. Was nicht sein darf, ist nicht.

Da fällt es einem einfacher sich vorzustellen, dass die Fremdplatzierung aufgrund uneiniger Erziehungsmaßnahmen stattgefunden hat. "Aha, die Mutter kommt aus einem anderen Kulturkreis und erzieht die Kinder nicht nach gängigem Schweizer Schema." Es kann eine Verharmlosung geschehen, die den Schutz der eigenen Psyche bewirken soll. Man will sich noch nicht einmal vorstellen, was der wirkliche Grund dahinter ist. Es fehlen einem die Bilder und man will sie auch gar nicht finden. Das ist für die Wahrnehmung Ihrer Arbeit eine denkbar schlechte Ausgangslage, aber sie ist dennoch zutiefst menschlich.

"Was nicht sein darf, ist nicht."

Letzte Woche war ich zu Besuch im Anne-Frank-Haus in Amsterdam. Als ich, gequetscht zwischen Hunderte anderer Besucher, durch die enge Wohnung geführt wurde, hörte ich Dinge wie: "Sie hatten wenigstens einen warmen Platz hier und wurden versorgt". Dass sie schlussendlich, bis auf den Vater alle gestorben sind, wurde geflissentlich ausgeblendet. Als Natascha Kampusch nach vielen Jahren Gefangenschaft freikam, las und hörte ich des Öfteren, dass sie ja eigentlich recht gut versorgt war, da unten im Keller. Sie hatte Essen und Fernsehn. Was es bedeuten muss, als kleines Kind in der totalen Einsamkeit und ohne Licht in einem Keller aufzuwachsen, will man sich einfach nicht vorstellen. Man will diesen Gefühlen keinen Platz einräumen, zu schrecklich und unfassbar sind sie. Das sind jetzt natürlich zwei sehr extreme Beispiele, aber sie veranschaulichen den Umgang mit solchen Informationen sehr gut. Der Mensch will sich am Guten festhalten, weil er Angst hat, das andere nicht zu verkraften. Das bewirkt die bereits erwähnte Verharmlosung, welche jeden Job in diesem Bereich einfach nur schwierig macht.

Sie verschliessen Ihre Augen nicht. Sie sehen hin, wo andere nicht hinsehen wollen. Und Sie übernehmen Verantwortung und treffen Entscheidungen, die in den meisten Fällen auf wenig Verständnis stossen. Dafür braucht man ein verdammt dickes Fell. Wenn man dann noch von aussen angeschossen und angefeindet wird, dann macht es das Ganze nicht einfacher.

Ich sehe Ihre Leistung, liebe Bettina. Ich sehe Ihr Bemühen und ich fühle Ihre Verzweiflung und ich kann Ihnen sehr gut nachempfinden, wenn Sie den Bettel immer wieder mal hinwerfen möchten. Ich kann Ihnen leider kein Rezept in die Hand drücken, wie Sie damit leichter umgehen können. Natürlich könnte ich Ihnen etwas über die Stärkung innerer Ressourcen schreiben. Dass es wichtig ist, dass Sie sich Gutes tun. Über die Vorteile einer regelmässigen Supervision. Aber im Unterschied zu ganz vielen Menschen können Sie am Abend nicht einfach zum Telefon greifen und mit der besten Freundin über das Erlebte reden.

Was mir bleibt, ist Ihnen von Herzen zu danken. Ihnen und all Ihren Arbeitskollegen, die ihren Job in diesen widrigen Zeiten nach bestem Wissen und Gewissen ausführen. Welche die Menschen hinter den Akten sehen und nach Lösungen suchen, welche stimmig sind. Sie machen eine unbeschreiblich wichtige Arbeit. Und erhalten dafür kaum Anerkennung oder Wertschätzung. Von mir sollen Sie diese heute bekommen.

Meinen aufrichtigen Dank dafür. Hoffentlich können Sie mir nachsehen, dass ich keinen guten Rat für Sie auf Lager habe. Sie haben sich für einen Beruf entschieden, für den man nie einen Dank erhält und der trotzdem so unendlich wichtig ist. Bitte behalten Sie dieses Wissen immer im Herzen.

Ihre Kafi.

Fragen an Frau Freitag? ​ 

Hier stellen! 

Kafi Freitag (40!) beantwortet auf ihrem Blog Frag Frau Freitag Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (Freitag Coaching) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie lebt mit Ihrem 11 jährigen Sohn in Zürich.

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Bild: Kafi Freitag

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55Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 31.07.2016 20:19
    Highlight Highlight Alles in allem ein bisschen viel Gejammer von Bettina, andererseits ein bisschen viel Lob von Kafi Freitag.

    Aber ich spüre, dass Bettina ein guter Mensch ist. Darum rate ich ihr: Engagiere dich nicht allzu fest! Lass die Not nicht allzu fest an dich herankommen. Die meisten Sozialarbeiter wollen einfach nur gut verdienen. Sie sind in der Mehrheit, vor allem beim Management. Sobald sie merken, dass du dich emotional und menschlich zu fest engagierst, wirst du gemobbt und entlassen werden. Darum: Wenn du es cool nimmst und locker, kannst du beim KESB bleiben und vielen Leuten helfen.
    • Jill Tonic 09.11.2016 14:13
      Highlight Highlight Ich finde deine Aussage zu den Sozialarbeitern absolut unfair. Zeig mir doch bitte eine Statistik zu den "meisten" Sozialarbeitern die das nur machen wegen dem Verdienst. Wenn man gut verdienen möchte wird man Manager in der Privatwirtschaft und ganz sicher nicht Sozialarbeiter!
  • Spooky 30.07.2016 08:05
    Highlight Highlight Hallo Bettina
    Wieviel verdienst du pro Jahr oder pro Monat oder pro was auch immer bei der KESB?
    • Hugo Wottaupott 24.11.2016 05:59
      Highlight Highlight hängt vom "arbeitsaufwand pro klient ab"
    • Spooky 24.11.2016 06:26
      Highlight Highlight Genau so ist es. Absahnung pur. Diese Sozialarbeiter verdienen sich eine goldene Nase. Ohne arbeiten zu müssen.
  • hausi5252 06.03.2016 13:57
    Highlight Highlight Auch ich habe mit der KESP äusserst unangenehme Erfahrungen gemacht, weil mein Vermieter, gegen den ich vor Bundesgericht
    einen Prozess gewonnen habe, mich dort mit total erlogenen Tatsachen gemeldet hat. Die KESP hat mich nicht einmal kontaktiert, weil mein Vermieter ein ehemaliger Promianwalt und Multimillionär ist. Dank meinem Anwalt (ein Freund von mir), der schon die Fichenaffäre im Kanton Zürich erledigt hat, ist die Sache jetzt endlich erledigt. Nach 2 Jahren.
    Hätte ich ihn bezahlen müssen hätte mich das ruiniert.
    Die meissten die in die Mühlen der KESP kommen haben eben diese Möglichkeit nicht.
  • Sem 18.10.2015 23:16
    Highlight Highlight Der Torwart hat einen undankbaren Job. Ganz egal wie viele Schüsse er mit spektakulären Paraden hält, lässt er einen Ball durch, nimmt man es ihm übel. So ist es im Spiel des Lebens, Du kannst nicht alle gesellschaftlichen Geschosse aufhalten. Wichtig ist, dass Du nach dem Spiel in der Garderobe in den Spiegel schauen kannst, dir den Dreck von den Schultern klopfst und dich daran erinnerst, zu wie vielen Siegen Du der Mannschaft verholfen hast.
  • Boni_m 05.08.2015 12:24
    Highlight Highlight In welchem Beruf, der in der öffentlichen Arbeit tätig ist, wird man nicht nach den schlechten Fällen beurteilt? (Polizei, Schule, Politik...) Das gehört dazu. Alle haben damit Leben gelernt. Jetzt trifft es die arme KESB auch noch...
    Ich wünsche der KESB, dass sie diese Medienaufmerksamkeit positiv umwandeln kann, ihre Prozesse und Abläufe überprüft, optimiert und danach ihren Job weiter macht...
  • Clandy Clandestin 04.08.2015 18:30
    Highlight Highlight aus: https://www.facebook.com/matthias.bertschinger/posts/1090383340989057

    Die Leute, die im KESB arbeiten, hätten tatsächlich Verantwortung zu tragen, JA! Aber sie nehmen diese Verantwortung offensichtlich nicht wahr. Im Gegenteil, sie vernachlässigen ihre Verantwortung! Eine Schande. Solche Leute wie Bettina gehören nicht ins KESB. Sie sind schlicht und einfach dafür nicht geeignet; sie sind verantwortungslos und untragbar!

    (Begründung siehe oben im Facebook-Link)
  • Rostic 04.08.2015 12:17
    Highlight Highlight Liebe Kafi,
    besser du äusserst dich nicht zu Sachen wo du keine Ahnung hast. Und einfach über alles etwas Muttermilch spritzen, hat noch selten geholfen.
    Liebe Bettina, das du bei der Kesb gelandet bist war ein grosser Fehler. Kündigen! Die Kesb ist das Resultat einer langjährigen Fehlentwicklung im Sozialwesen, die damit begann, das man den langjährigen, oft Laien Sozialbetreuern der Gemeinden wegen fehlender Ausbildung (Akademisierung) die Kompetenz absprach und zugleich die Anforderungen so verschärfte, das sich kleine Gemeinden keine Sozialstellen mehr leisten konnten.
    • Rostic 04.08.2015 12:39
      Highlight Highlight Diese waren dann gezwungen sich zu Regionalverbänden zusammen zu schliessen (Fusionitis), wo sie nichts mehr zu sagen haben und den Kontakt zu "ihren" Leuten verloren ging. Genau die Nähe und Wärme braucht es aber damit Leute die Unterstützung brauchen Hilfe bekommen die Ihnen nützt. Die Kesb und andere Sozialpolizeien sind völlig kontraproduktiv, verwalten die Leute jahrelang anstatt ihnen zu helfen, sind arrogant und unmenschlich. Das Hinweise von Nachbarn das Kinder alleine spielen ausreichen um Kinderschutzmassnahmen einzuleiten, zeigt die Unprofessionalität der Kesb.
    • Karl33 04.08.2015 14:23
      Highlight Highlight Hitz, manchmal zeigen die Einzelfälle am besten, wie ein System funktioniert. Der Fall Carlos und die daran beteiligten Sozialfirmen und -Beamten liessen uns Bürger bloss noch mit offenen Mündern dastehen, wie alle ungeniert ihre Interessen befriedigten. Und alle im Namen des 'Gemeinwohls'.
    • thatsme 04.08.2015 16:37
      Highlight Highlight Hitz, die Mitarbeiter der gemeindeeigenen Sozialdienste, das sind die, welche ihre Klientel wirklich kennen. Die KESBen lesen nur deren Berichte und machen mal eine Momentaufnahme, kennen aber die Menschen dahinter nicht wirklich. Trotzdem haben die KESBen das Sagen und nicht die Sozialdienste, welche mit den Klienten wirklich arbeiten. Der Dialog zwischen KESB und Sozialdiensten wird dabei von der Führung aktiv unterbunden.
      Das ist ein Systemfehler. Es sollten die Leute entscheiden, welche die Klienten wirklich kennen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • thatsme 04.08.2015 12:11
    Highlight Highlight Hallo Bettina schön, dass es motivierte, kompetente Mitarbeiter gibt in der KESB. Ich habe auch von vielen anderen gehört, die sich ihre Fälle wirklich zu Herzen nehmen und um ihre Entscheide ringen.
    Abgesehen davon, dass davon auszugehen ist, dass nicht alle deinen KollegInnen so gut und seriös arbeiten wie du, gibt es auch Systemprobleme: Ihr habt viel zu viele Fälle und seit doch zuwenig involviert. Die Sozialarbeiter, die sich wirklich mit den Menschen beschäftigen, könnt ihr anhören, müsst es aber nicht. Ich denke, du redest etwas schön, ganz unberechtigt ist KESB-Kritik nicht.
    • SanchoPanza 06.08.2015 11:25
      Highlight Highlight @thatsme, es gibt nicht 'DIE kesb'. Schliess doch nicht von ein paar aufmerksamkeitsheischenden Presseberichten auf alle Kesb-Stellen. Von den guten Fällen hört man nichts - der idealfall.
    • thatsme 08.08.2015 00:47
      Highlight Highlight @Sancho, ich denke auch, dass es verschiedene KESBen gibt. Ich habe durchaus eine Innensicht, mindestens in einer Region.
      Ich halte nichts von Menschen, die sagen: Du hast das von der Presse, du bist SVP, du bist Rassist, nur weil jemand anders denkt.
      Es wird heute weitgehend gar nicht mehr argumentiert sondern nur noch verleumdet und schubladisiert. So erspart man sich das Denken.
      Ich finds nicht toll, dass du mich als armes, wehrloses Opfer der bösen Boulvard-Presse bezeichnest. Das ist billig. Argumentiere besser.
    • thatsme 08.08.2015 01:16
      Highlight Highlight Genau, Bettina. Nehmen Sie zur Kenntnis, dass es verschiedene KESBen gibt. Ich denke, dass ist der Punkt.
      Die Tatsache, dass es auch gute KESBen gibt, bringt denBetroffenen von schlechten KESBen, die es zweifellos auch gibt, nicht sehr viel.
      Sie beklagen sich über Kritik, ganz unabhängig davon, ob sie berechtigt ist oder nicht. Das finde ich nicht gut.
      Die Kritik ist vielleicht weit weg von ihrer - subjektiven - Realität, das bedeutet aber nicht, dass nicht andererorts KESBen bestehen, die verwerflich handeln.
      Kritikfähigkeit ist eine Sozialkompetenz.
  • Bae Helga 04.08.2015 08:28
    Highlight Highlight sehr gut geschrieben. in einigen familien passieren einfach dinge, die sich der normalo nicht vorstellen kann.
    und diese kinder sollen dann in den familien blieben? klar.
    • Spooky 31.07.2016 17:41
      Highlight Highlight
      @deleted_836887032
      In der Schweiz darfst du deine Kinder gemäss dem Satanismus nach Anton LaVey erziehen. Der Glaube an Satan ist ein Glaube wie jeder andere auch. Du kannst auch eine Coca-Cola-Flasche zuhause auf einem Altar anbeten. Vor dem Gesetz ist der Glaube an Satan oder an Coca-Cola gleichwertig wie der Glaube an Shiva oder Jesus oder an Gott persönlich. Die KESB hat damit nichts zu tun.
  • koks 03.08.2015 23:16
    Highlight Highlight die meisten meisten männer mit geschiedener beziehung lässt dieses geklöne wohl kalt. die sind sich nämlich seit einer generation gewohnt, dass ihnen das kind weggenommen wird. von behörden und beamtinnen. man erntet was man sät.
    • SanchoPanza 04.08.2015 10:31
      Highlight Highlight jep, aber solange es keine Vorfälle gibt hat die Kesb damit jetzt also wirklich nichts zu tun!
    • SanchoPanza 04.08.2015 10:32
      Highlight Highlight * Und übrigens gilt jetzt das gemeinsame Sorgerecht neu als Standard, aber wird wohl (leider) noch dauern bis die Bevölkerung diese. Paradigmenwechsel spüren wird. Wurde aber auch Zeit...
    • Caprice 04.08.2015 10:50
      Highlight Highlight das gemeinsame Sorgerecht wird an dem ewigen Hickhack gar nichts ändern, die Eltern streiten sich dann einfach über Obhut und Aufenthaltsbestimmungsrecht....
    Weitere Antworten anzeigen
  • Christian Fisch 03.08.2015 23:13
    Highlight Highlight Meine Urgrossmutter würde sich im Grab umdrehen und mein Grossvater bekäme einen Heulkrampf, hörten sie die Lobhudeleien auf die Laienbehörden. Von denen wurde meine Urgrossmutter zur "liederlichen Person" erklärt und ihre Kinder wurden schups die wups verdingt. Ich erinnere mich auch an die "Kinder der Landstrasse" und an Zwangssterilisationen - alles unter dem Regime der Laienbehörden.
    Der Unterschied zu heute: Der Staat wird von einer lauten Minderheit in Grund und Boden verdammt um sich selbst hemmungslos zu bereichern und mit Hilfe ihrer Mitläufer absolute Macht auszuüben.
    • stadtzuercher 04.08.2015 10:25
      Highlight Highlight In Norwegen sind sie mit solchen staatlichen Behörden schon viel weiter ('Barnevernet, gestohlene Kinder'). Da dürfen die Kinderbehörden den Eltern ihre Kinder schon bei unbegründetem Verdacht (also etwa ein Hinweis einer Lehrerin) wegnehmen, ohne dass das Kind oder die Eltern Gelegenheit hätten, dazu Stellung zu nehmen. Es ist vollkommen korrekt, schaut man der KESB ganz genau auf die Finger. Persönlich Betroffene haben keine Handhabe, sich zu wehren, also muss es die Gesellschaft tun.
  • Mathilda63 03.08.2015 20:22
    Highlight Highlight Die Kritik richtet sich m.E. nicht gegen Dich persönlich, sondern die Systematik der KESB, wo keine Selbstkritik und keine Fehlerkultur (zugeben und sofort korrigieren) möglich ist. Leider werden wir alle an unseren Fehlern gemessen und nicht am Guten. Wenn ich ein Mal mit 150km/h erwischt werde, wird das nicht verrechnet mit den 100 Mal, wo ich mit 80 hinter einem Lastwagen herfahren musste. Und wenn ein Flugzeug abstürzt, sprechen alle von dem Einen, nicht von den anderen Tausenden, die gut geflogen und gelandet sind. Diese Gerechtigkeit gibt es höchstens beim jüngsten Gericht, nicht bei uns
    • SanchoPanza 03.08.2015 20:40
      Highlight Highlight der Unterschied ist aber das es bei einer Verurteilung einen Gerichtsentscheid oder Strafbefehl gibt. Bei der Kesb sind es lediglich Vorverurteilungen gegen eine Behörde die sich aus Persönlichkeitsschutzgründen nicht erklären DARF.
    • Mathilda63 03.08.2015 21:05
      Highlight Highlight @SanchoPanza. Ich spreche aus Erfahrung, wenn auch betreffend Erwachsenenschutzrecht, nicht Kinderschutz. Dort erlebe ich bei der KESB: Null Respekt vor dem Leben und -lebenswerk, dem Vermögen von alten Leuten, null Respekt vor deren Familien und null Respekt vor dem, was die Familien ein Leben lang füreinander getan haben.
      Das Erwachsenenschutzrecht kann ALLE betreffen und es werden je länger je mehr Fälle bekannt, wo die KESB unter dem Deckmantel "Schutz" Leute mit all ihrer Habe verschwinden lässt und von der Familie abschottet. Es sind längst keine Einzelfälle mehr.
    • SanchoPanza 03.08.2015 23:23
      Highlight Highlight das tut mir leid das du derart schlechte Erfahrungen gemacht hast. Ich hoffe das es heute geklärt ist und du zufrieden mit der jetzigen Situation sein kannst :-/

      Ich und Personen in meinem Umfeld haben ausschliesslich gute Erfahrungen gemacht. Einerseits in zwei Fällen mit Kindern und einmal mit einer pflegebedürftigen Pensionärin. Zum Glück.
  • reputationsguard 03.08.2015 20:08
    Highlight Highlight Geschätzte Bettina

    Noch ein Tipp von mir: Nutzen Sie Differenzierung bei gehässigen oder politisch motivierten Kommentaren.

    Reden sie proaktiv und offen, gemäß Ihrer persönlichen Meinung, was man noch optimieren sollte und über das was gemäß Ihren Erfahrungen noch nicht so gut geklappt hat.

    Der Datenschutz muss immer gewährt bleiben... Doch: persönliche Erlebnisse und Geschichten holen Emotionen ab und machen Sie in ihrem Standpunkt authentischer und glaubwürdiger.

    Als Reputationsprofi weiss ich von was ich spreche... Ich verfasste übrigens Expertisen für die KESB und Jugendanwaltschaft.
  • poga 03.08.2015 18:45
    Highlight Highlight Hallo Bettina als erstes herzlichen Dank für deinen Einsatz. Es tut mir leid für dich dass du unter der negativen Presse leiden musst. Ich für meinen Teil nerve mich bei der KESB vor allem an deren Intransparenz. Als Durchschnittsbürger sehe ich nur die Fälle in denen etwas schief läuft. Es ist mir aber nicht möglich zu erkennen wie diese Institution arbeitet. Sie ist unter dem Deckmantel der Schweigepflicht auch niemandem Rechenschaft schuldig. So zumindest präsentiert sie sich in der Öffentlichkeit. Als normaler Bürger habe ich keine Ahnung wer wie was macht bei euch.
    • sch'wärmer 04.08.2015 08:26
      Highlight Highlight Öffentlichkeitsarbeit ist ein gutes Stichwort: Sie wird von der Politik (in welchen Verantwortungsbereich sie nämlich fällt) leider überhaupt nicht wahrgenommen. Im Gegenteil, sie wird von gewissen Exponenten noch als Wahlkampfinstrument missbraucht (jaja im Herbst sind Wahlen...).

      Einen guten Überblick bietet dir die Homepage der Konferenz für Kindes- und Erwachsenenschutz (KOKES) unter http://kokes.ch/index.php
  • SanchoPanza 03.08.2015 18:41
    Highlight Highlight Danke Kafi! Danke Bettina - alles Gute und viel Kraft, du kämpfst auf der richtigen Seite :)
  • dracului 03.08.2015 16:39
    Highlight Highlight Ich möchte gerne hinzufügen, dass es eine dicke Management-Schicht über der KESB gäbe, die schweigt oder sich nur öffentlich rechtfertigt oder sich ignorant gibt. Hier sehe ich persönlich das grösste Versagen in der Öffentlichkeitsarbeit. Ich wünsche mir Manager, die vor die Mitarbeitenden stehen, Klarheit schaffen in der Öffentlichkeit und die Arbeit erklären können. Im Moment hört man vor allem die Stimmen der Betroffenen, Einzelschicksale und natürlich die der Gegner der KESB.
  • Bruno Wüthrich 03.08.2015 16:31
    Highlight Highlight Das Problem ist, dass die schlechten Berichte über die KESB in keinerlei Verhältnis gesetzt werden. Wenn von 10'000 «Fällen» einer schief geht (als Annahme), ist dies zwar ärgerlich, vor allem, weil es sich immer um menschliche Schicksale handelt. Aber 9'999 Fälle sind dann eben gut gelaufen. Die schief gelaufenen Fälle verhelfen Zeitungen zu Auflage, Internetportalen zu Klicks und Politikern zu Aufmerksamkeit im Wahlkampf. Wir dürfen nicht vergessen, dass jeder schief gelaufene Fall irgendwo auch gut fürs Geschäft ist. Das Setzen in die Relation jedoch nicht. So bitter dies auch sein mag.
  • Yonni Meyer 03.08.2015 16:16
    Highlight Highlight Danke dafür! Ein - gerade im Moment - enorm wichtiger Beitrag.
    • pipapo_ 03.08.2015 16:30
      Highlight Highlight Da kann ich mich nur anschliessen...
    • Yasmin80 03.08.2015 20:55
      Highlight Highlight Liebe Yonni, ich habe leider selbst mit dieser Behörde zu tun und es wurde nicht mit mir kommuniziert und von oben herab behandelt. Es braucht nur einen Ex-Freund der selbst bei der KESB arbeitet und einen Groll hegt und schon steckt man in dieser Maschinerie fest wo man nur noch mit juristischer Hilfe hinaus kommt. Es gibt diese Fehlentscheidungen und Kinder werden dadurch nachhaltig traumatisiert und wurde mit einem arroganten, selbstgerechten Verwaltungsapparat konfrontiert die weder Fehler zugeben noch vom eingeschlagenen Weg abrücken.
  • Amboss 03.08.2015 15:44
    Highlight Highlight "Unsere Schreibtische quellen über vor Akten und wir versuchen, die Prioritäten richtig zu setzen und nichts zu verpassen"

    Ich glaube hier liegt das Problem. Ich vermute, so gut die KESBs gemeint sind. Sie sind überlastet, rsp. nicht mit genügend Ressourcen ausgelastet. Und so gelingt es ihnen nicht, Vertrauen zu schaffen und aufzuzeigen, wo der Mehrwert der KESBs liegt.
    Trotz super engagierten Mitarbeitern, welche Vollgas geben.

  • Michèle Seiler 03.08.2015 15:41
    Highlight Highlight Einer der besten Kommentare, die ich bisher zum Thema KESB gelesen habe. Danke, Kafi!
  • Topoisomerase 03.08.2015 14:13
    Highlight Highlight Die KESB ist eine notwendige Institution in der Schweiz! Vielen Dank für ihr Engagement.

FRAGFRAUFREITAG

Mir ist vor kurzem etwas extrem Peinliches passiert

Ich war in meinem Lieblingsrestaurant zum Abendessen und am Ende des Abends hat mir der Kellner gesagt, dass ich das Preisschild von der Bluse am Rücken habe. Ich bin dann sofort nach Hause und seither nie mehr dorthin gegangen. Ich weiss nicht, wie ich mich jetzt verhalten soll. Was raten Sie mir? Raina, 23

Liebe RainaAls ich Ihre Frage gelesen habe, musste ich sehr herzhaft lachen. Ich hoffe, Sie verzeihen mir das. Ich habe mich nicht etwa über Sie und Ihr Erlebnis amüsiert, sondern über die Tatsache, dass ich in meinem Repertoire unzählige solcher Geschichten habe! Und dann habe ich auch noch das riesengrosse Glück, Freundinnen zu haben, die mir in regelmässigen Abständen ähnliche Schauergeschichten erzählen. Und wissen Sie was, ich liebe solche Lapsus! Sie passieren mir häufig und ich …

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