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Mit Dir? Äh... Nein. kafi freitag

Kafi, ich will Gästen nicht mein Schlafzimmer zeigen!

Ich lebe nun seit fünf Jahren in der Schweiz. Es gibt hiernach wie vor bestimmte Gepflogenheiten, die mich teils wundern, teils irritieren. So habe ich gelernt, dass es hier üblich ist, jedem Gast eine Führung durch seine Wohnung anzubieten. Ich finde das ganz schrecklich, als Gastgeberin, aber auch als Gast. Ich möchte weder als Gast das Klo oder das Schlafzimmer anderer Menschen kommentieren, noch wildfremde Leute in meine intimsten Räume führen. Kann ich sowas ablehnen, ohne unfreundlich zu wirken? Tamara, 29

15.12.16, 15:05


Liebe Tamara

Sie haben mich gerade in einer sehr radikalen Phase erwischt. Ob das nun gut für Sie ist, oder eher nicht, kann ich nicht beurteilen. Ich wollte Sie nur vorwarnen.

Bei mir zu Hause gibt es Führungen auf Verlangen und die dauern, da meine Wohnung sehr gross ist, zwischen 2 und 2 1/2 Stunden und ich habe das noch gar nie hinterfragt. Aber jetzt, nach Ihrer Frage, finde ich es wirklich auch ein superseltsamer Brauch. Hat was von: mein Haus - mein Auto - mein Boot. Sie finden es irritierend in fremde Schlafzimmer zu schauen und wollen das Ihre nicht zeigen? Dann lassen Sie es! Es ist eine falsch verstandene Höflichkeit, Dinge mitzumachen, die einem selber nicht gut tun. Mag sein, dass ich damit einmal mehr die Höflichkeitspolizei auf den Plan rufe, die dann in Grossbuchstaben schreiben wird, dass es doch Herrgottnochmals wohl hoffentlich niemandem wehtut, ein fremdes Schlafzimmer anzuschauen! 

Aber es kann Ihnen und mir herzlich egal sein, was die anderen darüber denken. Lassen Sie sich nicht aus angeblicher «macht man halt so»-Manier heraus zu etwas verleiten, was Sie so nicht tun wollen. Ich selber werde das in Zukunft noch viel radikaler machen und nur noch Dinge tun, die für mich stimmen. Dazu kann auch mal ein Kompromiss gehören, klar. Aber auch der muss dann für mich stimmen. Das sind meine Vorsätze fürs neue Jahr und vielleicht ist ja auch was für Sie darunter:

Ich will mich nur noch mit Menschen zum Kaffee treffen, von denen ich profitiere. Und zwar nicht im kommerziellen Sinne, sondern vielmehr im übertragenen. Tut mir jemand gut? Super! Nicht? Weg! Ich werde meine Zeit mit Aktivitäten verbringen, die mir Freude machen. Wenn ich etwas jemandem anderem zuliebe tue und mich das erfüllt; auch super. Wenn beides nicht gegeben ist, werde ich ganz genau hinschauen, WER die Person ist und um was es sich genau dreht. Reine Höflichkeitsgeschichten werden von meiner Liste verschwinden, da bin ich lieber allein mit mir.

Ist unsere Zeit nicht zu wertvoll um sie mit Dingen und Menschen zu verbringen, denen wir nicht viel abgewinnen können? Wäre es nicht sinnvoll, viel bewusster und konsequenter NEIN zu sagen, wenn wir eigentlich NEIN fühlen? Würde uns das nicht Kraft und Energie geben, um bei den richtigen Menschen und in den richtigen Situationen beherzt und überzeugt JA zu sagen und auch so zu handeln? Kann sein, dass Ihnen meine Antwort etwas zu radikal erscheint. Dann können Sie auch den einfachen Weg gehen und künftig ein hübsches Sortiment an Sexspielzeug im Schlafzimmer rumliegen lassen.

Ganz herzlich, Ihre Kafi

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Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (Freitag Coaching) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie lebt mit ihrem 11-jährigen Sohn in Zürich.

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84
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84Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kstyle 19.12.2016 12:27
    Highlight Ja aber klar
    0 1 Melden
  • Big ol'joe 17.12.2016 17:59
    Highlight Ich bin schon ihrer Meinung bezüglich Wohnung, man miss gewiss nicht alles mitmachen.
    Aber ihre restliche Ausführung ist schon sehr hedonistisch.... Es gibt auch Situationen bei denen sie nicht direkt profitieren mögen, aber für das Gegenüber mag es sehr wichtig sein. Da kann man auch mal über den Schatten springen. Ich denke schon eher: mehr Soziales, weniger Individualismus...
    16 1 Melden
    • Pasionaria 17.12.2016 18:21
      Highlight Danke, sehr gut ausgedrueckt.
      Zu hoffen, dass Fr. Freitag und ihre Anhaengerschaft diese Worte besser verstehen, als was ich eigentlich auch meine.
      5 2 Melden
    • Pasionaria 17.12.2016 19:31
      Highlight 2. Versuch
      Ihr 17.59h - Ganz in meinem Sinne, sehr wahrscheinlich klarer ausgedrueckt, als ich es tat.
      Danke.
      3 1 Melden
  • Hops 16.12.2016 11:38
    Highlight Wohnungsführungen finde ich super spannend, da mich Einrichtungen allgemein interessieren. Aber wenn jemand keine Führung machen möchte oder gewisse Zimmer auslässt, ist das doch auch kein Drama. Bei mir zu Hause frag ich die Gäste auch immer, ob sie die Wohnung sehen möchten. Bei einem "nein" geht man zum nächsten Thema über. Alles isipisi!
    38 0 Melden
    • Lichtblau 17.12.2016 20:12
      Highlight Gehören zu einer "Wohnungsführung" nicht zumindest ein paar Treppen? Ein Sightseeing in einer 4-Zimmer-Wohnung ist ja im Nullkommanichts vorbei. Bei mir steht demnächst ein nicht wirklich erwünschter Besuch an (eine Art Hausversammlung). Bis dahin muss alles picobello sein -ausser das Schlafzimmer. Da deponiere ich dann die Altlasten und mache die Türe zu.
      11 0 Melden
    • Lami23 19.12.2016 22:30
      Highlight hat jemals jemand nein gseagt? Solche fragen sind doch typischschweizerisch rhetorisch.
      4 0 Melden
  • Nibu 16.12.2016 11:07
    Highlight Jetzt weiss ich was:

    Chillts!
    Ich wag mich mal auf die Äste heraus:

    Das Leben kann sich nicht einschneidend verändern, wenn man ein fremdes Schlafzimmer sieht.


    26 2 Melden
  • Nibu 16.12.2016 11:02
    Highlight Was soll man dazu sagen...
    12 1 Melden
  • Goodzilla 16.12.2016 10:25
    Highlight Zeige meinem Besuch auch immer sehr gerne unser Haus. Das passiert ja auch nur beim ersten mal, danach kennt man die Räumlichkeiten ja. Besuch sind nie wildfremde Leute sondern Menschen die ich gerne habe. Unser umgebaute Scheune hat einen so speziellen Aufteilung, das gibt es nur 1 mal auf der Welt. Man gibt damit ja auch persönliches Preis (aus der Komfortzone :-). Hinter dem Schlafzimmer kommt die Bibliothek also müssen da auch alle durch.
    Auch sehe ich mir die Räumlichkeiten von anderen sehr gerne an, eben weil es auch viel über die Menschen aussagt. Will einer das nicht ist das auch ok.
    26 4 Melden
    • Sinriu 16.12.2016 12:56
      Highlight Also, das klingt schon sehr spannend. Da würde ich auch ja zu einer Führung sagen :)
      19 1 Melden
  • ElendesPack 16.12.2016 08:59
    Highlight Schlafzimmer werden bei Wohnungsführungen nicht gezeigt. Punkt.
    10 32 Melden
    • E. Regiert 18.12.2016 11:52
      Highlight Sie werden ausprobiert?
      16 1 Melden
    • ElendesPack 18.12.2016 16:03
      Highlight Aber sicher. Nichts löst verkrampfte Besuchssituationen so wie ein ordentliches Rudel******.
      14 2 Melden
  • Raphael Stein 16.12.2016 07:30
    Highlight Grins.....
    Ich hatte mal im Schlafzimmer einen Pranger rumstehen.
    Den hatte ich gerade wegen den Gästen dort hingestellt und eigentlich hätte der zurück in die Requisite gehört.
    Eine Replika aus Styrophor.
    Dachte im Wohnzimmer mache sich das Folterteil nicht so gut. Na was denkt ihr wo die Gwundernase ihre Nase wohl reinstecken musste. Genau.
    Irgendwie hatten wir den ganzen Abend lang das Gefühl unsere Gäste wollten das Gespräch zusätzlich noch auf Sexualpraktiken ausweiten.
    28 4 Melden
  • Sinriu 16.12.2016 06:44
    Highlight Ich mag führungen, wenn renoviert wurde/jemand umgebaut hat. Sonst seh ich auch keinen sinn.
    13 7 Melden
    • Quantum 16.12.2016 23:15
      Highlight Warum wenn renoviert wurde? Wenn du zum ersten mal in einer Wohnung bist, ist dies doch einerlei?
      16 1 Melden
  • Spooky 16.12.2016 05:58
    Highlight Komm runter, Tamara! Sei froh, dass du überhaupt eine Wohnung hast, die du zeigen kannst.
    27 44 Melden
  • JasCar 16.12.2016 02:45
    Highlight Ja nei aso wo kommst du denn her? Und Kafi, warum so verschlossen?
    Ich zeig auch meiner Schwiegermutter und deren Bridgekollegin mein Nachttischschublädli und mein Schmutzwäschekorb....
    Ah nei!!!
    17 8 Melden
  • mia g. 15.12.2016 22:31
    Highlight Mich hat mal eine Arbeitskollegin in ihrer Wohnung rum geführt. War eher ungeplant auf dem Heimweg, "komm doch schnell hoch, ich geb dir dieses Kochbuch mit". Auf ihrem Bett lag dann ein Dildo (oder Vibrator?) so gross wie ein Pferdepimmel. Kann ich nicht mehr vergessen... Pferdepimmel...
    82 1 Melden
    • DomiNope 15.12.2016 22:48
      Highlight Hihi
      Du hast Pimmel gesagt
      54 2 Melden
    • mbr72 24.12.2016 05:51
      Highlight Ne, Domi, also wirkli, da muess i dir saage, du bisch mer eifach z kindisch, i lass mi scheide!
      2 1 Melden
  • Aliyah 15.12.2016 22:16
    Highlight Danke Kafi ❤ Ich finde die Antwort super und ich würde das evtl. der allerbesten Freundin zeigen sonst nicht. Das nennt man GESUNDEN EGOISMUS. Das braucht es einfach jedoch muss es in der heutigen Gesellschaft "neu gelernt" werden- Denke ich
    22 9 Melden
  • Pasionaria 15.12.2016 22:00
    Highlight 2/2
    Ehrlich, mit solchen Texten stellen Sie sich kein ueberzeugendes, menschenfreundliches Zeugnis aus. Da muss man einfach von Egoismus sprechen. Wollen Sie wirklich dieses Gefuehl bei den LeserInnen aufkommen Lassen?

    Noch eine Frage wenn Sie schreiben "....Kraft und Energie geben, um bei den richtigen Menschen und in den richtigen Situationen ....." Wer sind fuer Sie die richtigen Menschen?
    Dass Sie solche Werte FragestellerInnen (wahrscheinlich auch Ihrem Kinde) weitergeben, ist einfach, hoeflich ausgedrueckt, sehr schade, wenn nicht skandaloes.
    Fuer mich eine aeusserst traurige Welt.
    16 41 Melden
    • Mel Ani 16.12.2016 07:05
      Highlight Pasionara.. vielen Dank!
      Ich bin Verfächterin des Anstandes und der Höflichkeit. Das wird mir hier gerade wieder bewusst:-) Stellen sie sich mal vor, wie es ist, nicht gegen sein Bauchgefühl zu agieren. Sich nicht auf gesellschaftlichen Druck hin Situationen auszusetzten, die einem selbst nicht behagen-so sehr, dass sie vielleicht sogar belasten? Als Empathie-Sanitäter sollte ihnen das mit Leichtigkeit gelingen, da bin ich überzeugt. Von der subjektiven Wahrnehmung, mit der diese Situationen gekopelt sind, muss man ihnen ja nichts erzählen.Und das trifft auf Führungen wie Teetreffs gleich zu.
      2 10 Melden
    • Anam.Cara 16.12.2016 07:12
      Highlight @Pasionaria: vielleicht gehören Sie zu den Glücklichen, die schon sehr früh gelernt haben, dass man nicht alle gefallen kann. Wenn man das versucht, vergeudet man sehr viel Energie in Tätigkeiten und an Menschen, die einfach nur egal sind.
      Ich habe mir in den letzten Jahren ganz ähnliche Gedanken gemacht. Dadurch sind einige Leute von meiner Gästeliste verschwunden. Es gibt nämlich erstaunlich viele Leute, die mir gut tun. Und die nach einem gemeinsamen Abend ein Gefühl der Vertrautheit und/oder Fröhkichkeit, der Lebensenergie und/oder Geborgenheit zurück lassen.
      10 0 Melden
    • Pasionaria 16.12.2016 19:00
      Highlight Mel Ani
      Gerne begruesse ich Sie als Empathie-Sanitäter-Kollegin!
      0 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pasionaria 15.12.2016 21:57
    Highlight 1/2
    Frau Freitag
    wen meinen Sie mit > Hoeflichkeitspolizei....?
    Nun, in der Tat befremdet mich wiederum Ihre erweiterte Antwort auf eine spez. Frage.
    Ihre Stellungnahme zum 'Zeigen der Wohnung' macht durchaus Sinn. Aber mit Ihren weiteren Ausfuehrungen "Ich selber ..... noch viel radikaler machen und nur noch Dinge tun, die für mich stimmen." Oder dass Sie sich nur noch mit Menschen treffen wollen, von denen Sie profitieren - zwar betonen Sie "nicht im kommerziellen Sinn".
    Aber was ist dies denn fuer eine empathische Haltung, und dies vorallem seitens einer professionellen Mentorin?

    17 30 Melden
    • pamayer 16.12.2016 06:21
      Highlight Mit 'Höflichkeitspolizei' sind vermutlich Sie gemeint.
      24 6 Melden
    • Pasionaria 16.12.2016 06:40
      Highlight Das hab ich mir natuerlich gedacht, unschwer....
      Eigentlich moechte ich aber eher als > Empathie-Sanitaeter wirken!
      7 13 Melden
    • JasCar 16.12.2016 09:40
      Highlight Hab ich irgenwann mal irgendwas wichtiges verpasst? Stand mal irgendwo, dass Kafi hier eine professionelle Beratung anbietet?
      Das tut sie, soviel ich weiss, in ihrem Leben ausserhalb watson. Was sie hier schreibt, darf doch wohl mit ihrer Erfahrung ausgeblümt werden, nicht?
      Es soll nicht jeder mit Kafi Einig sein, aber ihre Art zu Antworten müsste man schon respektieren, zumal hier ja jeder freiwillig liest...
      13 4 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Matrixx 15.12.2016 21:43
    Highlight Danke! Dachte, nur mir gehts so.

    Wenn ich das Bedürfnis habe, fremde Wohnungen zu sehen, klinke ich mich in fremde Überwachungskameras ein. Ansonsten lass ich es bleiben.
    30 8 Melden
  • Nibu 15.12.2016 20:41
    Highlight
    hmm....wenn man so sehr radikal mit anstrengenden Menschen ist, zieht man sich auch zurück, wenn man merkt, dass man selbst anstrengend für die Anderen ist? Oder gibt man da die Verantwortung an den "halt zu Netten" ab und findet, der müsst selber merken, dass man ihn ausnutzt?
    Interessiert mich wirklich.

    20 1 Melden
    • Anam.Cara 16.12.2016 07:15
      Highlight Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. D.h. die müssten sich eigentlich selber zurück ziehen. Andererseits habe ich vermutlich auch kein super Gefühl, wenn es für den Gast eine Art Pflichtübung ist...
      1 1 Melden
    • Nibu 16.12.2016 11:24
      Highlight Bei dem Satz mit dem Glück und Schmied bin ich mir eben nicht so sicher. Vielleicht streikt dein Eisenlieferant, du wirst krank oder bist einfach untalentiert im Schmieden. Was dann?

      5 0 Melden
    • Anam.Cara 19.12.2016 07:39
      Highlight Nibu: dann mach Dein Glück aus Holz. Oder aus Stein. Wenn Versorgungslage oder Talent das auch nicht zulassen, dann gibts eine prima Gratis möglichkeit: Worte. Schmiede Dein Glück aus Worten. Das nützt vor allen bei Worten, die Du anderen sagst. Ein Beispiel: "ich bin froh, dass es dich gibt", bringt nicht nur Deinem Gegenüber ein gutes Gefühl, sondern auch Dir selbst.
      Dann also vielleicht: Jeder ist seines eigenen Glückes Autor.
      4 1 Melden
  • lilie 15.12.2016 19:41
    Highlight Ich oute mich hier mal als Wohnungs-/Hausführungsjunkie. 🤗

    Wer mich einlädt, wird zwangsläufig von mir gedrängt, mir ALLES zu zeigen. Wohnzimmer, Küche, Schlafzimmer, Bad, habt ihr noch eine Abstellkammer? Gehen wir noch in den Keller? Hühnerleiter zum Estrich? Toll! (Ich hasse diese Dinger, aber um einen Estrich zu sehen, riskiere ich sogar das!).

    Das liegt wahrscheinlich daran, dass es in meiner Miniwohnung nicht allzu viel zu sehen gibt...

    Wenn aber mir jemand sein Schlafzimmer nicht zeigen möchte - da hab ich kein Problem damit. Schliesslich ist das wirklich sehr privat.
    43 6 Melden
    • Anam.Cara 16.12.2016 07:26
      Highlight Lillie, Du wirst mir immer sympathischer.
      Bei mir sind Führungen eher nicht "mein Auto, mein Haus , mein Boot" sonder eher: freut euch mit mir, dass ich mit bescheidenen Möglichkeite so eine schöne Wohnsituation realisieren konnte. Da kommt auch zur Sprache, dass der Architekt ein paar tolle Ideen hatte, was mir besonders gefällt und was man noch optimiere könnte.
      Zudem führe ich nicht Wildfremde herum - immerhin habe ich diese Leute zu mir eingeladen.
      Da ich gehört habe, dass es Menschen z.T. sehr irritiert, wird der Gast vor der Führung gefragt. Und zwar so, dass er NEIN sagen kann.
      9 0 Melden
    • lilie 16.12.2016 09:56
      Highlight @Anam.Cara: Ganz genau so geht es mir auch! Leute, denen ich mein WC nicht zeigen will, lade ich doch gar nicht erst ein.

      Eine ausgedehnte Führung mit Kommentarspur muss nicht jeder mögen. Aber ich fühle mich merkwürdig, wenn ich den Leuten nicht erst zeige, wo was ist.

      Wo das Klo zu finden ist, finde ich auch einfach Höflichkeit. Dann müssen die Leute wissen, wo sie ihr Zeug ablegen können, wo wir uns hinsetzen, wo wir essen. Viel mehr gibts bei mir auch nicht zu sehen...

      Dasselbe erwarte ich im Minimum auch bei jemand anderem. Sonst steht man doch ziemlich verloren rum...
      14 1 Melden
    • Lichtblau 18.12.2016 18:29
      Highlight @Lilie: Sehr witzig geschrieben ;-).
      Bisher hab ich Gäste immer auf den Garten verwiesen, wenn sie aufs Klo mussten. Aber wenn da wirklich ehrliches Interesse besteht: In der Waschküche unseres 3-Familien-Hauses steht ein Tumbler für alle, aber nur eine Waschmaschine, meine. Die ist zwar nichts besonderes, aber es gibt ja noch die Wäscheleine.
      Daneben sind dort 3 Zimmer und eine Dusche, die früher Au-Pair-Mädchen dienten. Eines davon hat meine Teenagertochter annektiert. Zeigen und befremdetes Erstaunen riskieren? Oder fest in Abenteuerführungen einplanen?
      0 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • ARoq 15.12.2016 18:31
    Highlight
    42 0 Melden
  • Bruno Wüthrich 15.12.2016 18:18
    Highlight Die Antwort geht weit über die Fragestellung hinaus. Frau Freitag will von Menschen profitieren. Wann aber profitieren wir voneinander? Wer profitiert wann von wem? Was hat dies mit uns selbst zu tun? Bin ich jemand, von dem jemand profitieren kann? Oder darf ich sagen, dass Frau Freitag, wenn sie finden würde, dass sie von mir nicht profitieren könne, daran allein selbst schuld wäre?

    Unsere gläsernen Meinungen etc. werden durch Facebook & Co von fremden Einflüssen reingewachen. Gerade deshalb ist es wichtig, von Menschen zu profitieren, die uns erstmal etwas schwierig erscheinen.
    31 37 Melden
    • Charlie Brown 15.12.2016 19:43
      Highlight Hä?
      29 6 Melden
    • Anam.Cara 16.12.2016 07:35
      Highlight @Bruno: Frau Freitag ist selbstverständlich selber schuld, wenn sie von Dir nicht profitieren kann oder möchte. So wie ich sie verstehe, ist sie sich dieses Risikos durchaus bewusst.
      Ich habe ihren Text anders interpretiert. Es geht m.E. nicht darum, schwierige Menschen zu meiden. Sondern eher um das Hinterfragen der eigenen Motivation. Einige der engsten Menschen aus meinem Umfeld habe durchaus ihre Ecken und Kanten, aber sie tun mir einfach gut. Weil ich mit ihnen gefahrlos Emotionen austauschen kann. Seien es schwierige Momente, die man gegenseitig mitträgt. Oder hemmungsloses Lachen...
      9 0 Melden
    • Bruno Wüthrich 16.12.2016 10:01
      Highlight @Anam.Cara - Du hast absolut recht. Es ging mir nicht darum, Frau Freitags Antwort zu widerlegen, weil sie nämlich im Kern schon recht hat. Doch mir fehlt in ihrer Antwort das Hinterfragen der eigenen Person (nicht auf Frau Freitag bezogen, sondern generell).

      Ist es richtig anzunehmen, dass wir dies immer weniger müssen? Soziale Medien führen uns immer mehr mit Menschen zusammen, die gleich denken wie wir. Ich finde dies gefährlich! Es senkt den Level, bei dem wir sagen, dass uns jemand von ausserhalb nicht gut tut. Dabei sind es gerade die, die uns zeigen, dass es auch noch anderes gibt.
      8 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pana 15.12.2016 16:21
    Highlight Gute Antwort. Ich denke und handle genau so. Und Larry David auch. Passend dazu:
    18 3 Melden
  • MsIves 15.12.2016 15:56
    Highlight Danke Kafi! Du hast scho einmal darüber geschrieben Dinge sein zulassen, die uns nicht gut tun. Es hat mir wahnsinnig imponiert und ich habe mir fest vorgenommen dieses Prinzip fix in mein Leben einzubinden. Ich lebe jetzt mit weniger Freunden und anderen Hobbys aber wenigstens kann ich selber ehrlich sein zu mir und meine Bedürfnisse ungefiltert wahrnehmen. Denn nur so besteht die Möglichkeit, ein besser Mensch für mich und meine Mitmenschen zu sein. Klar kann man sagen, es ist zu radikal und egoistisch. Aber wem ist geholfen wenn ich unglücklich bin? Weiter so!
    Mit viel Bewunderung
    57 5 Melden
    • kafi 15.12.2016 16:25
      Highlight Oh wow! Was für ein schönes Feedback! Danke vielmals dafür, liebe/r Mslves. Es bedeutet mir viel, dass Dich ein Text von mir zu dieser Entscheidung inspiriert hat und es Dir damit so gut geht.

      Danke Dir! Kafi
      51 3 Melden
  • N. Y. P. D. 15.12.2016 15:52
    Highlight Man fühlt sich gut, wenn man sich nur noch mit Menschen umgibt, die auf der gleichen Wellenlänge sind oder wenn's einfach stimmt.
    Ich, für mich, mache es seit einigen Jahren wie eine Firma : Fehlinvestitionen (Menschen) werden (nach eingehender Prüfung, das schon) konsequent auf Null abgeschrieben. Freunde, Kollegen finden dieses konsequente Abschreiben zwar krass. Sehe ich aber dieses Durchsiechen reihum.. Für mich stimmts so.
    Letzte Woche neues Handy mit neuer Nummer : Habe 20% der Kontakte nicht mehr informiert. Habe also das Smart und die Kontakte geboostet.. :-)

    24 3 Melden
    • N. Y. P. D. 15.12.2016 16:40
      Highlight @Rendel
      Qualität vor Quantität. Für mich stimmts. Wenn man aussortiert, heisst das ja nicht, dass man keine neuen Leute kennenlernt. Vielleicht wird man ja selber aussortiert ;-)
      Das ist part of the game..
      28 6 Melden
    • Yelina 15.12.2016 16:49
      Highlight Rendel, man muss unterscheiden zwischen Menschen, die einfach nur eine andere Meinung haben (welche ich als Freunde nicht prinzipiell "entsorgen" würde) und denen, die schlicht und einfach extrem anstrengend im Umgang sind und einem Kräfte rauben, die man andersweitig benötigt.
      34 4 Melden
    • N. Y. P. D. 15.12.2016 17:00
      Highlight @Yelina,
      ein ganz wichtiger Aspekt.
      Es ist sehr spannend, wenn man in trauter Runde diskutieren kann, die unterschiedliche Meinungen hat. Es ist aber wichtig, dass man auf die Argumente anderer eingeht.
      Man "entsorgt" ja Leute nicht wegen unterschiedlicher Meinung, sondern weil sie anstrengend oder eingebildet sind, wie Du schreibst..
      15 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Yelina 15.12.2016 15:22
    Highlight Als Gastgeberin biete ich einfach keine Führung an, selbst nicht nach Fragen zur Wohnung (Grösse, Zimmerzahl). Direkt fragt nie jemand nach einer Führung, Unsitte und Segen zugleich.
    46 3 Melden
    • Mayadino 15.12.2016 17:13
      Highlight Ich mache das auch nie, liegt aber daran, dass mein büro einer abstellkammer gleicht und im schlafzimmer die wäsche wild verstreut am boden liegt 😂 braucht niemand zu sehen.
      23 1 Melden
    • esmereldat 15.12.2016 18:19
      Highlight Ich habe oft Freunde bei mir und ab und zu auch Bekannte, welche nicht oft oder zum ersten mal bei mir sind. Ich hab eine kleine Wohnung (2 Zimmer) und man kommt fast nicht drum rum, beim Gang aufs WC die ganze Wohnung zu sehen. Mein Schlafzimmer/Arbeitszimmer hat aber eine Tür, wenn zuviel Puff ist und icu nicht will, dass die Leute reingaffen, mach ich die einfach zu. Hat noch nie jemand reklamiert.
      14 0 Melden
  • Gustav.s 15.12.2016 15:21
    Highlight Was soll den dass für ein Brauch sein? Bei mir sieht man das Wohnzimmer und die Küche... vielleicht. Das Wc wenn man muss und sonst nix.
    Bei was für seltsamen Leuten existiert den dieser Brauch und waerum kenne ich und niemand den ich kenne diesen als Urschweizer nicht?
    28 7 Melden
    • Madison Pierce 15.12.2016 16:31
      Highlight Ich kenne das bei Häusern, wo es auch etwas zu sehen gibt. Also Solarheizung, Holzofen, Weinkeller oder so. Bis jetzt kam das Angebot für die Führung immer vom Hausherr und das Schlafzimmer wurde ausgelassen.
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Kafi, meine Schülerinnen finden sich zu dick und wollen wie GNTM aussehen!

Ich bin Lehrerin, liebe meinen Job. Ich beobachte mit grosser Sorge, wie viele Mädchen zw. 12 und 16 sich selbst wahrnehmen. Sie finden sich hässlich, was v.a. bedeutet, dass sie sich zu dick fühlen. (Was sie überhaupt nicht sind.) Sie definieren sich grösstenteils über diese Äusserlichkeit und sie leiden darunter, nicht ihrem Ideal zu entsprechen, fühlen sich nicht schön. Auf meine Frage, was denn der Massstab für «schön» sei, höre ich immer wieder GNTM, auch von Jungs. Es tut mir in der S

Liebe LindaDanke, dass Sie diese Frage stellen. Ich kann Ihnen sehr gut nachfühlen, denn mir geht es genau so, wenn ich junge Frauen beobachte und höre, wie sie über sich selber reden. Für mich ist das Problem allerdings ein ganzes Stück grösser und umfassender. Ich behaupte, dass sich praktisch keine Frau wirklich schön und schlank genug findet und zwar bis ins hohe Alter. Und genau dort wittere ich das allergrösste Problem, noch weit vor der unleidigen GNTM Kiste.

Seit ein paar Jahren ist ein …

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