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Das ist der Himmel über uns. Nach ihm sollten wir uns gopf nomoll strecken!  Bild: kafi freitag

FRAGFRAUFREITAG

Hallo liebe Kafi. Ich stehe momentan vor einer schwierigen Entscheidung und würde gerne einmal deine Meinung dazu hören 

08.07.15, 11:21

Mir ist dabei natürlich durchaus bewusst, dass ich mich schlussendlich selber entscheiden muss. Also, ich arbeite nun seit über 5 Jahren im selben Unternehmen. Angenommen habe ich die Stelle nach meiner Berufslehre, sprich ich war einfach mal froh etwas zu haben. Der Grund, weswegen ich solange hier geblieben bin, liegt daran, dass ich wunderbare Arbeitsbedingungen und tolle Arbeitskollegen habe. Die Arbeit an und für sich ist jedoch echt langweilig und ich fühle mich extrem unterfordert. Ich habe immer gedacht, dass es schon in Ordnung ist in diesem Bereich einzustecken, wenn sonst alles ausserordentlich toll ist. Nun kämpfe ich allerdings mehr und mehr mit Motivationsproblemen und glaube, dass ein Wechsel das Beste wäre. Auf der anderen Seite habe ich natürlich auch Angst, dass ich nie wieder ein so tolles Team und so tolle Arbeitsbedingungen finde ... Susanne, 24



Liebe Susanne 

Sie sind 24 Jahre alt und in Ihrem ersten Job beschäftigt. Ich habe mal versucht, auszurechnen, wie lange es noch dauern wird, bis Sie pensioniert werden. Selbstverständlich habe ich dafür nicht einfach die gängige heutige Regelung von 64 Jahren genommen, den schliesslich hat es zwischen 1948 und heute 10 Rentenreformen gegeben. Insgesamt zweimal wurde das Rentenalter gesenkt (nämlich 1957 und 1964, zweimal wurde es angehoben (2001 und 2005) und eine weitere Erhöhung auf 65 Jahre ist im Gange. Meine sorgfältige Analyse und vertrauliche Gespräche mit Alain haben ergeben, dass in den kommenden 40 Jahren mindestens 6 weitere Reformen stattfinden werden, wovon sich vermutlich 5 um eine Erhöhung des Rentenalters drehen werden. Das könnte dann bedeuten, dass das Rentenalter im Jahre 2055 auf 70 Jahre festgelegt wird.

Das klingt jetzt vielleicht etwas extrem, wird aber mit der aktuellen Gesundheitsvorsorge und Palliativpflege kein grösseres Problem darstellen. Sie haben also vermutlich noch 46 Jahre Berufsalltag vor sich und werden in diesem Zeitrahmen mit 97.3% Wahrscheinlichkeit noch mindestens einmal wenn nicht sogar öfter auf ein so tolles Arbeitsumfeld treffen.

Jetzt ist es an Ihnen, zu entscheiden. Wollen Sie weitere 46 Jahre in der Unterforderung leben, Ihr Potential zu Grabe tragen und an einem Bore-Out sterben oder doch lieber den Finger aus Ihrem Allerwertesten, den Mut zusammen nehmen und nach neuen Ufern Ausschau halten? 

Ich werden Ihnen nicht sagen, was ich tun würde. Denn es ist, wie Sie bereits selber gesagt haben, Ihr eigener Entschluss.

Mit herzlichem Gruss. Ihre Kafi.

Fragen an Frau Freitag? ​ 

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Kafi Freitag (40!) beantwortet auf ihrem Blog Frag Frau Freitag Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (Freitag Coaching) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie ist verheiratet und Mutter eines zehnjährigen Sohnes.

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Bild: Kafi Freitag

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Bloody Mary 09.07.2015 06:50
    Highlight Sprich doch mal mit Deinem Chef, sag ihm klipp und klar das du dich unterfordert fühlst. Wenn sich nichts ändert, also keine Beförderung o.ä. , kannst du immer noch kündigen.
    3 0 Melden
  • bisibi 08.07.2015 13:32
    Highlight Hihi danke kaffi. Du machst mir mut, hab gestern auch den schritt gewagt. Raus aus der wohfühlzone! Wohooooo....
    15 0 Melden
  • 's all good, man! 08.07.2015 13:17
    Highlight An einem Bore-Out kann man sterben? 😳 Dann aber schleunigst kündigen!

    Habt Mut zu unpopulären Entscheidungen! Hört auf euer Bauchgefühl und wägt nicht immer so lange ab. Just do it! Und hey, du bist erst 24. Weisst du schon wirklich, wirklich, was du willst in deinem Leben? Gib dir die Zeit, es herauszufinden. Denn die hast du definitiv und wenn es auf der nächsten Stelle nicht so tolle Kollegen hat - so what? Wechselst du halt wieder...

    Oder so formuliert: eigentlich hast du doch die Entscheidung schon längst gefällt. Jetzt musst du dir das nur noch eingestehen und in die Tat umsetzen. 😊
    11 0 Melden
  • Angelika 08.07.2015 11:57
    Highlight Eine Veränderung in der Stelle ist nicht möglich? Weiterbildungen? Beförderungen? Sodass Sie trotzdem bleiben könnten?
    5 0 Melden

Kafi, braucht ein Kind Gotti und Götti?

Ich finde es natürlich richtig, dass ein Kind eine Beziehung aufbauen kann ausserhalb der Familie. Ich finde aber, dass es in die unreflektierte «weil es sich gehört»-Schublade gehört und Zwangsersatz dafür ist, dass solche Beziehungen hierzulande oft nicht natürlich entstehen. Von mir wird erwartet, dem Neffen (dem Gottekind) Geschenke zu machen und mich ihm zuzuwenden, nicht aber seinem Bruder. Das Gotti quasi als exklusive Berechtigung zum Beziehung-Aufbauen. Regula, 37

Liebe RegulaSpannende Frage. Früher hatte das Götti-Gotte-Konzept ja den tieferen Sinn, dass man das Kind zu sich nehmen würde, sollte den Eltern etwas geschehen. Heute hat es diesen Sinn vollkommen verloren, obwohl ich mir diese Frage bei beiden meinen Gottekindern gestellt habe. Würde ich in so einem Fall das Kind bei mir aufnehmen? Ich konnte es bei beiden mit vollem Herzen bejahen. Ob es mich als Gotte braucht, kann ich nicht beurteilen, ob ich eine brauchbare bin, schon eher; nein (dem …

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