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Augen auf bei der Berufswahl. Ehe man sich versieht, liest man im Kaufleuten. 
kafi freitag

Liebe Frau Freitag. Was soll ich nur werden? Tierärztin, Snowboardlehrerin, Pilotin oder doch Globetrotterin? 

Nach meiner Matura bin ich einfach völlig planlos. Meine Interessen sind vielfältig, nur Bewegung darf nicht fehlen. Können Sie mir weiterhelfen? PS: meine Schwester hat mich an Sie verwiesen, da sie anscheinend schon anderen aus der Patsche geholfen haben. Vielen Dank für eine Antwort! Lena, 20



Liebe Lena

Nochmal 20 sein und diese Frage noch vor sich haben, wie grossartig und schwierig zugleich ich mir das doch vorstelle! Mit 20 hatte ich gerade meine verhasste KV-Lehre abgeschlossen und in einem zweifelhaften Unternehmen angeheuert, um ahnungslosen Kleinunternehmern unnötige Inserate zu verkaufen. Darin war ich bald so gut, dass ich es mir leisten konnte, meinen Wagen konstant in der Solothurner Innenstadt direkt vor der Wohnung zu parken. Gegen ein kleines Entgelt an die Solothurner Stadtpolizei, versteht sich. (Aber man gönnt sich ja sonst nichts.)

Seither hat es mich beruflich dermassen herumgewirbelt, dass mein CV eher einem Abenteuerroman gleicht, als einen geordneten Werdegang wiedergibt. Und das ist, im Nachhinein gesehen, auch vollkommen ok so. Weil es für den Beruf als Coach, den ich heute ausübe, von grossem Vorteil ist, dass ich viel Verschiedenes gesehen und gelernt habe. Aber ich musste erst über 30 werden, um mir wirklich im Klaren darüber zu sein, was ich genau machen will. Davor hatte ich keinen Plan und kein wirkliches Ziel vor Augen. Und ich denke, dass das auch normal ist und Ihre Situation so schwierig macht.

Sie stehen noch ganz am Anfang von allem und haben vermutlich auch noch nicht wirklich herausgefunden, was es genau sein soll. Wie auch? Sie sind eben erst halbwegs erwachsen geworden und sollen bereits solch langfristig wirksame Entscheidungen treffen, das geht doch eigentlich gar nicht! Und darum entscheiden sich viele junge Menschen für ein Studium oder eine Ausbildung, in der sie wirtschaftlich gesehen möglichst gut positioniert sind. Vollkommen unabhängig davon, ob Herzblut in diese Richtung fliesst oder nicht. Also wird erst einmal Wirtschaft studiert. Oder Jura.

Und die Eltern finden das vernünftig, denn die haben ja auch ein Wörtchen mitzureden, schließlich bezahlen sie das WG-Zimmer in der Stadt. Mich beelendet es immer etwas, wenn ich mit einem kreativen jungen Menschen rede und dann hören muss, dass er aus Vernunftgründen etwas studiert, das in erster Linie möglichst viel Kohle einbringen soll. Der Trend geht in die Richtung, dass wir immer länger und auch mehr arbeiten (müssen), und darum ist es so immens wichtig, dass man eine Aufgabe findet, die einem noch etwas anderes gibt als einen guten Lohn am Ende des Monats.

Natürlich ist es schön und befriedigend, wenn man einen gut bezahlten Job hat. Aber das allein macht nicht glücklich. Sonst würde ich noch immer Inserate verkaufen. Ich habe in keinem Job danach jemals wieder so viel Geld verdient wie damals Anfang 20.

Hören Sie darum in erster Linie auf Ihr Herz. Was macht Ihnen Freude, was weckt Ihre Begeisterung? Suchen Sie sich etwas aus, was Ihrem Naturell und Ihrer persönlichen Begabung entspricht. Die Ausbildung, die Sie wählen, muss nicht für die nächsten 50 Jahre passend sein. Die Zeiten, in denen man im gleichen Beruf pensioniert wurde, den man gelernt hat, sind längst vorbei! Ich habe fast 15 Jahre gebraucht, um herauszufinden, was mein Ding ist. Inzwischen kenne ich meine Stärken und Schwächen haargenau und weiss, was ich will und was nicht. Dieser Prozess lässt sich leider nicht abkürzen, weil man sich im Laufe des Lebens immer wieder verändert und weiterentwickelt.

Von der Ausbildung zur Pilotin würde ich eher abraten. Man sitzt lange und wird in der Regel drogenabhängig. Tierärztin macht da schon eher Sinn. Das neue Tierspital der Uni Zürich ist sehr weitläufig, und das Personal, das mir dort begegnet ist, hat beeindruckende Waden. Aber die können Sie natürlich auch beim Durch-die-Welt-Wandern bekommen …

Ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute und Liebe! Und einen herzlichen Gruss auch an die Schwester! Ihre Kafi

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Fragen an Frau Freitag? ​

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Kafi Freitag (40!) beantwortet auf ihrem Blog Frag Frau Freitag Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (Freitag Coaching) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie lebt mit ihrem 11-jährigen Sohn in Zürich.

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18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • fantastic 25.07.2016 20:06
    Highlight Highlight Hatten wir diese Frage nicht schon mal? Wie auch immer, nach der Matura standen für mich, abgesehen von Snowboardlehrerin, genau die gleichen Optionen zur Frage :-) Heute bin ich Juristin.. Aus genau den von Kafi genannten Gründen. Unglücklich bin ich nicht, aber der Spass hält sich auch in Grenzen. Reisen kann ich trotzdem viel, da brauchst du einfach einen Job, bei dem du flexibel bist. Das mit der Tierliebe kann man auch mit hüten oder so ausleben. Einzig der verpasste Pilotenberuf nagt nach wie vor an mir..
    • Luca Andrea 26.07.2016 15:27
      Highlight Highlight man kann ja noch flugstunden nehmen ;)
  • Spooky 25.07.2016 19:58
    Highlight Highlight Es ist offensichtlich, dass Lena eine Tätigkeit vorschwebt mit viel Action. Ich rate ihr, sich bei der Polizei zu melden, also Polizistin zu werden. Ich weiss aber nicht, ob die Matura allein schon genügt. Wahrscheinlich muss sie vorher eine Art Lehre machen. Bin aber nicht sicher.
    • rasca 26.07.2016 00:06
      Highlight Highlight 1312
    • Spooky 26.07.2016 00:53
      Highlight Highlight 1312 ➙ "All Cops Are Bastards"

      Nicht nur Cops! Alle Lebewesen sind Bastards. Ohne Ausnahme.
  • Eduard Laser 25.07.2016 12:07
    Highlight Highlight Wenn du nicht weisst was du Studueren willst kannst ja mal eine Lehre machen. Nach dem Gymi kannst du sie in 2 statt 4 Jahren machen. So hast du mal eine Ausbildung und 2 Jahre mehr Zeit um dir zu überlegen was das richtige für dich ist.
  • sEribaZ 25.07.2016 12:03
    Highlight Highlight Bist du vielseitig, setze auf deine Vielseitigkeit. Wenn du etwas machst, mach es richtig. D.h. gibt es für dein Hobby einen Kurs, mach den Kurs. Snowboarden->mach J+S oder gleich Ausbildung zur Snowboardlehrin. Hast du die Möglichkeit - lerne Sprachen, gehe ins Ausland. Steht ein Studium zur Debatte, geh an eine Uni, wo du 2 und mehr Fächer studieren kannst und wechsle evtl. nach einem Jahr auf das, was dich am meisten interessiert. Motivation ist Voraussetzung, denn studieren tun alle, gute Noten sind fast Pflicht. Dies geht nur mit Motivation.
    • sEribaZ 25.07.2016 12:26
      Highlight Highlight Nur so nebenbei: Wirtschaft kann man auch aus Interesse studieren. Gerade wenn du vielseitig bist und sehr an gesellschaftlichen Prozessen interessiert bist. Auch dort gehts nicht nur um Finanzen, Rechnungswesen etc. Da gehts auch um effektive Entwicklungshilfe, Gesundheitswesen, Sozialwesen usw. Dort sind durchaus vielseitige Leute gesucht, die die Menschen und nicht das Geld in den Vordergrund setzen.
    • who cares? 25.07.2016 20:34
      Highlight Highlight Danke! Heutzutage wird man schon abschätzig angeschaut, wenn man etwas "vernünftiges" wie eben Wirtschaft studiert, vorallem wenn man das an gewissen Unis tut (*hust* St. Gallen *hust*), dabei ist es echt interessant!
    • Grabeskaelte 28.07.2016 19:23
      Highlight Highlight Weil gerade die HSG-ler so bekannt dafür sind, den Menschen in den Vordergrund zu stellen und nie als erste Handlung wegrationalisieren. Wirtschaftsstudenten allgemein, erlebe ich als sehr menschenkonzentrierte Mitarbeiter, welche für Menschen bei Geld oder Effizienz gerne mal 5 grade sein lassen. Schnell gute Zahlen? Menschen zuerst! Shareholdervalue sinkt? Egal, die Kunden und Mitarbeiter sind wichtig! Schön wärs ja... Das heutige System des Raubtierkapitalismus braucht aber noch mehr Apostel und Prediger die ihm huldigen um zu überleben - Hopp Hopp, geht Wirtschaft studieren :)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kimbolone 25.07.2016 11:43
    Highlight Highlight Frau Freitag, die Mutter aller plakativen Verallgemeinerungen. Klar, all unsere Linienflüge werden von zugedröhnten Piloten geflogen und nein, die werden auch überhaupt nicht gescreent. Meine Güte.
    • Sallypally 25.07.2016 12:02
      Highlight Highlight Ist das eigentlich anstregend alles immer ernst zu nehmen und ohne ein Stück Humor durchs Leben zu gehen?
    • Kimbolone 25.07.2016 13:20
      Highlight Highlight Nach dem meiner Meinung nach miserablen Dienstpflichtkommentar bin ich der festen Überzeugung, Frau Freitag meint das alles ernst, was sie schreibt. 😉

FRAGFRAUFREITAG

Mir ist vor kurzem etwas extrem Peinliches passiert

Ich war in meinem Lieblingsrestaurant zum Abendessen und am Ende des Abends hat mir der Kellner gesagt, dass ich das Preisschild von der Bluse am Rücken habe. Ich bin dann sofort nach Hause und seither nie mehr dorthin gegangen. Ich weiss nicht, wie ich mich jetzt verhalten soll. Was raten Sie mir? Raina, 23

Liebe RainaAls ich Ihre Frage gelesen habe, musste ich sehr herzhaft lachen. Ich hoffe, Sie verzeihen mir das. Ich habe mich nicht etwa über Sie und Ihr Erlebnis amüsiert, sondern über die Tatsache, dass ich in meinem Repertoire unzählige solcher Geschichten habe! Und dann habe ich auch noch das riesengrosse Glück, Freundinnen zu haben, die mir in regelmässigen Abständen ähnliche Schauergeschichten erzählen. Und wissen Sie was, ich liebe solche Lapsus! Sie passieren mir häufig und ich …

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