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Frauen nach oben! Aber etwas zackig.  Bild: Kafi Freitag

FRAGFRAUFREITAG

Meine liebe Kafi. Was hältst du von der Frauenquote? Gruss und Kuss. Irène, 45

09.03.15, 07:56

Meine liebe Iréne

Im Prinzip nicht sonderlich viel, wie von jeder anderen Quote auch nicht. Trotzdem sehe ich die Sache pragmatisch. Und aus diesem pragmatischen Blickwinkel bin ich dennoch dafür. Warum? Weil es ohne Quote nicht zu funktionieren scheint. Und wenn etwas über einen längeren Zeitrahmen auf die eine Art nicht funktioniert, sollte man halt mal eine andere ausprobieren.

In der Geschichte war es sehr oft so, dass die Gesetzgebung einer angestrebten Normalität vorausgegangen ist. Das war und ist in praktisch jeder Art von Diskriminierung der Fall. Seit die gleichgeschlechtliche Ehe im Gesetz verankert wurde, kann sich dieser Gedanke langsam aber sicher auch in den etwas angestaubten Köpfen breitmachen. Sobald die Frauenquote per Gesetz verankert ist, kann auch diese Diskussion endlich ad acta gelegt werden.

Es ist traurig, dass es diesen gesetzlichen Beschluss braucht. Aber ohne wird es auch nicht besser. Deutschland hat das begriffen und die Frauenquote für die Aufsichtsräte von 100 börsenkotierte Firmen beschlossen. Der nächste Schritt muss eine Angleichung des Lohngefälles sein. Wenn es nach mir geht auch wieder mit verpflichtenden gesetzlichen Regeln.

Mir persönlich würde kein Zacken aus der Krone fallen, wenn ich eine dieser Quotenfrauen wäre. Ich bin in eine relativ privilegierte Zeit hineingeboren, wo bereits viel für die Gleichstellung der Frau getan wurde und dennoch sind wir Frauen noch lange nicht dort, wo wir hingehören; nämlich in jede Chefetage.

Mit herzlichem Gruss&Kuss, Ihre Kafi.

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Kafi Freitag (39) beantwortet auf ihrem Blog www.FragFrauFreitag.ch Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.ch.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (www.FreitagCoaching.ch) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie ist verheiratet und Mutter eines zehnjährigen Sohnes.

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Bild: Kafi Freitag

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24
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    Alle Leser-Kommentare
  • adma 11.03.2015 11:00
    Highlight Es sollte viel mehr darauf geachtet werden das Frauen gleich viel verdienen wie Männer, bzw. das typische Frauenberufe aufgewertet werden. Schlussendlich soll doch jede und jeder den Beruf ausüben können der ihm und ihr gefällt und dafür sollen alle einen anständigen Lohn erhalten.
    10 0 Melden
    • BeWi 13.03.2015 11:38
      Highlight Also die Chefin von Yahoo verdiente im letzten Jahr 150Mio USD für einen 50% Job! Hey, ich will auch soviel verdienen, ich bin schliesslich auch CEO und habe Verantwortung (wahrscheinlich noch mehr als Die...). Was sagt uns das? Man kann die Löhne nicht einfach so vergleichen. Es gibt Jobs, ja, da kann und soll man das machen aber sobald MBO's etc hinzukommen wird die Sache schwieriger. In der CH wird nun die Lohnsumme durch die Anzahl Arbeitsstunden geteilt und den Geschlechtern zugeteilt. Ja, das kann man machen, das hat aber überhaupt keinen kausalen Zusammenhang mit der jeweiligen Leistung
      4 0 Melden
  • BeWi 11.03.2015 10:32
    Highlight ich frag mal ganz frech: wieso braucht es frauen? das ist jetzt nicht abschätzig gemeint sondern ein wirkliches Interesse. wenn frauen ja den gleichen job machen wie die männer (ob gut oder schlecht) ist es ja irrelevant ob m oder w. sind denn eurer meinung nach die frauen besser? nur mal so als gedanke, die schweiz ist eines der erfolgreichsten und innovativsten länder auf der ganzen welt, sie hat aber einer der tiefsten frauenanteile in der führungsetage.. was sagt uns das? die grauen mäuse sind vielleicht doch nicht so schlecht?!
    8 9 Melden
    • boxart 12.03.2015 20:48
      Highlight Genau, die sollen erst mal den Zickenkrieg unter sich austragen. Teamfähigkeit und Weitsicht scheitert ja bereits in der Waschküche, Kriege verursacht durch Waschpläne. (cool)
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    • BeWi 13.03.2015 11:41
      Highlight im Gegensatz zur Privat-Industrie bin ich in der Politik ganz klar der Meinung, dass die Frauen stark vertreten sein sollen. In unserer Demokratie soll die Politik im Namen des Volkes handeln und bei uns hat es ja >50% Frauen in der Bevölkerung. Die Privat-Industrie hat aber keinen Auftrag die Bevölkerung zu vertreten.
      2 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 10.03.2015 11:44
    Highlight Ist die Frage unpassend oder geht sie in irgend einer Weise am Thema vorbei?
    Sollten Quoten auch in Kupferminen, Ölplatformen usw. gelten?
    20 0 Melden
  • Anita_S 09.03.2015 22:07
    Highlight Ich bin nicht für Quoten. Ich möchte, dass der Beste /die Beste Bewerber/in den Job bekommt! Und zwar unabhängig vom Geschlecht.
    28 4 Melden
    • Jovan 11.03.2015 09:12
      Highlight du bist ja auch im Kapitalismus geboren...
      2 10 Melden
    • Biene Maja 15.04.2015 16:57
      Highlight Sehr idealistisch, aber leidet etwas naiv...
      1 0 Melden
  • Zap 09.03.2015 21:29
    Highlight Wieso redet man nur von Frauenquoten in Führungspositionen? Wieso nicht von Frauenquoten auf allen Ebenen und in allen Berufen? Geht es wirklich um Gleichberechtigung oder einfach um den Vorteil, welcher die meisten arbeitnehmenden Männer nicht haben?
    21 3 Melden
  • 8004 Zürich 09.03.2015 14:01
    Highlight Geschätzte Kafi - Vernünftigster Mensch in der Schweizer Medienlandschaft und stoische Wächterin des common sense.

    Du sprichst Dich für die Frauenquote aus. Wenig überraschend auch Dein Standpunkt. Interessant fand ich ein Interview mit einem renommierten Psychologen (Daniel Kahneman?) oder Soziologen im TA oder im Magi. Er verwies auf die Tatsache, dass sich Männer grundsätzlich mehr in den Extremen bewegen als Frauen dies tun. So sind dann z.B. nicht nur mehr Männer in den obersten Gremien anzutreffen, sondern auch "ganz unten" in der Gesellschaft, z.B. bei den Bänkli am Stadelhoferplatz.
    23 3 Melden
    • flv 11.03.2015 21:49
      Highlight interessanter standpunkt! danke!
      5 0 Melden
  • kafi 09.03.2015 12:37
    Highlight Ich glaube, der Herr Wüthrich hat bitzli Angst um seine Position.
    9 26 Melden
    • Bruno Wüthrich 09.03.2015 12:54
      Highlight Nein, liebe Frau Freitag. wirklich nicht. Denn das, was ich tue, kann mir zwar durchaus von einer Frau streitig gemacht werden, und Erfolgsaussichten wären durchaus vorhanden. Doch mit der Frauenquote hätte dies, das können Sie mir glauben, nicht das Geringste zu tun. Ich kann dieses Thema also durchaus aus neutraler Sicht zu beurteilen versuchen. Es ist auch mir klar, dass es für beide Ansichten gute Argumente gibt. Trotzdem finde ich es schwach, Frauenquoten für leitende Positionen oder in der Politik einzuführen, so lange sich immer wieder deutlich mehr Männer darum bewerben als Frauen.
      28 6 Melden
    • Gelöschter Benutzer 10.03.2015 07:17
      Highlight Lieber Herr Wüthrich, es spricht ja keine/r von einer Quote im Rahmen von 50%. Meist wird diese bei 30% festgesetzt, was bedeutet, dass es für die deutlich mehr Bewerbungen von Männern auch in Zukunft noch deutlich mehr verantwortungsvolle Stellen zu besetzen gäbe.
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    • Bruno Wüthrich 10.03.2015 08:42
      Highlight Da haben Sie schon recht. Doch ich habe erhebliche Zweifel, ob sich für Führungspositionen in der Wirtschaft tatsächlich 30 Prozent Frauen bewerben. Vermutlich sind es deutlich weniger, und somit wäre (wenn stimmt, was ich vermute) auch eine Quote von 30 Prozent eine Bevorzugung. Ich bin für Gleichberechtigung. Dafür haben doch Frauen jetzt jahrzehntelang gekämpft. Weshalb wollen sie denn nun sogar eine Bevorzugung?
      12 4 Melden
    • Gelöschter Benutzer 10.03.2015 10:52
      Highlight Zuerst dies; ich teile die Meinung von Kafi Freitag zu 100%. Ich persönlich war nie auf eine Quote angewiesen um mich zu etablieren und dennoch scheint sich in der Schweiz ohne eine Quote so gut wie nichts zu bewegen. Die Schuld dafür den Frauen zu geben die sich nach Ihrem Bauchgefühl einfach nicht bewerben ist mir zu einfach gestrickt. Damit es zu einer qualitativ guten Besetzung in einer Chefetage kommt, braucht es die gezielte Förderung von Talenten. Und da fängt es an, die Förderung der ganz jungen Frauen geht zu oft noch unter. Eine Quote könnte auch helfen den Frauen die Perspektiven aufzuzeigen und sie damit zu motivieren den Weg der Karriere überhaupt erst einzuschlagen. Klar ist, dass jede einzelne ihren Weg schlussendlich aber selber gehen muss.
      9 5 Melden
    • Bruno Wüthrich 10.03.2015 15:24
      Highlight Ich stimme mit Ihnen bei der Talentförderung überein. Und falls da die Frauen bisher zu kurz kamen, ist dies besser heute als erst morgen zu ändern, denn dies gehört nicht nur zur Gleichberechtigung, sondern fördert auch das Selbstvertrauen, sich für höhere Aufgaben zu bewerben. Aber das Bauchgefühl der Frauen, das für die fehlenden Bewerbungen verantwortlich sein soll, kann hier nicht als Begründung für eine Quote herbei gezogen werden. Wenn Frauen ihre Perspektiven nicht erkennen, müssen andere Wege gesucht werden, ihnen diese aufzuzeigen als eine Quote.
      5 1 Melden
  • Bruno Wüthrich 09.03.2015 08:47
    Highlight Eine Frauenquote macht nur dann Sinn, wenn erwiesen ist, dass auch tatsächlich eine der Quote angemessene Anzahl Frauen in die Chefetagen wollen. Ist dies nicht der Fall, ist eine Quote nichts anderes als eine gesetzlich verankerte Bevorzugung der Frauen gegenüber den Männern. Mit gleichen Rechten hat eine Quote nichts zu tun. Sondern lediglich mit Zwängerei. Nicht jede Frau, die nach oben will, ist fähig. Aber es wird so getan, als wäre sie es, und sei einem bösen und intriganten Mann zum Opfer gefallen. Dass der männliche Konkurrent besser gewesen sein könnte, wird für unmöglich gehalten.
    48 7 Melden
    • no0815girl 09.03.2015 09:55
      Highlight Nicht jeder Mann, der oben ist, ist fähig. Warum muss es also jede Frau sein? Im Optimalfall sollten diejenigen oben sein, die fähig sind, unabhängig vom Geschlecht. Trotzdem müssen Frauen sich als viel fähiger beweisen als Männer, um nach oben zu kommen. Das ist nicht gerecht und deswegen macht eine Quote Sinn.
      24 16 Melden
    • Bruno Wüthrich 09.03.2015 10:24
      Highlight Um in die Chefetage zu kommen, muss man nicht nur augezeichnete Arbeit leisten, sondern auch ein gewisses Durchsetzungsvermögen haben. Die Quote ist eine Weichspühlmethode, die mit Durchsetzungsvermögen nichts zu tun hat. Oft wird vergessen, dass ein Chef oder eine Chefin auch Untergebene hat, welche geführt und motiviert werden müssen. Fachliche Qualifikation allein genügt dafür leider meistens nicht. Ich behaupte, dass eine Frau, die wirklich Führungsqualitäten vorzuweisen hat (und die gibt es !!!), die gleichen Chancen hat wie ein Mann, um ganz nach oben zu kommen. Aber sie muss es wollen!
      24 7 Melden
    • Knut Atteslander 09.03.2015 11:11
      Highlight Wieso hat es den nicht gleich viele Frauen in Führungspositionen? Sie sagen Frauen haben weniger/keine Führungsqualitäten <- Sie sprechen diese Fähigkeit Frauen also generell ab...?
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    • Bruno Wüthrich 09.03.2015 15:33
      Highlight So etwas steht da niergends. Aber ich behaupte, dass sich deutlich weniger Frauen um Führungspositionen bewerben als Männer. Wenn sich also unter den Bewerbern für eine Kaderstelle lediglich 20 Prozent Frauen befinden (Phantasiezahl), aber eine Frauenquote von 30 Prozent besteht, werden Frauen bevorzugt. Habe ich die Wahl zwischen Gleichberechtigung und Bevorzugung, wähle ich die Gleichberechtigung. Sie etwa nicht? Frauen werden dann benachteiligt, wenn der prozentuale Anteil der Bewerberinnen auf Kaderstellen nicht mit dem prozentualen Anteil der Kaderstellen-Inhaberinnen korrespondiert.
      21 2 Melden
    • Habicht 11.03.2015 11:38
      Highlight Stimme mit Bruno Wüthrich voll überein.
      Leider finde ich die Studie nicht aber es gibt eine renomierte Studie die belegt, dass Frauen (vor allem im unteren und mittleren Kader) andere Frauen nicht fördern sondern, sie primär als Konkurrenz angesehen werden.
      Weiter arbeiten 75%, der in einem Büro tätigen Frauen, die ich kenne lieber mit Männern zusammen als mit Frauen.
      Stellt ihr euch manchmal die Frage warum das so ist?
      Sind da auch die Männer schuld?
      Ich bin absolut für die Gleichberechtigung, die wird mit einer Quote aber nicht erreicht.
      5 2 Melden

Hallo Frau Freitag. Meine Freundin möchte gerne zu mir ziehen, jedoch keine Miete zahlen. 

Lieber ClaudioVielen Dank für Ihre Frage. Leider haben Sie vergessen, Ihre Adresse und den Vermieter anzugeben, und die benötige ich doch für die Umschreibung des Mietvertrags. Ich habe nämlich beschlossen, auch zu Ihnen zu ziehen. Und nein, selbstverständlich werde ich mich nicht an den Mietkosten beteiligen, das wäre ja noch schöner! Sie wohnen ja schliesslich schon dort und da macht es doch keinen Unterschied, ob mein Sohn und ich auch noch dort sind. Es wäre noch nett, wenn Sie den …

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