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Abwarten und Tee trinken ist manchmal noch besser als eine prompte Antwort von Frau Freitag. 

Liebe Frau Freitag, nachdem ich seit bald 2 Wochen vergeblich auf Ihre Antwort warte, habe ich die Hoffnung aufgegeben.

Warum auch immer meine Frage keiner Ihrer herrlichen Antworten würdig war, ob aufgrund derer Langweiligkeit oder meiner Sprache, ist im Grunde egal. Leider bin ich etwas resonanzsüchtig, vor allem wenn es um herausragende Menschen wie Sie geht. Hier eine neue Frage (die erste konnte ich mir beantworten, zumindest fast): oje, keine Buchstaben mehr übrig. Herzlich. Sarina, 35

26.09.16, 11:09 26.09.16, 13:32


Liebe Sarina

Ihre Resonanzsucht wird es bei mir schwer haben, das kann ich Ihnen gleich sagen. Bei über 25 Fragen, die ich pro Woche erhalte, und 3, die ich davon beantworte, kann es schon mal etwas länger dauern als 2 Wochen. Ihre Frage war nicht langweilig. Aber dann auch nicht so wichtig, dass ich ihr einen Vortritt gewährt hätte vor den beiden Fragen, die sich um verstorbene Menschen gedreht haben und um Liebesdinge, wie die Ihre.

Ich verstehe schon, dass Ihnen Ihre Frage am wichtigsten erscheint. Aber ich muss Ihnen leider sagen; ist sie nicht. Wenn ich eine Frage erhalte, die eine wirkliche Dringlichkeit oder persönliche Not beinhaltet, ziehe ich diese immer allen anderen vor und schicke die Antwort noch in einer persönlichen Mail an die fragende Person. (Das mache ich bei allen anderen Fragen nicht, dafür muss es wirklich etwas sehr Existenzielles sein.)

Sie haben in der Zwischenzeit selber eine Antwort gefunden, das ist doch schön! Und passiert nicht selten, wie meine Erfahrung zeigt. Gerade Fragen, von denen man denkt, man müsste sie sofort beantwortet und gelöst haben, profitieren nicht selten von etwas zeitlichem Aufschub. Und vom Nichts-Entscheiden, Nichtstun. Das klingt vielleicht paradox, ist es aber nicht.

Ich beantworte seit knapp 5 Jahren wöchentlich 3 Fragen. Das sind im Dezember dieses Jahres 780 beantwortete Fragen. Meine Antworten haben in dieser Zeit so einiges bewirkt, wie man mir geschrieben oder gesagt hat. In Zürich gibt es wegen meiner Abtreibungsantwort 3 Kinder mehr und etliche Menschen haben den Sprung in einen neuen Job gewagt oder aus einer nicht mehr zu rettenden Ehe, weil sie sich eine Antwort von mir zu Herzen genommen haben. Diesen Blog und diesen Service habe ich über 2 Jahre lang ohne Lohn, vollkommen gratis gemacht. Nun bin ich bei watson und werde dafür bezahlt.

Sie, meine Leserinnen und Leser, bekommen meine Antworten aber noch immer gratis, Sie bezahlen keinen einzigen Rappen dafür. Im Gegenteil. Viele lesen meine Antwort mit einer arroganten Erwartungshaltung. Manche Leser haben das Gefühl, sie hätten ein Anrecht auf eine bestimmte Antwort. Denen rate ich gern zu einem eigenen Blog, mit eigenen Antworten. Andere haben einen eigenen Blog, der aber kein Schwein liest, und darum haben sie viel Zeit, meinen zu kommentieren … Ich freue mich darüber, denn auch als Blogger lebt man schlussendlich von der Resonanz und die unterscheidet nicht zwischen positiv und negativ. Jedem Kommentar geht ein Klick und ein Lesen voraus und darum störe ich mich auch nicht an Kritik, solange sie inhaltlich und fair bleibt. 

Man hat mir schon oft geraten, einen Priority-Service anzubieten, bei dem man eine schnelle Beantwortung mit einer Gebühr erkaufen kann. Ich habe mich aber bewusst dagegen entscheiden, weil meine Antworten nicht käuflich sind und ich frei bleiben will in meiner Entscheidung, welcher Frage ich mich annehme. Darum bin ich auch bei watson und keinem anderen Arbeitgeber. Hier erlebe ich keinerlei Zensur und darf schreiben, was ich will und wie ich es will. Diese Freiheit ist mir wichtiger als ein zusätzliches Einkommen, das ich damit generieren könnte.

Wenn Ihre Resonanzsucht gross genug ist, dann kommen Sie in eine persönliche Sitzung. In meiner Arbeit als Coach bin ich käuflich, dort regiert das Geld. Dort haben Sie für 180 Franken eine Stunde lang meine volle Aufmerksamkeit. Aber auch da muss ich Sie leider vertrösten. Meine Praxis ist bis in die 2. Novemberwoche ausgebucht, Geduld werden Sie auch hier an den Tag legen müssen. 

Herzlich, Ihre Kafi

P.S. Ihre Dankesmail und Liebeserklärung an mich habe ich am Tag des Empfangs verdankt. Wenn man sich über Resonanz freut, macht es allerdings Sinn, wenn man eine funktionierende Mailadresse ins Absenderfenster setzt.

Kafi Freitag - Das Buch

Die 222 besten Fragen und Antworten in einem schön gestalteten und aufwendig hergestellten Geschenkband.

www.fragfraufreitag.ch
www.salisverlag.com

Fragen an Frau Freitag? ​

Hier stellen!

Kafi Freitag (40!) beantwortet auf ihrem Blog Frag Frau Freitag Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (Freitag Coaching) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie lebt mit ihrem 11-jährigen Sohn in Zürich.

Haben Sie Artikel von FRAG FRAU FREITAG verpasst?
Sälber tschuld! Hier nachlesen!

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 14.10.2016 02:49
    Highlight Ganz schönes Foto, übrigens. Ein Beweis, dass Yoga überall möglich ist, nicht nur in Rishikesh.
    2 0 Melden
  • MisterMP 27.09.2016 20:23
    Highlight Liebe Kafi, wieder einmal habe ich mich königlich über die unverfrorene Eigenwerbung in deiner Antwort amüsiert. Es sei dir aber mindestens von mir herzlich gegönnt, schliesslich ist es dein Blog und niemand ist gezwungen ihn zu lesen. Wahrscheinlich hat der Tropfen nun auch meinen Stein gehöhlt und ich gebe einmal die - wie ich nun weiss - CHF 180 für eine Stunde bei dir aus - und sei's nur als Dank für die unzähligen Lacher, die du mir schon beschert hast...
    12 3 Melden
    • Bruno Wüthrich 28.09.2016 00:46
      Highlight Recht so! Frau Freitag muss ja von etwas leben. Als selbstständige Unternehmerin sind Aufträge bis November nicht gerade die Sicherheit hoch zwei. Aber immerhin.

      Ich selbst werde die CHF 180 jedoch nicht ausgeben. Nicht etwa deshalb, weil ich mit Frau Freitag nicht sprechen würde, und auch nicht deshalb, weil ich finden würde (ich kann dies nicht beurteilen), dass ihre Stunden dies nicht wert seien.

      Sondern ganz einfach deshalb, weil meine Stunde ebenso viel wert ist, und weil ich überzeugt bin, dass Frau Freitag auch ohne Geld keinen Deut weniger von dieser Stunde profitieren würde als ich.
      7 4 Melden
    • kafi 28.09.2016 12:53
      Highlight Lieber MisterMP

      Das freut mich, danke. Schön, wenn ich Sie zum Schmunzeln bringe!

      Aber in eine Sitzung kommen nur zum mich kennenlernen, das mache ich nicht. Die Menschen, die zu mir kommen, arbeiten an einem Thema. Nur pläuderlen geht bei mir nicht.
      Sonst wär's wirklich ein meet&greet und und ich bin Coach, kein Star.

      Herzlich, Kafi
      10 3 Melden
  • Spooky 26.09.2016 18:32
    Highlight "Sie, meine Leserinnen und Leser, bekommen meine Antworten aber noch immer gratis, Sie bezahlen keinen einzigen Rappen dafür."

    Ja gut, das stimmt. Aber Kafi bekommt unsere Kommentare auch gratis. Wir bekommen keinen Rappen dafür.
    43 9 Melden
    • kafi 26.09.2016 21:03
      Highlight Und dabei wären Deine echt was wert und ich meine das noch nicht mal ironisch. Wüki!

      Merci!
      32 13 Melden
  • Sveminem 26.09.2016 17:28
    Highlight Da müssen aber die 25 Fragen diese Woche so richtig unwichtig und/oder langweilig gewesen sein wenn diese ausgewählt wurde... ;)
    55 1 Melden
  • Bruno Wüthrich 26.09.2016 16:45
    Highlight Täusche ich mich, oder steckt hinter der Antwort von Frau Freitag ein tüchtig Stück Arroganz? Glaubt man den Psychologen, kann hinter Arroganz z.B. stecken: Unsicherheit, verletzter Stolz, gefühlte unfaire Behandlung. Was es bei Frau Freitag sein könnte, weiss ich nicht, weil sie ja behauptet, sie freue sich über die Kritik (was nicht zwangsläufig stimmen muss).

    Auf jeden Fall schent Frau Freitag von ihren Kritikern nicht viel zu halten. Sofern die Kritik einigermassen sachlich und mit Anstand angebracht wurde, kann der Grund nur einer sein. Frau Freitag überschätzt ihre eigene Meinung.
    51 60 Melden
    • JasCar 26.09.2016 22:24
      Highlight Naja, da könnte man fast "Frau Freitag" mit "Bruno Wüthrich" austauschen....
      Im Ernst: ihre kritischen Kommentare sind ja ok, denn sie sind fair formuliert. Trotzdem kommen sie mir ab und zu arroganter rüber, als es die Kafi tut....
      33 9 Melden
    • Bruno Wüthrich 27.09.2016 10:04
      Highlight Da könnten Sie recht haben. Ich überprüfe meine Kommentare - wenn überhaupt - hauptsächlich darauf, ob sie anständig und fair sind, aber nie, wie sie rüberkommen. Ob arrogant, oder besserwisserisch (was ja allein schon durch die Anzahl meiner kritischen Kommentare durchaus sein kann), interessiert mich eigentlich nicht.

      Frau Freitag hat recht wenn sie schreibt, dass jeder, der einen Kommentar schreibt, damit für mindestens einen Klick sorgt. aber es geht noch weiter: Jeder, der einen Kommentar schreibt, setzt sich mit Frau Freitags Schreibe etwas mehr als nur oberflchlich auseinander.
      14 4 Melden
    • JasCar 27.09.2016 19:41
      Highlight Herrlich, ich mag ihre selbstkritische Arroganz. Im Ernst jetzt.
      7 1 Melden
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Kafi, meine Schülerinnen finden sich zu dick und wollen wie GNTM aussehen!

Ich bin Lehrerin, liebe meinen Job. Ich beobachte mit grosser Sorge, wie viele Mädchen zw. 12 und 16 sich selbst wahrnehmen. Sie finden sich hässlich, was v.a. bedeutet, dass sie sich zu dick fühlen. (Was sie überhaupt nicht sind.) Sie definieren sich grösstenteils über diese Äusserlichkeit und sie leiden darunter, nicht ihrem Ideal zu entsprechen, fühlen sich nicht schön. Auf meine Frage, was denn der Massstab für «schön» sei, höre ich immer wieder GNTM, auch von Jungs. Es tut mir in der S

Liebe LindaDanke, dass Sie diese Frage stellen. Ich kann Ihnen sehr gut nachfühlen, denn mir geht es genau so, wenn ich junge Frauen beobachte und höre, wie sie über sich selber reden. Für mich ist das Problem allerdings ein ganzes Stück grösser und umfassender. Ich behaupte, dass sich praktisch keine Frau wirklich schön und schlank genug findet und zwar bis ins hohe Alter. Und genau dort wittere ich das allergrösste Problem, noch weit vor der unleidigen GNTM Kiste.

Seit ein paar Jahren ist ein …

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