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Dann dreh es doch um! Bild: Kafi Freitag

FRAGFRAUFREITAG

Ich bin 42 Jahre alt, Rechtsanwältin und habe zwei tolle Kinder (2. und 4. Klasse) und einen tollen Mann. 

17.06.15, 10:26 17.06.15, 10:37

Seit fast drei Jahren mache ich einen Teilzeitjob, bei dem ich einigermassen unterfordert bin und ausserdem auch kaum Aussicht auf einen Aufstieg habe. Seit fast einem Jahr trage ich mich mit dem Gedanken, den Job zu kündigen. Ich habe es bis jetzt nicht getan, wohl aus Angst, ich könnte zu Hause in ein Loch fallen oder später den Einstieg nicht mehr finden. Was denken Sie? Sollte ich es wagen? Maya, 42

Liebe Maya 

Sie können tun oder lassen, was immer Sie wollen. Aber werden Sie sich Ihrer Motive bewusst. Was genau soll die Jobkündigung bringen, WARUM denken Sie darüber nach?

Sie schreiben in keinem Wort, was genau das Ziel sein soll. Wollen Sie mehr mit Ihren Kindern sein? Wollen Sie nicht mehr arbeiten? Oder geht es einfach darum, dass der Job keine Freude macht, weil Sie Ihre Fähigkeiten nicht einbringen können? Die ersten beiden Argumente fände ich nachvollziehbar und auch respektabel. Der Dritte ist es für mich nicht. Nicht arbeiten ist voll ok. Wenn man es nicht aus Ermangelung einer Alternative tut.

Werden Sie sich darüber klar. Irgendwie scheint mir das alles sehr wenig durchdacht. Ein bisschen Angst vor dem Loch zu Hause und dem Wiedereinstieg, ein bisschen Frust wegen eines nicht so tollen Jobs. Ist das schon alles? Das wäre mir persönlich viel zu lau für eine Entscheidung dieser Tragweite!

Sie haben jahrelang studiert und sind heute Rechtsanwältin. Es wird auf dieser Welt doch wohl einen einzigen Job geben, der Sie fordert, aber zeitlich nicht überfordert? Es kann doch irgendwie auch nicht sein, dass man aus lauter fehlender Motivation, diesen einen Job zu finden, alles an den Nagel hängt. Oder sehe ich das falsch?

 Denken Sie drüber nach. Es lohnt sich. Ihre Kafi. 

Fragen an Frau Freitag? ​ 

Hier stellen! 

Kafi Freitag (39) beantwortet auf ihrem Blog Frag Frau Freitag Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (Freitag Coaching) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie ist verheiratet und Mutter eines zehnjährigen Sohnes.

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Sälber tschuld! Hier nachlesen!

Bild: Kafi Freitag

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
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5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Bounty7 19.06.2015 12:22
    Highlight Es ist halt nicht so einfach; vor noch nicht langem war ich auch in einem Job gefangen der mich total unterfordert und gelangweilt hat - trotz intensiver Suche & Bewerbungen ging es mehr als ein Jahr bis ich etwas neues fand. Ich wünsche dies niemandem und würde im nachhinein eher künden auch ohne Aussicht auf etwas Neues. 8-9 Stunden pro Tag im Büro zu hocken mit nur wenig zu tun oder Arbeit die einem nicht fordert, dass kann einem total abgestumpft und depressiv werden lassen; ich leide bis jetzt darunter.
    1 2 Melden
  • Gelöschter Benutzer 19.06.2015 08:01
    Highlight Liebe Maya, machen Sie sich selbstständig! Der Fünfer und das Weggli.
    0 0 Melden
  • Bruno Wüthrich 18.06.2015 10:10
    Highlight Der Blog von Frau Freitag unterhält mich in der Regel gut, sonst hätte ich mich kaum dafür entschieden, ihn zu verfolgen. Selten, aber wirklich nur ganz ganz selten schreibe ich auch ein Kommentärli, bzw. gebe meinen Senf dazu. Hier mal etwas Grundsätzliches: Manchmal scheinen mir die Fragen derart konstruiert, dass ich mich wirklich frage, ob die Fragesteller echt sind. Oder ob es manchmal einfach darum geht, dass Frau Freitag zu einem Thema, das sie gerade interessiert, ihre Meinung unter die Leute bringen will. Dass eine promovierte Anwältin einen solchen Stuss fragt, erschent mir abstrus.
    6 3 Melden
  • stadtzuercher 18.06.2015 09:19
    Highlight es gibt doch hunderte von menschen, die langweilen sich in ihrem job, aber er ist halt gut bezahlt und verspricht aufstieg. besonders verbreitet im anwalt-banker business. als nebeneffekt langweilt man sich nicht nur, sondern lässt auch jegliche ethik im beruf missen, weil wo der aufstieg und die karriere das ziel ist, muss alles was dabei bremst aus dem weg geschafft werden.
    einziger lichtblick für einmal bei frage und antwort: die übliche das-patriarchat-unterdrückt-meine-karriere und ich-brauche-eine-frauen-karriere-quote und ich-brauche-einen-200k-frauen-mindestlohn-leier wird uns erspart.
    2 2 Melden
  • Oma Wetterwachs 17.06.2015 21:05
    Highlight Warum sucht Maya nicht parallel nach einem neuen Job???
    6 0 Melden

Liebe Kafi, Ich bin 20; hatte noch nie einen Freund. Da ich nie verliebt war, stört dies mich eigentlich auch nicht.  

Jedoch werde ich an Weihnachten/Geburi immer wieder von einer Bekannten danach gefragt. Wenn ich nein sage, werde ich angeschaut, als wäre ich eine Fremde, sogar gefragt, ob ich lesbisch bin (bin ich nicht). Mich nervt dies, ich fühle mich dann so «unnormal». Auch will ich nie heiraten keine Kinder. Mich nervt es, dass dieses Klischee *Freund haben-Heiraten-Kinder haben* aufgestempelt wird ... Ist es denn so verkehrt, anders zu sein? Und ein anderes Leben zu führen als «andere»? Ich mag deinen Blo

Liebe MadeleineIhre Frage ist eine sehr spannende, weil sie so vielschichtig ist. Zum einen spüre ich Ihren Wunsch stark heraus, so angenommen zu werden, wie Sie sind. Zum anderen wollen Sie unbedingt anders sein. Warum ich das weiss? Sie schreiben es ja selber, in Ihrer Frage kommt der Begriff «anders» dreimal vor. Sie geben viel Energie drauf, so wahnsinnig ungleich zu sein.

Das äusserst sich darin, dass Sie mit 20 angeblich schon ganz genau wissen, was Sie wollen und was nicht. Das habe ich …

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