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Stress? Nicht im Balkan. Für eine Zigi hat es noch immer gereicht. Auch an der Tankstelle. Bild: flickr.com/Elias Bizannes

Der Jugo und seine Arbeitsmoral – oder warum die EU Familien auseinanderreisst

In ihren letzten Ferien auf dem Balkan sprach Ludmila mit Arbeitern und dem Mann ihrer Cousine über die EU. Jetzt weiss sie, warum Serbien wohl weiterhin aussen vor bleibt – und warum das voll okay ist.

29.06.17, 14:40 30.06.17, 09:07

Wir sitzen am Arsch der Welt. Wir, das sind meine zwei Cousins, meine Schwester und ich. Wir sind in der Schweiz geboren, reisen aber alle paar Jahre zusammen nach Serbien. Einfach, weil wir schon als Kinder jeden Sommer in den Kuhkäffern jenseits von Belgrad miteinander verbrachten. Und weil wir uns im Alltag nur wenig sehen. Der Stress, die Arbeit, die Verpflichtungen.

Das letzte Mal waren wir 2015 in der Heimat unserer Eltern. An einem Nachmittag, unser Mietauto hatte gerade eine Panne, strandeten wir auf einer Überlandstrasse, wo es nichts gab ausser einem Schnellimbiss. Wir bestellten Cevapcici, drei Bier und für mich ein Wasser. Der Betreiber versuchte den Pannendienst zu erreichen. Ohne Erfolg.

Wir nahmen es locker. In den Tiefen des Balkans läuft alles etwas langsamer, entspannter, stressfreier.

Vor zwei Minuten waren sie Fremde, jetzt sind sie Familie

Wie wir so da sitzen, kommen zwei Männer rein. Sie tragen weisse Unterhemden und zerfetzte Schuhe. Sie bestellen Bier und Burger. Die Mittagssonne brennt, es ist drückend heiss.

Wir sprechen Deutsch. Die Männer wollen wissen, was wir Kurliges reden. Innert zwei Minuten mutieren wir von Fremden zu Familie. Die beiden wollen uns einen Drink ausgeben. Milan, der Jüngere, steht auf und holt drei Biere aus dem Kühlschrank.

Mein Saft fordert ihn heraus. «Saft? Der Alte weiss nicht einmal, wie Saft aussieht!», sagt der Ältere. Sowohl Milan als auch Zoran haben in den letzten 30 Jahren nichts Alkoholfreies getrunken. Ausser Kaffee. Meine Liebe für die beiden könnte grösser nicht sein.

Ludmila Balkanovic

Unsere Kolumnistin Ludmila wuchs zwischen Mani Matter, Kettenrauchern, harten Schweizer Schulregeln und einer «Fuck the System»-Kultur auf. Hier erzählt die Mittdreissigerin aus ihrem Leben zwischen Schweizer Bünzli- und dem Jugotum.

Sie sind Müllmänner. Ihre Arbeitszeiten sind nirgends in Stein gemeisselt. Sie arbeiten, bis die Strassen sauber sind. Einigermassen zumindest. «Wir wollen ja in die EU, dafür muss der Müll weg», sagen Zoran und Milan und lachen dieses wohlwissende Lachen, dass das mit dem Beitritt zur EU höchstwahrscheinlich noch lange nichts wird.

Die Herren verhocken. Vier Stunden sitzen wir da, essen, trinken, lachen. Auf die Frage, warum sie mitten im Tag so lange pausieren können, antwortet Milan: «Wir können alles. Nicht so wie du gebildete Schweizerin mit Arbeitszeiten, die dich vielleicht reich, aber nicht frei machen.»

«EU-Arbeitszeiten reissen Familien auseinander.»

Goran, Mann von Ludmilas Cousine 

Ins gleiche Horn stösst der Mann meiner Cousine. Er ist ein Klischee-Jugo. Fettfalte im Nacken, Glatze, Goldzahn. Er arbeitet irgendwas mit Sicherheitsdienst.

Während wir zu zehnt in seinem verrauchten Wohnzimmer sitzen, kommt erneut das Thema EU auf. Goran, so der Name des Mannes meiner Cousine, ist gegen den Beitritt. «Führt Serbien EU-Arbeitszeit ein, die maximal 48 Stunden pro Woche beträgt, werden Familien auseinandergerissen.»

Qualitytime mit der Familie statt Arbeit. In Sachen Prioritätensetzung lässt sich der Serbe nicht lumpen. Bild: flickr.com/garagin milkojovich

Goran holt aus. Wenn man so viel Zeit mit Arbeiten verbringt, würde die Qualitytime daheim sehr leiden. So dass es zum Bruch käme. Er würde nie mit uns Schweizern und unserem Arbeitspensum tauschen wollen. Wir lachen.

Sind wir Idioten?

Später sitzen wir Schweizer in einer Kneipe und lassen Gorans Worte und die der Strassenarbeiter auf uns wirken. Wir fragen uns, ob wir die Idioten sind, die zu viel arbeiten und zu wenig leben. Eine finale Antwort haben wir nicht.

Einig sind wir uns darin, dass des Serben Arbeitsmoral gesünder für Geist und Seele ist. Und lustiger. Und dass all das am Ende vielleicht doch wichtiger ist als der Kontostand. Oder eine Mitgliedschaft in der EU.

Solange das Land in anderen, wichtigen Punkten Fortschritte macht, ist wohl alles bestens so, wie es ist. Und Fortschritte macht es. Erst letzte Woche wurde bekannt, dass Ana Brnabic Regierungschefin wird. Obwohl sie lesbisch ist. Und Homosexualität ausserhalb von Belgrad leider immer noch gesellschaftlich nicht anerkannt ist.

Mit Brnabics Ernennung sind wir aber schon mal auf dem richtigen Weg. Ob dieser irgendwann doch noch in die EU führt oder, ganz nach dem Lieblingsmotto des Serben «fuck the boring system», in einer hippieähnlichen Revolution endet, wird sich zeigen. Ich persönlich fände zweiteres geiler. Hajde!

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Gestatten, mein Name ist Balkanovic!

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    Alle Leser-Kommentare
  • mal! 03.07.2017 13:16
    Highlight Es gibt auf dem Balkan (konkret in Serbien) Leute, die zu fixen Arbeitszeiten (oder auch mal etwas länger arbeiten, dazu ohne Pensionskasse (nur mit 3-monatigen, aber endlos erneuernden Verträgen) und das für unter 300 € im Monat (Während viele Güter, ausser Lebensmittel, etwa gleich viel kosten wie bei uns). Dass so beschissene Bedingungen der Arbeitsmoral nicht grade zuträglich sind, versteht sich von selbst...
    10 0 Melden
  • Chili5000 30.06.2017 22:22
    Highlight Daj neseri...
    4 7 Melden
  • arijen 30.06.2017 14:21
    Highlight perfekter song zum artikel:
    5 3 Melden
  • Duscholux 30.06.2017 13:25
    Highlight Sind wir die Dummen mit den langen Arbeitszeiten? Ja, ja sind wir. 100%.
    47 8 Melden
  • bilbo 30.06.2017 11:17
    Highlight Liebe Ludmila, ich mag deine Blogs! Ich habe nur 1 Problem: ich kann dir auf Watson nicht folgen! (IT?)
    8 4 Melden
  • D(r)ummer 30.06.2017 09:19
    Highlight Guter Artikel. Liest sich wie VICE.
    Gefällt mir. :)
    10 19 Melden
    • Dingsda 30.06.2017 13:37
      Highlight Ein Paradebeispiel wie man ein beleidigendes Kompliment macht.
      34 3 Melden
    • ludmila 30.06.2017 21:15
      Highlight Lieber Dingsda, das sehe ich als Vice-Fan lockerer und sage DANKE, D(r)ummer.
      7 3 Melden
    • Dingsda 30.06.2017 22:59
      Highlight Du bist besser als "Vice", liebe Ludmila. Lockerheit hin oder her.
      8 3 Melden
    • D(r)ummer 03.07.2017 13:36
      Highlight @Dingsda... Warum beleidigend?
      Journalistische Richtlinien von VICE oder wie genau?

      0 0 Melden
  • dracului 30.06.2017 08:28
    Highlight Das Leben scheint auf dem Balkan entspannter, lustiger und stressfreier zu sein und doch, oder gerade deswegen, greift man zum Alkohol, ungesunden Lebensweisen und wird zum Kettenraucher und der Kontostand zweitrangig? Die Balkanromatik löst in mir eine unvereinbaren Dualität aus, wie Arbeiten und Leben. Mach deine Leidenschaft zum Beruf und du musst nie arbeiten gehen? Aber vielleicht ist Alkohol keine Brücke und doch ein Weg diese Dualität zu ertragen. Vermutlich gibt es deshalb auch nirgens mehr Herzschmerz in der Volksmusik, als auf dem Balkan?
    33 11 Melden
    • allesklar 30.06.2017 11:28
      Highlight na, der konsum legaler drogen ist in der schweiz auch nicht zu verachten, oder?
      18 12 Melden
  • rodolofo 30.06.2017 07:54
    Highlight Solche Fragen beschäftigen mich auch immer wieder:
    Was bedeutet Lebensqualität?
    Ist das etwas Materielles, das aus lauter erstklassigen Produkten und aus zuverlässigen Dienstleistungen und pünktlichen Verkehrsmitteln besteht?
    Oder ist das etwas Intellektuelles, mit anregenden und informativen Gesprächen und Diskussionen?
    Oder ist Lebensqualität in der Seele zu finden, in den tief empfundenen Gefühlen und in der Musik, im Leben und Leben lassen?
    Alle diese Qualitäten sind wichtig, aber jeder Mensch wird einen anderen Schwerpunkt in seinem Leben setzen.
    Mich persönlich zieht es "in den Süden".
    18 10 Melden
    • Chili5000 30.06.2017 22:21
      Highlight Es ist viel einfacher rodolfo. Es ist das was dich im tiefsten Inneren glücklich macht. Ob das nun Zeit mit deiner Familie oder dein Hobby oder sogar dein Job ist spielt dabei keine Rolle.
      8 1 Melden
  • RacKu 30.06.2017 06:13
    Highlight 😂✌️ Serben und LGBT sind wie Saudis und Bikinis! Oder sucht doch mal Pride Belgrade auf Youtube.
    40 8 Melden
    • Gelöschter Benutzer 30.06.2017 14:17
      Highlight true true. shame shame.

      GaJebi
      8 2 Melden
  • Randy Orton 30.06.2017 02:15
    Highlight Ich lese deine Geschichten immer sehr gerne.
    Ein solches Arbeitspensum mag verlockend wirken, es spiegelt aber meiner Meinung nach eher die wirtschaftliche Schieflage als dass es Ausdruck für eine gemütlichere Lebensweise ist. Auf der anderen Seite hast du in Serbien viele arbeitslose und schlecht ausgebildete Jugendliche (ausser in den Grossstädten). Dazu noch die sozialen Konflikte, zwischen den einzelnen Ethnien aber vor allem auch zwischen Stadt und Land (wie du es ja auch schön beschreibst). Ich hoffe, Serbien kommt weiterhin so gut voran wie in den letzten 10 Jahren.
    80 10 Melden
  • DonPedro 30.06.2017 01:40
    Highlight Heute fehlt mir in Deinem Blog ein bisschen der typische Ludmilahumor, was ich in Anbetracht der EU Beitrittsdiskussion in Serbien verstehen kann. Diese ist nicht so lustig!
    Oder hast Du den Blog nach einer 48 Stunden Woche geschrieben?
    23 3 Melden
    • ludmila 30.06.2017 21:20
      Highlight Lieber DonPedro, keine 48-Stunden-Woche. Ich glaube, ich würde aggro werden, würde ich so viel chrampfen. Da bin ich wohl ganz Jugo. Lg, L.
      9 6 Melden
  • Angelo C. 30.06.2017 01:25
    Highlight Zitat aus dem Artikel :

    "Einig sind wir uns darin, dass des Serben Arbeitsmoral gesünder für Geist und Seele ist. Und lustiger."

    Hoffentlich bleibt sie auch gesünder für die Physis, denn wenn ich mir das Bild mit dem rauchenden Chauffeur beim vertrauensvollen Betanken des Lastwagens betrachte, dann bin ich geneigt, auch dem "lustig" zuzustimmen 😉.



    42 6 Melden
  • Gelöschter Benutzer 29.06.2017 23:49
    Highlight Aufruf: Ich lese immer wieder hier von Leuten die gerne mal den Balkan besuchen wollen.

    Eine Watson Balkan Reisegruppe. Los Los, wer komt mit?

    Ludmila: A ti samnom na motoru do dole?!?!=Ludmila mit mir auf meinem Bike bis unten?

    Wir machen dann eine Balkanführung.

    Mehr von Ludmila>for president
    38 8 Melden
    • rodolofo 30.06.2017 07:56
      Highlight Motorrad und Balkan.
      Scheint zu passen...
      7 5 Melden
    • ludmila 30.06.2017 21:22
      Highlight Ein spannender Input. Ich bin aber glaubs eine mühsame Beifahrerin. Sagen zumindest meine Ex-Freunde. Ich will immer Pause machen, essen und Turbofolk und/oder 80-er und 90-er-Musik hören. Überleg dir das also gut, ja!? Herzlichst, L.
      9 1 Melden
    • Bruno Wüthrich 01.07.2017 09:53
      Highlight Wir wären da allenfalls dabei. Allerdings nicht mit dem Bike, sondern mit unserem VW-Bus.

      11 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 01.07.2017 13:35
      Highlight Ludmila: Essen, Trinken, Turbofolk.. drei meiner vier liebsten Beschäftigungen.

      Und wenns mir too much wird, gibts immer noch Gaffer Tape. 😜😜😜

      Bruno wo bist den grad? ich bike am Montag noch geschäftlich nach Rotterdam. Danach gehts nach Dalmatien... ..to to to je to hajde da se volimo...juhu
      3 0 Melden
  • Alf 29.06.2017 22:59
    Highlight «Sowohl Milan als auch Zoran haben in den letzten 30 Jahren nichts Alkoholfreies getrunken. Ausser Kaffee. Meine Liebe für die beide könnte grösser nicht sein.»
    Ludmila <3 <3 <3 ok ok, ich hab eine leichte Schwäche für Alk, aber eine noch grössere für Ludmila und ihre Stories :D!
    40 6 Melden
    • ludmila 30.06.2017 21:22
      Highlight Und ich war schon im zarten Alter von 10 Alf-Fan, lieber Alf. <3 Gruss, L.
      6 1 Melden
  • Asparaguss 29.06.2017 19:51
    Highlight 2 Jahre in Zentralserbien gelebt. Das schönste: Vor dem Baba Laden auf der leeren Harasse sitzend Bier trinken mit dem halben Dorf, nach 4 Stunden mähen mit der Sense.. Ja, da arbeiten die Bauern noch von Hand! Und wenns perfekt kommt gibts pecenje. Als CH-Buchhalter war dies eine traumhafte Abwechslung. Nur die Gefahr Ernsthaft Alkoholsüchtig zu werden ist gross. Aber: Das waren fantastische Jahre.
    101 5 Melden
    • Naughtious Maximus 29.06.2017 20:13
      Highlight Slawische Länder werden die Rettung sein in den kommenden Jahrzehnten.
      Dort wo auch noch der Kommunismus war hatten die Leute keinen Luxus nicht den wir hier seit Jahrzehnten haben und der uns verweichlicht und zu Pussies machte.
      39 71 Melden
    • Asparaguss 29.06.2017 20:25
      Highlight Stand-Up Paddlers....
      25 4 Melden
    • Firefly 29.06.2017 21:58
      Highlight Berufsalkoholiker als Retter der Menschheit... selten so gelacht.
      88 12 Melden
    • rodolofo 30.06.2017 07:59
      Highlight Das mit der Rettung würde ich mir nochmals überlegen...
      Hast Du die Balkankriege schon vergessen?
      Herzlich impulsives Verhalten von Pegel-Alkoholikern hat auch seine Schattenseiten, spätestens dann, wenn die Flasche leer ist.
      25 5 Melden
    • Naughtious Maximus 30.06.2017 14:43
      Highlight Ich meine es als Rettung bezüglich Hirnwäsche. Alkohol ist in der Tat ein grosses Problem in diesen Staaten.
      4 7 Melden
    • rodolofo 30.06.2017 15:04
      Highlight @ Naughtious Maximus
      Der exzessive Alkoholkonsum relativiert für mich den Erfolg dieser angeblich wunderbaren "Balkanischen Lebensweise" ziemlich...
      Wer so viel Slibowiz kippen muss, um richtig auf Touren zu kommen, muss auch sehr viele Gründe haben dafür!
      Und diese Beweggründe von Misère und Schlamassel stimmen mich traurig und melancholisch.
      Aber das gehört wohl einfach mit dazu, diese Wehmut und Sehnsucht, und die wankenden ungeraden Rhythmen der Musik!
      Ostblock = Unfreiwillige Provinzialität, erzwungen durch eine im Sumpf der Menschlichen Natur stecken gebliebene Revolution.
      Na sdarowje!
      7 6 Melden
  • Mesuax 29.06.2017 17:26
    Highlight iergendwie bekomme ich langsam bock auf einen kleinen Ausflug ;)
    44 11 Melden
  • der_senf_istda 29.06.2017 16:55
    Highlight ich kenne sehr pflichtbewusste und fleissige Serben, hier werden Klischees gepflegt. Vielleicht sollten wir Europa in ein fleissiges/reiches und in ein armes/lebenslustiges aufteilen. Dann kann jede selber entscheiden wo sie leben möchte.
    43 16 Melden
    • Grabeskaelte 29.06.2017 19:30
      Highlight Arm und lebenslustig ohne dafür verurteilt zu werden und trotzdem reichts für Essen, saufen, rauchen und wohnen? Bin dabei und pfeif auf unsere wirtschaftshörige, degenerierte Gesellschaft!
      76 11 Melden
    • Naughtious Maximus 29.06.2017 20:15
      Highlight Serbien wurde von der NATO zerbombt weil die stolzen Slawen sich nicht unterkriegen liessen von den Amis.
      37 112 Melden
    • axantas 29.06.2017 20:51
      Highlight Nun, lieber Naugthtious, es wurde ja nicht 'zerbombt' weil sich die stolzen Slawen dem Müssiggang hingaben.
      Da war ja noch was.....
      81 14 Melden
    • Naughtious Maximus 29.06.2017 22:11
      Highlight @axantas nach dem 2. WK wo Eisenhower die deutschen Kriegsgefangenen zu Hunderttausenden verrecken liess hat's auch keinen gejuckt.
      17 82 Melden
    • Der Rückbauer 30.06.2017 00:05
      Highlight Maximus: Stolze Slawen/Eisenhower: Hast du noch mehr Geschichtslügen auf Lager? Und ändere doch deinen Namen. Du gibst dich der Lächerlichkeit preis.
      53 12 Melden
    • who cares? 30.06.2017 06:28
      Highlight Eine Kollegin von mir stamm aus einem osteuropäischen kleinen Dorf, ist aber in der Schweiz aufgewachsen und will niemals dort zurück. Ein Grund dafür ist die Gesundheitsversorgung. Ihre Grossmutter musste am Auge operiert werden und musste ewig lange auf einen Termin warten, dann bekam sie ein Datum. Ihr Grossvater musste mit ihr dann eine halbe Tagesreise in die grosse Stadt machen. Im Krankenhaus hatten sie dann trotzdem keine Zeit.
      20 2 Melden
    • axantas 30.06.2017 09:49
      Highlight Ach ja, Naughtious. Da hat jemand schon (wenn es denn so war). Da darf man dann auch mal.

      Das geht dann etwa ins gleiche Kapitel wie die in der Region gebräuchliche unsägliche "Blutrache". Spricht beides nicht für eine zivilisatorische Intelligenz. Einfach mal Haudrauf, bis am Schluss alle tot sind.
      6 6 Melden
    • Naughtious Maximus 30.06.2017 15:44
      Highlight @Rückbauer Slawisch ist eine Sprachgruppe, keine Ethnie. Die Menschen stammen von sehr erfolgreichen und stolzen Vorfahren wie den Ilyriern, den Skythen und finno-ugriern.
      Nachdem der Islam und das Christentum diese einst unabhängigen Völker sich untertan machte, kam die ganze Scheisse die man heute sieht in diesen Ländern. Speziell in heutigen muslimischen Ländern.
      Also habe ich recht. Die Vorfahren sind traditionelle und eigenständige Völker.
      Und die Death Camps vom Verbrecher Eisenhower sind ebenfalls wahr.
      Ich denke eher du bist hier der Lügner.
      6 10 Melden
  • qumquatsch 29.06.2017 16:43
    Highlight uuuuh die philosophische Grundfrage unserer Zeit, so würde ich meinen xD

    etwas weniger witzig als sonst aber trotzdem sehr schön geschrieben, Ludmilla. Ich hoffe hier entbrennt jetzt nicht ein grosser Kampf der persönlichen Philosophien.

    Ich persönlich bin froh hier zu leben, da ich wohl durchdrehen würde bei der Arbeitsmoral dort. Weiss aber sehr wohl, dass viele davon wenig halten und lieber etwas gemächlicher den Alltag gestalten würden mit dem Trade-off des "Luxus" von hier
    25 3 Melden
    • kupus@kombajn 30.06.2017 08:18
      Highlight Ich könnte dort auch nicht leben. Die lockere Arbeitsmoral ist gut für jene, welche sie gerade ausüben. Für die Anderen ist es mühsam. Das habe ich selber zu oft erlebt.

      Auch meine Mutter hat irgendwann festgestellt, dass sie nie zurück will. Sie liebt ihre Heimat, aber es sei und bleibe halt eine Bananenrepublik, EU hin oder her (oder seit dem Beitritt vielleicht sogar noch mehr). Sie sagt, die Schweiz sei das beste Land der Welt, und ich habe ihr nicht widersprochen.
      10 7 Melden
  • Dingsda 29.06.2017 16:26
    Highlight Ich denke das es die Menschen in der Schweiz je länger je mehr verstehen dass man die Prioritäten bei der Work/Life-Balance eher richtung Life verschieben sollte (wenn möglich). Einige meiner Freunde und deren Umfeld verzichten lieber auf Geld und Arbeiten z.B. nur 80% - jeder von denen ist mit dieser Entscheidung glücklicher geworden.
    Ich bin z.B als Freelancer im Film/Medienbereich und kann mir mittlerweile sogar aussuchen für wen ich Arbeite. Für mich wäre es der Horror jeden Wochentag die selbe Zeit immer und immer wieder abzuarbeiten und dabei jedes mal dieselben Fressen sehen zu müssen.
    92 17 Melden
    • ludmila 29.06.2017 17:37
      Highlight Ich unterschreibe die maximal 80% zu 100%, liebe(r) Dingsda. Und alles andere auch. Alles Liebe, L.
      24 5 Melden
    • Barracuda 29.06.2017 18:21
      Highlight Was Sie hier beschreiben ist der gesunde Mittelweg. Was im Beitrag beschrieben wurde, hat jedoch wenig damit zu tun. Das ist nämlich (im Vergleich zur Schweiz) das andere Extrem - und wahrscheinlich auch mit ein Grund, weshalb diese Länder nicht vom Fleck kommen.
      57 13 Melden
    • Grabeskaelte 29.06.2017 19:32
      Highlight @Barracuda: Was heisst denn für Sie vom Fleck kommen? Unseren Luxus erreichen aber nichts davon haben weil man 10h pro Tag arbeiten muss? Are you serious?
      36 31 Melden
    • axantas 29.06.2017 21:01
      Highlight Das heisst, Grabeskälte, "nicht vom Fleck kommen" und darauf zu zählen, dass im Notfall schon jemand Manna vom Himmel oder sonstwoher runterschmeisst, weil man einem ja nicht einfach verserbeln lässt.
      20 6 Melden
    • Grabeskaelte 29.06.2017 21:59
      Highlight @axantas: Manna vom Himmel schmeissen? Ich glaube in Serbien fielen eher Bomben als Manna aber was weiss ich als kleiner Schweizer schon... Etwas dürftig Ihre Erklärung auf meine Frage. Vom Fleck kommen in Anführungszeichen zu setzen, hilft mir nicht viel wenn ich die Bedeutung dessen erfahren möchte. Und der Rest des Kommentars lässt auf ihr Menschenbild oder Sie selbst schliessen.
      13 24 Melden
    • axantas 30.06.2017 10:03
      Highlight Man sagt mir nach, ich hätte ein sehr positives Menschenbild - allen gegenüber. Ich stelle einfach manchmal Fragen.

      Ein Land, das eine Jugendarbeitslosigkeit von 30-50% aufweist, eine Region, die nicht aus dem Sumpf der Korruption rauskommt, sich immer noch mit den Nachbarn um Grenzen prügelt und sich dann mit einem Bild von süssem Nichtstun präsentiert muss sich das schon gefallen lassen.

      Es geht - wie oben erwähnt - um einen guten Mittelweg. Unsere 10 Stunden Geld scheffeln sind dabei auch nicht wirklich erstrebenswert.
      10 4 Melden
    • Grabeskaelte 30.06.2017 18:05
      Highlight @axantas: irgendwie gelingt es mir nicht die Frage in Ihrem Kommentar zu entdecken. Helfen Sie mir?
      3 4 Melden
  • Gelöschter Benutzer 29.06.2017 16:07
    Highlight Unsere (die serbische) Arbeitsmoral ist sicher gesünder, aber das machen wir mit dem Alkoholkonsum locker wieder wett!
    129 6 Melden
    • ludmila 29.06.2017 17:36
      Highlight Und mit dem exzessiven Zigarettenkonsum, liebe(r) Scrutinizer.<3
      54 3 Melden
  • ZH27 29.06.2017 15:56
    Highlight Ist doch immer dasselbe Problem: Man regelt Dinge zentral, die nicht zentral geregelt werden müssen/sollten und gerät damit in Konflikt mit lokalen Lebensweisen und Arten Dinge zu regeln (die nicht unbedingt schlechter sein müssen). Aber weil man halt Teil des Kollektivs ist, hat man mitzumachen.
    Die Geschichte beschreibt mein Problem mit der EU ziemlich gut und trifft auch auf andere Länder zu.
    38 20 Melden
    • Gelöschter Benutzer 29.06.2017 17:23
      Highlight Ach was. Als Schweizer hast Du höchstwahrscheinlich überhaupt keine Ahnung davon, was in der EU von Brüssel aus zentral geregelt wird und was nach wie vor suveräne Kompetenz der Mitgliedsstaaten ist.

      Das rührt nicht etwa daher, dass Du dumm wärst, sondern weil Du als Schweizer seit 25 Jahren einer intensiven anti-EU Gehinrwäsche und -Desinformationskampagne ausgesetzt bist.

      Z.B. Wochenarbeitszeit: Die wird doch nicht von Brüssel zentral geregelt! Frankreich ist seit Gründung der EU ein Mitglied und da ist die gesetzliche Wochenarbeitszeit 35 Stunden.
      43 34 Melden
    • ZH27 29.06.2017 20:33
      Highlight @Benot
      In EU Richtlinie 2003/88/EG, Art. 6 Abs. b ist eine Höchstarbeitszeit von 48 Stunden vorgesehen. EU Richtlinien müssen dann in nationalem Recht umgesetzt werden. Dass du das nicht gefunden hast, rührt nicht daher, dass du dumm wärst, sondern dass du wahrscheinlich selbst wenig Ahnung von der EU hast (soetwas findet man auf einer grossen Suchmachine, die letztens von der EU mit einer fadenscheinigen Begründung gebüsst wurde...irgendwo muss das Geld ja herkommen).
      27 17 Melden
    • Gelöschter Benutzer 29.06.2017 21:36
      Highlight hmm...
      In Ludmillas Artikel wird ein Serbe zitiert, der meint, "wenn die maximale Wochenarbeitszeit auf 48 Std. HOCH geht, würden Familien auseinandergerissen". - Offenbar ist die max. Arbeitszeit in Serbien heute tiefer.

      Max. 48 Std. heisst aber nicht, dass ein Land nicht WENIGER festlegen darf. (Bsp. Frankreich aktuell 35).

      Diese max. 48 Std. dient alleine zum Schutz der Menschen, vor friss-oder-sitrb Arbeitgebern, die die Leute gerne 50, 60 oder 70 Std. arbeiten lassen würden.
      Ein typisches Beispiel, wo die EU zum Wohl der Bürger Grenzen setzt, und zwar als Standard in der ganzen EU.

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    • Gelöschter Benutzer 29.06.2017 21:41
      Highlight Und nochwas, ZH27:

      Aus Deinen Kommentaren verstehe ich also,

      - dass Du gegen eine ArbeitszeitOBERgrenze von 48 Std. bist
      - und dass Google sehr wohl ihre quasi-Monopolstellung arbiträr ausnutzen dürfen soll.

      Aha. So einer bist Du also.
      Lass mich raten: Du bist bestimmt auch für die Beibehaltung des Steuerhinterziehungsgeheimnis in der Schweiz und gleichzeitig für eine Kürzung der Sozialleistungen. Stimmts?
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    • kupus@kombajn 30.06.2017 08:21
      Highlight @ZH27: mich beschleicht das Gefühl, dass du da im Bezug auf EU Richtlinie 2003/88/EG, Art. 6 Abs. b etwas nicht so ganz verstanden hast.
      6 2 Melden
    • ZH27 30.06.2017 09:52
      Highlight @Benot
      Ja, genau gegen so eine Obergrenze bin ich. Wenn jemand länger als 48 h arbeiten will (z.B. weil er an Projekten arbeitet) soll er/sie das tun dürfen. Assistenzärzte unterschreiben in der CH zum Beispiel auch oft einen 50 Stunden Vertrag (da kann man jetzt dafür oder dagegen sein, aber schlussendlich ist das nicht Sache des Staates).
      Zudem bedeutet eine Obergrenze auch, dass man eine genaue Arbeitszeiterfassung einführen MUSS.
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    • ZH27 30.06.2017 09:57
      Highlight @Benot
      Und ja..Google ist nochmals eine andere Geschichte. Da bringt eine innovative Firma einen riesigen Mehrwert mit einer Suchmaschine und einer super Plattform. Der Preisvergleichsdienst war natürlicherweise besser integriert, weil Google die Plattform anbietet. Zum Beispiel Google flights, wo man die Preise im Kalender gesehen hat und dann gleich noch über den günstigsten Anbieter buchen konnte. Scheint jetzt nicht mehr möglich zu sein, da sich ja EU ansässige Firmen mit 0.0 Innovationsleistung benachteiligt fühlten. Leider symptomatisch.
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    • Gelöschter Benutzer 30.06.2017 17:28
      Highlight O.k. Wenigstens stehst Du dazu.
      Den Serben im Artikel hast Du aber missverstanden.

      Ansonsten kann ich Dir versichern, dass in den EU-Ländern die Kaderleute, auch Mediziner, keine Stundenobergrenze haben. Mach Dir da mal keine Sorgen... Die kriegen aber auch Kohle dafür (ausser die Assistenzärzte nach dem Studium).

      Die EU-Richtlinie ist für die normalen kleinen Angestellten gedacht, damit sie nicht MISSBRAUCHT werden.

      Zudem... ist es nicht so, dass jede EU-Richtlinie eine zwingende Regelung ist. Richtlinien sind oft Empfehlungen. Da war ja das berühmte Beispiel der geraden Banane. etc.
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  • Pasch 29.06.2017 15:51
    Highlight Und wiedereinmal wurde das Verhalten "einfacher Leute" auf eine ganze Nation gespiegelt.
    Die zu 1000en in den Büros sitzenden, die weltweiten Studierenden, undundund.
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    • ludmila 29.06.2017 17:35
      Highlight Pardon falls das schlimm ist für dich, liebe(r) Pasch.
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    • Pasch 29.06.2017 19:40
      Highlight (R) Ich mein ja nur, deutliches Markenzeichen im Namen machts nicht unbedingt einfacher, spielt für manche (zum Glück wenige) dann nichtmal ne Rolle das man besser Mundart spricht wie was anderes.
      Ich weis was du meinst, aber es gibt auch gegensätzliches, zum Beispiel als Bekannte zu Besuch waren und man zur Tankstelle fährt, kam gleich die Frage, ja wo ist denn der Tankwart? Nee hier macht man das noch selbst.
      Für die war das a Schock, aber nur so kleine Szenen reichen für Vorurteile was aber mit dem grossen Ganzen nix zutun hat... Grade wenns um Arbeit find ich so einen Artikel nicht so toll
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    • Pasch 29.06.2017 19:53
      Highlight Dazu kommt wenn unten mal wieder so richtig der Sommer knallt dann ists unmöglich brav bis 12 zu arbeiten und um 1 wieder ran (für solche die draussen arbeiten)zwischen 11 und vor halb 3 / 3 geht gar nix, dafür dann bis 7 oder 8 uhr abends... (und da sind die "einfacheren Leute" auch anzutreffen...) Die die im Büro sitzen, arbeiten nach uns bekannten Standards....
      18 1 Melden
  • a-n-n-a 29.06.2017 15:44
    Highlight Ah Ludmilla, volim te und deine Beträge!

    Grüsse eines Undercover-Jugo 😉
    35 15 Melden
    • ludmila 29.06.2017 17:34
      Highlight I ja tebe volim, Undercover-Anna. Ljubim te. L.
      14 8 Melden

Wegwerfgesellschaft der Herzen? Die Liebe in Zeiten der Freiheit

Am letzten Sonntag diskutierte ich in der Arena/Reporter-Sendung die ewige Liebe. Basis war der aktuelle Reporter-Film, welcher zwei Paare im hohen Alter begleitete (bitte vor allem den Film unbedingt anschauen, er ist unheimlich berührend).  

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