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Die USA, das Land der vereinigten Verschwörungstheoretiker

19.11.16, 12:33 19.11.16, 16:50
Thomas Schlittler
Thomas Schlittler

Ed ist ein Glücksfall: Er nimmt meine Freundin Lea, unsere Kollegin Patrizia und mich nicht einfach nur mit, er spielt auf dem Highway One, der sich der kalifornischen Pazifikküste entlangschlängelt, auch noch Fremdenführer für uns.

Ed:« Die globale Erwärmung wird nicht von den Menschen verursacht, sondern von der Polwanderung. Die US-Regierung verschweigt das bewusst.» bild: thomas schlittler

Der 60-Jährige erzählt von seiner Familie, die schon seit vielen Jahrzehnten in Kalifornien lebe und hier grosse Landflächen besitze. Einer seiner Vorfahren, Edwin Stanton, sei im Amerikanischen Bürgerkrieg gar Abraham Lincolns Kriegsminister gewesen. Wir sind erstaunt, sehen aber keinen Grund, an Eds Aussagen zu zweifeln. Auch als er uns von seiner Arbeit als Geologe erzählt, hören wir lange Zeit aufmerksam und interessiert zu.

Von Los Gatos nach Los Angeles

Erst beim gemeinsamen Abendessen beginnen wir, Eds Glaubwürdigkeit in Frage zu stellen. Der Grund ist ein Brief, den er der US-Regierung geschrieben hat. In dem Schreiben, das uns Ed zeigt, weist er darauf hin, dass er mit seinen Messungen eine Verschiebung der Erdplatten sowie eine Wanderung der Pole festgestellt habe.

Seine Schlussfolgerung: Der Klimawandel beziehungsweise die globale Erwärmung wird nicht von den Menschen verursacht, sondern von dieser Polwanderung. „Die US-Regierung verschweigt das bewusst, weil sie nicht will, dass das Volk in Panik gerät. Denn die Verschiebung der Pole lässt sich nicht aufhalten. Deshalb sagt man den Menschen, dass die globale Erwärmung von uns verursacht wird – und dass wir etwas dagegen tun können. Doch das ist Quatsch.“

Route: Von Los Gatos nach Los Angeles

Ich habe noch nie von der Polwanderung gehört. Eine kurze Google-Recherche zeigt aber, dass auch seriöse Institutionen und Untersuchungen bestätigen, dass sich die Pole verschieben und die Kontinente eines Tages in anderen Klimazonen liegen könnten. Dass die globale Erwärmung in erster Linie vom Mensch verursacht ist, wird dadurch aber nicht in Frage gestellt. Die Tatsache, dass bereits zahlreiche Zeitungen und Wissenschaftsmagazine über die Polwanderung berichtet haben, beweist zudem, dass diese Informationen alles andere als geheim sind – und dass Ed ein typischer Verschwörungstheoretiker ist.

John sagt, dass alle früheren Mitarbeiter von Hillary Clinton, die sich negativ über sie geäussert haben, kurze Zeit später auf mysteriöse Weise umgekommen seien. Bild: Thomas Schlittler

Damit ist der Geologe in bester Gesellschaft. Ich bin in den zwei Monaten in den USA so vielen Verschwörungstheoretikern begegnet wie nirgends sonst: In einer Bar treffe ich auf zwei Typen, die davon überzeugt sind, die westlichen Industrieländer würden gezielt islamisiert. Für meinen Fahrer Joe steht fest, dass Obama Muslim ist und nicht in den USA geboren wurde. John erzählt mir, dass alle früheren Mitarbeiter von Hillary Clinton, die sich negativ über sie geäussert haben, kurze Zeit später auf mysteriöse Weise umgekommen seien. Und Lehrer Kim, der uns nach Santa Barbara fährt, hat keinen Zweifel daran, dass hinter der Ermordung von John F. Kennedy CIA, FBI und Secret Service steckten.

Kim hat keinen Zweifel daran, dass hinter der Ermordung von John F. Kennedy CIA, FBI und Secret Service steckten. bild: thomas schlittler

Ich halte nicht alle diese Verschwörungstheorien für völlig absurd. Die offizielle Version zum Kennedy-Attentat lässt durchaus Fragen offen. Bei allen Verschwörungstheorien gibt es aber noch viel mehr offene Fragen. Und genau das ist der spannende Punkt: Verschwörungstheoretiker verstehen es perfekt, die offizielle Geschichtsschreibung in Frage zu stellen. Die alternative Version übernehmen sie aber völlig unkritisch.

Doch wieso gibt es ausgerechnet in den USA so viele Verschwöerungstheoretiker? Ist es, weil so viele Amerikaner ihre Regierung als Feind betrachten? Liegt es daran, dass hier mehr Menschen etwas Besonderes sein wollen und ihnen Verschwörungstheorien genau dieses Gefühl geben? Schliesslich sind sie so die einzigen, welche die „Wahrheit“ kennen, während alle anderen blind und unwissend durchs Leben gehen.

 John sagt, dass alle früheren Mitarbeiter von Hillary Clinton, die sich negativ über sie geäussert haben, kurze Zeit später auf mysteriöse Weise umgekommen seien. Bild: Thomas Schlittler

Ich kenne die Antwort nicht. Ich weiss nur, dass ich meist keine grosse Lust habe, mit Verschwörungstheoretikern über ihre Ansichten zu diskutieren. Es führt zu nichts. Als uns Ed auf dem Weg zum Motel aber auch noch weismachen will, dass Hitler in Wirklichkeit gar nie Selbstmord begangen habe und immer noch lebe, kann ich mir einen Kommentar nicht verkneifen. Lachend sage ich ihm: „Hitler führt also irgendwo ein gemütliches Leben – als 127-Jähriger. Wow, das ist beeindruckend!“

Ed findet es nicht lustig. Und auch wir sind etwas traurig: Denn nach dem gemeinsamen Abendessen zweifeln wir an allem, was uns Ed am heutigen Tag erzählt hat. Selbst an seine spannende Familiengeschichte und den Vorfahren in Lincolns Diensten mögen wir nicht mehr so richtig glauben.

Die Woche zuvor: von San Francisco (USA) nach Los Gatos (USA)

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Brikne, 20.7.2017
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55
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55Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Radesch 22.11.2016 16:37
    Highlight Ein paar Sachen sind schon absolut Absurd, aber zu 9/11 kann sich ja jeder mal den Bericht der Amis durchlesen...
    Es sind drei Gebäude eingestürzt, aber nur 2 Flugzeuge rein geflogen...
    (Pentagon nicht mitgezählt)
    Ausserdem stürzt ein Gebäude nahezu vertikal ein. Dafür müssten die Grundpfeiler gesprengt worden sein. Irgendwas stimmt da nicht. Fakt ist wir wissen zu wenig. Ich wähle übrigens links-grün, hat also nichts mit politischer Einstellung zu tun.
    5 3 Melden
    • Thomas Schlittler 05.12.2016 23:45
      Highlight Lieber Radesch, ein paar Gegenfragen: Wie viele Leute bräuchte es, um so etwas wie 9/11 zu inszenieren? Wie viele Menschen wären involviert? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass keiner der involvierten Menschen mit den Medien spricht? Was ist mit den "vorgezeigten" Terroristen? Hat man die einfach erfunden? Ich bin weder Architekt noch Physiker und kann deshalb nicht beurteilen, wie ein Gebäude bei einem Brand "richtig" einstürzen sollte. Aber ich bin sicher, dass alle Verschwörungstheorien auch ganz viele Fragen aufwerfen, die niemand schlüssig beantworten kann ... LG
      3 2 Melden
    • Radesch 06.12.2016 08:11
      Highlight Schlussendlich spekuliere ich auch nur. Das Hauptproblem ist eben gerade der Mangel an Informationen.

      Meiner Meinung nach, ist die Reaktion von Amerika sehr verdächtig. Sie haben innert drei Wochen nach den angeblichen Anschlägen eine Offensive im Afghanistan gestartet.

      In drei Wochen kann so ein umfangreicher Sachverhalt gar nicht richtig analysiert werden.

      Im Falle von 9/11 denke ich nicht an eine Verschwörungstheorie. Es war einfach ein politischeren Schachzug um das Kriegstreiben im Nahen Osten zu rechtfertigen.

      Jede Handlung nach den Anschlägen deutet sehr stark darauf hin.
      3 1 Melden
    • Radesch 06.12.2016 08:13
      Highlight Es wäre nicht das erste Mal, dass die Amis nicht vorhandene Kriegsgründe schaffen, z. B. Vietnamkrieg.
      3 0 Melden
    • Radesch 06.12.2016 08:42
      Highlight Ups ich bin ja gar nicht auf deine Fragen eingegangen.

      Wie viele Leute?
      Schwierig zu sagen, da ich nur spekulieren könnte. Die Amis haben aber genug Geheimdienstpersonal um dem gerecht zu werden.

      Wahrscheinlichkeit Ausplaudern.
      Es gibt mitunter relativ effektive mittel Menschen mundtot zu machen.

      Vorgezeigte Terroristen:
      Kann ich dir.nicht erklären. Die Terroristen könnten auch angeheuert sein...

      Es herrscht zu viel Mangel an Beweisen, egal ob "Theorie" oder US-Version. Deswegen sollte man kritisch sein, aber nichtdumm und leichtgläubig.

      Momentan ist beides richtig oder falsch.
      3 2 Melden
  • Ohniznachtisbett 22.11.2016 15:42
    Highlight Ich kenne auch viele sogenannt "normale" Leute die z.B. 9/11 anzweifeln (das waren doch die Amis selbst...). Das Kennedy-Attentat und die Mondlandung sind auch gefälscht.
    Es ist erschreckend, wie viele Leute an allem zweifeln. Interessant ist, wenn man ihnen zwei drei Varianten von Verschwörungstheorien argumentativ zerpflückt, dann sagen sie dann einfach: Irgendwie wird hier betrogen. Es kann nicht so sein wie es im offiziellen Bericht ist.
    6 4 Melden
    • Thomas Schlittler 05.12.2016 23:47
      Highlight Meine Rede: "Verschwörungstheoretiker verstehen es perfekt, die offizielle Geschichtsschreibung in Frage zu stellen. Die alternative Version übernehmen sie aber völlig unkritisch." Beste Grüsse aus Mexiko
      4 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 20.11.2016 12:56
    Highlight Meine Mitarbeiter haben Fachhochschulabschluss, einen Schweizerpass und entsprechen dem bürgerlichen Einfamilienhäuslibesitzer. Also das was man gemeinhin als "normal" bezeichnet. Trotzdem herrscht Konsens, dass
    - die Mondlandung nie stattgefunden hat
    - Die Relativitätstheorie Blödsinn sei und Einstein ein Betrüger
    - die Evolution lediglich eine Theorie, also genaugenommen eine Märchengeschichte sei. Evolutionsgläubige die einzigen die wohl vom Aff abstammen.
    - 9/11 ein Inside Job war

    Gewählt wird natürlich "ordentlich bürgerlich", also die Partei mit der Sonne im Logo.

    Hart hart.
    51 14 Melden
    • Spooky 21.11.2016 17:36
      Highlight "Hart hart."😀

      Genial, dein Kommentar. Ich beneide dich um deine Mitarbeiter. Anscheinend herrscht bei euch ein gutes Arbeitsklima.

      Bei solch aufgestellten Mitarbeitern ist es ja eigentlich egal, ob sie links oder rechts wählen.
      8 7 Melden
    • Evan 22.11.2016 17:50
      Highlight @D00A, musst du meinen Glauben an die (Schweizer) Menschheit zerstören? -.-
      3 0 Melden
    • Thomas Schlittler 05.12.2016 23:50
      Highlight @D00A: Spannend. Ich habe natürlich aus meiner Perspektive geschrieben. Und ich kenne in der Schweiz nicht so viele Leute, die an Verschwörungstheorien glauben. Aber vielleicht habe ich auch mit zu wenigen Menschen in meinem Schweizer Umfeld darüber gesprochen ...
      5 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 06.12.2016 11:20
      Highlight @Thomas Schlittler

      Ich arbeite in der IT und natürlich: von der Mehrheit hört man offen nicht unbedingt solchen lächerlichen Kram. Bis vor 5 Jahren dachte ich, weil die Mehrheit weiss, dass solcher Mist eben Mist ist.

      Heute bin ich mir da aber nicht mehr so sicher. Möglich ist auch, dass etliche
      a) sich nicht trauen offen zu ihrem schrägen Weltbild zu stehen, da sie irgendwo auch wissen, dass es schräg ist
      b) ihre Ignoranz so gross ist, dass sie sich weder für Wissenschaft noch für VTs interessieren.

      Ich versuche mich dann professionell zu verhalten und wechsle das Thema oder geh arbeiten
      0 0 Melden
    • Spooky 06.12.2016 11:42
      Highlight Ich habe total intelligente Kumpels, die sich zum Beispiel in Astrophysik auskennen, die nicht daran glauben, dass die Amis je auf dem Mond waren. Nur im Fall.
      2 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 06.12.2016 12:05
      Highlight Das glaube ich dir Spooky. Bildung scheint nicht in jedem Fall ein Garant für eine rationale Denkweise zu sein. Zumindest nicht in jeder Hinsicht.
      Das ist zwar etwas inkonsistent, aber man muss es wohl akzeptieren.
      0 1 Melden
  • blaubar 20.11.2016 08:13
    Highlight "Ich halte nicht alle diese Verschwörungstheorien für völlig absurd. "

    Glauben macht selig.

    Ich glaube auch offizielle Theorien nicht, ich möchte es gerne nachvollziehen und wissen können. Meine Erfahrung ist z.B. die, dass die Sonne selber stärker scheint als früher. Das würde vieles erklären...
    7 81 Melden
    • Thomas Schlittler 05.12.2016 23:52
      Highlight Lieber blaubar. Verstehe deinen Kommentar nicht wirklich. Worauf willst du hinaus? LG
      3 1 Melden
  • Gustav.s 20.11.2016 00:10
    Highlight Ich wette hier gibt es mindestens so viele wie da, nur sagen sie es nicht öffentlich.
    Habt ihr gewusst das es unter Zürich geheime Tunnels gibt die die Juden benutzen um die Staus zu umfahren?
    Haben mir kürzlich 2 Türken erklärt.
    Auch kenne ich 3 Schweizer die überzeugte chemtrail Anhänger sind und die kennen sich nichtmal.
    73 5 Melden
    • Thomas Schlittler 05.12.2016 23:53
      Highlight Ich kenne in der Schweiz nicht so viele Leute, die an Verschwörungstheorien glauben. Aber vielleicht habe ich auch mit zu wenigen Menschen in meinem Schweizer Umfeld darüber gesprochen ... Ich werde versuchen, das zu ändern, sobald ich wieder zu Hause bin. ;-) LG
      4 0 Melden
  • dä dingsbums 19.11.2016 17:21
    Highlight Neulich in einem Café im Kreis 6 neben mir. Zwei ältere Damen, 65-70 beim Kafi mit Gipeli unterhalten sich angeregt darüber, dass das WTC von dem Amerikanern selbst gesprengt wurde, denn nur mit den Flugzeugen wäre das ja nicht eingestürzt.
    Die Diksussion ging dann nahtlos zum Thema über, dass die Mondlandung nie stattgefunden habe...

    Verschwöhrungstheoretiker gibt es auch bei uns eine ganze Menge.

    Ahja, Hitler hat sich tatsächlich nicht umgebracht, hab ich mal in einer Comic gelesen. :-)

    53 6 Melden
    • saugoof 20.11.2016 00:39
      Highlight Verschwörungstheoretiker gibt es überall, aber nirgendwo sind diese so allgegenwärtig wie in den USA. Habe mich auch schon oft gefragt warum das so ist.

      Falls jemand mal lust hat den Lebenssinn vollständig zu verlieren, googelt mal "Sandy Hook Truth". Das schlimmste vom Schlimmen...
      28 2 Melden
    • Thomas Schlittler 05.12.2016 23:57
      Highlight @dingsbums: Ich habe wie saugoof das Gefühl, dass es in den USA mehr Verschwörungstheoretiker gibt als in der Schweiz. Beweisen kann ich das jedoch nicht. Es ist einfach meine subjektive Wahrnehmung. Ich bestreite aber natürlich nicht, dass es auch in der Schweiz zahlreiche Verschwörungstheoretiker gibt. LG
      2 0 Melden
  • rodolofo 19.11.2016 16:48
    Highlight Das erinnert mich irgendwie an die Gruselgeschichten, die wir uns in der Pfadi abends am Lagerfeuer gegenseitig erzählten, bevor wir uns mit einem wohligen Schauer, der über den Rücken fuhr, in die wohlige Nestwärme des Gruppenzelts schlafen zu legen.
    Oder an die Geistergeschichten, die uns ein Nachbar vom Ober-Alpetli erzählte, als er ausnahmsweise mal zu Besuch kam auf das Unter-Alpetli.
    Als er vom "Enziloch" erzählte, wo nie ein pfeifender Vogel zu hören ist, seit dem Fluch, hört man das heftige Rauschen eines Föhnsturms in den Baumwipfeln, als würde eine verdammte Seele Antwort geben...
    30 2 Melden
    • Thomas Schlittler 05.12.2016 23:58
      Highlight Lieber rodolfo, das klingt nach einer spannenden, tollen Kindheit! Ganz ohne Ironie! ;-) LG aus Mexiko
      1 0 Melden
  • Luca Brasi 19.11.2016 15:39
    Highlight Die USA gründet ja auf dem Misstrauen gegenüber den Herrschenden und verschiedenen in Europa ungern gesehenen Glaubensgemeinschaften. Das ist natürlich nur eine Teilerklärung. ;)
    Aber die Ähnlichkeit zu Kriegsminister Stanton und Ed ist doch frappant: ;)
    https://en.wikipedia.org/wiki/Edwin_Stanton
    Scheint aber sonst ein netter Typ zu sein.
    Ich wünsche auch weiterhin eine schöne Reise mit Ihrer Freundin und ihrer Kollegin in Los Angeles. :)
    Hier noch ein Song für alle Verschwörungstheoretiker: ;)
    29 2 Melden
    • Thomas Schlittler 06.12.2016 00:02
      Highlight Vielen Dank für den Song, grosses Kino! :-D :-D :-D
      1 0 Melden
  • lilie 19.11.2016 12:56
    Highlight Danke für einen neuen Bericht aus der grossen weiten Welt! 😁

    Hm, das ist eigentlich schon interessant, dass es gerade in den USA so viele Verschwörungstheoretiker gibt. Vermutlich gibt es dafür ja mehr als einen Grund.

    Ich könnte mir aber vorstellen, dass auch die oft beklagte Qualität des Bildungssystems dabei eine Rolle spielt. Denn wo, wenn nicht in der Schule, sollten Jugendliche kritisches und an Fakten orientiertes Denken lernen?
    77 16 Melden
    • wololowarlord 19.11.2016 14:16
      Highlight Haha schau mal wie viele verschwörungstheoretiker bei uns unterwegs sind ;)
      32 13 Melden
    • Silent_Revolution 19.11.2016 15:12
      Highlight Die gebildeten Menschen in der Schweiz sind auch zu oft faktenresistent. Uns wird auch nicht beigebracht, dass unser Wohlstand auf Diebstahl, Ausbeutung und Sklaverei gründet. Dass wir die heutige Infrastruktur und Arbeitsplätze Konzernen zu "verdanken" haben, die durch Deals mit Machthabern der dritten Welt Rohstoffe sichern, die wir als rohstoffarmes Land nicht haben.

      Es gibt ja hier tatsächlich eine "Refugees welcome" Bewegung, natürlich ausgestattet mit Smartphones und Auto. Aber wen interessieren Gold, Coltan oder Öl. Oder die Gründe derer Flucht. Hauptsache ich mime den Menschenfreund.
      49 28 Melden
    • rodolofo 19.11.2016 16:53
      Highlight Mein Türkischer Garagist gibt auch ständig Verschwörungstheorien zum Besten.
      Ich nehme an, das hat mit einem Archaischen Stammesverhalten zu tun.
      Wir kennen die Anderen nicht!
      Denen ist alles zuzutrauen!
      Sie sind hinterlistig und gefährlich!
      Zum Glück sind wir hier unter uns!
      So kann uns nichts passieren, denn wir beschützen einander gegenseitig, wenn's sein muss, mit der Knarre!
      Die sollen nur kommen!
      Sie werden ihr blaues Wunder erleben!
      Und die vom Nachbarstamm erzählen sich gegenseitig die genau gleichen Schauergeschichten, über die "Anderen"...
      24 16 Melden
    • Nausicaä 19.11.2016 20:09
      Highlight Inwiefern ist dort die Qualität des Bildungssystems niedriger?
      -In den USA gibt es sehr viele gute Unis
      -Die Highschool-LehrerInnen haben einen Bachelor einer Uni und damit eine versiertere Kenntnis des Fachgebiets das sie unterrichten als die LehrerInnen der Sekundarstufe I hier.
      -Ausnahme: Schweizer Sekundarstufe II: Ja, diese SchülerInnen werden sehr stark in Bezug auf kritisches Denken gefördert, aber der Rest?
      8 41 Melden
    • lilie 19.11.2016 20:30
      Highlight @Saja: Es wird allgemein beanstbdet, dass das amerikanische Bildungssystem unter einem akzeptablen Niveau liegt. Ein Problem scheint zu sein, dass ein substanzieller Teil der Schüler gar keinen Abschluss erwirbt.

      Einige Hinweise unter "Qualität": Bildungssystem_in_den_Vereinigten_Staaten
      29 3 Melden
    • Nausicaä 19.11.2016 20:55
      Highlight Ich kenn mich im Bereich Bildung ein bisschen aus, danke. Die Qualität der Schulen, z.B. verschiedener Highschools variiert teils stark, was mit dem Steuersystem zusammenhängt, da liegt bestimmt ein Problem. Von allgemeinem unakzeptablem Niveau kann man bestimmt nicht sprechen. Hingegen hat die Bildungsstruktur (mit eher egalitärem Highschool-System, alle SuS erhalten eine Ausbildung von LehrerInnen, welche das zu unterrichtende Fach studiert haben) mMn unserer gegenüber auch Vorteile.
      7 12 Melden
    • lilie 19.11.2016 21:26
      Highlight @Saja: Ich kenne die Details nicht, da kennst du dich besser aus. Ich höre das nur oft, besonders von Amerikanern selbst.

      Ausserdem bringts ja nichts, wenn die Lehrer gut ausgebildet sind, wenn die Schüler gar nicht zur Schule gehen.

      Und wie war denn das Schulsystem vor 30 bis 70 Jahren? Denn die VTer, die Thomas getroffen hat, scheinen ja alle älteren Semesters zu sein, gingen also vor etlichen Jahren zur Schule. Wie ist ihre Bildung im Vergleich zu unseren Ü50 oder so?
      14 3 Melden
    • Nausicaä 20.11.2016 07:19
      Highlight Das ist eben grad mein Interessen- und mitunter auch Fachgebiet ;). Und ich hab auch schon Amis getroffen, die dem System neutral gegenüberstanden.
      Der Punkt, dass viele SuS in den Staaten keinen Highschool-Abschluss erwerben, steht ja aber kaum im Zusammenhang mit der Qualität der Bildung. Da muss man die Ursachen ergründen, ich vermute stark, dass es sozioökonomische sind. Und ja, die USA hat eine grössere Verteilungsungerechtigkeit als wir hier. Trotzdem ist es verblendet, dass Bildungssystem zu diskreditieren. Das Problem liegt bei der Finanzierung usw. Der Aufbau des Schulsystems ist


      7 3 Melden
    • Nausicaä 20.11.2016 07:24
      Highlight um einiges besser als bei uns. Die Bildungsarroganz der Schweizer (ich spreche nicht von dir gell) geht mir auf die Nerven. Wir haben ein feudales Bildungssystem, dass auch extrem eng an die Bedürfnisse der Wirtschaft gekoppelt ist. Versiertes, kritisches Denken wird nur den 20% (und diese Quote ist nur wegen dem höhen Anteil in der W-CH so hoch) die an die Kanti gehen. Also wir bilden die Allgemeinheit bestimmt auch nicht besser im kritischen Denken aus und leisten uns ein im Vergleich mit unserem Stand als reiches Land ein extrem billiges Bildungssystem.
      14 8 Melden
    • Nausicaä 20.11.2016 07:30
      Highlight Zu der Sache mit den 'alten' Verschwörungstheoretikern. Ich halte es für sehr 'far fetched' dies in direkten Zusammenhang mit der Schulbildung zu bringen (und auch etwas arrogant, ehrlich gesagt).
      Woher es kommt, weiss ich auch nicht. Amerika hat nicht nur ein anderes Schulsystem, sondern eine sich von unserer auch teils krass unterscheidende, vielschichtige Kultur mit x Subkulturen.
      Und Verblendung gibt es überall, auch in der CH, zuhauf. Sie kommt halt in verschiedenen Formen
      8 4 Melden
    • lilie 20.11.2016 08:28
      Highlight @Saja: Da hast du sicher in allen Punkten recht.

      Mein einziger Punkt war, dass ein Bildungssystem schon gut sein kann, aber wenn die Jugendlichen ihre Ausbildung abbrechen, ist es doch für die Katz, weil sie ja dann gar nicht in den Genuss kommen. Was die Gründe sind, ist in dem Moment egal.

      Aber es scheint mir doch auffällig zu sein, dass in den USA viele VTer aus eher bildungsfernen älteren Weissen zu bestehen scheinen (Ausnahmen bestätigen die Regel!).

      So krass habe ich das bei uns selten erlebt. Mir ist einfach zu dem, was Thomas aufzählte, auch noch das Bildungssystem eingefallen.
      5 2 Melden
    • Nausicaä 20.11.2016 09:08
      Highlight Vielleicht erklärt das hier zu Teilen das prominente Vorkommen von Verschwörungstheorien, hab ich aus dem aktuellen Artikel über den Facebook-Rechtsstreit von Stern:
      "Bei uns gilt Immanuel Kant: Die Freiheit des Einen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt. In den USA hingegen gilt die ‹Freedom of Speech› – und zwar radikal. Man schützt jede Rede, sogar Verleumdungen, weil Amerikaner nicht unterscheiden wollen zwischen erlaubter und verbotener Äusserung. Kant kennt man in den USA nicht."
      8 2 Melden
    • Nausicaä 20.11.2016 10:16
      Highlight Ja da hast du auch recht. Ich weiss nicht, wie hoch die Highschool-Abbruchquote ist. Ich weiss, dass viele die Uni abbrechen, weil sie die Schuldenlast nicht mehr tragen können oder wollen, das ist natürlich ein Elend.

      Und du hast auch recht mit dem Hintergrund der meisten VTer und ich denke auch, dass es mit dem Bildungsstand korreliert, aber er ist bestimmt nicht der einzige Punkt, denn wie gesagt, bildungstechnisch sind wir nicht so überlegen, wie wir gerne glauben. Absolut nicht.
      4 1 Melden
    • lilie 20.11.2016 11:04
      Highlight @Saja: Ja, die Kant-Aussage hab ich auch gelesen. Das war die andere Idee, die ich hatte (hatte aber keinen Platz mehr). Das ist für mich auch nachvollziehbar, dass sich die "Meinungskultur" unterscheiden könnte, nämlich in dem Sinne, dass man sich in den USA gerne eine abweichende Meinung "gönnt".

      Ich glaube aber schon, dass diesbezüglich die direkte Demokratie zu einem gewissen Grad korrigierend auswirkt, weil man sich bei uns schon direkter mit den Dingen befassen muss.

      Wie schätzt du das mit der Lehre ein? Das ist ja schon ein Unterschied zwischen USA und Schweiz.
      7 1 Melden
    • lilie 20.11.2016 14:08
      Highlight PS: Nur zur Ergänzung: In der Schweiz werden Schulabbrecher nicht erfasst, da nicht vorgesehen, die Quote liegt aber gemäss einer aktuellen Studie deutlich unter 10%: http://www.nzz.ch/schulabbruch--zeugnis-des-scheiterns-1.4863448

      In den USA hingegen scheint die Dropout-Rate bei 30% zu liegen, in einzelnen Städten sogar 50% und höher: http://m.spiegel.de/lebenundlernen/schule/a-544773.html

      In beiden Ländern ist die Dropoutrate bei Ausländern höher (Ausnahme: Asiatischstämmige in USA mit einer Rate von "nur" 20%).
      4 1 Melden
    • Nausicaä 20.11.2016 17:32
      Highlight Der korrigierende Effekt der direkten Demokratie, daran hab ich nicht gedacht, interessanter Ansatz.

      Die Lehre finde ich durchaus eine gute Sache. Meine Kritik beschränkt sich auf unser elitäres Bildungssystem, in dem nur die intellektuell leistungsstärksten in den Genuss einer umfangreichen Bildung kommen. Ist mir schon klar, dass nicht alle AkademikerInnen werden sollen, wollen oder können, aber der Gap zwischen der gymnasialen Ausbildung und Sekundarstufe I ist enorm, ich weiss das aus Erfahrung. Auch der ganze Lehrstil ist komplett anders. Die GymnasiastInnen werden dazu angeleitet, ihre
      3 1 Melden
    • Nausicaä 20.11.2016 17:37
      Highlight eigene Meinung zu entwickeln, differenziert, strukturiert und genau zu denken. Gemäss meiner Erfahrung ist das auf den unteren Stufen nicht so. Da wird das Material einfach als die 'Wahrheit' präsentiert und man lernt gar nicht richtig, sich selbst gründlich an etwas abzuarbeiten. Ich bin überzeugt, dass das auch die SuS auf unteren Stufen könnten und dass das Vermögen, so denken zu können, im Leben äusserst hilfreich ist und für die Gesamtgesellschaft von ungeheurem Wert.

      Zu der Dropout-Rate in den USA. Die ist wirklich hoch. Und wiedermal sind die Minderheiten leider vorne..
      3 1 Melden
    • lilie 20.11.2016 21:22
      Highlight @Saja: Sek geht nur 3 Jahre, Langzeitgymi 6, das ist schwer zu vergleichen. Wie die Berufsschule so ist, weiss ich nicht, aber bei uns geht man ja auch dann weiter zur Schule, wenn man keine Uni besucht. Das finde ich super.
      3 0 Melden
    • G3N33 20.11.2016 23:03
      Highlight @Saja
      Nur als Richtigstellung. Die Fachausbildung als Sek I Lehrperson in der Schweiz findet ausnahmslos an der Universität statt. Zudem wird nicht nur ein Fach abgeschlossen, sondern deren vier. Die Ausbildung dauert hier ausserdem fünf Jahre und wird mit einem Master abgeschlossen. Ich frage mich auch inwiefern das Bildungssytem überhaupt vergleichbar ist, da diese in den beiden Ländern doch ziemlich unterschiedlich sind. Stichworte Maturitätsquote und bezahlbares Bildungssystem bzw. Chancengleichheit. Was nicht heissen soll ihre Unis seien schlecht. Nur gehen ja nicht alle dorthin oder?
      2 0 Melden
    • Nausicaä 21.11.2016 07:08
      Highlight Lilie: Da liegt mein Kritikpunkt. Um den Gap zwischen Sek I und Gymi zu verkleinern und die von mir genannten Fertigkeiten zu erlernen, müsste man die Sek I-Schüler natürlich länger unterrichten. Z.B. etwas ähnliches wie das Highschool-System, alle gehen in die gleiche Oberstufe, die starken und/oder interessierten SuS können Zusatzfächer belegen.
      Die Berufsschule verleiht theoretischen Hintergrund zum Beruf, den man erlernt und ein bisschen Allgemeinbildung. Sicher notwendig, Bildung im humanistischen Sinn ist dies aber nicht.
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    • Nausicaä 21.11.2016 07:12
      Highlight Ich habe schon von KV SuS gehört, sie hätten auch gern Philosophie gehabt statt nur RW usw..

      Und ich spreche aus Erfahrung. Ich war vor dem Gymi in der Sek. Der Unterschied ist krass. Ich wurde wenig zum eigenen Denken angeregt, die Lehrpersonen haben einen ganz anderen Ansatz. Im Deutsch z.B. haben wir 2 Klassiker gelesen, im Gymi 15. Das ist doch mickrig. Man muss sich doch als Jugendlicher mit Ideen auseinandersetzen und seine Position finden können, sich an kulturellem Material abarbeiten. Schon klar, dass da nicht alle gleich motiviert sind. Aber zumindest die CHANCE sollte gegeben sein.
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    • Nausicaä 21.11.2016 08:06
      Highlight Zwischen einer PH und einer Uni besteht ein nicht zu vernachlässigender Unterschied. Wie man an den diesen Institutionen lernt und wie man lernt, zu lehren, unterscheidet sich frappant. Und: Studiert man weniger Fächer, studiert man diese intensiver und erwirbt tieftere Kenntnisse.
      Der Kernpunkt meiner Argumentation hier ist der Erwerb der Fähigkeit des kritischen Denkens (und damit meine ich eigenständiges, genaues, strukturiertes Denken). Das lernt man hierzulande nur am Gymi, heisst nur knapp 20% kommen in den 'Genuss'. Das kanns ja nicht sein.
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    • lilie 21.11.2016 10:39
      Highlight @Saja: Hm, ich verstehe. Ich frage mich aber, ob das nicht auch am Lehrer liegt. Ich hatte in der 4.-6. Primarschule tolle Lehrer, welche die Auseinandersetzung mit Themen, Meinungsbildung und -austausch sehr förderten.

      Ich hab nachher Gymi gemacht und anschliessend studiert. Und da hat mir dann umgekehrt das Praktische gefehlt.

      Handwerken und Handarbeit sollte für alle obligatorisch sein, das sind Grundkompetenzen, die man im Leben braucht. Dass das Obli abgeschafft wurde, finde ich eine Katastrophe!!!

      Aber auch die Studiengänge sind viel zu theoretisch.
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    • JoeyOnewood 21.11.2016 11:53
      Highlight So viel zum Thema gute Schulen in Amerika:



      Dass es in den USA auch gute Schulen gibt, bezweifelt wohl niemand. Dass es aber auch Volksschulen gibt, bei denen sich die Schüler glücklich fühlen können, wenn sie am Schluss flüssig Lesen und Schreiben gelenrt haben auch.
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    • Nausicaä 21.11.2016 16:48
      Highlight Lilie: Natürlich spielt die Lehrperson auch eine Rolle. Ich hatte z.B. auch eine sehr kompetente Seklehrerin. Trotzdem gabs am Gymi ein grosses Wow, kann man halt vom Niveau her absolut nicht vergleichen, was die LPs da draufhatten.

      Handwerken und Handarbeit zusammen mit Zeichnen sind meines Wissens vor allem wichtig, dass die Kinder ihre Motorik richtig ausbilden können und darum find ich die auch wichtig. Es ist sicher auch nützlich, wenn man etwas flicken und kochen kann.

      Für diese Diskussion der Dichotomie Praxis / Theorie kann ich mich ehrlich gesagt nicht erwärmen. Mmm
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    • Nausicaä 21.11.2016 16:53
      Highlight lässt sich das so fassen. Für gewisse Praxis braucht man eine weniger, für andere eine sehr komplexe Theorie.

      Es gibt Theorien, die sich zuwenig an der Praxis orientieren und es gibt Studiengänge, die sich mMn zu fern von einer Praxis bewegen (die z.B. das Verstehen von menschlichem Verhalten oder gesellschaftlichen Phänomenen sein kann) aber grundsätzlich gibt es keine Teilung in Praxis und Theorie. Jeder Praktiker hat eine Theorie als Grundlage, auch der Maurer mauert nicht einfach freestyle drauflos...
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    • Thomas Schlittler 06.12.2016 00:05
      Highlight Sorry, dass ich mich erst jetzt melde. Die Diskussion hat ja mittlerweile ein Ende gefunden. Ich will mich deshalb auch gar nicht mehr einklinken. Nur soviel: Vielen Dank für die interessanten Argumente und die niveauvolle Debatte. Einfach toll!
      LG
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    • Nausicaä 06.12.2016 07:46
      Highlight Danke Thomas. Sehr gerne. Danke auch für deine interessanten Reiseberichte, die solche Diskussionen erst anheizen :).
      LG
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    • lilie 06.12.2016 09:02
      Highlight @Thomas: Danke für das schöne Kompliment!

      Bin Sajas Meinung: Zu tollen Berichten gibts auch tolle Diskussionen! :)
      2 0 Melden

Gott ist tot, weil er keinen evolutionären Nutzen bringt

Religion und Glauben haben bis heute überlebt, weil Kinder leichtgläubig sind und die Eltern für allmächtig halten.

Im geistigen Programm von uns Menschen oder in unseren Genen scheint es eine Nische zu geben, in der Glaube und Religion angesiedelt sind. Diese These oder Vermutung drängt sich auf, weil alle Ethnien zu allen Zeiten und auf allen Erdteilen religiöse Bedürfnisse entwickelt und an Gott oder eine andere höhere Macht geglaubten haben. Und an eine irgendwie geartete Existenz nach dem Tod. Übersinnlichkeit und Transzendenz als eine Art anthropologische Konstante.

Dieses universelle Phänomen sehen …

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