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facebook gemeinschaftsstandards

Bild: facebook

«Dräcksn***er, z’todschlah, das Dräcksschwein!»

ES REICHT JETZT!



Yonnihof Yonni Meyer

Anm. d. Autorin: Ich bin mir bewusst, dass sich der Inhalt dieser Kolumne in Teilen mit dem eines Artikels im «Tagesanzeiger» von gestern deckt – geschrieben wurde sie jedoch grösstenteils am Sonntag. Trotz Redundanzen habe ich mich entschieden, sie zu publizieren, weil ich das Thema für sehr wichtig halte. Man möge mir einige Überschneidungen verzeihen.

Letzte Woche tat ich etwas, das ich zuvor noch nie gemacht hatte: Ich meldete Kommentare auf Facebook. Auf diese Kommentare gestossen war ich unterhalb eines Videos, welches ein Leser in die Kommentare unterhalb meiner letzten Kolumne auf Facebook gepostet hatte. Es handelte sich um einen Link zu einem anderen Facebook-Profil – der ursprüngliche Post stammte also nicht von ihm.

Das Video zeigte eine mit einer Handykamera gefilmte Szene auf offener Strasse, in der ein schwarzer, französischsprachiger Mann eine ihm offensichtlich unbekannte junge Frau am helllichten Tag ohrfeigt und im Anschluss herzhaft darüber lacht.

Das Video trug die Überschrift «An der nächsten Laterne aufhängen». Und auch der junge Mann, der den Link dazu auf meine Seite gepostet hatte, schrieb, es handele sich um «ein kleines Beispiel für unsere „netten“ Zuwanderer». Diskutieren konnte man mit ihm nicht. Man solle sich nicht so aufregen, Frauen halt, es gäbe halt Leute, die mit «gewissen Gruppierungen ihre Mühe hätten».

Nachdem ich den Herrn gesperrt hatte, ging ich mir die restlichen Kommentare unter dem Video anschauen. Ich meldete vier davon. Einer wurde gelöscht. Wichtig sind meines Erachtens jedoch die Kommentare, die nicht gelöscht wurden.

Als Erstes meldete ich das Video selbst, das die Überschrift «An der nächsten Laterne aufhängen» trägt. Facebook unterrichtete mich nach zwei Tagen, das Video werde nicht gelöscht, da es nicht den Gemeinschaftsstandards widerspräche.

Der erste Kommentar lautete: «Direkt auf der Straße hinrichten das jeder sieht wie man mit sowas umgehen muss!!!» Auch diese Aussage wurde nicht gelöscht.

Hetze Facebool

Bild: facebook

Der zweite Kommentar lautete: «ifacht a de scheiche packe und es paar mou mit em Gring z'Bode schlo bis er sich nüme bewegt !!» Wieder: Keine Löschung.

Die Benachrichtigung für folgenden Kommentar ist noch ausstehend: «Dräcks nigger, z todschloh das dräcksschwein..!!!»

Ich bin ob dieses Feedbacks von Facebook ziemlich ratlos. In den Gemeinschaftsstandards, die Facebook durch oben genannte Aussagen nicht verletzt sieht, steht u.a. «Facebook entfernt sämtliche Hassbotschaften, d. h. Inhalte, die Personen aufgrund bestimmter Eigenschaften direkt angreifen.» Dazu gehört auch die Rasse. Ausserdem würden Posts mit bedrohlicher Sprache entfernt, jedoch nur, wenn eine einzelne Person direkt und «ernsthaft» physisch bedroht würde.

Jeder mit einem Funken gesunden Menschenverstands weiss, dass es sich bei den erwähnten Kommentaren um Hassbotschaften handelt, auch wenn sie nicht tupfenhaargenau auf einen der Standardpunkte zutreffen.

Natürlich kann man sich rausreden und sagen «Es ging gar nicht um die Hautfarbe, sondern um die Tat».

Okay.

Aber Leute, selbst wenn: Es wird öffentlich danach verlangt, einen Menschen an einen Laternenpfahl zu hängen, ihn öffentlich hinzurichten oder seinen Kopf so lange aufs Plaster zu schlagen, bis er sich nicht mehr bewegt. Und das, wie Anja Reschke in ihrer grossartigen Tagesschau-Ansprache sagte, nicht einmal mehr anonym. Nein, die Menschen fühlen sich bereits so sicher und akzeptiert in ihrem Hass, dass sie solche Aussagen unter ihren Klarnamen publizieren. Und das gibt wiederum anderen Hetzern die Bestätigung, dass ihre Hasstiraden in Ordnung seien und seelenruhig öffentlich publiziert werden können.

Und das soll okay sein? Soll das nun unser Alltag sein? Haben wir eigentlich alle den Verstand verloren? 

Ohne Frage ist das Verhalten des jungen Mannes im Video komplett daneben, das Opfer sollte ihn dafür anzeigen und die Polizei bzw. die Justizsollten dann darüber entscheiden, was mit ihm passiert.

Aber solche Einzelbeispiele herbeiziehen und damit Fremdenhass legitimieren (wobei man nicht einmal weiss, ob es sich nicht einfach um einen französischen Staatsbürger in Frankreich handelt)? Sich mit seinem echten Namen hinstellen und schreiben «Dräcksnigger z’todschloh»? Seit wann toleriert man das? Seit wann ist das okay?

Selbst wenn man politisch eher konservativ eingestellt ist, darf man so etwas nicht gutheissen. Hier geht's weit übers Politische hinaus, tief hinein in die menschlichen Grundfragen und dazu, was für eine Gesellschaft wir eigentlich sein wollen.

Man darf jetzt nicht den Mund halten. Man darf dieses widerliche Hass-Buschfeuer nicht einfach weiterbrennen lassen. Die Zeit des Ignorierens als Massnahme gegen offenen Hass ist schon lange vorbei. Zivilcourage beginnt im Alltag, ja, auch auf Facebook.

1.) Indem man solche Dinge meldet – und genau deshalb macht's mich so wütend, dass das anscheinend nicht wirklich funktioniert. Ich habe mich an Facebook gewendet und mein Anliegen dargelegt. Ich habe die Hoffnung, dass es mir andere gleich tun, wenn ihnen Ähnliches passiert und vielleicht irgendwann die Standards angepasst oder strenger umgesetzt werden.

2.) Indem man Buddies konfrontiert, die hetzen, und sie gegebenenfalls  entfernt.

3.) Indem man kontert, vor allem mit Wissen.

Es sind ja auch nicht nur diese offensichtlich rassistischen Aussagen, die sich immer mehr in unseren Alltag schleichen. Es sind nicht nur die, die Hinrichtungen fordern, sich versinkende Flüchtlingsboote wünschen und mit dem Flammenwerfer gegen Asylanten vorgehen wollen. Es sind auch die eloquenteren. Diejenigen, bei denen das alles ganz harmlos klingt. Diejenigen, bei denen man denkt: «Hm, das macht eigentlich wirklich Sinn, vielleicht will mir der Eritreer tatsächlich mein Geld klauen...» Vielleicht kommt sowas gar von Leuten, die man kennt.

Die «Ich bin ja kein Rassist, aber...»-Aussagen. Die «Das wird man ja noch sagen dürfen»-Parolen. Und auch die «Ich sage nur, was alle denken»-Sprüche.

Nein, tust du nicht. Du sagst nicht, was alle denken. Und du sagst schon mal garantiert nicht das, was ich denke.

Und ja, vielleicht gibt es Dinge, die «du ja noch sagen darfst», ich für meinen Teil darf dann aber auch davon ableiten, dass du eben doch ein Rassist bist und dir klipp und klar entgegenhalten, dass ich das nicht toleriere.

Ganz ohne Aber. 

Yonni Meyer

Yonni Meyer (33) schreibt als Pony M. über ihre Alltagsbeobachtungen – direkt und scharfzüngig. Tausende Fans lesen mittlerweile jeden ihrer Beiträge. Bei watson schreibt die Reiterin ohne Pony – aber nicht weniger unverblümt. 
Pony M. auf Facebook
Yonni Meyer online

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79Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ouli Mouli 16.06.2016 21:51
    Highlight Highlight solche Hasstiraden melde ich jeweils umgehen der KOBIK...
  • pamayer 20.05.2016 00:21
    Highlight Highlight es ist leider so weit, dass rassismus offen geäussert wird.
    ein bekannter von mir erzählte mir, er sei in muttenz gewesen an der info veranstaltung wegen des geplanten flüchtling-registrationscenters: von den hinteren reihen kamen sehr deutliche, offene, rassistische voten - und nichts passierte.

    aua.
  • 1337pavian 24.12.2015 13:32
    Highlight Highlight Einfach immer schön in Schweizerdeutsch hetzten.
    Versteht keiner und vor den paar Schweizer Vollhirnis muss auch keiner Angst haben, die sind eh zu nichts fähig ausser neutralisieren.
    Habe einen ähnlichen Kommentar in Hochdeutsch gemeldet (Aufforderung zu Gewalt) und er wurde umgehend gelöscht.
  • SuicidalSheep 24.12.2015 06:49
    Highlight Highlight Sehr schön geschriebeb.

    Seit 1 Jahr bekämpfe ich mit einigen anderen auf Facebook eben genau solche Hasstyraden, sowohl durch Meldung, Konfrontation und auch Anzeigen. Es ist lächerlich, was FB alles durchgehen lässt...
  • DJ77 31.08.2015 20:42
    Highlight Highlight Ich habe schon entliche rassistische, menschenverachtende Kommentare und Posts bei Facebook gemeldet, nich nie würde einer gelöscht.
  • Lukas Müller (1) 31.08.2015 16:43
    Highlight Highlight Rassistische Kommentare können dem KOBIK gemeldet werden: https://www.cybercrime.admin.ch/kobik/de/home/meldeformular/meldeformular.html
  • NatValCas 16.08.2015 14:17
    Highlight Highlight Solche Posts wie auf meinem Foto, auf Facebook, sind genau so schlimm!

    Nur öndern die ihren Post nach jeder Meldung ein wenig ab, und trollen jeden Kommentator zu dutzenden mit obszönen Privat Nachrichten, dann blocken die die Wenigen die den Mut haben dagegen anzugehen!

    Aber bei denen läuft das unter Meinungsfreiheit und politischer Wahlkampf!
    Benutzer Bild
  • guby 12.08.2015 10:32
    Highlight Highlight Im Grundsatz gefällt mir der Artikel gut, vor allem die Meldung offensichtlich rassistischer Inhalte. Dennoch geht mir persönlich Punkt 3 zu weit. Und zwar weil ich denke, dass ohne die Freiheit respektvoll seine Meinung zu äussern keine konstruktive Diskussion zustande kommen kann. In meinen Augen verhindert dieser aufkommende Zeitgeist die sachliche Auseinandersetzung mit realen Problemen und führt dazu, dass Otto Normalverbraucher links als elitär wahrnimmt. Alle die anderer Meinung sind als unwissend abzustempeln ist, denke ich, nicht hilfreich um die Gesellschaft weiterzubringen.
    • Selsille 12.08.2015 16:54
      Highlight Highlight Ich glaube du hast den Punkt falsch verstanden. Eine Meinung ist "Ich finde das nicht gut, dass die hierher kommen/dass sie hier sind, denn... (hier gäbs einen ganzen Katalog an berechtigten Punkten)" Ferner gibt es viele organisatorische Mängel die zu Problemen führen können.

      Was Yonni ankreidet ist eine nett formulierte Diffamierung. Z.B. "Ich bin kein Rassist, aber diese Eriträer benehmen sich halt schon daneben, das muss man ja mal sagen."
      Da wird ein Vorurteil auf ein ganzes Volk generalisiert, das ist offene, unbegründbare Fremdenfeindlichkeit und funktioniert gleich wie der Rassismus.
    • guby 13.08.2015 08:55
      Highlight Highlight Danke Selsille für deine Antwort. Da habe ich tatsächlich etwas falsch verstanden. So ausgelegt bin ich absolut einverstanden.
  • amade.ch 12.08.2015 09:55
    Highlight Highlight Grosses fettes WORD.
    • Chlinae_Tigaer 12.08.2015 17:07
      Highlight Highlight Und was wollen Sie damit sagen?
    • amade.ch 13.08.2015 08:35
      Highlight Highlight WORD ist ein englischsprachiges Wort, das, man glaubt es kaum, für das Wort Wort steht. Krass, hm? ;-) Denke, Du weisst sehr genau, was damit gemeint ist. Interessanterweise ist dieser eine Kommentar der einzige von mir, den Du beantwortet hast, obwohl er nicht konkret an Dich gerichtet war. Was sagst Du im Zusammenhang mit dem offenbar aufkeimenden Hass zu diesem Artikel: http://www.nzz.ch/immigration-19-jahrhundert-1.4200362 Könnte es nicht sein, dass wir uns (einmal mehr) umsonst fürchten?
  • Najla 12.08.2015 09:47
    Highlight Highlight Facebook hat wohl ein Problem, den Schwiizerdüütsch-Geheim-Dialekt-Code zu knacken. Toller Beitrag, Yonni.
  • Meraxes Equis 12.08.2015 02:27
    Highlight Highlight Danke, Yonni. Es tut einfach immer wieder gut, zu sehen, dass es noch Menschen gibt, die sich für eine humanere Welt einsetzen, und dass wir nicht alleine dastehen.
  • Käuzchen 11.08.2015 22:32
    Highlight Highlight Es tut weh zu sehen, wie selbstverständlich einige Menschen die Ermordung anderer Menschen fordern. Das Schlimmste ist aber, dass sie sich dazu voll und ganz berechtigt fühlen.
    Ich stimme dem Artikel zu: Schulterzucken und wegschauen reichen als Reaktion darauf nicht aus.
  • Duweisches 11.08.2015 21:25
    Highlight Highlight Ich weiss nicht wie das rechtlich aussieht aber meiner Meinung nach sollte bei solchen Kommentaren der Name nicht zensiert werden. Die (Meinung) Aussage stammt von der Person und sie hat diese an einendem öffentlichen Ort geäussert.
    Auch wenn Aussagen von irgendwelchen Promis, Politikern oder was weiss ich aufgeschnappt werden sind die Namen nicht Zensiert wenn die Aussage gemacht wird...
    • Kastigator 11.08.2015 23:55
      Highlight Highlight Auch die ARD zum Beispiel zensiert nicht mehr. Die Aussagen wurden schliesslich öffentlich gemacht.
  • Selsille 11.08.2015 19:40
    Highlight Highlight DANKE! Aber wie wir wissen, kommt der Hass ja nicht von ungefähr... Sensationspresse, rechtspolitische Stimmungsmache und die unbegründete Angstmacherei rund um "islamistischen Terrorismus" und die "Islamisierung Europas". Dazu kommt, dass Emotionen einfacher anzusprechen und zu manipulieren sind als die Vernunft, besonders wenn schon eine gewisse Verunsicherung besteht.
    • Chlinae_Tigaer 12.08.2015 06:56
      Highlight Highlight Sie haben noch eines vergessen zu erwähnen.

      Die linke Multikultiträumerei.

      Die trägt zum aufkommenden Hass dieser Tage mehr bei, als man denken könnte.

      Multikulti funktioniert nicht auf die Dauer, so schön wie das auch wäre.

      Wer das verleugnet, fördert Hass.

    • Schreiberling 12.08.2015 08:54
      Highlight Highlight @Tiger: So ein Quatsch. Gehen Sie mal nach Kanada. Dort sind vieles Einwanderer aus verschiedenen Kulturen (Europa). Dann hat es dort seit einigen Jahren auch viele Asiaten und nich zu vergessen die Völker der First Nations (Ureinwohner). Mit denen gab es zwar in der Vergangenheit unschöne Geschichten, doch mittlerweile leben die Kulturen gut miteinander uns nebeneinander.

      Ihre Art zu denken und Unterschiede hervorzuheben ist es, was Hass fördert!
    • amade.ch 12.08.2015 09:48
      Highlight Highlight Bullshit. Wenn Du Dich in der Schweiz etwas bewegst, wirst Du schnell sehen, dass es eben kein Traum ist. Multikulti ist keine Vision, sondern bestehende Realität. Und weisst Du was? So schlecht funktioniert das gar nicht. Und die Ängste, die Du offenbar hast, hatte man schon damals bei den Italienern. Weisst Du, wann das war? Vor über 100 Jahren. http://amade.ch/2009/12/die-bosen-italiener/ Und jetzt überlegst Du Dir vielleicht mal, wie viele Leute Du im Umfeld hast, die italienischen Wurzeln haben. Na?
    Weitere Antworten anzeigen
  • TruchaConCebolla 11.08.2015 18:52
    Highlight Highlight Bei facebook melden bringt nichts. Auf cybercrime.ch formular ausfüllen und den staat seine aufhabe erledigen lassen. Das bringt etwas!
  • Pogo 11.08.2015 18:33
    Highlight Highlight Guter Artikel! Hab es schon lange aufgegeben auf auch nur ansatzweise Humanes in den Kommentarspalten zu hoffen.
    Eine Art der Aussagen hast du jedoch vergessen: Die "Wir sind das Volk" und "Wartet nur bis sich das Volk erhebt"-Kampfschreie...Zu so einem 'Volk' will ich definitiv nicht dazu gehören!
    • 1337pavian 24.12.2015 13:47
      Highlight Highlight Das Volk erhebt sich?
      Ja, zur Urlaubszeit, in die Lüfte - täglich - wenn es wieder mal einen Billigflug auf die Bahamas bucht um da irgendwelchen Kaffern den Gefallen eines Trinkgelds in's Gesicht zu speien.

      Drastisch?
  • Dewar 11.08.2015 18:04
    Highlight Highlight Liebe Yonni, du sprichst mir so sehr aus dem Herzen. Ich mache leider die Erfahrung, dass gegen diese Hassprediger, Wutbürger oder wie man sie nennen möchte, kaum Kraut gewachsen ist. Auf Fakten hören sie nicht - sonst hätten sie ihre Meinung schon längst aufgeben müssen. Die Justiz scheint auch weitgehend überfordert und machtlos. Trotzdem sollte man nicht aufgeben. Und was man in jedem Fall tun kann, ist, die eigene Integrität wahren und dem eigenen Umfeld, insbesondere den Kindern, Toleranz vorleben.
  • lexi 11.08.2015 17:28
    Highlight Highlight Seit geraumer Zeit schon durchstöbere ich gewisse Seiten nach rassistischen Kommentaren. Manchmal spiele ich Troll und antworte darauf mit einem «Refugees Welcome» Foto. Oftmals verschlägt es mir bei soviel Hass jedoch die Sprache. Nichts desto trotz versuche ich sachlich zu bleiben. Auch ich bin ab so offensichtlichen rassistischen Äusserungen schockiert. Die Erfahrung mit dem Melden des Kommentars habe ich auch schon gemacht. Untätig zusehen will und kann ich aber nicht, deshalb hinterlasse ich Kommentare die an den gesunden Menschenverstand appellieren sollen. Leider ist auch das meistens sinnlos...
  • Nica Rother 11.08.2015 16:30
    Highlight Highlight Auf twitter gabs mal einen Aufruf Meldungen auf einer Neonazi-Facebookseite (mit Gas und allem was dazu gehört) zu melden. Erst kam die übliche Nicht-Reaktion. Erst als einige hundert die Einträge gemeldet haben, hat sich Facebook das Ganze nochmals überlegt und die Meldungen entfernt. Tragisch, aber scheinbar macht die Masse die Meinung. Soll man solche Kommentare deshalb weiter verbreiten mit Klarnamen zur Meldung? Heftige Massnahme, aber wohl notwendig...
    • efrain 12.08.2015 08:16
      Highlight Highlight "Tragisch, aber scheinbar macht die Masse die Meinung." - das ist leider ein sozialer Grundmechanismus, welcher sich nicht zuletzt in der Majorz-Demokratie wiederspiegelt. Das Problem, welches ich sehe, ist aber nicht die globale Masse, sondern die Fragmentierung des "Cyberspace" : Facebook und Google zeigen dir Inhalte, welche von deinen Peers als relevant eingestuft werden. Das kreiert eine Art lose Subgruppe, in der die Gruppenmeinung sich losgelöst vom gesamtgesellschaftlichen Diskurs in ganz üble Regionen bewegen kann (Groupthink-Effekt).
  • LaPaillade #BringBackHansi 11.08.2015 16:16
    Highlight Highlight Merci Yonni. Starker Artikel.
  • Androider 11.08.2015 16:03
    Highlight Highlight Ich melde gelegentlich ebenfalls solche Kommentare im Facebook. Die meisten kamen - wie bei dir - zurück, ohne dass sie entfernt werden. Neu kann man aber auf diese Überprüfung antworten. Hab dann so heftig protestiert, dass sie den Kommentar im Nachhinein dann doch gelöscht haben.
  • Tobi-wan 11.08.2015 15:58
    Highlight Highlight Und wenn Facebook Kommentare nicht löscht, gibt es noch die Möglichkeit die Kommentare der KOBIK zu melden. Das geht aber nur für Inhalte, welche Bezug zur Schweiz haben (gilt für dieses Video wohl leider nicht...)
    https://www.cybercrime.admin.ch/kobik/de/home.html
    Dort warten auf den User dann allenfalls strafrechtliche Folgen.
  • Beasty 11.08.2015 15:47
    Highlight Highlight Ich glaube, die bei Facebook verstehen mein Schweizerdeutsch. Könnt ihr Medien mal diesbezüglich forschen?
  • lily.mcbean 11.08.2015 15:41
    Highlight Highlight Super Bericht! Genau aus diesen Gründen hab ich mein Facebook account gelöscht als ich ein Steinigungsvideo da entdeckt hab-gemeldet hab und nichts passiert ist. Ich will kein Teil einer solch Kranken und abgestumpften Gesellschaft wie Facebook sein. Da kursiert doch grösstenteils nur noch kranker Mist! Am schlimmsten sind noch die Leute die das Teilen und richtig finden! Hallo????
  • Tscheggsch? 11.08.2015 15:33
    Highlight Highlight Immer doch auch hier mal Meldung machen. Wenn nur eine solche Aussage bestraft wird ist das doch schon ein Erfolg...

    https://www.cybercrime.admin.ch/kobik/de/home/meldeformular/meldeformular.html
  • stiberium 11.08.2015 15:18
    Highlight Highlight Meine Theorie weshalb die Kommentare nicht gelöscht werden:
    Die Nutzer würden in Scharen davon laufen. Klar wären weniger "Hassprediger" besser für die Allgemeinheit und die Harmonie, für Facebook sind aber auch die von finanziellem Interesse, treiben sie doch die Nutzerzahlen in die Höhe.
  • barina 11.08.2015 15:03
    Highlight Highlight Sehr gut und so wahr! Glaubwürdigkeit erachte ich als äusserst wichtig in diesem Zusammenhang. "72'466 Meitli us de Sek B liken das." Rassismus und Diskriminierung hat viele Formen, diese zeigen sich auch in Form von Bildungsklassen-Rassismus resp. Diskriminierung.
    Benutzer Bild
    • Yonni Meyer 11.08.2015 15:18
      Highlight Highlight Liebe Barina
      Dazu möchte ich schnell Stellung nehmen, denn mir ist erst jetzt bewusst geworden, dass das falsch verstanden werden kann. Als ich in die Sek ging, gab es noch Sek, Real und Oberschule. Die 2. Sek b war also die 2. Halbklasse dessen, was heute "Sek A" genannt wird. Ich wählte die 2. Sek b, weil ich damals in die b-Halbklasse ging. Es war in keinster Weise meine Absicht, hier einen Unterschied im Bildungsniveau anzusprechen. Es war mir wichtig, das zu betonen. Sorry, wenn das falsch ankam.
    • barina 11.08.2015 15:29
      Highlight Highlight Danke für deine Antwort Yonni. Du hast Sprachwissenschaften und Psychologie studiert und weisst nicht, dass die Real jetzt Sek B heisst? Bitte beleidige meine und deine Intelligenz nicht mit solchen Ausreden. Ich bin sicher, dass deine wirklich tollen und schönen Beiträge auch von Sek B Schülerinnen gelesen werden. Als Mutter und als Mensch, der mit vielen Sek B Schülern zu tun hatte, finde ich dies wirklich deplatziert und ja, gemein. Wie war das noch, was du dem Jungen Mann geschrieben hast, der dich als hässlich beschimpfte? Bitte werde kein Arschloch. Herzliche Grüsse dir, Sabrina
    • Yonni Meyer 11.08.2015 16:09
      Highlight Highlight Doch, ich weiss selbstverständlich, dass Real nun Sek B heisst - ich habe im Moment, als ich dieses Bild erstellte, nur für keine Sekunde daran gedacht. Ich habe keine Kinder und bin auch sonst nicht mit dem Schulwesen konfrontiert. Also wählte ich einfach die Klasse, in die ich ging.
      Dass das jedoch unüberlegt war und als verletzend aufgefasst werden kann, ist mir jetzt klar. Deshalb habe ich das Bild gelöscht.
      Danke für dein Feedback.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Frausowieso 11.08.2015 14:39
    Highlight Highlight Das ist ein generelles gesellschaftliches Problem geworden und es richtet sich bei weitem nicht nur gegen Asylanten. Letzte Woche hat sich auf der FB Seite von 20min eine Mutter geäussert, dass sie ihre Kinder vegan ernährt und damit positive Erfahrungen macht. Sie wurde aufs übelste beschimpft, mit der Forderung, man solle ihr die Kinder wegnehmen. Da ich im Tierschutz aktiv bin, bin ich auch immer wieder mit Leuten konfrontiert, die Rache an Tierquälern fordern. Öffentlich und ohne jegliche Hemmungen. Das macht mich nachdenklich und macht mir auch Angst. Wo mag das hinführen?
    • Joey Madulaina 11.08.2015 15:39
      Highlight Highlight Es richtet sich auch gegen Linke, so las ich doch schon mehr als einmal, dass man "die alli verschüsse" oder sonstwie umbringen soll... Oder gegen BP Simonetta Sommaruga, was nicht minder erschreckend ist...
    • Frausowieso 11.08.2015 22:28
      Highlight Highlight Ich bin Secondo, Vegetarier, Tierschützer, Mitglied der Grünen, tätowiert, kinderlos und Links-Wähler. Da ist doch für jeden etwas zum anfeinden dabei.
    • 123und456 31.08.2015 17:31
      Highlight Highlight Yay lets bash sassenach!(ACHTUNG IRONIE)
      Das Internet bietet sich an für hassäusserungen, ein kommentar ist in sekundenschnelle geschrieben(man kann direkt von der leber schreiben) ,kein nachlesen ist notwendig( =reflektion ist ebenso wenig nötig), man ist "alleine" keine Kollegen oder andere Leute sind da, die intervenieren könnten. Zusätzlich kann man sich hinter nicknames verstecken. Ich kann also tobias mit meinem nickname "stefu" beleidigen und morgen wieder mit ihm in die schule gehen und mit ihm die aufgaben machen. Er weiss ja von nichts, dieser Penner.
      Eine Brutstätte für Feiglinge.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bruno Wüthrich 11.08.2015 14:35
    Highlight Highlight Eigentlich ist dies nur so zu erklären, dass auch diejenigen, die bei Facebook die Inhalte kontrollieren a) unterschiedliche politische Auffassungen, b) unterschiedliche Toleranzgrenzen und c) unterschiedliche Launen haben, und so halt die Richtlinien nach eigenem Gusto interpretieren. Klar ist jedoch, dass solche Hassposts da nicht hin gehören. Solche Posts gehören nirgendwo hin. Krass, was sich da heute gewisse Leute an verbalen Entgleisungen erlauben, weil sie sich im Internet sicher fühlen. Viele von denen fühlen sich jedoch, sobald man sie nur antippt, bereits ungerecht behandelt.
  • ast1 11.08.2015 14:33
    Highlight Highlight Dass die betreffenden Posts bzw. Kommentare nicht gesperrt wurden liegt wohl weniger daran, dass sie zu wenig offensichtlich Rassismus beinhalten, sondern vielmehr weil sie einer automatischen Prüfung unterzogen wurden, die mit Mundart halt einfach nicht gut klar kommt.
    • Asmodeus 11.08.2015 15:56
      Highlight Highlight Wobei das System das Wort "Nigger" entdecken sollte.

      Aber jo. Ich habe auch schon komplette rassistische Seiten gemeldet (inkl. Pegida, aber auch viel offensichtlichere Seiten wie "Tod allen Muslimen") und Facebook hat NICHTS dergleichen unternommen.
    • 1337pavian 24.12.2015 13:54
      Highlight Highlight Rechtschreibefehler nicht vergessen!
      bei Faschos beliebt ; )
      Da stand wahrscheinlich sowas wie "Nükqler"
      ...oder ähnlich
      keine Ahnung....
      Der Fascho weiss, was gemeint ist!
      Füür's Volch!!!
  • saugoof 11.08.2015 14:26
    Highlight Highlight Danke für den Artikel. Einfach nur danke!
  • Datsyuk * 11.08.2015 14:25
    Highlight Highlight Yonni Meyer, ich kann nur zustimmen..
  • Philipp Dahm 11.08.2015 14:23
    Highlight Highlight Word, Kollegin!
  • Lezzelentius 11.08.2015 14:21
    Highlight Highlight Habe auch seit einiger Zeit begonnen, die Kommentare auf Facebook zu melden, da es immer mehr ziemlich unschön wird. Facebook reagiert kein Stück und da frage ich mich, welcher Trottel dort arbeitet und das nicht als Rassismus und Gewaltaufruf erkennt.
    "Das grösste soziale Netzwerk der Welt agiert gänzlich verantwortungslos und toleriert trotz Kenntnis gewaltverherrlichende und/oder fremdenfeindliche Postings auf seinen Seiten. Facebook, das Netzwerk mit dem Herz für Hass" in einem anderen Medium treffend beschrieben.
  • bisibi 11.08.2015 14:20
    Highlight Highlight Soooo krank. Einfach nur krank.... Als nächstes wird dann noch die sklaverei wieder akzeptiert.
    • Dr. Zoidberg 11.08.2015 15:08
      Highlight Highlight > Als nächstes wird dann noch die sklaverei wieder akzeptiert.

      <zynismus>klar, wenn dafür bei primark, h&m und co. die klamotten noch etwas billiger werden.</zynismus>
  • saukaibli 11.08.2015 14:17
    Highlight Highlight Tja Yonni, so ein Video kannst du auf Facebook nur löschen lassen, wenn mindestens ein Nippel darin zu sehen ist. FB hat halt amerikanische Standards, da gelten Rassismus, Hass und Gewaltandrohung als freie Meinungsäusserung, etwas natürliches wie ein Nippel hingegen wird sofort zensiert. Upps, war das etwa jetzt Ami-Bashing? Sorry, ist nur die Wahrheit.
    • _kokolorix 11.08.2015 21:19
      Highlight Highlight vielleicht ist ami bashing auch rassismus?
      aber ernsthaft. selbstverständlich wird eine us amerikanische firma nur gegen das etwas machen was in den usa ernste konsequenzen hat. und da sind nackte brüste, penisse und kinder so etwa das schlimmste. hingegen ist die pornoindustrie etwas achtbares, weil damit wird ja geld verdient. von einer nation die erst vor 5 generationen die sklaverei offiziell abschaffte und die auf der enteignung und ermordung von 1mio indianer basiert und wo weisse polizisten jedes jahr straflos hunderte von dunkelhäutigen erschiessen, kann man kaum erwarten das ein öffentlicher aufruf zur lynchjustiz als problematisch wargenommen wird.

Kann man, muss man nicht: Unser Modal-Problem

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