Brasilien

Sie könnte die Mehrheit verpassen: Dilma Rousseff. Bild: PAULO WHITAKER/REUTERS

Präsidentenwahl

Brasilien steuert auf Stichentscheid zu

Bei den Präsidentschaftswahlen in Brasilien gilt Dilma Rousseff als Favoritin. Die bisherige Amtsinhaberin könnte nach letzten Umfragen allerdings die absolute Mehrheit verpassen - dann wäre ein zweiter Wahlgang nötig.

05.10.14, 17:08

Ein Artikel von

30 bis 40 Millionen Brasilianer, die aus armen Verhältnissen in einen bescheidenen Wohlstand aufsteigen konnten: Diese Zahlen werden als Bilanz der Amtszeit von Präsidentin Dilma Rousseff und ihres Vorgängers Luiz Inácio Lula da Silva häufig genannt. In den vergangenen vier Jahren konnte Rousseff zudem die Arbeitslosenquote von 7,9 auf 6,6 Prozent senken. Auch die Rodung des Regenwaldes schränkte sie ein: 2010 wurden noch 7000 Quadratkilometer abgeholzt, im vergangenen Jahr waren es weniger als 6000 Quadratkilometer.

Im Datenblog des britischen «Guardian» wird noch eine Zahl aus der bisherigen Rousseff-Präsidentschaft vermerkt: «Male, in denen Brasilien 1:7 gegen Deutschland bei der Weltmeisterschaft verloren hat: eins.»

Nun will Rousseff ihre Amtszeit um weitere vier Jahre verlängern. 143 Millionen wahlberechtigte Brasilianer sind am Sonntag zur Wahl gerufen. Zwar gilt Rousseff als Favoritin - nach letzten Umfragen dürfte die 66-Jährige allerdings die für einen Sieg in der ersten Runde erforderliche absolute Mehrheit verpassen.

Herausforderin Marina Silva, selbst eine ehemalige Kautschuksammlerin. Bild: STRINGER/BRAZIL/REUTERS

Sollte sie am 26. Oktober in die Stichwahl müssen, trifft sie dort entweder auf Ex-Gouverneur Aécio Neves von den Sozialdemokraten (PSDB) oder auf Ex-Umweltministerin Marina Silva von der Sozialistischen Partei PSB. Beide Kandidaten lagen zuletzt in Umfragen dicht beieinander, wobei Neves am Samstag erstmals seit Wochen an Silva vorbeizog. Erst Mitte August war die Umweltaktivistin Silva als Ersatzkandidatin für den tödlich verunglückten Eduardo Campos in den Wahlkampf gezogen.

Letzte Umfragen vor der Wahl sagten Rousseff 41 bis 46 Prozent der Stimmen voraus. Neves kam auf bis zu 27 Prozent der Stimmen, knapp dahinter folgte Silva mit maximal 24 Prozent der Stimmen. Allerdings könnten für Rousseff im ersten Wahlgang womöglich auch weniger als 50 Prozent der Stimmen für eine sofortige Wiederwahl ausreichend sein; nach dem brasilianischen Wahlrecht muss der Sieger lediglich mehr Stimmen auf sich vereinen als alle Rivalen zusammen. Die Wahlkommission erwartete noch vor Mitternacht ein vorläufiges Ergebnis für den Ausgang der Präsidentschaftswahl. Erste Ergebnisse werden in der Nacht zum Montag erwartet. (vks/dpa/AFP)

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

«The next Neymar» – liebe Fussballfans, merkt euch den Namen Vinicius Junior

Neymar brachte Brasilien im letzten Jahr zwar den Olympiasieg, aber natürlich zählt für die Fussball-Weltmacht nur die WM. Seit 2002 wartet Brasilien auf den sechsten Stern, neue Hoffnungsträger müssen her. Einer der grössten ist der 16-jährige Stürmer Vinicius Junior.

Kein Wunder, wird Vinicius Junior in Brasilien als «The next Neymar» gefeiert. Der 16-Jährige vom CR Flamengo gleicht in seiner Spielweise schon sehr seinem grossen Vorbild vom FC Barcelona. Enorm trickreich und verspielt, mit gutem Auge und starkem Schuss, antrittsschnell und schon in jungen Jahren überaus erfolgreich. 

Doch leider spielt Vinicius Junior nicht nur wie Nemyar, er hat auch dessen Lifestyle kopiert. Extravagante Kleidung, ein forsches Auftreten und erste Partys rufen in …

Artikel lesen