Bundesrat
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Mitglieder von Bio Suisse, Kleinbauern Vereinigung, Schweizer Tierschutz STS, Schweizer Bergheimat, KAGfreiland und Swissaid auf dem Weg zur Bundesterrasse waehrend der Petitionseingabe

Bio-Bauern bei einer Demonstration auf der Bundesterrasse. Bild: KEYSTONE

Bundeshaus als Bunker

Die Bundesterrasse soll abgeschottet werden. Jetzt regt sich in Bern Widerstand

06.07.14, 11:18 06.07.14, 11:35

In Bern ist ein Rechtsstreit um die Neugestaltung der Bundesterrasse entbrannt. Die Grüne Partei Bern (GPB-DA) hat Einsprache gegen das Baugesuch der Eidgenossenschaft eingereicht. Die Partei befürchtet, der Bund setze sich über Abmachungen hinweg.

Die Stadt Bern hatte ihren Teil der Bundesterrasse vor zwei Jahren an die Eidgenossenschaft verkauft. Die 6000 Quadratmeter Land wechselten für netto 65'000 Franken den Besitzer. Im Gegenzug versprach der Bund, die Sanierung voranzutreiben. Jetzt will er mit der Neugestaltung vorwärts machen.

Menschen sonnen sich im Marzili-Bad, im Hintergrund das Bundeshaus, aufgenommen am Sonntag, 8. Juni 2014, in Bern. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Bundeshaus mit Terrasse und dem Strandbad Marzili. Bild: KEYSTONE

Das Anfang Juni publizierte Baugesuch rief allerdings Kritiker auf den Plan – allen voran GPB-Stadtrat Luzius Theiler, der die Pläne mit einer Motion im Stadtparlament und mit der Baueinsprache durchkreuzen will. Das teilte die Partei am Wochenende mit.

Flügeltore und Bodenrollgitter

Denn das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) plant unter anderem Flügeltore links und rechts des Parlamentsgebäudes sowie zwei versenkbare Bodenrollgitter auf der Bundesterrasse. Die beliebte Flaniermeile könnte so nach Bedarf abgesperrt werden.

Grünen-Stadtrat Luzius Theiler. Bild: Stadt Bern

Dabei habe der Bund beim Kauf versprochen, dass die Bundesterrasse für die Öffentlichkeit frei zugänglich bleibe, kritisiert Theiler. Das solle auch so bleiben, beteuerten Vertreter der Stadt Bern jüngst in Medienberichten.

Gesperrt bei Demos und Staatsbesuchen

Es gehe lediglich darum, die Bundesterrasse etwa bei Demonstrationen oder Staatsbesuchen sperren zu können. Das werde schon heute gemacht. Ob dies mit mobilen oder fix installierten Sperren geschehe, spiele letztlich keine Rolle.

Stadtrat Theiler wehrt sich aber auch gegen die geplante Fällung von Bäumen. Historischer Baumbestand solle durch «plastisch-geometrische Grünkörper» ersetzt werden, kritisiert er in einem Communiqué. Im Rechtsstreit ist nun zunächst der Regierungsstatthalter am Zug.

Blick auf die offene Drogenszene auf der Terrasse des Bundeshauses in Bern (Archivbild vom Dezember 1990). Mit einem Zaun und Toren moechte der Bundesrat die Drogenszene und die Prostituierten aus der Umgebung des Bundeshauses vertreiben. Auf der Bundesterrasse soll eine Parkanlage entstehen. Dies erklaerte der Sicherheitschef der Bundesverwaltung am 22. Mai 1997. (vergleiche SDA bsd190) (KEYSTONE/Archive)

Schon früher war die Bundesterrasse ein Stein des Anstosses: Zum Beispiel in den 1990-er-Jahren, als es dort eine offene Drogenszene gab. Bild: KEYSTONE

(egg/sda)



Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

Abonniere unseren Daily Newsletter

2
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Romeo 06.07.2014 12:17
    Highlight Dagegen. Wen Gitter erstmal da sind, werden die auch genutzt. Ob immer Verfassungskonform, sei dahingestellt.
    2 0 Melden
    • The Destiny // Team Telegram 06.07.2014 14:50
      Highlight Ich denke jeder kann 1 und 1 zusammen zählen,wenn er die neuen Forderungen der EU gesehen hat diese news und weiss wie gut dass unser Bundesrat ja verhandeln kann. Ich möchte ja nicht pessimistisch sein, aber es ist ja klar für was die Gitter da sind. Wenn der Bundesrat mit der EU Mist aushandelt, dann kann ich mir einen Maidan v2.0 in der Schweiz ganz gut vorstellen.
      1 1 Melden

«Schon fast böswillig»: Wie der Bund Medizinal-Cannabis-Firmen schikaniert

Immer mehr Schwerkranke setzen auf Cannabis, der internationale Markt für die Arznei würde boomen. Warum nur behindern Bundesjuristen die Hersteller zunehmend?

In Deutschland herrscht ein Notstand. «Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Niederlande um Unterstützung bei der Versorgung von schwerkranken Patienten mit Medizinalhanf gebeten», schilderte der «Spiegel» die Lage Ende August. Bis zu 1.5 Tonnen Cannabis soll Holland künftig jährlich nach Deutschland liefern. Bisher waren es 700 Kilo pro Jahr.

Auch in der Schweiz herrscht Notstand. Ein Notstand der anderen Art. An Medizinalcannabis würde es hier nicht fehlen, und zahllose Bauern …

Artikel lesen