CIA
epa04211630 An armed pro-Russian militant moves to positions as they have skirmish
against Ukrainian soldiers outside Slovyansk, 17 May 2014. A second round of negotiations among Ukrainian political and civil groups was being held in the eastern city of Kharkiv on 17 May 2014. Prime Minister Arseniy Yatsenyuk and Interior Minister Arsen Avakov were in attendance, as well as Leonid Kravchuk and Leonid Kuchma, the first and second presidents of Ukraine after its independence from the Soviet Union in 1991, along with business and religious leaders.  EPA/MAXIM SHIPENKOV

«Behauptungen zu Propagandazwecken»: Prorussischer Kämpfer bei Slawjansk. Bild: EPA/EPA

Ukraine-Konflikt

CIA bestreitet Tötung von Agenten durch Separatisten

Die Aufständischen im Osten der Ukraine verkauften es als ihren Erfolg: Sie behaupteten, CIA-Mitarbeiter bei Gefechten getötet zu haben. Nun widerspricht der US-Geheimdienst. 

17.05.14, 23:36

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Im Osten der Ukraine wurden keine CIA-Mitarbeiter getötet. Aufständische im Osten des Landes hatten zuvor behauptet, mehr als 600 Gegner verletzt, gefangen genommen oder getötet zu haben, unter ihnen auch Mitarbeiter des US-Geheimdienstes CIA.

Diese Angaben wies der Geheimdienst am Samstagabend zurück. «Behauptungen prorussischer Aktivisten, sie hätten CIA-Mitarbeiter getötet, sind falsch und werden nur zu Propagandazwecken verbreitet», heisst es in einer Stellungnahme.

«Behauptungen prorussischer Aktivisten, sie hätten CIA-Mitarbeiter getötet, sind falsch und werden nur zu Propagandazwecken verbreitet.»

Stellungnahme der CIA

Der selbst ernannte «Volksbürgermeister» der umkämpften Grossstadt Slawjansk, Wjatscheslaw Ponomarjow, hatte die Nachricht, Mitarbeiter des US-Geheimdienstes seien bei Gefechten verletzt und getötet worden, in einer Videobotschaft verbreitet.

Zahl der Toten auf 250

Die Vereinten Nationen beziffern die Zahl der Toten in der Ukraine seit Beginn der Krise auf 250. Rund 100 Menschen starben bei der proeuropäischen Revolution auf dem Maidan im Januar und Februar.

Der ukrainische Interims-Aussenminister Andrij Deschtschytsja machte Moskau für die Lage in der Ostukraine verantwortlich. In der «Welt» forderte er den Westen auf, im Kampf gegen die Destabilisierung der Ukraine schnell schärfere Strafmassnahmen gegen Russland zu verhängen.

Härtere Sanktionen gefordert

Vor allem Deutschland müsse «gegenüber Russland stärker auftreten». Deschtschytsja forderte vom Westen Sanktionen gegen bestimmte Sektoren der Wirtschaft und gegen das Bankwesen. Bisher werden bereits Visa- und Kontensperren gegen russische Regierungs- und Unternehmensvertreter verhängt.

Derweil ist am Samstag der zweite Runde Tisch zur Entschärfung des Konflikts ohne greifbares Ergebnis zu Ende gegangen. Regierungschef Arseni Jazenjuk kündigte weitere Runde Tische an, um zu einer Lösung in dem Konflikt zu gelangen.

Militante prorussische Kräfte bleiben fern

Wie beim ersten ergebnislosen Treffen in der Hauptstadt Kiew am Mittwoch blieben auch in der zweiten Runde die militanten prorussischen Kräfte aussen vor. Der «Tisch» sei diesmal aber offener gewesen, weil Vertreter der Opposition und der russisch geprägten Regionen dabei gewesen seien, sagte der ukrainische Ex-Präsident Leonid Krawtschuk.

Jazenjuk sprach sich für einen besonderen Schutz der russischen Sprache und für eine «Dezentralisierung der Macht» aus – also für die Abgabe von Zuständigkeiten an die Regionen. «Wir sind bereit, alles für eine Einheit des ukrainischen Staates zu tun», sagte er. 

Am 21. Mai sollen in Tscherkassy rund 200 Kilometer südöstlich von Kiew weitere Gespräche folgen.

(kha/dpa/AFP)

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