CIA

Screenshot aus dem Film «Stuff Of Life» von Amnesty International. Der Film behandelt die Folterpraktik Waterboarding, die vom Geheimdienst CIA bei Befragungen mutmasslicher Terroristen angewendet wurde.  Bild: EPA

US-Folterbericht: 

CIA: Die 20 Foltermethoden der Verhörspezialisten 

Viele Passagen in dem Folterbericht zur CIA sind geschwärzt – doch was man lesen kann, ist entsetzlich genug: Gefangenen wurden Schläuche zur Zwangsentleerung eingeführt, sie wurden in Eiswasser gesteckt, anal penetriert. Spiegel Online zeigt Auszüge aus dem Dokument. 

11.12.14, 08:38 11.12.14, 16:29

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Meistens wird im Verborgenen gefoltert. Autoritäre Regime zum Beispiel quälen Menschen in ihren Kerkern. Doch nach den Anschlägen vom 11. September 2001 erlaubte auch die US-Regierung der CIA bestimmte grausame Techniken. Wie schrecklich es zwischen 2002 und 2008 in den Geheimgefängnissen des US-Geheimdienstes zuging, belegen die rund 500 Seiten des Senatsberichts. 

1. Waterboarding

Beim sogenannten Waterboarding wurde den Häftlingen so lange Wasser in den Mund geschüttet, bis sie kurz vorm Ertrinken standen. Mehrere Opfer verloren das Bewusstsein. Ein Verdächtiger wurde mehrmals hintereinander auf diese Weise gefoltert, was einer «Serie von Beinahe-Ertrinken» gleichkam. 

2. Vergewaltigung

Zwei Häftlinge wurden anal mit «exzessiver Gewalt» untersucht, so dass sie Verletzungen davon trugen.

3. Kälteschock 

Häftlinge wurden in Kübel mit Eiswasser getaucht, bis sie zitterten. Ein Mann war so ausgekühlt, dass er kaum noch sprechen konnte. 

4. Schreie eines Familienmitglieds

Ein geistig behinderter Mann wurde nur deshalb festgenommen, weil einige seiner Angehörigen unter Terrorverdacht standen. Seine Schreie wurden aufgenommen und seiner Familie vorgespielt. 

5. Drohung, die Mutter zu vergewaltigen 

Einem Häftling wurde gedroht, man werde seine Mutter holen und vor ihm vergewaltigen. Einem anderen wurde gesagt, man werde seine Mutter vor ihm köpfen. 

6. «Russisches Roulette»

Ein CIA-Agent spielte offenbar «Russisches Roulette» mit einem Häftling – er hielt ihm also den Revolver an den Kopf und drückte ab. 

7. Tod nach Eisduschen

Gul Rahman wurde versehentlich festgenommen: Nach Eisduschen wurde er ohne Hose und nur mit einem Pulli bekleidet in seine Zelle eingesperrt und angekettet, sodass er auf dem kalten Boden liegen musste und an Unterkühlung starb. Er ist der einzige Häftling, der ums Leben kam.

8. Schlafentzug bis zur Halluzination

Bis zu 180 Stunden am Stück durfte die CIA Häftlinge wachhalten. Doch schon vor Ablauf dieser Zeit litten manche unter den Folgen. Ein Mann fing an zu halluzinieren. Ein anderer wies Zeichen von Paranoia auf. 

9. Sippenhaft

Manche Gefangene wurden nur deswegen von der CIA verschleppt, weil die Agenten dadurch den Druck auf ein anderes Familienmitglied erhöhen wollten. 

10. Verschleppung aus dem Krankenzimmer

Einmal verschleppten CIA-Agenten einen Häftling für die nächste Runde der Verhöre aus seinem Krankenhauszimmer. Als er aus der Narkose erwachte, fand er sich in einem Folter-Kerker wieder, orientierungslos und verstört. 

11. Verweigerung von Toilettengängen, Windeln für Gefangene 

Manchen Männern wurden Windeln angelegt, ihre Folterknechte liessen sie nicht mehr aufs Klo. 

12. Die Drohung, die Gefangenen lebendig zu begraben

Ein Häftling wurde in einen Sarg gezwungen und musste darin mehrere Tage zubringen. Seine Befrager drohten ihm, er werde den Kerker nur in einem Sarg verlassen. 

13. Aufhängen in der Zelle 

Manche Zellen hatten an der Decke eine Eisenstange. An ihr wurden die Häftlinge mit den Händen aufgehängt. Sie mussten also die ganze Zeit stehen. 

14. Würgen

In einem Fall legten die Folterer einem Häftling mehrmals die Hände um den Hals und würgten ihn. 

15. Sexuelle Demütigung 

Manche Häftlinge wurden gezwungen, sich auszuziehen und nackt zum Verhör vor eine CIA-Agentin zu treten. 

16. Völlige Verwahrlosung

Manchen Gefangenen wurde nicht erlaubt, sich zu waschen. Die Zustände wurden immer unhygienischer. Ein verletzter Häftling musste zusehen, wie sich der Zustand seiner Wunde immer mehr verschlechterte. 

17. Scheinexekutionen

Häftlinge wurden in Todesangst versetzt: Sie würden ermordet, so die Drohung. 

18. «Hard Take Down»

Manchmal stürmten fünf CIA-Agenten gleichzeitig in die Zelle eines Häftlings. Sie zogen ihn heraus, rissen ihm die Kleidung vom Leib, fesselten ihn, zogen ihm eine Kapuze über und verprügelten ihn. 

19. Erzwungene Darmspülung

Manche Häftlinge zwangen die CIA-Agenten, ihren Hintern in die Luft zu strecken. Sie steckten ihm einen Schlauch in den Darm so weit es ging und öffneten dann den Infusionsbehälter. 

20. Folter trotz Kooperation

Obwohl einige Häftlinge alle Fragen sofort beantworteten, wurden sie von den CIA-Agenten gequält. (ras)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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