Charlie Hebdo

Mais non, Monsieur!

Sarkozy drängelte in die erste Reihe 

Nicolas Sarkozy ist längst nicht mehr Präsident von Frankreich – in der ersten Reihe hat er nichts mehr zu suchen. Trotzdem drängelte er sich beim Trauermarsch von Paris vor, neben die Staats- und Regierungschefs. Ein protokollarischer Affront. 

12.01.15, 12:56 12.01.15, 13:55

Stefan Simons, Paris / Spiegel online

Nicolas Sarkozy beim Trauermarsch in Paris

Ein Artikel von

Der Trauermarsch von Paris war nicht nur eine logistische Meisterleistung der Sicherheitskräfte – das Defilee gegen den Terror und zur Solidarität mit den Opfern stellte auch Frankreichs Diplomatie vor eine Herausforderung: Wie waren Rang, Prominenz und Bedeutsamkeit von fast 50 Staats- und Regierungschefs und gekrönten Häuptern standesgemäss anzuordnen? Dazu kam amtierende und ehemalige Polit-Prominenz. 

Das Protokoll entschied sich für einen Kompromiss: Vorneweg marschierten die Angehörigen der Opfer, dann folgten die Politiker – geordnet nach Wichtigkeit: Kanzlerin Angela Merkel neben Präsident François Hollande, Erzfeinde wie Israels Benjamin Netanyahu und Palästinas Präsident Mahmoud Abbas verteilt auf die Flügel der Formation. 

Dahinter folgte eine Reihe der persönlichen Bodyguards, gefolgt von der Elite der Republik, darunter Premier Manuel Valls und Ex-Präsident Nicolas Sarkozy mit Ehefrau Carla Bruni. Aber der Chef der konservativen Opposition blieb nicht auf dem ihm zugewiesenen hinteren Platz – während sich der Schweigemarsch in Bewegung setzte, gelangte Sarkozy plötzlich in die erste Reihe. 

«Binnen weniger Sekunden, unter den Kameras der ganzen Welt, rückte er in den Rängen nach vorn», beschreibt die Internetseite des Magazins «Paris Match» den Vorgang. Sarkozy gelangte damit neben die Staatschefs Netanyahu und Ibrahim Boubacar Keïta – und war nur noch durch den Präsidenten Malis von Hollande getrennt. 

Hatte sich Sarkozy, der während seiner Amtszeit jede Gelegenheit nutzte, im Rampenlicht zu stehen, mit Absicht nach vorn manövriert? Oder wurde er, wie «Paris Match» berichtet, «durch die Menschenmenge nach vorn geschoben»? 

Während der Schweigeminute war der Konservative jedenfalls wieder an seinem zugewiesenen Platz. Das historische Foto vereinte die Politiker in der vorgeschriebenen protokollarischen Ordnung. 

Charlie-Hebdo-Titelblätter

07.01.2015: Schiesserei bei Satiremagazin «Charlie Hebdo»

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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    Alle Leser-Kommentare
  • DarkStanley 12.01.2015 22:43
    Highlight Aber Respekt, die Carla Bruni hat er immer noch. Das zieht er durch.
    1 0 Melden

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