Charlie Hebdo

Razzia in Berlin: Sonderkommando während dem Anti-Terror-Einsatz. Bild: FABRIZIO BENSCH/REUTERS

Vorgehen gegen Islamistenszene

Spezialkommandos nehmen zwei Terrorverdächtige in Berlin fest – Paris evakuiert Bahnhof nach Bombenalarm

250 Polizisten haben in Berlin mehrere Razzien in der Islamistenszene durchgeführt und zwei Männer festgenommen. Die Terrorverdächtigen sollen IS-Kämpfer für Syrien rekrutiert und Anschläge dort geplant haben – nicht aber in Deutschland.

16.01.15, 09:08 16.01.15, 11:31

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Bei einem Grosseinsatz gegen Terrorverdächtige hat die Berliner Polizei am Freitagmorgen zwei Männer festgenommen. Die Festgenommenen sind 41 und 43 Jahre alt, sie und drei weitere Männer stehen laut Mitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei im Verdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat in Syrien. Sie haben demnach auch für die Terrormiliz «Islamischer Staat» geworben.

Es lägen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass sie Anschläge in Deutschland geplant hätten. Durchsucht wurden im Auftrag des Berliner Generalstaatsanwalts elf Wohnungen, vor allem im Wedding. Im Einsatz waren 250 Beamte und drei Spezialeinsatzkommandos. 

Kerry legt Kränze an Anschlagsorten in Paris nieder

US-Aussenminister John Kerry hat bei einem Paris-Besuch Kränze vor den Redaktionsräumen der Satirezeitung «Charlie Hebdo» und vor dem jüdischen Supermarkt abgelegt, die Ziel islamistischer Anschläge geworden waren. Zuvor hatte Kerry im Elysée-Palast Frankreichs Staatschef François Hollande getroffen, beide Politiker umarmten sich. «Wir teilen den Schmerz und das Entsetzen über alles, was Sie durchgemacht haben», sagte Kerry zu Hollande. (whr/sda/afp)

Anti-Terror-Einsatz in Berlin

Die Beschuldigten seien zum Teil seit Jahren dem gewaltbereiten salafistischen Spektrum zuzurechnen. Die drei anderen Männer sind auf freiem Fuss. Sie wurden nicht festgenommen, weil die Tatvorwürfe nicht schwerwiegend genug für einen Haftbefehl seien, hiess es. 

Einer der Verdächtigen, Ismet D., soll als selbsternannter «Emir» von Wedding eine Islamistengruppe anführen. Sie soll vornehmlich aus Türken und russischen Staatsangehörigen tschetschenischer und dagestanischer Herkunft bestehen. Die Gruppe soll durch einen von ihm abgehaltenen «Islamunterricht» radikalisiert und auf die Teilnahme am Dschihad gegen «Ungläubige» in Syrien vorbereitet worden sein. 

D. und der für Finanzen zuständige 43-jährige Emin F. sollen zudem Mitglieder der Gruppe bei der Ausreise nach Syrien organisatorisch und finanziell unterstützt und später erhebliche Geldbeträge für schwere Gewalttaten zur Verfügung gestellt zu haben. Es besteht auch der Verdacht, dass ausgereiste Mitglieder mit hochwertigem militärischen Material – etwa Nachtsichtgeräten – ausgerüstet wurden. 

Bild: FABRIZIO BENSCH/REUTERS

Bombenalarm, Verhöre und Festnahmen in Paris

Aufregung gab es am Freitag erneut auch in Paris. Am Morgen wurde der Bahnhof Gare de l'est evakuiert, nachdem ein verdächtiger Gegenstand gefunden wurde.

Im Grossraum Paris sind in der Nacht zum Freitag rund zehn Verdächtige im Zusammenhang mit den islamistischen Anschlägen der vergangenen Woche befragt worden. Die Verdächtigen seien hinsichtlich einer möglichen logistischen Unterstützung der Attentäter verhört worden, hiess es aus Justizkreisen. 

Acht Menschen befinden sich nach Angaben aus Polizeikreisen in Gewahrsam. Den Angaben zufolge könnten die Verdächtigen die Attentäter mit Waffen und Autos versorgt haben. Die Verhöre fanden demnach in mehreren Pariser Vororten statt. 

Zwei schwer bewaffnete Attentäter hatten in der vergangenen Woche die Redaktion der Satire-Zeitung «Charlie Hebdo» gestürmt und dort und auf der Flucht insgesamt zwölf Menschen getötet. Bei einem weiteren Anschlag tötete ein Attentäter in einem jüdischen Supermarkt in Paris vier Geiseln, nachdem er zuvor bereits eine Polizistin erschossen hatte. Alle drei Attentäter wurden von der Polizei erschossen. (meg/fab/AFP/dpa/Reuters)

Trauerfeiern in Paris und Jersualem

Paris im Ausnahmezustand

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Brikne, 20.7.2017
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