Charlie Hebdo

Auch in der Schweiz erhältlich

Mit Mohammed-Karikaturen und in Riesenauflage: 6 Fakten zur neuen Ausgabe von «Charlie Hebdo»

Die Journalisten von «Charlie Hebdo» denken nicht daran, aufzugeben. Nur zwei Tage nach dem tödlichen Anschlag setzen sie sich an die neue Ausgabe des Magazins. Sie wird am Mittwoch erscheinen. Und zwar in nie dagewesener Form.

12.01.15, 15:47 12.01.15, 16:08

1. Rekordauflage

Die Ausgabe kommt in einer Riesenauflage. bild: facebook/charlie hebdo

Die neuste Ausgabe des Satiremagazins wird bei der Auflage mit weitem Abstand alle bisherigen Rekorde schlagen. 

Eine Million – das ist die geplante Anzahl an Exemplaren, die gedruckt werden.

Vor dem Attentat hatte «Charlie Hebdo» eine Auflage von rund 60'000 Exemplaren. 

2. In 16 Sprachen

Die Reichweite des neuen «Charlie Hebdo» dürfte nicht nur wegen der grossen Auflage rasant wachsen: Die neue Ausgabe soll in sage und schreibe 16 Sprachen übersetzt werden. 

Auch in der Schweiz wird das neue Heft erhältlich sein. 

Hierzulande wird es am Freitag am Kiosk aufliegen. «Normalerweise erhalten wir eine Auflage von rund 130 Stück für die Schweiz. Wir hoffen, dass wir bei dieser Ausgabe eine höhere Stückzahl bekommen», sagt Tomic Mladen von der Valora AG. «Wir rechnen mit einer sehr grossen Nachfrage.»

3. Mit Mohammed-Karikaturen

«Wenn Mohammed zurückkäme ...» steht als Titel auf einer Mohammed-Karikatur vom Oktober 2014.
«Ich bin der Prophet, du Narr!» 
«Halts Maul, Ungläubiger!»
Bild: facebook/charlie hebdo

Der Anwalt des Magazins, Richard Malka, liess verlauten, dass auch die neue Ausgabe Mohammed-Karikaturen enthalten werde. Man werde sich auch weiterhin über alle Religionen lustig machen und somit bei der gewohnten Linie bleiben, sagte er. Und weiter: 

«Der Geist der Zeitschrift beinhaltet auch das Recht auf Blasphemie.» 

Und tatsächlich bezieht sich diese Einstellung nicht auf eine einzelne Religion

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4. Keine reine Trauer-Ausgabe

«Die wahre Geschichte des Jesuskindes». bild: facebook/charlie hebdo

Der Chefredakteur der Satirezeitung, Gérard Biard, betonte, man wolle keine reine Trauer-Ausgabe herausgeben, die an die getöteten Kollegen erinnere, sondern eine Zeitung wie seit 21 Jahren. Schliesslich wolle man «keine Heulsusen» sein. 

5. Ausschliesslich Eigenleistung

Gerüchten zufolge sollte die neue Ausgabe des Satiremagazins «Charlie Hebdo» Bilder enthalten, die von externen Zeichnern – wie Plantu oder Siné – realisiert worden sind. Eric Portheault, Finanzchef des Magazins, hat dies nun dementiert: Die Ausgabe, die am Mittwoch herauskommen wird, werde ausschliesslich Material von «Charlie Hebdo»-Mitarbeitern enthalten.

6. In letzter Sekunde

Redaktionsschluss der Ausgabe ist am Montagabend. Was auf der Titelseite zu sehen sein wird, ist aber noch nicht bekannt. Dies werde «wie immer» erst in letzter Sekunde entschieden, liess «Charlie Hebdo» verlauten.

Charlie-Hebdo-Titelblätter

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