Chile

Die Schlammmassen rissen selbst Autos mit. Bild: EPA/EFE

«Die Lage ist verheerend» – Dutzende Menschen sterben bei Unwettern in Südamerika

29.03.15, 08:04 29.03.15, 09:23

Bei schweren Unwettern in Südamerika sind in den vergangenen Tagen Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Heftige Regenfälle und Überschwemmungen zerstörten Ortschaften in Chile, Ecuador und Peru.

Ein Mann in Chile rettet zwei Personen aus den Schlammfluten.  Bild: AP/Aton Chile

In der eigentlich extrem trockenen Wüstenregion Atacama im Norden Chiles starben nach unterschiedlichen Angaben zwischen 10 und 12 Menschen, 20 galten am Samstagabend (Ortszeit) laut dem Innenministerium noch als vermisst. Tausende Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden.

Heftige Niederschläge führten vielerorts zu Sturzfluten und Erdrutschen. Zahlreiche Strassen wurden überschwemmt. Ausserdem gab es Stromausfälle. Mehr als 4000 Häuser wurden zerstört. Mehrere Ortschaften waren von der Aussenwelt abgeschnitten. Im trockenen Norden Chiles berichteten

die Behörden von den schlimmsten Regenfällen seit 80 Jahren. Betroffen waren neben Atacama auch die Regionen Antogasta und Coquimbo.

Notstand ausgerufen

Staatschefin Michel Bachelet rief in dem Gebiet den Notstand aus und entsandte das Militär, um bei den Rettungsarbeiten zu helfen und Plünderungen vorzubeugen. «Die Lage ist verheerend, wir müssen schnell zu den isolierten Ortschaften gelangen», sagte Bachelet laut der Zeitung «La Tercera» nach einem Besuch in dem Katastrophengebiet. Ihren Angaben zufolge sind fast 8000 Helfer im Einsatz.

Unter den tausenden Betroffenen in der Region ist auch Víctor Zamora. Er war einer der Bergleute, die im August 2010 nach einem Minenunglück in der Atacama-Wüste nach mehr als zwei Monaten aus 600 Metern Tiefe gerettet worden waren. Am Dienstag wurde Zamoras Haus von den Fluten mitgerissen.

Tote auch in Peru und Ecuador

Im Andenstaat Peru starben nach Behördenangaben in dieser Woche mindestens neun Menschen bei einem Erdrutsch in der Gemeinde Chosica im Osten der Hauptstadt Lima. Die wichtige Landstrasse Carretera Central war bis Samstag vier Tage lang teilweise gesperrt.

Auch in Ecuador nördlich von Peru wütete die Natur. In der südlichen Region Loja gab es am Freitag neun Todesopfer nach einem Erdrutsch. Landesweit waren mindestens 16 weitere Menschen in den letzten Tagen bei heftigen Unwettern ums Leben gekommen. (feb/sda/afp)

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Schlimmste Niederschläge seit 80 Jahren: Bereits 23 Tote und 57 Vermisste in chilenischer Wüstenregion

Eine Woche nach Beginn der verheerenden Regenfälle im Norden Chiles ist die Opferzahl weiterhin ungewiss. Bislang wurden 23 Tote gemeldet, 57 Menschen werden vermisst, wie das Nachrichtenportal Emol am Dienstagabend (Ortszeit) berichtete.

Auch mehrere der 33 Kumpel, die vor drei Jahren 69 Tage lang in einer verschütteten Mine überlebten, waren von den Überflutungen betroffen. Ihre Wohnungen seien von Schlamm überschwemmt worden. Zwei von ihnen waren mehrere Tage lang unauffindbar. …

Artikel lesen